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Darmverschlingung – Ursachen und Behandlung

Der Darm ist, einfach gesagt, unser Verdauungsorgan. Werden alle Abschnitte des Darms zusammengerechnet, kommt man auf eine Gesamtlänge von fünf bis sieben Metern. Damit der Darm in unserer Bauchhöhle Platz hat, ist er in viele Schlingen gelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass bei dieser Länge und den zahlreichen Schlingen bzw. Darmwindungen eine Verschlingung auftreten kann. Der Mediziner nennt eine Darmverschlingung Volvulus. Eine Darmverschlingung tritt eher selten auf, kann aber in der Folge bis zum Tode führen.

Wie ist der Darm aufgebaut?

Unser schlauchförmiger Darm wird in drei Abschnitte unterteilt. An den Magen schließt der Dünndarm an, mit drei bis sechs Metern ist er der längste Teil des Darms. Der Dünndarm besteht aus Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm. Im Dünndarm findet der Hauptteil der Verdauung statt. Hier wird der Nahrungsbrei zersetzt. Damit der Dünndarm seine tägliche Aufgabe bewältigen kann, braucht er Flüssigkeit. Sie weicht die Nahrung auf und unterstützt die dünndarm-eigenen Enzyme bei der Zersetzung der Lebensmittel. Ist der Prozess abgeschlossen, gelangen Vitamine, Mineralien und alle anderen verwertbaren Stoffe in den Blutkreislauf.

Auf den Dünndarm folgt der Dickdarm. Er hat eine Länge von rund 1,5 Metern. Er wird Dickdarm genannt, weil sein Durchmesser größer ist als jener des Dünndarms. Der Anfang des Dickdarms ist der Blinddarm mit Wurmfortsatz, das Ende des Dickdarms bildet der Mastdarm, auch Rektum genannt. Über ihn werden alle nicht verwertbaren Stoffe ausgeschieden. Im Dickdarm wird der Rest des Speisebreis quasi nochmal gefiltert, ihm werden also noch die letzten verwertbaren Bestandteile und Flüssigkeit entzogen, bevor der endgültige Rest ausgeschieden wird.

Was passiert bei einer Darmverschlingung?

Bei einer Verschlingung des Darms sind einzelne Teile des Darms krankhaft verdreht oder miteinander verschlungen. Auch können zwei Abschnitte miteinander verknotet sein. Bei einer Verdrehung dreht sich der Darm um seine eigene Achse. Das Ergebnis ist in allen Fällen gleich: Der Darm wird abgeschnürt. Die Folge ist eine Blut-Unterversorgung des betroffenen Teils.

Bei Volvulus werden zwei Formen der Verschlingung unterschieden:

Im Dünndarm tritt vor allem die sog. Invagination auf. Dabei stülpt sich ein Stück des Darms in ein anderes Darmstück. An der betroffenen Stelle liegt sozusagen ein Stück Darm in einem anderen Teil des Darms. Das innenliegende Darmstück blockiert nun die Darmwände des äußeren Stücks. Es kommt zu einem Blutstau und Schwellungen.

Bei der Achsendrehung dreht sich der Darm um die eigene Achse. Auch kann er sich verdreht um eine weitere Darmschlinge legen. Diese Form kann im Dünn- und Dickdarm auftreten.

Bei beiden Formen sind weitere Folgen ein Darmverschluss oder sogar ein Absterben des betroffenen Darmteils.
Klar ist, der zu verdauende Nahrungsbrei kann den Darm nur schwer bis gar nicht passieren. Bauchschmerzen und Erbrechen gehören zu den Symptomen. Zudem werden andere lebenswichtige Organe nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgt. Wird eine Darmverschlingung nicht behandelt, kann sie zum Tode führen.

Ursachen für eine Darmverschlingung

Eine Darmverschlingung kann bereits beim ungeborenen Kind, also während der Schwangerschaft, auftreten. Bei der sog. vorgeburtlichen Malrotation schiebt sich der Darm des Kindes in die Nabelschnur. Das behindert die Darmentwicklung erst einmal nicht. Ist seine Entwicklung abgeschlossen, wandert er in die Bauchhöhle des Ungeborenen zurück. Dabei kann es zu einer falschen Positionierung der Darmschlingen im Bauch des Kindes kommen. Da der Darm dann verdreht liegen kann, könnte so eine Verschlingung hervorgerufen werden. Neben dem Ungeborenen sind Kinder, besonders Säuglinge im ersten Lebensjahr, häufiger von Volvulus betroffen als Erwachsene.

Eine weitere Ursache kann eine Darmentzündung sein. Da das entzündete Gewebe seine Lage im Bauch nicht so gut halten kann, können Verschlingungen auftreten. Verwachsungen zwischen Darmabschnitten, die nicht miteinander verbunden sein sollten, gehören auch zu den Ursachen. Sie sind bindegewebsartige Stränge, deren Ursache wiederum noch nicht vollkommen geklärt ist. Sie können als Reaktionen auf Fremdkörper entstehen, aber auch die Folge einer Entzündung sein. Zudem kann auch eine Operation Ursache für eine Darmverschlingung sein. Darmkrebs oder Mukoviszidose sind weitere mögliche Verursacher von Volvulus.

Bild Bauchschmerzen

Welche Symptome muss ich beachten?

An und für sich gibt es relativ viele Anzeichen für eine Darmverschlingung. Leider ähneln manche von ihnen vielen anderen Magen-Darm-Krankheiten, sodass eine Zuordnung für den Laien schwierig ist.

Zu den typischen Symptomen gehören:
  • Krampfartige, plötzlich auftretende Bauchschmerzen
  • Ein Blähbauch bzw. ein aufgeblähter Bauch
  • Druckschmerz
  • Eine Bauchfellentzündung
  • Gallig-grünliches Erbrochenes
  • Erbrochener Kot
  • Durchfallartiger, blutiger Stuhl
  • Verstopfung
  • Ein eingefallener Unterbauch

Sollten die Symptome bei Kindern auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, selbst wenn kürzere Phasen der Erleichterung auftreten. Eine Darmverschlingung bei Säuglingen und Kindern gilt als medizinischer Notfall.

Da beispielsweise nicht jede Art von Bauschmerzen die Ursache für eine Darmverschlingung ist, kann sich die Erstellung einer Diagnose auch für den Arzt schwierig gestalten. Dem Arzt stehen bei der Diagnose bildgebende Untersuchungen zur Verfügung. Dazu gehören Röntgen und Ultraschall. In manchen Fällen kann die Diagnose aber erst auch bei einer Operation gestellt werden.

Wie wird Volvulus behandelt?

Da bei einer Darmverschlingung ein Teil des Darms von der Blutversorgung abgeschnitten wird, sollte mit einer Behandlung nicht lange gewartet werden. Denn, ist die Versorgung mit Blut zu lange unterbrochen, führt dies schnell zu einem Absterben des Gewebes, und das betroffene Darmstück ist nicht mehr zu retten.

Geht man davon aus, dass das betroffene Darmstück wieder seine volle Funktionstätigkeit aufnehmen kann, wird es bei einer Operation wieder in seine richtige Lage gebracht. Zusätzlich wird es befestigt, damit es sich nicht erneut verschlingen kann. Kommt diese „Rettung“ zu spät, werden die geschädigten Teile entfernt. Dies kann auch zu einem künstlichen Darmausgang führen. Ob eine Rettung des Darmabschnittes möglich ist, entscheidet sich in der Regel erst während der Operation. Eine medikamentöse Behandlung statt einer Operation wird nicht angewendet. So bleibt eine OP die einzige Möglichkeit, den Darm wieder voll funktionstüchtig zu machen.

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Vorbeugung und Therapie

Bewegung und eine verdauungsfreundliche Ernährung sind die besten Mittel, den Darm gesund zu halten. Bei der Ernährung sollte auf eine ausreichende Menge an Mineral-, Nähr-sowie Ballaststoffen geachtet werden. Zudem muss die Flüssigkeitszufuhr stimmen. Nur mit einer gesunden Ernährung kann sich der Darm im Sinne der Therapie in der richtigen Position halten. Du solltest bedenken, dass der Darm bereits während der Therapie weiterarbeiten muss. Gleichzeitig beugt eine gesunde Ernährung auch Verschlingungen vor. Durch regelmäßige Bewegung wird die Darmmuskulatur angeregt.

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