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Magenschmerzen nach dem Essen – Ursachen und Hilfe

Viele Menschen kennen das Problem. Gerade noch hat der Sonntagsbraten hervorragend geschmeckt und jetzt drückt und sticht es plötzlich im Oberbauch. Das genussvolle Schlemmen findet dadurch ein jähes Ende. Magenschmerzen sind eine echte deutsche Volkskrankheit. Etwa jeder dritte Deutsche hat regelmäßig Schmerzen im Oberbauch. Doch Magenschmerzen nach dem Essen können die unterschiedlichsten Ursachen haben und müssen nicht unbedingt gefährlich sein.

Welche Ursachen haben Magenschmerzen nach dem Essen?

Magenschmerzen nach dem Essen können verschiedene Gründe haben. Die wohl harmloseste Erklärung für Schmerzen in der Magenregion sind Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmitteln. So kann zu fettige, zu scharfe oder einfach zu reichhaltige Nahrung starke Magenschmerzen verursachen. Derartige Magenprobleme gehen in der Regel schnell vorbei und sind unbedenklich.

Treten die Magenschmerzen allerdings häufiger auf, so sollten besonders symptomatische Begleitumstände der Magenschmerzen Beachtung finden, damit die Magenprobleme nach dem Essen richtig eingeordnet werden können. Des weiteren ist es bei der Einordnung von Magenschmerzen nach dem Essen wichtig, auf den genauen Zeitpunkt des Auftretens der Symptome abzustellen. So können Erkrankungen wie Magengeschwüre, das Reizdarmsyndrom bzw. der Reizmagen oder eine Magenschleimhautentzündung voneinander unterschieden werden.

Bild Frau am Essen

Mögliche Ursachen für Magenschmerzen nach dem Essen

1. Die Magenschleimhautentzündung

Eine Magenschleimhautentzündung äußert sich durch Bauchschmerzen und ein Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und manchmal auch Erbrechen. Typisch für eine Magenschleimhautentzündung ist es, dass die Beschwerden beim Essen kurzzeitig abklingen und dann wieder schlimmer werden. Bei einer Magenschleimhautentzündung, auch Gastritis genannt, reagiert die Schleimhaut des Magens mit einer Entzündungsreaktion, die mitunter sehr schmerzhaft sein kann. Ausgelöst werden kann die Gastritis durch verschiedene Bakterien oder autoimmune Prozesse.

Behandlung:
  • eine aktute Gastritis wird in der Regel durch Säureblocker behandelt, welche die Magensäure neutralisieren sollen
  • eine durch Bakterien verursachte Magenschleimhautentzündung wird in der Regel durch die Verabreichung von Antibiotika behandelt

2. Das Magengeschwür

Bei einem Magengeschwür sind tiefere Schichten der Magenschleimhaut beschädigt, das durch ein Ungleichgewicht des Säurehaushalts im Magen entsteht. Häufig kann eine vorangegangene Magenschleimhautentzündung im weiteren Verlauf zu einem Magengeschwür führen, es kann aber auch andere Ursachen haben. Typische Symptome für ein Magengeschwür sind starke Schmerzen im Oberbauch, die meist schon kurz nach dem Essen bis rund zwei Stunden nach dem Essen auftreten. Begleitet werden können diese Schmerzen von Erbrechen, der Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel, einer Gewichtsabnahme oder Blutungen im Magen.

Ist das Geschwür nicht im Magen, sondern im Zwölffingerdarm, dann geht es den Betroffenen nach dem Essen zunächst besser.
Behandlung:
  • um die Schleimhaut des Magens zu schonen, sollte auf Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Kaffee oder sehr fettige bzw. scharfe Speisen verzichtet werden
  • Einnahme von Säureblockern
  • Einnahme von Antibiotika
  • bei massiven Magengeschwüren ist eine Operation erforderlich

3. Der Reizdarm bzw. Reizmagen

Von einem Reizdarm spricht man bei einem Krankheitsbild, das Beschwerden wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit oder ein Völlegefühl verursacht, das jedoch nicht auf organische Ursachen zurückgeführt werden kann. Bei einem Reizdarm treten die Bauchschmerzen unmittelbar nach dem Essen auf oder direkt morgens nach dem Aufstehen. Ein Reizdarm kann im Alltag sehr belastend sein, da es keine einheitliche Behandlungsmethode gibt. Besonders bei der Reizdarm bzw. Reizmagen Entstehung spielen starke psychische Belastungen eine große Rolle. Nicht umsonst heißt es, dass einem etwas auf den Magen schlägt.

Eine weitere Ursache für den Reizmagen kann eine Funktionsstörung des Magens sein. Die Magenmuskulatur ist nicht aktiv genug und die aufgenommene Nahrung kann nicht ausreichend zerkleinert und weiter transportiert werden.

Behandlung:
  • ausgewogene Ernährung und leichte Mahlzeiten
  • Stressreduktion
  • Aktivierung und Unterstützung der Magenmuskulatur durch bestimmte Medikamente
  • ungesunde Lebensweise sollte möglichst vermieden werden

Bild Laktoseintolerant4. Nahrungsmittelunverträglichkeit

Magenschmerzen nach dem Essen können auch ein Zeichen für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung können vom Körper nicht verarbeitet werden und verursachen dadurch die Schmerzen. Der Organismus schafft es nicht genügend Enzyme zu produzieren, die verschiedene Bestandteile der Nahrung aufspalten sollten. Nahrungsbestandteile wie Laktose, Gluten oder Fruktose gelangen nur unzureichend aufgespalten in den Darm, wo sie dann für Blähungen oder Durchfall sorgen.

Behandlung:
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit muss diagnostiziert werden
  • das nicht verträgliche Essen sollte dringend gemieden werden
  • Einnahme von Enzymen kann bei der Aufspaltung der Nahrung helfen (bei Laktoseintoleranz)

5. Refluxkrankheit

Wenn die Magenschmerzen nach dem Essen von unangenehmen Aufstoßen begleitet werden, dann kann die Ursache dafür eine zu schwach ausgebildete untere Speiseröhre sein. Die Magenschmerzen und das häufige Aufstoßen sind Symptome der sogenannten Refluxkrankheit. Bei der Refluxkrankheit sind die Schleimhäute der Speiserohre und des Magens säurebedingt stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Säureproduktion im Magen wird besonders nach dem Essen angeregt, so dass es auch zu dieser Zeit zu besonders starken Beschwerden kommt.

Behandlung:
  • Um die Refluxkrankheit zu therapieren, sollten Protonenpumpeninhibitoren eingenommen werden, welche die Säureproduktion hemmen

Bild Schwangerschaft6. Magenschmerzen in der Schwangerschaft

Besonders schwangere Frauen achten sehr genau auf die Reaktionen und Veränderungen ihres Körpers. Treten bei einer schwangeren Frau nach dem Essen Magenschmerzen auf, muss dies keine besorgniserregende Ursache haben. Besonders wenn dies in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft der Fall ist. Denn da das heranwachsende Kind im Bauch der Mutter immer mehr Platz benötigt, wird bedingt durch den Platzmangel größerer Druck auf die umliegenden Organe ausgeübt.

Wenn das Kind zusätzlich kurz nach der Mahlzeit noch zu strampeln anfängt, kann das Übelkeit und Magenschmerzen bei der Mutter verursachen. Sollten diese Beschwerden sich allerdings nach jeder Mahlzeit zeigen, sollte vorsichtshalber dennoch ein Arzt aufgesucht werden.

Wann sollte man bei Magenschmerzen nach dem Essen den Arzt aufsuchen?

Sollten Magenschmerzen nur gelegentlich auftreten und direkt mit einem bestimmten Auslöser in Verbindung gebracht werden können, sind sie in der Regel unbedenklich. Treten die Magenschmerzen allerdings über einen längeren Zeitraum auf oder kehren in regelmäßigen Abständen immer wieder, dann sollte vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden.

Das Gleiche gilt für den Fall, dass die Schmerzen plötzlich auftreten und so stark sind, dass sie nicht länger ausgehalten werden können. Wer außerdem Blut im Stuhl hat oder sich stark erbrechen muss, sollte ebenfalls einen Arzt konsultieren. Denn derartige Symptome können beispielsweise auf eine Lebensmittelvergiftung, Gallensteine oder sogar einen Herzinfarkt hindeuten.

Bild Kamillentee

Hausmittel, die gegen unbedenkliche Magenschmerzen helfen

    • Stressbedingte Magenschmerzen können durch Entspannungsübungen, autogenes Training oder eine Veränderung des Lebenswandels verhindert werden
    • Kräutertees wie Kamillen-, Kümmel- oder Fencheltee können zur Entspannung des Magens beitragen
    • Das Auflegen von einer Wärmflasche oder eines Heizkissens kann ebenfalls zur Entspannung des Oberbauchs beitragen. Wärme wirkt positiv auf die Durchblutung und trägt zur Muskelentspannung bei
    • Wird der schmerzende Bauch mit Kümmelöl eingerieben, löst dies schmerzende Krämpfe und unterstützt die Verdauung
    • Um einen Säureüberschuss im Magen auszugleichen soll es helfen, ein Stück Brot zu essen. Hinzu kommt noch, dass Brot vergleichsweise leicht zu verdauen ist
    • Auch Honig wird eine Magenschleimhaut aufbauende Wirkung nachgesagt. Wer abends vor dem zu Bett gehen einen naturbelassenen Esslöffel Honig zu sich nimmt, der sollte eventuell eine Linderung seiner Magenschmerzen feststellen können
    • Kleine Mahlzeiten und der Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke können zusätzlich zu einer Besserung der Magenschmerzen nach dem Essen führen
Bildernachweis: Titelbild – Magenschmerzen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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