Bild Gesichtsrose

Gesichtsrose – Ursachen und Behandlung

Sie kündigt sich mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und brennender Haut im Gesicht an: die Gesichtsrose, auch Kopfrose genannt. Die spezielle Form der Gürtelrose, deren Ursprung häufig in einer Kinderkrankheit liegt, hat ihr unerwünschtes Comeback meist zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr der betroffenen Person. Die Gesichtsrose, die sich in unterschiedlichen Schweregraden äußern kann, welche von den Betroffenen jedoch stets als äußerst belastend empfunden werden, muss sofort behandelt werden, da sie unter Umständen bleibende Schäden anrichten kann. Die Kenntnis der wichtigsten Fakten hinsichtlich Ursachen, Symptomatik und möglichen Komplikationen ermöglicht im Ernstfall ein schnelles Handeln und das korrekte Einleiten entsprechender Behandlungsmethoden.

Die Gesichtsrose kann ins Auge gehen

Eine Gürtelrose im Kopfbereich ist nicht ungefährlich und birgt als spezielle Form des Herpes-Zoster-Virus unbehandelt einige ernst zu nehmende Risiken. Neben der Tatsache, dass die Viruserkrankung zu einer zeitweiligen Lähmung der Gesichtsnerven führen kann, breitet sich das Virus unter Umständen auf das Auge aus und richtet dort erhebliche und teils irreparable Schäden an: Befällt die Kopfrose nämlich die Trigeminusnervenäste, die für die Versorgung der Augengegend zuständig sind, kann dies zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Blindheit führen.

Bild gestresste Frau

Wie kommt es zur Gesichtsrose?

Wer in der Kindheit schon einmal Windpocken hatte, gehört später zu den Personen, die möglicherweise auch an einer Gürtelrose im Gesicht erkranken. Warum ist das so? Die Varizella-Zoster-Viren bleiben nach der durchgemachten Kinderkrankheit im Körper zurück und können etwa ab dem 30. Lebensjahr des Betroffenen wieder reaktiviert werden. Dies gilt auch für eine durch Herpesviren ausgelöste Infektion.

Einmal im Körper angesiedelt, verharren die Viren nach überstandener Infektion erst einmal im Ruhemodus, um bei passender Gelegenheit erneut zuzuschlagen.
Ein schwaches Immunsystem, kombiniert mit Stress in Beruf und Alltag, ist für die Herpesviren eine willkommene Einladung, um aktiv zu werden. Kommt es nun im Nervus trigeminus, dem sogenannten „Drillingsnerv“, der mit seinen hochsensiblen Fasern weite Teile des Körpers versorgt, zur Aktivierung, entsteht die gefürchtete Kopfrose.

Bild kranke Frau

Charakteristische Symptome

Einige typische Anzeichen einer Gürtelrose im Gesicht lassen sich bereits im Frühstadium erkennen:

  • Rote, fleckige Haut an den Wangen und dem Nasenrücken
  • Fieber, Müdigkeit und eine allgemeine Abgeschlagenheit

Nach zwei bis drei Tagen treten weitaus stärkere Symptome auf:

  • Heftiges Brennen und Empfindungsschmerzen auf einer Gesichtshälfte
  • Anschwellen der Gesichtshaut
  • Bildung kleiner, gruppenförmig angeordneter Knötchen

Aus diesen kleinen Knoten heraus bilden sich die für die Gesichtsrose typischen, stecknadelkopfgroßen und mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen: die Zosterbläschen. Auch wenn das Gesicht vorerst nur hälftig von den eitrigen Bläschen und Pusteln betroffen ist, kann sich die Gesichtsrose in ihrem weiteren Verlauf auch auf die Kopfhaut und sogar die Rückenpartie ausbreiten. Manchmal können auch ein Ohr oder der Gehörgang von der Kopfrose betroffen sein, was wiederum zu Hör- und Gleichgewichtsstörungen führen kann. Nicht selten bleiben nach ausgestandener Erkrankung Narben auf der Haut des Patienten zurück.

Bild Medikamente

Diagnose & Behandlung

Erkennt der Betroffene beim Blick in den Spiegel bereits erste Symptome wie einen rötlichen und berührungsempfindlichen Hautausschlag und bemerkt ein gleichzeitiges Anbahnen von allgemeinem Unwohlsein, sollte der nächste Weg direkt in die Praxis eines erfahrenen Hautarztes führen. Nur so kann der Facharzt mittels Anamnese und Untersuchungen eine verlässliche Diagnose stellen und die schnelle und effektive Therapie einleiten.

Komplett heilbar ist die Gesichtsrose allerdings nicht, weshalb die meisten Behandlungsmethoden nur auf die schnelle Linderung der Symptome ausgerichtet sind.

Medikamentöse Behandlung:

Dem Patienten werden dazu systematisch wirkende Virustatika verabreicht, die das Virus in seiner Aktivität zurückdrängen und die Beschwerden lindern. Sollte sich die Gesichtsrose auch auf die Augen ausgebreitet haben, ist die zusätzliche Überwachung durch einen Augenarzt zwingend erforderlich. Durch die Gabe cortisonhaltiger Augentropfen ist die Entzündungsreaktion an den Augen meist schnell behoben.

Hautberuhigende Maßnahmen:

Neben der Behandlung mit Medikamenten durch den Arzt kann zu Hause auch etwas gegen den quälenden Juckreiz, der eine Gesichtsrose fast immer begleitet, getan werden. Mit dem Sud ausgekochter Kamilleblüten getränkter Verbandsmull verschafft der brennenden Haut wohltuende Linderung. Wichtig: Bitte nicht kratzen, um den Juckreiz zu bekämpfen, das macht alles nur noch schlimmer.

Bei Verdacht auf Gesichtsrose zum Arzt!

Eine Gesichtsrose sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Unbehandelt kann sie einen schwerwiegenden Verlauf annehmen und zu einer zeitweisen Lähmung der Gesichtsnerven führen. Und das ist längst nicht alles: Befällt das Virus die Bindehaut und die Hornhaut der Augen, bilden sich dort die gleichen Bläschen wie auf der Haut. Die starke Beeinträchtigung des Sehvermögens oder ernsthafte Schäden der Hornhaut, die schlimmstenfalls zur Blindheit führen können, sind mögliche Folgen.

Bild Joggerin läuft Treppen

Vorbeugende Maßnahmen

Einer Gesichtsrose lässt sich leider nur bedingt vorbeugen. Es gibt jedoch einige grundsätzliche Möglichkeiten, die dazu führen können, dass das Varizella-Zoster-Virus gar nicht erst auf die Idee kommt, auf Nase, Wangen & Co. Schäden anzurichten oder chronisch aktiv zu werden.

TIPP: Eine gesunde Lebensweise, kombiniert mit Sport und ausreichend Schlaf, trägt viel zur Stärkung des Immunsystems bei.

Auch persönlicher Ärger und dauerhafter Stress schwächen den Körper und machen ihn zur Zielscheibe für das heimtückische Virus. Es lohnt sich daher auch, sich einmal Gedanken über mögliche Strategien zur konstruktiven Konfliktbewältigung in schwierigen beruflichen oder privaten Situationen zu machen.

Bildernachweis: Titelbild – Gesichtsrose Urheber: obencem / 123RF Standard-Bild
gestresste Frau Urheber: Kurhan / 123RF Standard-Bild
kranke Frau Urheber: samotrebizan / 123RF Standard-Bild
Medikamente Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Joggerin läuft Treppen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

Check Also

Blinddarmschmerzen

Blinddarm: Wie erkenne ich eine Entzündung des Blinddarms?

Die Blinddarmentzündung – in Fachsprache Appendizitis genannt – tritt sehr häufig bei Schulkindern auf. Erwachsene …