Augen lasern

Augen lasern: Möglichkeiten, Nutzen und Risiken

Brille und Kontaktlinsen ermöglichen es, Kurz- und Weitsichtigkeit ohne großen Aufwand zu korrigieren. Nichts desto trotz stellen sie für viele Menschen ein lästiges Übel dar, auf das sie aus ästhetischen oder praktischen Gründen lieber verzichten würden. Möglich macht´s das Lasern der Augen – Eine Methode, die trotz Risiken immer beliebter wird. Wer vom Augenlasern profitiert, für wen sich die Methode eher nicht eignet und wie sich mögliche Risiken minimieren lassen, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Augen lasern – Für wen geeignet?

Wer an einer Sehschwäche leidet, die sich auf eine fehlerhafte Brechkraft zurückführen lässt, muss nicht zwangsläufig auf Brille oder Kontaktlinsen zurückgreifen. Mit Brechkraft ist die Stärke gemeint, mit der einfallende Lichtstrahlen vom Auge gebündelt werden. Sie wird in Dioptrien gemessen und kann durch oben erwähnte Methoden korrigiert werden.

Unterschieden wird zwischen folgende vier Formen:
  • Kurzsichtigkeit (Myopie)
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie)
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
  • Altersweitsichtigkeit (Altersweitsichtigkeit)

Wann sollten Sie Ihre Augen nicht lasern lassen?

Nicht jedem Patienten mit Sehschwäche ist eine Laser-OP anzuraten.

Die gilt besonders für Patienten...
  • … die noch nicht volljährig sind.
  • … deren Brechkraft sich in den letzten ein bis zwei Jahren messbar verändert hat.
  • … die unter bestimmten Augenkrankheiten wie Grauer Star oder einer chronischen Erkrankung der Hornhaut leiden.
  • … mit chronischen oder systemischen Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Diabetes Typ 1.
  • … die schwanger sind oder aktuell stillen.

Laser-OP – Methoden und Möglichkeiten

Sie möchten ihre natürliche Sehkraft zurückerlangen, sorgen sich aber, sich unters Messer zu legen? Keine Angst – Moderne Laser-Methoden haben mit Operationen im klassischen Sinne nur noch wenig gemeinsam. Statt mit Skalpell wird bei einigen Methoden ausschließlich mit dem Laser gearbeitet, der im Vergleich zum ultrafeinen Skalpell noch einmal wesentlich präziser ist.

Lasek (Laser Epitheliale Keratomileusis)

Bei der sogenannten Lasek-Methode (Laser Epitheliale Keratomileusis) handelt es sich um die älteste Laser-Methode. Lasek wird bereits seit den späten 1980er-Jahren praktiziert und stellt eine Alternative zur Lasik-Methode dar, die Laser und Skalpell miteinander kombiniert. Von Vorteil ist, dass mittels Lasek auch bei dünnerer, empfindlicher Hornhaut gute Ergebnisse erzielt werden können. Mittels Kaltlicht-Laser arbeitet der Chirurg auf der äußersten Schicht der Hornhaut. Da dieser Bereich sehr empfindlich ist, entsteht nach dem Eingriff eine Wunde. Diese kann sehr schmerzen, weshalb viele Chirurgen mittlerweile eher mit alternativen Methoden arbeiten.

Lasik (Laser in situ Keratomileusis)

Die Lasik-Methode wird erst seit Anfang der 1990er-Jahre angewandt und folgte somit unmittelbar auf die Lasek-Methode. Lasik kombiniert den operativen Eingriff mittels Skalpell mit der Kaltlicht-Laser-Technik der Lasek-Methode, wodurch tiefere Schichten der Hornhaut bearbeitet werden können. Der Chirurg löst mithilfe eines ultrafeinen Präzisionsskalpells (Mikrokeratom) eine dünne Scheibe der obersten Hornhautschicht und klappt diese während des Eingriffs zur Seite. Der darunter liegende Bereich kann im Anschluss mittels Kaltlicht-Laser bearbeitet werden. Nach dem Eingriff klappt der Chirurg die gelöste Lamelle (den „Flap“) wieder zurück. Der feine Hautdeckel saugt sich ganz automatisch an, die dünne Schicht ist nach wenigen Tagen wieder angewachsen. Im Vergleich zur Lasek-Methode gilt die Lasik-Methode als schmerzfrei, weshalb sie von vielen Patienten bevorzugt wird.

Femto-Lasik

Das Prinzip der Femto-Lasik-Methode gleicht dem der konventionellen Lasik-Methode, allerdings kann hier auf einen Eingriff mittels Skalpell verzichtet werden. Stattdessen wird der Flap mittels Laser gelöst, so dass mögliche Schnittfehler praktisch ausgeschlossen werden können. Generell gilt: Lasik und Femto-Lasik machen etwa 80 Prozent aller operativen Augeneingriffe aus, so dass es sich bei beiden Methoden um die derzeit populärsten handelt.

Relex Smile

Die Relex Smile Methode findet wie alle anderen Augenlaseroperationen ambulant am Auge statt, allerdings muss der Chirurg bei dieser Methode keinen Flap lösen. Stattdessen wird mittels Laser lediglich ein 2 bis 3 mm kurzer Schnitt gesetzt, der das Auge nur geringfügig belastet. Die darunter liegende, fehlerhafte Hornhautschicht wird im Anschluss wie gewohnt mittels Femto-Laser bearbeitet. Von Vorteil ist, dass der Patient selbst unmittelbar nach der Behandlung weder Schmerzen hat, noch in seinem Alltag eingeschränkt wird. Zwar kann die Sehkraft einige Stunden nach dem Eingriff noch etwas beeinträchtigt sein, das gewünschte Resultat, sprich die natürliche, vollkommene Sehkraft, tritt bei den meisten Patienten allerdings bereits etwa 24 Stunden nach der Behandlung ein. Da es sich bei der Relex Smile Methode um ein sehr schonendes Verfahren handelt, gilt sie als am risikoärmsten.

Augen lasern in 26 Sekunden: So läuft die Operation mit der Relex-Smile-Methode

Egal, welches Verfahren Ihnen am sinnvollsten erscheint – In Deutschland gibt es mittlerweile unzählige Ärzte und Kliniken, die sowohl mit der konventionellen Lasik-Methode, als auch mit den neuesten Relex Smile Methoden arbeiten. Einen passenden Arzt finden Sie zum Beispiel auf Deutschlands großem Augenlaser-Vergleichsportal.

Augen lasern lassen – Gibt es Risiken?

Ein jeder operativer Eingriff geht mit gewissen Risiken einher, die sich durch moderne Verfahren und einen erfahrenen Chirurgen jedoch minimieren lassen. Zu den häufigsten Risiken zählen im Übrigen nicht etwa Schnittfehler, sondern Entzündungen aufgrund von unhygienischen Werkzeugen oder Behandlungsräumen. Dringen Bakterien in die Wunde ein, kann dies zu Entzündungen führen, die eine längere Genesung nach sich ziehen. Auffällig ist auch, dass viele Patienten nach der Operation unter nächtlichen Blendeffekten leiden, die ihr Sichtfeld im Dunkeln beeinträchtigen. Bei diesen Begleiterscheinungen handelt es sich jedoch nur um eine vorübergehende Neben- beziehungsweise Nachwirkung, die nach einigen Wochen von ganz allein verschwindet. Alles in allem gehen moderne Laser-Verfahren jedoch mit vergleichsweise geringen Risiken einher, so dass bei Wahl einer kompetenten, hygienischen und erfahrenen Klinik kein Grund zur Sorge besteht.

Augenlasern – Kosten und mögliche Kostenübernahme

Je nach Chirurg, Klinik und Verfahren kostet das Augenlasern im Durchschnitt etwa 1.000 bis 2.000 Euro pro Auge. Für den kompletten, beidseitigen Eingriff muss folglich mit mindestens 2.000 bis 3.000 Euro gerechnet werden.

Doch Achtung - auch wenn es verlockend klingt, sollten Sie von Billig-Angeboten eher Abstand halten. Nicht selten handelt es sich dabei um unseriöse Anbieter, die bezüglich ihrer technischen Möglichkeiten nicht mit dem aktuellen deutschen Standard mithalten können. Eine recht günstige Alternative stellen allerdings Kliniken im Ausland dar, jedoch muss in dem Fall mit zusätzlichen Kosten durch Anreise, Unterbringung und Co. gerechnet werden.

Die Frage, ob die Krankenkasse die Kosten für eine OP übernimmt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Da der Eingriff in den meisten Fällen nicht als medizinisch notwendig eingestuft wird, stehen die Chancen eher schlecht. Können Sie dies durch ein ärztliches Gutachten wiederlegen, übernehmen manche Kassen auf Antrag jedoch zumindest einen Teil der anfallenden Kosten.

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