Bauchschmerzen nach Alkoholgenuss

Der Konsum von alkoholischen Getränken ist nach wie vor ungebrochen. Es ist mittlerweile natürlich ein Allgemeinwissen, dass ein übermäßiger Alkoholgenuss schädlich ist. Allerdings kann es auch zu Nebenwirkungen kommen, wenn Alkohol nur in Maßen getrunken wird. Besonders empfindliche Personen bekommen zum Beispiel nach dem Genuss alkoholischer Getränke leichte bis starke Magenschmerzen.

Der Schmerz in der Magengegend und seine Ursachen

Fest steht, dass Magenschmerzen auf zahlreiche Ursachen zurückgeführt werden können. Hast du Magenschmerzen, dann bedeutet dies nämlich nicht zwangsläufig, dass der Auslöser dieses Schmerzes der Magen selbst ist. Das Problem ist nämlich, dass solch ein Schmerz, der stechend oder brennend aber auch kolikartig auftreten kann, sich nicht immer genau lokalisieren lässt. Gründe können beispielsweise ein Magengeschwür, aber auch degenerative Veränderungen der Leber oder der Gallenblase sein.

Wer jedoch sonst grundsätzlich nicht unter solchen Beschwerden leidet, sondern ausschließlich nach dem Genuss alkoholischer Getränke zum Teil gravierende Beschwerden in der Region des Oberbauchs verspürt, der kann diese Schmerzen regelmäßig tatsächlich auf den Genuss dieser alkoholischen Getränke zurückführen.

Alkohol als Auslöser von Magenbeschwerden

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, warum Alkohol überhaupt ein Auslöser derartiger Beschwerden sein kann. In diesem Zusammenhang muss man sich vergegenwärtigen, dass im Magen regelmäßig ein sogenanntes Gleichgewicht zwischen der Produktion der Magensäure und der Produktion des Magenschleims besteht. In dem Fall, in dem dieses Gleichgewicht nachhaltig gestört wird, können beispielsweise brennende Schmerzen in der Magenregion auftreten. Sinn und Zweck der Magenschleimproduktion ist der Schutz der Magenwand vor der aggressiven Magensäure. Diese aggressive Magensäure wiederum dient unmittelbar der Verdauung der Nahrung, und zwar indem diese Säure die einzelnen Nahrungsbestandteile aufspaltet. Der menschliche Körper produziert also für die Verdauung diese ätzende Magensäure und gleichzeitig als Schutz vor dieser Säure den so wichtigen Magenschleim. Denn dieser Magenschleim soll eben verhindern, dass die Säure unmittelbar mit der Magenwand in Kontakt kommt.

Gerade an dieser Stelle kann sich der Genuss alkoholischer Getränke äußerst nachteilig auswirken. Dies liegt daran, dass der Alkohol die Eigenschaft besitzt, die Produktion der Magensäure zu forcieren, aber andererseits sich auf die Produktion des schützenden Magenschleims hemmend auswirkt. Die Folge ist dann eben das oben bereits beschriebene gestörte Gleichgewicht zwischen der Magensäureproduktion und der Magenschleimproduktion. Die aggressive Säure gewinnt dann die Überhand, gelangt in Kontakt zur Magenwand, und es entstehen erhebliche Beschwerden.

Alkoholgenuss und Bauchschmerzen
Auch geringe Mengen an Alkohol können zu Problemen führen / Bild: Pixabay.com/de – Holgi

Magenbeschwerden und weitere Folgen

Das Problem hierbei ist die Gefahr, dass es nicht alleine bei starken Magenschmerzen verbleibt, sondern es häufig zu einer sogenannten Gastritis kommt.

Gastritis bedeutet eine Entzündung des Magens bedingt durch eine vermehrte Produktion der Magensäure.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass diese Gastritis andere Ursachen hat als beispielsweise den Konsum alkoholischer Getränke. Dies müsste dann natürlich ärztlicherseits unbedingt abgeklärt werden. Fakt ist jedenfalls, dass bei einer bestehenden Gastritis bedingt durch den Konsum alkoholischer Getränke und der damit einhergehenden Magensäureproduktion sich die Symptome noch weiter verschlechtern. Im Übrigen kann natürlich auch ein Magengeschwür der Grund für auftretende Magenbeschwerden nach dem Konsum alkoholischer Getränke sein. Auch dies sollte ärztlicherseits vorab unbedingt abgeklärt werden. Wer also beispielsweise nach dem Genuss eines Glas Biers oder eines Glas Wein starke Magenschmerzen bekommt, könnte beispielsweise durch eine Magenspiegelung abklären, ob sich bereits eine Gastritis oder ein Magengeschwür gebildet haben.

Bauschmerz nach Alkoholgenuss
Verzichten Sie auf Hochprozentiges / Bild: Urheber: servantes / 123RF

Abklärung und Behebung der Folgen

In diesem Fall gibt es im Prinzip nur einen Ratschlag: Einen Arzt aufzusuchen, die Ursache abklären und die Folgen beheben. Besteht nämlich eine Gastritis oder bereits ein Magengeschwür, so treten diese unangenehmen Schmerzen nicht unbedingt ausschließlich beim Konsum alkoholischer Getränke, sondern auch bei einer anderweitigen Aufnahme von Nahrungs- und Lebensmitteln auf. Dass im Rahmen einer Behandlung der Magenentzündung oder des Magengeschwür auf den Konsum alkoholischer Getränke grundsätzlich verzichtet werden sollte, dürfte auf der Hand liegen. Liegt das Problem aber ausschließlich in der Produktion von Magensäure aufgrund des Konsums von Alkohol, so stellt sich für den Leidtragenden natürlich auch die Frage, ob auf den Konsum alkoholischer Getränke nicht generell verzichtet werden sollte.

Wer ansonsten gesund ist, für den ist ein genereller Verzicht auf Bier, Wein und Schnaps etc. nicht unbedingt erforderlich. Aber wie der Volksmund so schön sagt, macht hier natürlich die Menge das Gift aus. Es ist so, dass bei einem Konsum von nicht mehr als 20-30 g reinen Alkohols täglich grundsätzlich auch keine Bauchschmerzen zu befürchten sind. Beachtenswert ist hier, dass die 20 g Grenze für Frauen und die 30 g Grenze für Männer gilt. Ein weiterer Tipp zur Vermeidung von Magenbeschwerden nach dem Genuss alkoholischer Getränke ist der Verzicht auf Hochprozentiges. Es ist nämlich erwiesen, dass ab einem Alkoholgehalt von 15 % die Gefahr besonders groß ist, dass es zu einer Überproduktion von Magensäure kommt. Alkoholische Getränke mit einer Konzentration ab 30 % sind hier natürlich noch wesentlicher aggressiver, zumal diese geeignet sind, die Magenschleimhaut unmittelbar zu schädigen. Bei dem Konsum herkömmlicher Biere tritt diese Gefahr natürlich nicht ein. Auch wird durch Biere mit einem Alkoholanteil in Höhe von durchschnittlich 5 % die Produktion von Magensäue nicht über Gebühr angeregt.

Fazit:
Wer nach dem Genuss alkoholischer Getränke Magenbeschwerden bekommt, muss nicht zwangsläufig auf deren Genuss verzichten. Man bedenke jedoch, dass die Menge das Gift ausmachen kann. Wer ohnehin unter einer Überproduktion von Magensäue leidet, kann sich im Einzelfall beispielsweise mit medizinischen Präparaten auf pflanzlicher Basis behelfen. Der Genuss hochprozentiger Getränke sollte aber zumindest weitgehend eingeschränkt werden.

Titelbild: Pixabay.com/de – markusspiske

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