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Betablocker und Impotenz – Tipps & Infos

Hoher Blutdruck ist ein Volksleiden, weltweit sind circa 50% der Weltbevölkerung von dieser versteckten Krankheit betroffen. Dabei steigt die Gefahr an hohem Blutdruck zu erkranken im Laufe des Lebens drastisch an. Sind junge Leute unter 30 Jahren gerade einmal zu 10 % von diesem Leiden betroffen, so sind es schon 30 % der Menschen im mittleren Alter. Wer erst einmal das sechzigste Lebensjahr überschritten hat, kann sich sehr glücklich schätzen, sofern er noch über einen normalen Blutdruck verfügt, denn in diesem Alter sind die meisten Menschen davon betroffen.

Da ein dauerhaft zu hoher Blutdruck äußerst gefährlich werden kann und die Gefahr für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöht, verschreiben die Ärzte Medikamente zur Blutdrucksenkung, die bevorzugten Medikamente gehören zur Gruppe der Betablocker.

Diese senken den Blutdruck nachhaltig und bewahren den Körper vor den schlimmeren Folgeerkrankungen der arteriellen Hypertonie.

Doch leider sind auch die notwendigen Medikamente nicht nebenwirkungsfrei. So haben Männer die Sorge, dass die Einnahme der Betablocker zu Impotenz führen kann. Und diese Sorge ist leider nicht völlig unberechtigt, wie aktuelle Forschungsergebnisse belegen. Doch wie kann es sein, dass die Einnahme eines Betablockers zu einer solch einschneidenden Nebenwirkung führen kann. Dafür muss man sich einmal ansehen, wie die Betablocker überhaupt grundsätzlich wirken.

Die Wirkung der Betablocker

Betablocker senken effektiv den Blutdruck und entlasten damit das gesamte Gefäßsystem des menschlichen Körpers. Um dieses zu erreichen senkt ein Betablocker die Wirkung des Stresshormones Adrenalin, welches in hohem Maße für den hohen Blutdruck verantwortlich ist. Dafür blockiert der Wirkstoff des Betablockers bestimmte Rezeptoren, die sogenannten ß-Adrenozeptoren.

Das Resultat ist, dass der Blutdruck sinkt, die Gefäße sich entspannen können und auch die Zahl der Herzschläge pro Minute sinkt. Insgesamt wird auf diese Weise also der gesamte menschliche Körper entlastet und vor gravierenden Folgeerkrankungen bewahrt. Doch wie kommt es dazu, dass die grundsätzlich positiven Effekte der Betablocker einen für Männer so gravierenden Nebeneffekt wie Impotenz haben?

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Warum können Betablocker zu Impotenz führen?

Leider stehen die Hemmung des Hormones Adrenalin und die damit verbundene Senkung des Blutdruckes in direktem Zusammenhang mit Impotenz, da die Ausschüttung von Adrenalin und eine Steigerung des Blutdruckes für das Ausbilden einer Erektion erforderlich sind.
Wird das Hormon Adrenalin aber durch den Blutdrucksenker gehemmt, können die für die Erektion erforderlichen Folgereaktionen nicht mehr erfolgen, die Erektion gelingt nur leicht oder auch gar nicht mehr.

Diese Nebenwirkung zeigt sich mit zunehmendem Alter immer deutlicher, da die Gefäße mit zunehmendem Alter weniger durchlässig werden, es haben sich an den Gefäßinnenwänden bereits Ablagerungen angesammelt und insgesamt sind die Gefäße nicht mehr so dehnbar wie in jungen Jahren. Kommt nun ein Medikament hinzu, welches die Entstehung einer Erektion noch weiter erschwert, so kann es sein, dass in ganz einfachen Worten „tote Hose“ ist. Doch welche Möglichkeiten bestehen um sich diese Lebensfreude auch weiterhin ermöglichen zu können?

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Bei Impotenz immer direkt zum Arzt

Wer bei sich feststellt, dass er nach der Einnahme von Betablockern unter einer erschwerten Erektion oder völligem Ausbleiben der Erektion leidet, sollte auf jeden Fall einen Termin beim Arzt vereinbaren. Nur dieser kann herausfinden, ob die vorliegende Impotenz tatsächlich von den Betablockern herrührt oder eventuell andere organische Ursachen vorliegen könnten. Sind dann eindeutig die Betablocker als Ursache für die Impotenz identifiziert, so können alternative Behandlungsmethoden besprochen werden.

Hierfür bieten sich beispielsweise Kalzium-Präparate oder ACE-Hemmer an. Auch eine gesunde und salzarme Ernährung in Kombination mit moderater Bewegung kann schon zur Senkung des Blutdruckes beitragen, so dass eventuell auf Medikamente verzichtet werden kann. Diese Entscheidung liegt aber auf jedem Fall beim behandelnden Arzt, denn nur dieser kann einschätzen, ob sich der Blutdruck auch auf eine sanftere Methode senken lässt.

Ein Potenzmittel bei Bluthochdruck?

Die Einnahme eines Potenzmittels bei Hypertonie sollte ebenfalls immer mit dem Arzt besprochen werden. Tatsächlich ist die Einnahme der berühmten blauen Pillen mit dem Wirkstoff Sildenafil nicht grundsätzlich kontraindiziert, allerdings sollte zum einen der Bluthochdruck in einem moderaten Bereich liegen und zum anderen ausgeschlossen werden, dass es mit eingenommenen Medikamenten nicht zu Wechselwirkungen kommen kann. Grundsätzlich ist auch die Einnahme einer potenzsteigernden Pille unter der Einnahme von Betablockern möglich, dies sollte aber stets mit dem Hausarzt oder Urologen geklärt werden.

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Fazit

Leider ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Betablocker durch die Hemmung des Hormones Adrenalin zu Impotenz führen können. Doch auch damit ist noch nicht aller Tage abend, denn mit dem Hausarzt können Alternativen besprochen werden, die entweder auf einen Verzicht von Betablockern unter Verwendung eines anderen Medikamentes oder unter alternativen Behandlungsmethoden, abzielen, oder auch unter der Einnahme von Betablockern zu einem erfüllten Sexualleben führen können, indem auf die kleine blaue Wunderpille zurückgegriffen werden kann.

Der Gang zum Arzt ist auf jeden Fall erforderlich, wenn die Erektion auf einmal ausbleibt, denn es ist such erforderlich zu prüfen, ob tatsächlich die Einnahme der Betablocker für die Impotenz verantwortlich ist, oder ob andere Erkrankungen vorliegen könnten, welche ausgeschlossen werden müssen. In jedem Fall ist Impotenz heutzutage behandelbar, ob sie nun durch die Betablocker verursacht wird oder ob andere Ursachen vorliegen, ein vertrauensvolles Gespräch mit einem fachkundigen Mediziner kann Hilfe verschaffen.

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