Blutblasen – das tut weh!

Durch mechanische Einwirkungen kann unsere Haut nur allzu schnell verletzt werden. Drückende Schuhe oder reibende Werkzeuge an den Händen, Quetschungen oder Prellungen können zu einer schlimm aussehenden und äußerst schmerzhaften Blutblase führen.

Die Haut ist unser größtes und schwerstes Organ. Sie kann bis zu 10 kg wiegen und eine Fläche von über zwei Quadratmetern aufweisen. Dabei kommt ihr eine weitreichende Aufgabe zu. Sie muss unseren Organismus vor den Einflüssen der widrigen Umwelt beschützen. Und da hat sie allerhand zu tun. Ob Sonneneinstrahlung, extreme Kälte und Hitze, starke mechanische Beanspruchung und erst die Myriaden an Bakterien, Viren und Pilzen, die ununterbrochen auf unseren Körper einwirken und diesen zu erobern suchen. Sie muss die Körpertemperatur regulieren und stetig dehnbar sein. Bei manchen mechanischen Belastungen muss sie jedoch vorrübergehend kapitulieren. „Was zu viel ist, ist zu viel.“ Die Folgen sind Blasen und bei noch stärkerer Belastung Blutblasen.

So entstehen die Blasen

Die Haut besteht aus mehreren Schichten. Zuoberst liegt die Oberhaut (Epidermis). Sie schützt uns vor Umwelteinflüssen, verhindert das Eintreten von Wasser, Krankheitserregern und vieles mehr. Darunter liegt die Lederhaut (Dermis, Corium). Diese bekämpft eingedrungene Krankheitserreger, bildet die Haare, Nägel und beherbergt die Schweißdrüsen. Die Lederhaut ist im Gegensatz zum Außenposten Oberhaut durch unzählige Kapillare gut durchblutet. Zusammen werden Ober- und Lederhaut als Cutis bezeichnet. Darunter liegt das Unterhautfettgewebe (Subcutis). Hier verlaufen auch die großen Nerven- und Blutbahnen.

Bei einer ständigen Reibung löst sich die Oberhaut von der Lederhaut ab, sodass sich ein Hohlraum ausbildet. Dieser füllt sich mit der durchsichtigenr Lymphflüssigkeit. Solange die Blase geschlossen ist, ist sie meist schmerzfrei und eine Öffnung ist nicht ratsam. Da sich die Oberhaut einmal im Monat gänzlich erneuert, ist nach spätestens diesem Zeitraum nichts mehr von der Blase zu sehen. Die Schmerzfreiheit ist deutlich früher erreicht.

Die Blutblasen sind verschlimmerte Wasserblasen. Wird eine normale Blase weiterer Belastung ausgesetzt, wird auch die darunterliegende Lederhaut verletzt. Die Blutblase füllt sich nicht nur mit der Lymphflüssigkeit, sondern auch mit Blut und ist meist auch verschlossen sehr schmerzhaft. An Weitergehen oder -arbeiten ist nicht mehr zu denken. Da die gesamte Cutis verletzt wurde, dauert eine vollständige Abheilung der Blutblasen deutlich länger.

Nadel
Von einer Öffnung mit einer Nadel ist abzuraten

Behandlung von Blutblasen

Häufig besteht der Wunsch, die schmerzende, alienartige Blutblase einfach aufzustechen, in der Hoffnung, Linderung zu erlangen. Nach einer Öffnung kann das Blutgemisch abfließen, sodass sich der Druck auf das umliegende Gewebe verringert und die Schmerzen abklingen.

Doch ist zur Vorsicht zu raten!
Gerade Blutblasen können sich nach einer Öffnung schnell infizieren. Stichst du mit einer Nadel hinein, trägst du die Bakterien direkt in die geschwächte Stelle und verschlimmerst dein Problem. Daher sollte nur ein Arzt eine Blutblase öffnen. Dieser wird die Außenhaut zunächst mit Alkohol oder Jod desinfizieren und anschließend mit einer sterilen Nadel die Flüssigkeit abführen. Mit einer keimfreien Gaze bedeckt und gut verbunden kann nur so mit Sicherheit eine Infektion verhindert werden.

Wenn nicht unbedingt nötig, sollte eine Blutblase jedoch nicht geöffnet werden. Die Gefahr einer Infektion ist einfach zu groß gegenüber dem vergleichbar geringen Nutzen. Der Körper hilft sich mit ein bisschen Zeit selbst und baut das Blut von alleine wieder ab.

Öffnest du wider besseren Wissens eine Blutblase alleine, solltest du den Erregern möglichst wenig Chancen bieten, d.h. die Wunde sauber halten und mit entzündungshemmenden Hausmitteln behandeln. Dazu gehören Salben und Tinkturen aus Spitzwegerich und Teebaumöl. Achte besonders auf Anzeichen einer Infektion. Steigende Schmerzen, Fieber, Rötungen, Schwellungen und Übelkeit sind unmissverständliche Anzeichen dafür. Wenn sich gar eine blau-schwarze Linie von der Blase aus Richtung Herz aufmacht, hast du dir eine Sepsis zugezogen. Geh jetzt sofort zum Arzt und vergiss alle möglichen Hausmittel!

Anders als häufig empfohlen, ist es nicht ratsam, die oberste Hautschicht abzuschneiden. Diese bildet eine ganz natürliche Schutzschicht vor den gefährlichen Erregern. Die Haut kann sich darunter besser selbst erneuern. Wenn gesunde Hautschichten nachgewachsen sind, stößt der Körper die tote Blasenhaut von allein ab. Jetzt kann auch mit einer Schere nachgeholfen werden.

Bleibt die Blutblase verschlossen oder ist sie vollständig abgetrocknet, kann Linderung mit speziellen Blasenpflastern verschafft werden. Diese verringern den Druck auf diese. Grundsätzlich sollte eine Blutblase so wenig wie möglich beansprucht werden, damit sie schnell heilen kann. Vorteilhaft ist desweiteren die Blutblase regelmäßig einzucremen und die Haut so mit Feuchtigkeit zu versorgen. Neben der Ringelblumensalbe eignet sich besonders Aloe Vera. Diese spendet nicht nur Feuchtigkeit, sondern kühlt auch die Haut und besitzt heilende Essenzen. Am besten schneidest du das frische Blatt einer Aloe Vera auf und verteilst die gelartige Flüssigkeit gleichmäßig über die Blase. Auch Gurkenscheiben geben Kieselsäure ab, welche zur Regeneration des angegriffenen Bindegewebes benötigt wird. Generell solltest du auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten, wenn sich angegriffene Haut schnell regenerieren soll.

Weitere gute Hausmittel für eine schnelle Abheilung verschlossener Blutblasen sind:

  • Kühlung durch Eis
  • Knoblauch
  • Tee
  • Bittersalz: Nicht zu lange einwirken lassen! Vier Esslöffel Bittersalz auf fünf Liter Wasser und das für ca. 10 – 15 Minuten. Lieber zweimal baden als zu lange.
  • Curcuma vermischt mit Honig
  • Heilerde

Alle Mittel führen zu einer Austrocknung der Blase und beschleunigen den intrazellulären Blutabbau. Sie werden mehrfach täglich auf die Blutblase aufgetragen. Auch ist es möglich, diese durch eine Bandage über große Zeiträume einwirken zu lassen. Nach jeder Behandlung wird die Blase sanft mit klarem Wasser gespült. Zeigt sich eine Verschlimmerung und steigende Schmerzen, solltest du die Behandlung unterbrechen. Auch wenn diese Haumittel den Heilungsprozess beschleunigen, darfst du keine Wunder über Nacht erwarten. Blutblasen brauchen einfach ihre Zeit.

Hausmittel, die besonders gegen die Schmerzen helfen, sind:

  • Hamamelis: Diese trocknet zusätzlich die Blase durch ihre Tannine aus.
  • Sandelholz

Auch diese werden direkt auf die Blase aufgetragen.

Lederschuhe
Urinsäure hilft gegen Blasen durch neue Lederschuhe

Blasenprophylaxe

Besser ist es, einer Blasenbildung möglichst vorzubeugen. Hauptsächlich treten diese an den Füßen und Händen, der sogenannten Leistenhaut, auf und wer einmal eine Blutblase hatte, weiß wie diese zustande kam. Also vorbeugen! Um die Elastizität bestmöglich zu erhalten, muss die Haut gut gefettet sein. Daher ist es von Vorteil, Füße und Hände regelmäßig und besonders kurz vor der Belastung einzufetten. Geeignet ist jede Handcreme, jedoch bieten gerade Ringelblumensalbe und Melkfett besondere Vorzüge.

Auch eine zusätzliche Gewebeschicht ist hilfreich. So können Pflaster und Tapes, die auf die Haut geklebt werden, die Reibung deutlich verringern. Das Pflaster wird zuerst abgerieben, bevor es der Haut an den Kragen geht. Auch können so die Kräfte, die auf die Oberhaut wirken, gut nachvollzogen werden. Meistens hält ein Pflaster die Strapazen einer Ganztagswanderung oder eines gesamten Arbeitstages gar nicht durch und muss zwischendurch ersetzt werden.

Neue Schuhe sollten vor langen Touren erst eingelaufen werden. Ein gewöhnungsbedürftiges, aber sehr wirksames Mittel, Lederschuhe geschmeidig zu machen, ist in diese zu urinieren. Der Harnsäure wird 24 Stunden lang Zeit gegeben, das Leder zu bearbeiten. Danach gehören Blasen der Vergangenheit an.

Titelbild: Urheberrecht / roblan / 123rf.com

Textbild: Pixabay.com/de

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