Bild brauner Urin

Brauner Urin – mögliche Ursachen & Behandlung

Brauner Urin kann einen sicher erschrecken, doch meist hat er harmlose Ursachen, denn die Farbe des Urin wird vor allem von der Menge der aufgenommenen Flüssigkeit bestimmt. Ein normaler Urin ist dabei hellgelb bis dunkelgelb und klar. Je weniger Flüssigkeit aufgenommen wurde, umso konzentrierter liegen die im Urin gelösten Stoffe vor und der Urin kann bei sehr hoher Konzentration auch hellbraun erscheinen. Dies liegt dann einfach an der Konzentration der in der Niere aus dem Blut herausgefilterten Stoffe.

Gegen einen stark konzentrierten Urin hilft vor allen Dingen viel zu trinken. Um eine optimale Nierenfunktion zu gewährleisten empfiehlt sich eine tägliche Trinkmenge von 2-3 Litern. Doch es gibt leider auch wirklich pathologische Ursachen für braunen Urin. Ist der Urin dunkelbraun wie Altbier, so liegt die Ursache in den meisten Fällen in der Leber oder an einem der Leber zugehörigen Organ. Liegt gleichzeitig eine Gelbfärbung der Haut und der Augen vor, so kann von einer Erkrankung der Leber ausgegangen werden.

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Welche Erkrankungen verursachen braunen Urin?

In erster Linie sind es Erkrankungen der Leber, welche eine Braunfärbung des Urins verursachen können, dabei ist der in der Leber produzierte Stoff Bilirubin die Ursache. Das Bilirubin ist der Stoff, der die braune Farbe des Stuhls verursacht, brauner Urin durch Bilirubin ist jedoch immer pathologisch. Unter den Lebererkrankungen ist die Hepatitis die häufigste Ursache für braunen Urin. Eine Hepatitis ist eine Leberentzündung, die in verschiedene Typen eingeteilt wird.

Die Hepatitis A verläuft in der Regel akut und heilt folgenlos aus, bei einer Hepatitis B ist der Verlauf in den meisten Fällen akut, kann aber auch in ein chronisches Stadium übergehen. Die Hepatitis C ist erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt, sie verläuft chronisch und meist über Jahrzehnte ohne jegliche Symptome, wobei der Virus allerdings über lange Zeit die Leber zerstört. Brauner Urin bei Vorliegen einer Hepatitis C ist ein Zeichen, dass die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und Schaden an der Leber verursacht hat. In den letzten Jahrzehnten wurden noch weitere Formen des Hepatitis-Virus entdeckt.

Inzwischen befindet sich die medizinische Forschung im Bereich der Hepatiden auf einem weit fortgeschrittenen Niveau, seit einigen Jahren ist die vollständige Heilung von einer Infektion mit dem Hepatitis C Virus mit einem schonenden Medikament möglich.

Außer von den entzündlichen Erkrankungen der Leber, kann brauner Urin auch durch eine Leberzirrhose verursacht werden. Ist diese Leberzirrhose nicht durch eine Hepatitis entstanden, so liegt häufig ein jahrelanger Alkoholkonsum zugrunde, welcher das Lebergewebe angegriffen hat. Die Zirrhose kann aber auch von langjähriger Einnahme bestimmter Medikamente verursacht werden.

In jedem Fall ist brauner Urin für Menschen, deren Alkoholkonsum hoch liegt oder die seit vielen Jahren leberschädigende Medikamente (wie beispielsweise klassische Rheumamedikamente) eingenommen haben, sollten braunen Urin als Warnzeichen ansehen und ihren Arzt aufsuchen. Eine Leberzirrhose ist unbedingt von einem fachkundigen Arzt zu behandeln, es stehen hierfür wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung.

Unbehandelt führt eine Leberzirrhose im schlimmsten Fall zu Leberkrebs.

Brauner Urin kann seine Ursache aber auch außerhalb der Leber haben, so kann auch bei Vorliegen von Gallensteinen in der Gallenblase oder noch wahrscheinlicher in den Gallengängen ein Rückstau der Gallenflüssigkeit in die Leber zur Braunfärbung des Urins führt. Um Gallensteine festzustellen genügt eine kurze Ultraschalluntersuchung in der Arztpraxis. Gallensteine, die Gallengänge verlegen und damit den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm blockieren sollten operativ, dass heißt durch Entfernung der Gallenblase, behandelt werden. Auch durch einen dauerhaften Rückstau der Gallenflüssigkeit kann ansonsten das Lebergewebe nachhaltig geschädigt werde, hinzu kommt die Gefahr von Oberbauchschmerzen und Gallenkoliken.

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Seltenere Ursachen

Brauner Urin kann auch durch die in unseren Breiten seltene Erkrankung Malaria verursacht werden. Diese wird durch den Stich der Anopheles Mücke übertragen und verursacht neben dem braunen Urin Beschwerden wie Schwindel, Schüttelfrost und hohes Fieber.
ACHTUNG: Wer in einem Malaria-Gebiet Urlaub gemacht hat und diese Symptome an sich feststellt, sollte seinen Arzt aufsuchen.

Eine weitere seltene Ursache für braunen Urin stellt die die Erkrankung Rhabdomyolose dar. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Abbau von Muskelfasern und damit zu einem Anstieg von Myoglobin im Blut. Dieses wird dann über verschiedene Stoffwechselvorgänge in der Leber zu Bilirubin umgewandelt, welches dann letztlich die Verfärbung verursacht.

Fazit – Brauner Urin ist ein Fall für den Arzt

Brauner Urin ist in jedem Fall ein Grund für einen Arztbesuch und wer dieses Symptom bei sich feststellt, sollte nicht allzu lange zögern, in den meisten Fällen stellt sich einfach heraus, dass ein dunkler Urin durch eine zu geringe Trinkmenge verursacht wurde und das ist recht harmlos. Leider sind aber eben nicht alle Ursachen für eine Urinverfärbung harmlos und aus diesem Grunde sollte mit dem Arztbesuch nicht zu lange gezögert werden.

Auch Erkrankungen der Leber sind behandelbar und durch die richtigen Medikamente gut in den Griff zu bekommen, heute ist mit Harvony sogra schon ein Medikament auf dem Markt, mit dem eine Hepatitis C-Infektion vollständig geheilt werden kann. In jedem Falle sollte ein brauner Urin ernstgenommen werden und innerhalb eines kurzen Zeitraumes ein Termin bei einem Arzt vereinbart werden.

Bildernachweis: Titelbild - brauner Urin Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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