Brüchige Fingernägel: Ursache und Hilfe

Gepflegte, gesunde und schöne Fingernägel gehören für viele Frauen zum Basisschönheitsprogramm. Egal ob lang oder kurz, bunt oder gar nicht lackiert, vor allem gesunde Nägel wirken schön und gepflegt.
Leider können brüchige Nägel dieses schöne Gesamtbild stören. Häufig eingerissene, brüchige Fingernägel treten ungefähr bei circa 20 Prozent der Bevölkerung auf. Frauen sind dabei etwa doppelt so oft betroffen wie Männer. Aber auch feste, elastische Nägel können im Alltag immer mal wieder einreissen.

Ein abgebrochener Fingernagel sieht dabei nicht nur unschön aus, sondern kann auch ziemlich nervig sein. Vor allem wenn man mit dem Nagel hängen bleibt oder sich aus Versehen kratzt. Natürlich wünscht sich auch jeder, dass die frische Nagellackfarbe nach dem Auftragen mal länger hält als ein paar wenige Stunden. Gerade nach einer teuren Maniküre ist ein abgebrochener oder eingerissener Nagel besonders ärgerlich. Aber brüchige Fingernägel sind kein Grund zum Verzweifeln. Wenn man weiß warum die Nägel abbrechen, kann man meist auch gut ewas dagegen tun.

Bild Vitamine

Ursachen für brüchige Nägel

Medizinische Erklärung für brüchige Fingernägel
Es gibt verschiedene Ursachen für brüchige Fingernägel, die sich dann auch unterschiedlich äußern. Zum einen gibt es die so genannte Onychoschisis und die Onychorrhexis.

1. Onychoschisis

Von einer „Onychoschisis“ sprechen Ärzte, wenn der Fingernagel vom freien Rand her schichtweise absplittert. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Zum einen können körperliche Ursachen die brüchigen Nägel verursachen, wie ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Mangelernährung. Ebenso kann häufiger Kontakt mit Wasser und/oder Chemikalien brüchige Nägel verursachen.

2. Onychorrhexis

Das längsfaserige Aufsplittern der Nägel wird von Medizinern „Onychorrhexis“ genannt. Hierfür können Ursachen eine Hauterkrankung wie eine Knötchenflechte sein. Aber auch eine Stoffwechselerkrankung kann das Verursachen.

 

Bild Hände pflegenWeitere Ursachen für brüchige Nägel

Wie schon festgestellt gibt es verschiedene Ursachen für brüchige Nägel. Wer häufig Probleme mit brüchigen Nägeln hat, sollte in seinem Alltag ein Auge offen halten nach möglichen Auslösern. Zum Beispiel kann der häufige Kontakt mit verschiedenen Chemikalien brüchige Fingernägel verursachen. Dazu können verschiedene Seifen, Spül- und Waschmitteln oder Nagellackentferner gehören. Generell ist der häufige Kontakt mit Wasser problematisch. Spül- und Putzhandschuhe können da weiterhelfen. Auch regelmäßige und intensive Pflege der Fingernägel und Hände helfen um brüchige Fingernägel zu vermeiden.

Dünne, brüchige Fingernägel können aber auch ein Anzeichen für einen Vitaminmangel sein. Vor allem der Vitamine B und C, Biotin, Folsäure oder Cobalamin. Aber auch ein Mangel an Vitamin A kann trockene, splitternde, brüchige Fingernägel verursachen. Gleichermaßen kann auch eine Überdosierung an Vitamin A die Fingernägel brüchig werden lassen.

Treten zeitgleich mit den brüchigen Fingernägeln auch Risse in den Mundwinkeln auf, dazu Blässe, Müdigkeit, Frieren und Kopfschmerzen kann auch ein Mangel an Eisen oder Kalizum dahinter stecken. Ein Eisenmangel kann auch zu Blutarmut führen.

Manchmal lassen sich brüchige Fingernägel auf eine direkte Erkrankung er Haut und Nägel zurückführen, wie einen Nagelpilz. Bei einem Nagelpilzbefall verfärbt sich die erkrankte Nagelstelle oft weißlich bis gelblich und löst sich leicht ab.

Auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse kann es zu brüchigen Fingernägeln kommen.
Bild Maniküre

Vorbeugen und brüchige Fingernägel vermeiden

Um kaputten Nägeln vorzubeugen kann man auf verschiedene Hausmittel zurückgreifen, wenn medizinische Ursachen, wie eine Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen wurden. Ein wöchentliches Fingerbad in Oliven- oder Mandelöl kann spröden Fingernägeln vorbeugen. So ein Fingerbad pflegt auch direkt die Haut an den Händen und dünne Nagelhaut. Die Nagelhaut sollte auch nie abgeschnitten werden, sondern kann nach diesem Fingerbad vorsichtig zurückgeschoben werden. Handpackungen mit Heilerde versorgen die Haut und Nägel mit Mineralien. Auch ein sanftes Peeling pflegt die Fingernägel. Spezielle Präparate wie Nagelöl oder -creme können helfen, brüchige Nägel mit der nötigen Pflege zu versorgen und so zu festigen.

Ein weiterer Tipp, um dem Splittern der Nägel vorzubeugen, ist zu pfeilen, statt zu schneiden. Ausserdem sollten die Nägel lieber Rund als Eckig gefeilt werden. Dabei sollte nur in eine Richtung gefeilt werden, damit die Nägel nicht aufgeraut werden und dadurch splittern. Sandblatt- oder Glasfeilen sind hier besonders zu empfehlen. Außerdem ist regelmäßiges einfetten der Fingernägel ist wichtig um gesund und elastisch zu halten. Brüchige Fingernägel sollten auch nicht zu lang wachsen. Lieber sollten sie gleichmäßig kurz und gepflegt gehalten werden.

Nagellack und Nagellackentferner entziehen dem Fingernagel Fettstoffe, die den Nagel normalerweise elastisch und kräftig halten.

Daher sollten die Nägel zwischenzeitlich immer mal wieder Ruhe vom Lackieren haben. Auch viele Nagelhärter enthalten Stoffe wie Formaldehyd. Kurzfristig können sie zwar tatsächlich die Nägel verstärken, aber auf lange Sicht trocknen Nägel aus und werden porös und brüchig.

Für gesunde und feste Nägel ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. In manchen Fällen kann auch eine zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein, um gegen brüchige Fingernägel vorzubeugen.

Notfalltipps für einen eingerissenen Fingernagel

Bei einem brüchigen Fingernägeln kann es passieren, das ein einzelner Fingernagel einreisst.
Mit wenigen Schritten kann hier schnell geholfen werden, um den Nagel nicht komplett abschneiden zu müssen.

1.Den Nagel sorgfältigen waschen und abtrocknen. Dabei besonders vorsichtig mit dem eingerissenen Nagel umgehen, um die Situation nicht zu verschlimmern.

2. Um den Riss im Nagel abzudecken können entweder spezielle Gewebestreifen für Nagelreperatur genutzt werden, oder auch dünnes und flexibles Papier. Beispielsweise kann ein passender Streifen aus einem Teebeutel, einem Taschentuch oder einem Kaffeefilter geschnitten werden.
Der Streifen muss mindestens so groß sein, dass der gesamte Riss überdeckt wird. Besser noch ist es aber, wenn das Papier ausreichend genug ist, um den gesamten Nagel zu bedecken oder sogar etwas überzustehen.

3. Das Reperaturgewebe muss nun auf dem Nagel angebracht werden. Dafür wird zuerst ein kleiner Tropfen Sekunden- oder Nagelkleber auf den Nagel gegeben. Mit einem Ohrenstäbchen oder etwas ähnlichem, wird der Klebstoff vorsichtig verteilt, so das der gesamte Nagel bedeckt ist.

4. Mit einer Pinzette wird dann das zurechtgeschnittene Material auf den, mit ausreichend Klebstoff bedeckten, Nagel zu legen.

5. Mit der Pinzette, müssen dann vorsichtig alle Beulen, Falten und Ungleichmäßigkeiten aus dem Gewebe gestrichen werden. Es muss so glatt wie möglich sein.

6. Wenn es überstehendes Gewebe gibt, muss es an der Nagelspitze vorsichtig umschlagen werden, so das es unter dem Nagel haften bleibt. Dieses Gewebe hilft den Nagel zusätzlich zu stützen.

7. Wenn der Klebstoff vollkommen durchgetrocknet ist, kann der Nagel in Form gefeilt und poliert werden. Danach können Unterlack und farbiger Nagellack aufgetragen werden.

In der Drogerie gibt es inzwischen auch spezielle Nagelreperatursets, in denen alles enthalten ist, was man benötigt um einen eingerissenen Nagel zu reparieren.

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