Bild liegende Frau

Brustwarzenentzündung – Symptome, Ursachen & Behandlung

Gerade beim Stillen kann es zu einer Brustwarzenentzündung kommen. An der Brustwarze treten Schmerzen auf. Diese werden begleitet von Schwellungen und Rötungen. Besonders häufig tritt die lästige Entzündung bei stillenden Müttern auf. Aber auch Männer können betroffen sein. Eine Brustdrüsenentzündung wird oft durch bakterielle Erreger verursacht.

Dieser Artikel zeigt, wie es zu einer Entzündung kommt und was du dagegen tun kannst.

Wie entsteht die Entzündung?

In der weiblichen Brust (Mamille) findet sich die Mündung der Milchdrüse (Mammae). Sie ist besonders empfindlich, da sie von vielen Nervenbahnen umgeben ist. Die Brustwarze reagiert sehr sensibel auf äußere Reize.

Eine Entzündung geht meist auf eine Brustdrüsenentzündung zurück. Die Milchdrüse ist gereizt und es komm zu einer Brustwarzenentzündung. Gängige Begleiterscheinungen sind Schmerzen, Rötungen und Schwellungen.

Auslöser einer Entzündung sind bakterielle Erreger; Gewebeveränderungen oder Reizungen von außen.

Bild stillende Mutter

Ursachen für eine Brustwarzenentzündung

1. Falsche Stilltechnik

Brustwarzen können durch einen falsche Stilltechnik wund und rissig werden. Im Anschluss kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung. Auch das falsche Abnehmen des Kindes von der Mutterbrust kann zu einer Dauerreizung führen.

Tipp: Lasse dir von einer erfahrenen Hebamme oder deiner Mutter erklären, wie du am besten stillst. Das Baby muss die Brust mit den Lippen gut fassen können. Beim Abnehmen kannst du mit deinem Finger einen Unterdruck erzeugen, damit das Baby deine Brust loslässt, ohne dass du es wegziehen musst.

2. Zungenbändchen

Manchmal verhindert ein Zungenbändchen des Kindes, dass es die Brust richtig in den Mund nehmen kann. Das richtige Saugen fällt schwer, da die Zunge eingeschränkt ist. Manchmal ist es sinnvoll das Zungenbändchen durchtrennen zu lassen. Sprich darüber mit deinem Arzt. Im späteren Verlauf kann ein Zungenbändchen zu Ausspracheproblemen beim Kind führen.

3. Falsche Pflege

Falsche oder übertriebene Pflege kann eine Brustwarzenentzündung begünstigen. Achte auf luftdurchlässige Stilleinlagen. Am besten sind Einlagen aus Wolle und Seide geeignet, auch wenn diese öfter gewechselt werden müssen. Zuviele Cremes und Salben können der Brustwarze schaden, weil sie überpflegt wird.

Tipp: Wollwachs wird für die Pflege von Brustwarzen empfohlen. Es beugt Rissen vor.

4. Hormonstörung

Eine Überproduktion von Prolaktin führt zu einer Überproduktion an Milch. Dies kann zu einem Milchstau führen. Wenn überschüssiges Sekret austritt, kann das eine Entzündung verursachen.

Bei Männern ist der Anstieg des weiblichen Hormons Östrogen oft für eine Entzündung verantwortlich. Im Gegenzug erleben auch Frauen in der Menopause oft eine Entzündung der Brustwarzen. Bei ihnen sinkt der Level an Östrogen.

5. Fehlentwicklungen

Fehlentwicklungen äußern sich in der unterschiedlichen Größe der Brüste oder einer verengten Milchdrüse. Nicht jede Fehlentwicklung führt zwangsläufig zu einer Entzündung. Gerade bei der Brustform ist es meist harmlos und wenn überhaupt geht es eher um die Optik als um die Funktion. Fehlbildungen an den Drüsen bilden das größte Risiko für eine Erkrankung.

Tipp: Regelmäßig zum Frauenarzt gehen und Veränderungen mitteilen.

6. Gewebeneubildungen

Anders als Fehlbildungen sind Gewebeneubildungen öfter Ursache für Entzündungen. Malignome, Karzinome oder Tumore können Veränderungen der Brustwarze verursachen. Es entstehen Juckreiz, Verkrustungen, Ausfluss und Rötungen. Hier gilt auf jeden Fall: Regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und bei auftretenden Problemen sofort zum Arzt.

Bild Brustschmerzen

Symptome

Dies sind wohl die häufigsten Symptome einer Brustwarzenentzündung:
  • Schmerzen
  • Druckempfindlichkeit
  • Ausfluss
  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Lymphknotenschwellung
  • Fieber
  • Schmerzen beim Stillen
  • Verkrustung
  • Veränderte Muttermilch (eitrig oder blutig)

Achtung: Symptome wie Verkrustungen, Ausfluss und Veränderung der Muttermilch deuten auch auf Karzinome oder Malignome hin. Dies muss unbedingt von einem Facharzt abgeklärt werden. Das Stillen muss in diesem Fall leider eingestellt werden, um die Brustwarze nicht noch mehr zu reizen.

Bild Medikamente

Diagnose und Therapie

Die Diagnose trifft der Arzt während der Untersuchung und dem Gespräch mit der Patientin. Abtatsten und Ultraschall können zum Einsatz kommen. Ein erhöhter Hormonwert kann mit einer Blutuntersuchung festgestellt werden.

Mit der Mammographie kann eine Gewebeveränderung festgestellt werden. Für Frauen ab 40 wird diese Untersuchung empfohlen, um Brustkrebs und andere bösartige Veränderungen zeitnah zu erkennen.

Je nach Diagnose und Intensität können folgende Therapien zum Einsatz kommen:

Kühlen und Schonen

Um die Brustwarze zu beruhigen, werden kühlende Umschläge mit Kamille gemacht. Das Stillen sollte nicht eingestellt werden. Stattdessen wird die Milch abgepumpt, aber nicht gefüttert. Gekühlte Gelkissen oder Quarkwickel können zusätzlich Linderung bringen. Scheuernde Textilien sollten nicht getragen werden.

Überäßige Pflege mit Cremes und Salben schafft eher neue Probleme als Linderung.

Medikamente

Bei einer bakteriellen Entzündung können Antibiotika verschrieben werden. Sie sollen das Absterben der Erreger beschleunigen. Manche Antibiotika sind auch für stillende Mütter geeignet. Die Nebenwirkungen für Mutter und Kind sollten aber mit einem Arzt vor Einnahme besprochen werden.

Operation

Bei einer Gewebeveränderung, die bösartig ist, müssen chirurgische Maßnahmen ergriffen werden. Bei einer Operation werden bösartige Gewebeschichten entfernt. Damit sich danach nichts entzündet, werden Antibiotika eingesetzt.

Pflanzliche Salben

Bei einer leichten Reizung kann mit pflanzlichen Salben behandelt werden. Wollwachs und Ringelblumensalbe können direkt auf die Brust aufgetragen werden und ziehen sofort ein. Um Rissen vorzubeugen, ist dies eine pflanzliche Alternative.

Bild Frauenarzt

Fazit

Eine Brustwarzenentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung, die besonders stillende Mütter betrifft. Die Entzündung entsteht durch Reizung oder bakterielle Erreger. Bösartige Veränderungen des Gewebes können eine Entzündung zu Folge haben. Es gibt viele nicht-inversive Behandlungsmöglichkeiten. Bei schweren Brustwarzenentzündungen immer zum Frauenarzt gehen.

Bildernachweis: Titelbild - liegende Frau Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
stillende Mutter Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Brustschmerzen Urheber: tharakorn / 123RF Standard-Bild
Medikamente Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Frauenarzt Urheber: luminastock / 123RF Standard-Bild