Chronisches räuspern

Sehr viele Menschen kennen das Problem des berühmt berüchtigten sogenannten Frosches im Hals, der einen zwingt, sich zu Räuspern. Tritt dieser Fall gelegentlich auf, besteht kein Anlass zur Besorgnis. Anders verhält es sich aber dann, wenn das Räuspern zu einer chronischen Angelegenheit wird. Dann ist es angesagt, der Ursache dieses chronischen Räusperns auf den Grund zu gehen.

Räuspern und seine weiteren Folgen

Eine banale Ursache für das Räuspern ist die einfache Erkältung, die zu einer vermehrten Schleimbildung im Hals geführt hat. Aber egal, auf welche Ursache das Räuspern zurückzuführen ist, der hiervon Betroffene hat den Eindruck, es würde sich ein Fremdkörper im Hals befinden. Durch das Räuspern will man gewissermaßen Abhilfe schaffen, indem man durch einen Luftstrom versucht, diesen Fremdkörper zu beseitigen. Gerade an dieser Stelle kann sich das Problem jedoch verschärfen.

Die menschliche Schleimhaut im Hals ist so angelegt, dass diese ein dickflüssiges Sekret produziert, um sich selbst zu schützen. Aber gerade die Vermehrung dieses dickflüssigen Sekretes wird durch das Räuspern angeregt.

Mit anderen Worten: Derjenige, der sich ständig räuspert, begibt sich in einen Teufelskreis. Durchständiges Räuspern wird alles nur noch schlimmer.

Die Folgen treten regelmäßig in der Form eines schmerzenden und wunden Halses auf. Im Übrigen werden durch ständiges Räuspern sowohl der Kehlkopf als auch die Stimmlippen arg in Mitleidenschaft gezogen. Durch Räuspern entstehen als auf Dauer noch weitere unangenehme Folgeerscheinungen für den Betroffenen.

Das Räuspern und seine Ursachen

Chronisches räuspern wegen Erkältung oder Allergie
Erkältung oder Allergien können die Ursache sein / Bild: Pixabay.com/de – PublicDomainPictures

Es gilt also, hier unbedingt Abhilfe zu schaffen. Dies bedeutet, dass zunächst einmal die Ursache des Räusperns im Vorfeld abzuklären sind. Regelmäßig sind die Ursachen des Räusperns zwar krankhafter Natur, jedoch für den Menschen leicht zu beseitigen und nicht bedrohlich. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen kann sich hinter dem Räuspern eine schwere Erkrankung verbergen.

Hier sind an erster Stelle bösartige oder auch gutartige Tumore zu nennen, die ursächlich für das Räuspern sind.

Dieser Fall ist, wie gesagt, selten und würde bei einer Untersuchung durch einen Halsnasenohrenarzt auch regelmäßig sofort erkannt werden.

Weitaus häufiger für den ständig auftretenden Drang zu Räuspern ist die sogenannte Refluxkrankheit. Dieses Leiden ist besser bekannt unter dem Begriff des sogenannten Sodbrennens. Dieses entsteht, indem saurer Mageninhalt wieder in die Speiseröhre nach oben zurückfließt und dieser Mageninhalt dann mit dem Schlund und dem Kehlkopfeingangsbereich in Berührung kommt.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass dieser saure Mageninhalt sehr aggressiv ist und so natürlich die Schleimhäute angreift. Die Folge ist dann der oben beschriebene Drang, sich ständig zu Räuspern.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass ständiges Räuspern auf eine an sich harmlose Erkältung zurückzuführen ist. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Post- Nasal-Drip-Syndrom.

Dieses Syndrom ist zurückzuführen auf einen Schnupfen, der die Stirnhöhlen als auch die Nasennebenhöhlen angegriffen hat. Hierdurch bedingt kommt es in diesen Bereichen zu einer verstärkten Schleimbildung, wobei das gebildete Sekret nach hinten in den Nebenhöhlen fließt. Dies geschieht meistens nachts, wenn der Kopf nicht aufrecht gehalten wird. Letztendlich gelangt das Sekret in den Rachen, so dass es zu den besagten Reizungen kommt, die das Räuspern auslösen. Neben dem oben erwähnten Sodbrennen ist diese Ursache mit einer der häufigsten, die für das Räuspern verantwortlich sind.

Allerdings können auch Allergien ein chronisches Räuspern auslösen. An dieser Stelle ist insbesondere die Allergie gegen Hausstaubmilben zu erwähnen. Diese sogenannte Hausstauballergie darf als Ursache für chronisches Räuspern auch nicht vernachlässigt werden. Eine weitere ziemlich banale Erklärung für das Räuspern ist zu vieles und sehr lautes Reden. Dieses kann nämlich dazu führen, dass der Kehlkopf mechanisch überstrapaziert wird, sodass es zu Schleimhautreizungen der Stimmbänder kommt. Diese Ursache geht im Zweifel noch mit einer weiteren Folge einher, und zwar mit einer Heiserkeit. Es ist dann gerade die raue Stimme, die den Betroffenen dazu verführt, sich zu Räuspern. Dies sollte man dann gerade aber nicht tun, um die Beschwerden nicht noch weiter zu verschlimmern.

Kamille bei chronischem räuspern
Kamille kann Abhilfe verschaffen / Bild: Pixabay.com/de – Olga_968

Die ärztliche Untersuchung

Um die Ursache zu finden, ist der Gang zum Arzt prinzipiell unumgänglich. Letztendlich wird es der HNO-Arzt sein, der Dank seiner Fachkenntnisse und seiner Instrumente den Kehlkopfbereich und den Schlundrachen genau untersuchen kann. Hier können selbstverständlich auch gravierendere Ursachen wie beispielsweise Tumore ausgeschlossen werden. Stellt der HNO-Arzt beispielsweise fest, dass die Schleimhaut stark gerötet oder weißlich ist, ist dies ein gewichtiges Indiz für die oben beschriebene Refluxkrankheit. In diesem Fall wird der Mediziner die Produktion von saurem Magensaft unterbindenden Medikamente verschreiben. Liegt beispielsweise das schon erwähnte Post-Nasal-Drip-Syndrom vor, erfolgt die Behandlung regelmäßig durch eine Verabreichung wirksamer Medikamente.

Hat der Patient seine Stimmbänder lediglich zu sehr belastet, so können bereits Wirkstoffe wie beispielsweise Kamille und Salbei Abhilfe schaffen. Besteht die Ursache des Räusperns in einer Allergie, dann ist in diesem Fall natürlich ein Allergietest erforderlich. Fakt ist jedenfalls, dass durch relativ einfache Untersuchungen die Ursachen des Räusperns herausgefunden werden können, um diese dann möglichst effektiv zu bekämpfen. Da die Ursachen regelmäßig relativ harmlos sind, kann in den meisten Fällen recht schnell Abhilfe geschaffen werden. Nur bei der Refluxkrankheit kann es im Einzelfall ein wenig länger dauern, bis sich die Magenschleimhaut wieder regeneriert hat. In diesem Fall ist die Verabreichung von sogenannten Protonenpumpenhemmer erforderlich. Die Behandlung kann hier 2-3 Monate andauern.

Fazit:
Gegen chronisches Räuspern gibt es regelmäßig gute Hilfen. Wichtig ist nur die vorzeitige Abklärung der Ursachen über einen kompetenten Mediziner. Glücklicherweise sind die Ursachen für chronisches Räuspern regelmäßig recht harmloser Natur.

Titelbild: Urheber: zegers06 / 123RF

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