Bild Frau ist Träge

Darmträgheit – Symptome, Ursachen und Behandlung

Der menschliche Darm ist ein Wunderwerk der Natur, er ist mehrere Meter lang und ist in der Lage der durch ihn hindurch wandernden Nahrung alle wichtigen Nährstoffe zu entziehen und den Körper über das Blut mit diesen zu versorgen. Er ist im Dickdarm mit Abermillionen guter Bakterien besiedelt, die ihn bei seiner Tätigkeit unterstützen. Läuft alles optimal, so hat der Darm nach circa 24 Stunden die Nahrung soweit verarbeitet, dass die nicht benötigten Restbestandteile als Stuhl wieder ausgeschieden werden können.

Leider läuft es mit der Verdauung aber nicht bei Jedem so optimal, viele Menschen leiden unter der sogenannten Darmträgheit, bei der es des Öfteren zu harten und schmerzhaften Ausscheidungen und Verstopfungen kommt. Die reine Darmträgheit betrifft dabei vor allem Menschen aus den westlichen Industrienationen und ihre Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Allein in Deutschland sind rund 15 Millionen Menschen von Darmträgheit betroffen.

Die Symptome

Menschen, die unter Darmträgheit leiden, leiden häufig unter Völlegefühl, Blähungen und Verstopfung. Der Darm ist träge und erledigt seine Aufgaben nicht mehr in angemessener Zeit, was zu den vorgenannten Beschwerden führen kann. Bei Menschen mit einem trägen Darm kommt es häufig zu sehr harten Stühlen, die bei der Ausscheidung Schmerzen verursachen und auch zu Analfissuren und Blutungen bei der Ausscheidung führen können. Dies liegt daran, dass der Nahrung während der Verweilzeit im Darm ständig Wasser entzogen wird, was bei zu langer Dauer eben zu hartem Stuhl führt.

Wer unter einem trägen Darm leidet, ist auch häufig etwas antriebslos, der träge Darm kann sogar zu Depressionen führen. Da der Darm sich nicht ausreichend oft entleert, kommt es zu drückenden Bauchschmerzen und Blähungen, der Bauch wirkt bereits von außen geschwollen und aufgetrieben. Unter Darmträgheit leidet, wer seinen Darm seltener als dreimal wöchentlich entleeren kann und der über die vorgenannten Symptome verfügt.

Bild Ballaststoffe

Die Ursachen

Die Ursachen der Darmträgheit sind vielfältig, sehr häufig liegt schlicht eine zu ballaststoffarme und einseitige Ernährung zugrunde. Insbesondere Gemüse vermag es, den Darm anzuregen, dieses ist in der westlichen Ernährungsweise aber immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Stattdessen ernähren wir uns in den westlichen Industrienationen von einer zu fettigen Kost, die den Darm nicht anregt, sondern belastet.

Hinzu kommt der Bewegungsmangel in der heutigen Zeit, sitzende Tätigkeiten und mangelnder Ausgleich sorgen dafür, dass unser Verdauungsorgan träge wird. Auch wird der menschliche Darm von unzähligen Nerven versorgt, er wird aus diesem Grunde auch unser Bauchhirn genannt. Es ist daher nur verständlich, dass sich auch Stress und nervliche Belastungen negativ auf den Darm auswirken. Wer bei sich die Symptome der Darmträgheit feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen, auch um schwerwiegendere Ursachen sicher ausschließen zu können.

Auch das Reizdarmsyndrom führt in der Regel zu abwechselnden Phasen von Verstopfung und Durchfall und sollte von einem Arzt behandelt werden.

Darminvaginationen führen ebenfalls zu Verstopfung und müssen schnellstens behandelt werden. Die einfache Darmträgheit ist nicht lebensgefährlich, aber unangenehm. Um schwerwiegende Ursachen für den trägen Darm ausschließen zu können, sollte daher in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Auch kann die Ursache einer Darmträgheit in einem früheren Laxantienabusus begründet sein, wie er bei Essstörungen wie der Bulimie oft vorkommt. Sollte die Darmträgheit nach der Einnahme von Antibiotika aufgetreten sein, kann es sein, dass die Darmflora, also die natürlich in unserem Darm vorkommenden guten Bakterien Schaden genommen haben. Hier kann ein Arzt eine Neubesiedelung mit den entsprechenden Darmbakterien verordnen, wobei ein Präparat, welches Darmbakterien enthält eingenommen werden muss.

Bild Spaziergang

Natürliche Behandlungsmöglichkeiten der Darmträgheit

Der einfache, also nicht aufgrund von schwereren Erkrankungen entstandene, träge Darm braucht in der Regel ein wenig Hilfe um wieder in Schwung zu kommen. Hier sollte vor allem auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen geachtet werden. Weißkohl beispielsweise ist besonders gut dafür geeignet einen trägen Darm wieder auf Trab zu bringen.

Neben der gesunden und ballaststoffreichen Ernährung sollte unbedingt auf ausreichende Bewegung geachtet werden, schon kleine Spaziergänge an der frischen Luft können die Verdauungstätigkeit anregen, Sport in jedweder Form ist ebenfalls bestens geeignet um den trägen Darm wieder in Schwung zu bringen. Zudem sollte viel Wasser getrunken werden, um den Stuhl weicher zu machen und den Transport innerhalb des Darmrohres zu erleichtern.

Auch die Darmerziehung hilft auf eine natürliche Weise gegen den trägen Darm.
Es sollte täglich auch ohne Stuhlgang die Toilette aufgesucht werden und so getan werden als ob, auf diese Weise wird der Darm sich mit der Zeit wieder mit einer geregelten Verdauung einpendeln. Es empfiehlt sich dabei eine für den Darm besonders geeignete Sitzhaltung, ähnlich dem Hocken, einzunehmen. Hierfür können die Beine während des Toilettenbesuches auf ein kleines Höckerchen gestellt werden. Diese Haltung entspricht der natürlichen Haltung bei der Defäkation, wie sie unsere Vorfahren jahrtausendelang eingenommen haben, die übliche Sitzhaltung auf den modernen WCs ist hingegen verdauungstechnisch betrachtet eher ungünstig.

Bild Medikamente

Behandlung der Darmträgheit mit Medikamenten

Vor der Einnahme von Abführmitteln sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden, auch wenn unzählige Präparate in den Apotheken ohne Rezept erhältlich sind. Es stehen verschiedenste Präparate zum Abführen auf Markt zur Verfügung. Hier ist es unbedingt nötig abzuwägen, denn die Einnahme von richtigen Abführmitteln sorgt nur für eine kurze Erleichterung und beseitigt nicht die Ursache. Dabei kann ein Teufelskreis entstehen, denn der Darm kann abhängig werden und am Ende nur noch durch die Hilfe von Abführmitteln funktionieren, also noch träger werden. Eine hartnäckige und schmerzhafte Verstopfung stellt dabei aber grundsätzlich durchaus eine Indikation für den Einsatz eines Abführmittels dar, es sollte aber grundsätzlich bei einem einmaligen Gebrauch bleiben.

Um eine chronische Darmträgheit, die sich mit Ernährungsumstellung und Bewegung nicht in den Griff bekommen lässt, zu behandeln, empfiehlt sich hingegen eher die vorrübergehende Einnahme eines Lactulosesirups, welcher den Stuhl weicher macht und damit die Ausscheidung und den Transport erleichtert.
Auch Flohsamen unterstützen eine regelrechte Darmtätigkeit ohne zu einer Abhängigkeit zu führen. Je nach Ausprägung des Beschwerdebildes kann die Einnahme von Abführmitteln aber leider tatsächlich notwendig sein, es sollte nur darauf geachtet werden, dass keine allzu häufige Anwendung erfolgt. Abführmittel haben neben der Verschlimmerung der Darmträgheit auch viele weitere Nebenwirkungen, wie einen negativen Einfluss auf den Elektrolythaushalt, und sollten wirklich mit Vorsicht betrachtet und angewendet werden.

Fazit

Der Darm ist ein hochkomplexes Organ, welches den Körper jeden Tag mit den nötigen Nährstoffen versorgt, die er aus der Nahrung in seinem Inneren filtert. Tatsächlich liegen die Ursachen des trägen Darmes in den meisten Fällen schlicht in falscher Ernährung und Bewegungsmangel, was ursächlich behandelt werden kann. Eine lange anhaltende Darmträgheit sollte zumindest zu Abklärungszwecken einem Arzt vorgestellt werden.

Behandelt werden kann der träge Darm ganz natürlich über gesunde Ernährung, Bewegung und Darmerziehung. Für schwerere Fälle empfiehlt sich der vorrübergehende Einsatz eines Lactulosepräparates oder von Flohsamen. Die Einnahme von Abführmitteln sollte aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials und der nicht unerheblichen Nebenwirkungen nur ausnahmsweise erfolgen. Wichtig ist es, dem Darm Geduld entgegenzubringen und auch dieses unterschätzte Organ gut zu behandeln.

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