Der Augeninfarkt – Nicht tödlich, dennoch gefährlich

Vielen Menschen graust zurecht die Vorstellung eines Herzinfarkts. Gewiss hast auch du dir bereits Gedanken um einen Infarkt im Herzen gemacht. Doch es gibt daneben ein weiteres Organ, das ebenfalls von einer Infarktgefahr betroffen sein kann – das menschliche Auge.

In Deutschland erleiden bis zu 200.000 Menschen jährlich einen Augeninfarkt. Oft wird der Infarkt erst sehr spät behandelt, weshalb knapp 70.000 Menschen bleibende Schäden davontragen. Im Normalfall ist ein Augeninfarkt im Gegensatz zum Herzinfarkt nicht mit der Gefahr des Todes verbunden, doch die Folgen eines Infarkts im Auge solltest du auf keinen Fall unterschätzen. Grundsätzlich ist bei ersten Anzeichen so schnell wie möglich für eine medizinische Versorgung zu sorgen. Um gravierende Schäden zu vermeiden, ist es notwendig sich nach Einsetzen des Sehsturzes innerhalb von 20 Stunden in ärztliche Behandlung zu begeben. Die Konsequenz eines nichtbehandelten Sehsturzes kann eine starke und dauerhaft bleibende Einschränkung des Sehvermögens sein. Im schlimmsten Falle kann sogar völlige Erblindung einsetzen. Doch was sind die Ursachen und Gründe für das Auftreten eines Augeninfarkts?

Ursachen

Ein Augeninfarkt ist eine akute Störung der Durchblutung der Netzhaut an einem Auge. Dabei wird zwischen einem Venenastverschluss oder einem Arterienastverschluss unterschieden. Beim Venenastverschluss betrifft es die Gefäße, die das Blut von Auge in Richtung des Herzes leiten. Beim Arterienastverschluss werden Gefäße verstopft, die das Blut vom Herz zum Auge strömen lassen. Häufiger ist einen Venenverschluss die Ursache für einen Sehsturzes als Arterienverschlüsse. Medizinisch betrachtet, unterscheidet sich der Augeninfarkt nicht von einem Infarkt im Herzen, einem Schlaganfall oder in einem anderen betroffenen Organ.

Blutgefäße, die das Organ mit Sauerstoff versorgen, werden durch ein Blutgerinnsel blockiert. Das Blutgerinnsel wird an der Gefäßwand gebildet und durch den Blutstrom abgerissen und bewegt und bleibt anschließend an einer Stelle hängen, an der es das Gefäß verstopft, das das Organ mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dabei stirbt das betroffene Organ ab, da es nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Prinzipiell besteht für dich ein hohes Risikopotenzial für einen Infarkt jeglicher Art, wenn du in vergangener Zeit mit Herz-Kreislauf-Problemen zu kämpfen hattest.

Andere Risikogruppen sind:
Diabetiker, Übergewichtige, Menschen mit hohem Blutdruck und Menschen, die einen erhöhten Cholesterinspiegel aufweisen. Gerade bei diesen Gruppen ist die Gefahr für Infarkte bzw. für einen Augeninfarkt deutlich erhöht

Die Frage, die sich nun stellt ist: wie erkennst du einen Augeninfarkt und was sind Anzeichen und Symptome dafür?

Diabetiker
Diabetiker gehören der Risikogruppe an

Die Symptome des Augeninfarkts

Sehr problematisch bei einem Infarkt im Auge ist, dass der er ohne jegliche Schmerzen verläuft. Das klingt zunächst seltsam, da Schmerzen generell mit negativen Empfindungen verbunden werden. Allerdings sind Schmerzen ein wichtiges Warnsignal des Körpers. Sie haben die Funktion, dich durch den Schmerz auf gesundheitliche Probleme hinzuweisen, um so vor größeren Schäden zu schützen. Da der Augeninfarkt jedoch ohne Schmerzen stattfinden, ist es besonders schwierig ihn als solchen zu identifizieren. Oft machen sich die Symptome erst viel später bemerkbar. Patienten können häufig nicht genau sagen, zu welchem Zeitpunkt das Ereignis eingetreten ist. Ein Augeninfarkt tritt aber meist in den frühen Morgenstunden auf. Es sind zudem eher ältere Menschen betroffen, da diese mit zunehmender Alterung anfälliger werden für Gefäßkrankheiten oder andere Krankheiten, die ein Risiko für die Gefäße darstellen.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie du einen Sehsturz erkennen kannst:

  • das Sehvermögen am betroffenen Auge lässt nach
  • schmerzlose und plötzlich Eintretende schwarze Einschränkungen im Gesichtsfeld
  • das Auge ist erblindet
  • es werden Schatten, Punkte oder verschwommene Bewegungen wahrgenommen.

Diese Warnzeichen sind ernst zu nehmen und bei Auftreten sollte schnellstens ein Arzt aufgesucht werden.

Therapiemöglichkeiten

Sollte es dann doch zum Augeninfarkt kommen, gibt es verschiedene Therapieansätze, um das betroffene Auge zu behandeln. Der behandelnde Arzt kann anhand einer ambulanten Operation das Auge stationär behandeln, indem er durch eine Injektion ein Medikament verabreicht, das die Durchblutung im Auge fördert. Das Blut soll verdünnt werden, um zu erreichen, dass sich der Verschluss, also das Gerinnsel, löst und die betroffenen Organe wieder mit Blut versorgt werden können. Dabei wird das Auge zuvor lokal betäubt. Nach der Operation ist eine Lasertherapie bzw. eine Kältetherapie am Auge möglich, um einen Anstieg des Drucks im Auge zu unterbinden.

Weitere Nachkontrollen sind zudem wichtig, um nachfolgende Komplikationen aufgrund des Sehsturzes zu unterbinden. Dadurch können neben Augendruckerhöhungen überschließende Gefäßneubildungen als Nachfolgekomplikation auftreten.

Des Weiteren gibt es die Behandlungsmethode der „Bulbus-Massage„. Der Mediziner kann anhand dieser Technik versuchen, den Verschluss im Gefäß des Auges zu öffnen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung in den verstopften Netzhautgefäßen wieder zu normalisieren.

Augenarzt
Eine regelmäßige Kontrolle des Augenarztes wird empfohlen

Vorsorge

Um einen Infarkt im Auge vorzubeugen empfiehlt sich selbstverständlich eine regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt. Gerade die oben beschriebenen Risikogruppen sollten sich vom Arzt dahingehend stetig untersuchen lassen. Da Infarkte jeglicher Art des Öfteren auf allgemeine gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme zurückzuführen sind, empfiehlt es sich, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, der Verzicht auf Zigaretten senken das Risiko für Infarkte. Mit einem gesunden Lebensstil geht auch die Risikoreduzierung für Herz-Kreislauf- sowie Gefäßerkrankungen einher.

Das Wichtigste im Überblick:

  • der Infarkt am Auge kann bei einer zu späten Behandlung zu massivem Sehverlust oder gar zur Erblindung führen
  • Ursachen eines Sehsturzes sind verstopfte Gefäße durch Blutgerinnsel, die das Organ aufgrund geringer Sauerstoffzufuhr absterben lassen
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder erhöhten Cholesterinwerten weisen ein hohes Risikopotenzial für einen Sehsturz auf
  • werden Schatten oder schemenhafte Bewegungen wahrgenommen, können dies auch Symptome für einen möglichen Augeninfarkt sein
  • der Infarkt kann operativ durch eine Injektion und anschließender Therapie behandelt werden
  • regelmäßige Besuche beim Augenarzt sind eine Möglichkeit der Vorsorge
  • die Behandlung sieht vor, das Gerinnsel, das die Blutzufuhr zum Organ verschließt, durch blutverdünnende Medikamente zu lösen
  • bei Auftreten der Symptome ist so schnell wie möglich ein Arzt aufzusuchen

Bilder: Pixabay.com/de

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