Bild Haarausfall

Diffuser Haarausfall – Ursachen & schnelle Hilfe

Unter diffusem Haarausfall versteht man einen gleichmäßigen Haarausfall, der häufiger Frauen als Männer betrifft. Diffuser Haarausfall ist nicht zu verwechseln mit Haarausfall der erblich oder hormonell bedingt ist. Ebenso wenig hat der kreisrunde Haarausfall etwas mit dem diffusen Haarausfall gemein. Stattdessen ist diffuser Haarausfall keine eigenständige Erkrankung, sondern resultiert aus diversen Erkrankungen, Belastungen und mehr. Zur Behandlung des diffusen Haarausfalls muss also die ursächliche Krankheit/Störung gefunden werden, um auch den Haarausfall gänzlich beheben zu können. Im Allgemeinen sind die Prognosen positiv.

Mögliche Ursachen, die diffusen Haarausfall begünstigen können

Die Ursachen können sehr vielfältig sein und zu diffusem Haarausfall führen.

So wie etwa:
  • Eine mangelhafte Ernährung, auch einseitige Diäten und krankhafte Essstörungen wie Bulimie, Magersucht oder extreme Hungerdiäten
  • Diabetes, Fettleibigkeit, Erkrankungen der Schilddrüse (hormonelle Erkrankungen)
  • Diverse Medikamente wie etwa die Anti-Babypille, Blutverdünner, Medikamente bei der Krebsbehandlung (Chemo)
  • Hormonell bedingte Umstellungen während der Schwangerschaft
  • Eisenmangel
  • Diverse Infektionen wie Scharlach, Typhus, Syphilis oder Gürtelrose
  • Eine Schwermetallvergiftung (Thallium oder Arsen)
  • Erkrankungen der Leber oder der Niere
  • Schuppenflechte, Pilzinfektion (entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut)
  • Übermäßiger Stress, psychische Belastung
Dabei gilt: je stärker die Erkrankung oder das hormonelle Ungleichgewicht ist, desto schneller kann der Haarausfall erfolgen. In Folge einer Chemotherapie können somit nur wenige Tage vergehen.
Alle diese Ursachen / Krankheiten sorgen dafür, dass der natürliche Wachstumsprozess der Haare gestört oder unterbrochen wird. Das Haarwachstum und der Haarausfall unterliegen einem geregelten Zyklus, der aus dem Wachsen der Haare und dem Ausfall der Haare am Ende dieses Zyklus besteht. Nach einer Art “Ruhephase” wachsen neue Haare in gesundem Zustand wieder nach.

Bild Mann mit Haarausfall

Symptome des diffusen Haarausfalls- welche ausgefalle Haarmenge ist “krankhaft”?

Als Ausgangswert lässt sich pauschal sagen, dass ein täglicher Haarverlust von etwa 100 Haaren vollkommen normal ist. Eine nennenswerte Veränderung ist dann zu beobachten, wenn:

  • Täglich mehr als 100 Haare ausfallen, etwa beim Haarewaschen, Duschen oder Kämmen
  • Mit dem weiteren Verlauf können Veränderungen am Kopf beobachtet werden: eine verringerte Haardichte, ein Ausdünnen der Haare, so dass die Kopfhaut durchscheint
  • Dabei ist der Haarausfall relativ gleich über den ganzen Kopf verteilt. Es findet also kein partieller Haarausfall statt, wie etwa beim kreisrunden Haarausfall
  • Ein “nachträglicher” Ausfall der Haare ist typisch bei einer extremen Gewichtsabnahme weniger Monate von 10-15 KG oder mehr. Der Körper stellt sich in einen Ruhemodus um, so dass die Haare nicht nachwachsen. Nach einiger Zeit normalisiert sich der Zustand jedoch, wenn die Gewichtsabnahme abgeschlossen ist
  • In allen anderen oben genannten Fällen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen zu klären und zu behandeln

Bild Zupftest

Diffuser Haarausfall: wie wird er vom Arzt diagnostiziert?

Diffuser Haarausfall kann vom Arzt festgestellt werden, indem er im Rahmen einer Anamnese (Erfassung der Krankheitsgeschichte) erfragt, wie lange der Haarausfall bereits anhält, wann er zum ersten Mal auftrat und ob andere Beschwerden vorliegen. Diffuser Haarausfall wird zudem mit dem Zupftest (Abziehversuch) und einer Untersuchung der Kopfhaut diagnostiziert. Beim Zupftest versucht der Arzt eine geringe Menge an Haaren (etwa 10 Stück) locker mit der Hand herauszuziehen.

Wenn 30 oder 40 % der Haare in der Hand bleiben, deutet dies auf einen Haarausfall hin, der nicht normal ist.
Auch im weiteren Behandlungsverlauf kann der Zupftest Auskunft darüber geben, inwieweit die Behandlung anschlägt. Je weniger Haare ausgezupft werden können, desto besser. Zudem wird der Arzt nach Bedarf eine umfassende Blutuntersuchung anordnen, um diverse Stoffwechselerkrankungen oder Mängel an Eisen/Nährstoffen auszuschließen oder um diese mit Präparaten und Medikamenten zu behandeln. Bei den Werten der Blutuntersuchung achtet der Arzt vor allem

Diffuser Haarausfall: das sind die Behandlungsmöglichkeiten

Diffuser Haarausfall kann meistens sehr gut behandelt werden. Dazu ist es wichtig, nach der eigentlichen Erkrankung und Diagnose zu suchen, um diese zu behandeln. Erst wenn die “Grunderkrankung” geheilt wurde, wird sich auch der diffuse Haarausfall wieder normalisieren. Vor allem bei Ernährungserkrankungen (etwa Übergewicht oder Magersucht) muss vor allem die Ernährung umgestellt werden. Dies kann auch bei Eisenmangel der Fall sein, zudem wird die Einnahme eines Eisenpräparates verschrieben.

Möglicherweise ist es, je nach Erkrankung sinnvoll, einen Facharzt zu Rate zu ziehen, um den Behandlungserfolg zu maximieren. Tendenziell lässt sich sagen, dass nach einer erfolgreichen Behandlung sich der Haarwuchs innerhalb eines halben Jahres wieder normalisieren kann.

Bild Orangensaft

Diffuser Haarausfall: kann man vorbeugend etwas tun?

Diffuser Haarausfall kann, wie oben bereits beschrieben, die Folge verschiedener Erkrankungen sein. Bei etlichen, wie etwa schweren Erkrankungen, die eine unbedingte Behandlung erforderlich machen, kann man schlecht “vorbeugend” handeln. Dies gilt jedoch nicht für Ursachen, die beispielsweise Stress- oder Ernährungsbedingt sind. So sollte eine gesunde, abwechslungsreiche und nachhaltige Ernährung auf dem täglichen Speiseplan stehen. Um Eisenmangel vorzubeugen, können Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte, Orangensaft, Linsen, Fleisch, Haferflocken, etc. in den täglichen Bedarf mit integriert werden.

Die empfohlene Menge des Eisenbedarfs unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen: etwa 10 mg beim Mann, bei der Frau dürfen es 15 mg sein.
Auch vermehrter Stress kann ein Auslöser für den diffusen Haarausfall sein. Hier sollte versucht werden, den Stresslevel zu senken. Dies kann entweder durch Sport geschehen oder durch Achtsamkeitsübungen, die die Atmung und die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers in den Vordergrund stellt. Auch meditative Übungen oder Yoga können zur losgelösten Entspannung führen.

Wichtig ist es, diese in den Alltag zu übernehmen und beispielsweise ein Ritual zu schaffen: so kann abends nach der Arbeit die tägliche Yoga-Übung absolviert werden oder 3x wöchentlich der Gang ins Fitnessstudio erfolgen.
Viele Arbeitgeber haben diesen Trend erkannt und bieten für ihre Mitarbeiter Kurse zur Stressbewältigung an oder schaffen extra Entspannungszonen. Sehr viel Stress entsteht vor allem auf der Arbeit, dieser wird dann häufig mit in den privaten Bereich genommen.

Bildernachweis:
Titelbild – Haarausfall Urheber: tatyanagl / 123RF Standard-Bild
Mann mit Haarausfall Urheber: Kurhan / 123RF Standard-Bild
Zupftest Urheber: akz / 123RF Standard-Bild
Oragensaft Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com