Ein kleines Stück Hilfe im Alltag- Seniorenbetten: Informationen und Kauftipps

Mit dem fortschreitenden Alter kommen so manche Zipperlein und Probleme auf Senioren zu. Diese können sich zum Beispiel auch beim täglichen Zubettgehen und Aufstehen bemerkbar machen. Wie gut ist es da, dass die Industrie darauf reagiert und sich auf die ältere Kundschaft eingestellt hat. So auch bei Seniorenbetten. Was es genau mit diesen Betten auf sich hat und welche nützlichen Kauftipps es gibt, wird in unserem Artikel erläutert.

Seniorenbetten sind keine Pflegebetten

Zunächst einmal stellt sich überhaupt die Frage, was genau eigentlich ein Seniorenbett ist und welche Eigenschaften es auszeichnen. Fast jeder, der das erste Mal von einem “Bett für Senioren” hört, denkt unweigerlich an ein Pflegebett. Jedoch ist dies gerade nicht der Fall. Ein Seniorenbett ist keineswegs ein Pflegebett. Vielmehr handelt es sich bei einem Seniorenbett, welches sich lediglich in der Höhe des Rahmens und somit des Ein- und Ausstiegs unterscheidet. Da ältere Menschen zunehmend Probleme oder Schmerzen beim Aufstehen oder hinlegen verspüren, ist ein Seniorenbett dazu da, ein schmerzfreieres Aufstehen zu gewährleisten. Deshalb beträgt die Rahmenhöhe hier zwischen 42 und 60 Zentimetern. Dazu muss man natürlich auch die Matratze rechnen, die sich später im Bett befindet. Somit ist das Seniorenbett also höher als normale Betten. Neben diesem Merkmal weist ein Seniorenbett meist einen größeren Platz zwischen Bettunterkante und Fußboden auf. Entweder, um das Putzen zu erleichtern oder um zusätzliche Kisten für Kleidung oder Bettwäsche bequem deponieren zu können.

Was aber genau ist nun der Unterschied zwischen Senioren- und Pflegebetten?
  • Ein Pflegebett ist höhenverstellbar, ein Seniorenbett hingegen nicht.
  • Der Lattenrost lässt sich verstellen, um beispielsweise Kopf oder Beine höher zu lagern. Dies fällt beim Seniorenbett weg.
  • Zudem besitzt ein Pflegebett Rollen, um das hin- und herfahren in unterschiedliche Räume zu erleichtern.
  • Ein Pflegebett ist meist stabiler gebaut, da es ganz anderen Belastungen standhalten muss.
  • Der charakteristische Bettgalgen, also der Dreiecksgriff an einer Halterung, um sich beispielsweise hochzuziehen, zeichnet ebenfalls ein Pflegebett aus. Ein Seniorenbett besitzt all dieses nicht.
  • Seitengitter, um ein Herausfallen zu vermeiden, sowie spezielle Matratze runden den Charakter des Pflegebettes ab.

Somit lassen sich erhebliche Unterschiede zwischen einem Seniorenbett und einem herkömmlichen Pflegebett feststellen.

Der Mythos vom wenigen Schlaf

Viele ältere Menschen überlegen tatsächlich, ob sie überhaupt ein Seniorenbett “brauchen”. “Ich benötige ja eh nicht so viel Schlaf”, ist dann zum Beispiel ein Argument. Dieser Mythos stimmt nur bedingt. Vielmehr ändern sich die Schlafmuster. Ältere Menschen haben weniger Tiefschlafphasen, auch der REM-Schlaf sinkt. Dabei sind diese Phasen besonders wichtig, um einen erholten Schlaf zu führen. Somit spielt der Schlafkomfort gerade im gehobenen Alter eine wichtige Rolle, die man mit dem passenden Bett unterstützen sollte. Ein guter Schlaf bietet schließlich den perfekten Einstieg in den Tag.

Was beim Kauf eines Seniorenbettes beachtet werden sollte

Oftmals werden Seniorenbetten auch als “Komfortbetten” bezeichnet. Gemeint ist mit diesem Begriff, dass sich das Bett ganz auf den komfortablen Schlaf und auch das Aufstehen und Hinlegen ausgerichtet hat. Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, ob man ein Einzel- oder Doppelbett als Seniorenbett kaufen möchte, der Handel bietet selbstverständlich beide Ausführungen an. Zudem zeichnet sich ein Seniorenbett oft durch so genannte geschweifte Bettseiten aus. Dies meint lediglich, dass der Rahmen in der Mitte des Bettes niedriger ist, als am Kopf- oder Fußende. Es gibt sozusagen keine störende Kante, wenn man sich morgens hinsetzt. Das zweite Merkmal oder vielmehr das Auswahlkriterium ist die Bettgröße an sich.

Man kann wählen zwischen:

  • 160×200 cm, 180×200 cm oder 200×200 cm. Diese Angaben beziehen sich auf ein Doppelbett.

Wie oben bereits angedeutet, spielt der Bettrahmen beim Kauf eine große Rolle, um eine möglichst komfortable Höhe zu gewährleisten. So sollte man darauf achten, dass die Rahmenhöhe mindestens 42 cm beträgt, da dies als “Einstiegshöhe” eines Seniorenbettes gilt. Um die richtige Höhe zu wählen, sollte der, dem das Bett gehören soll, beim Kauf möglichst dabei sein und die Betthöhe testen.

Als Faustregel gilt: die Höhe ist dann richtig, wenn derjenige seitlich auf dem Bett sitzen kann und die Füße den Boden berühren. Sie sollten nicht in der Luft hängen, dann ist das Bett zu hoch. Wenn Knie und Becken parallel zum Boden angeordnet sind, ist die Höhe perfekt, da so das Aufstehen erleichtert wird. Sucht ein Seniorenpaar ein Doppelbett aus, so sollte man sich bei der Rahmenhöhe nach der kleineren Person richten, um die Höhe auszuwählen.

Auch beim Lattenrost kann man sich natürlich entscheiden, welchen man in seinem Seniorenbett gerne hätte. Etliche Modelle bieten Lattenroste mit elektrischem Antrieb an, um beispielsweise Füße oder auch den Kopfbereich zu verstellen und höher zu lagern. Hier muss der Nutzer individuell entscheiden, ob oder welchen Lattenrost er gerne hätte. Neben dem Lattenrost spielt auch die Wahl der Matratze eine wichtige Rolle. Die Matratze darf nicht zu weich sein und man sollte beim Liegen nicht darin “einsinken”, da die Bewegung im Schlaf sonst gestört werden kann. Auch hier sollte der potentielle Käufer mit bei der Auswahl sein und wenn möglich Probeliegen. Neben dem Bett an sich bieten sehr viele Händler auch passende Nachttische an, die sich bequem vom Bett aus erreichen lassen, da die anderen Nachttische sonst zu niedrig ausfallen würden. Falls es mit fortschreitendem Alter dennoch zu einer Pflegebedürftigkeit kommt, muss nicht immer sofort das Seniorenbett komplett ersetzt werden. Viele Händler und Onlineshops bieten Seniorenbetten an, die durch Zusatzmodule mit geringem Aufwand in ein Pflegebett verwandelt werden. Dies beinhaltet zum Beispiel die bereits oben beschriebenen Lattenroste, die sich in der Höhe verstellen lassen.

Seniorenbetten sind keineswegs die unpersönlichen und klinischen Pflegebetten, sondern ganz im Gegenteil: die Händler haben auf den demografischen Wandel reagiert, ohne das heutige Ästhetik Gefühl der Senioren aus den Augen zu verlieren. Die Betten mit entsprechendem Komfort sind in etlichen Holzarten, sowie Farben und Ausstattungen erhältlich, so ein wahrer Wohlfühlcharakter entsteht und sich das Bett wunderbar in das bereits bestehende Schlafzimmer einfügt. Aufgrund der im Text aufgeführten Vorteile, lohnt es sich, in ein vernünftiges Seniorenbett zu investieren, um sich den größtmöglichen Erholungsfaktor zu gönnen und der Gesundheit etwas Gutes zu tun.

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