Eingewachsener Zehennagel – was tun?

Es klingt harmlos, wird für den Betroffenen aber schnell zur Qual – der eingewachsene Zehnagel. Schmerzen bei jedem Schritt, drückende Schuhe und ständig ein Fremdkörpergefühl am Zeh sind nur die drei häufigsten Symptome, unter denen die Betroffenen leiden. Doch gegen den, medizinisch Unguis incarnatus genannten Problemfall, gibt es schnelle Hilfe beim Arzt.

Die Ursachen des eingewachsenen Zehnagels

Die meisten Menschen denken beim Thema eingewachsene Fußnägel an ältere Menschen und sehen sich nicht betroffen. In Wahrheit kann es jedoch jeden treffen, unabhängig vom Alter. In sehr vielen Fällen ist die Schneidetechnik verantwortlich für das Symptom. Wird der Nagel rund abgeschnitten, bis tief in die Nagelfalz, wächst die Kreatinplatte sehr schnell in das Fleisch ein und es entstehen Probleme.

Es ist empfehlenswert, die Fußnägel immer nur gerade abzuschneiden, um das Problem zu verhindern.

Fingernägel können problemlos rund abgeschnitten werden, beim Zehnagel hingegen ist das Problem, dass durch den Druck des Schuhwerks begünstigt wird, dass sich die Nagelkante in die Falz schiebt. Das allein ist bereits schmerzhaft, doch bedingt durch die kleine Verletzung an den Seitenwänden des Nagelbetts können Bakterien eindringen, die wiederum zu einer Entzündung führen. Auch wenn es in der Praxis nur selten passiert, kann eine solche Entzündung theoretisch auf den gesamten Fuß übergreifen und so zu einer Amputation führen.

Eingewachsene Fußnägel bei Diabetis
Diabetiker leiden häufiger unter eingewachsenen Zehnägeln / Bild: Pixabay.com/de – TesaPhotography

Krankheiten als Ursache für den eingewachsenen Zehnagel

Mitunter können sogar ernsthafte, körperliche Krankheiten die Ursache für wiederkehrend einwachsene Zehnägel sein. Diabetiker leiden häufig darunter, doch auch starkes Übergewicht kann ursächlich sein. Wenn aufgrund des Körpergewichts eine extreme Belastung auf dem Fuß liegt, drückt sich der Nagel beim Laufen stark in die Falz. Das Risiko, dass dieser einwächst, ist somit besonders hoch.

Behandlung des eingewachsenen Fußnagels

Wird der eingewachsene Fußnagel nicht behandelt, besteht das Risiko einer Infektion, die deutlich schmerzhafter enden kann, als die Ursache selbst. Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen, allerdings sollten sie grundsätzlich von einem Podologen oder einen Arzt durchgeführt werden. In den meisten Fällen besteht die Therapie darin, dass eingewachsene Nagelstück zu entfernen und mit Hilfe von Drainagen dafür zu sorgen, dass der Nagel normal aus dem Nagelbett rauswächst.

Leicht eingewachsene Fußnägel behandeln

Ist der Fußnagel noch nicht tief in die Nagelfalz eingewachsen, kann eine Tamponade oft noch zur Verhinderung weiterer Probleme hilfreich sein. Bei der Behandlung wird hier ein Stück Watte oder ein gerolltes Vlies zwischen Nagelkante und Nagelfalz gepresst und so der Druck von der empfindlichen Stelle genommen. Die Watte verhindert, dass der Nagel einwachsen kann und sobald er über die Kante hinausgewachsen ist, kann er, im besten Fall vom Fachmann, grade abgeschnitten werden. Immer häufiger wenden Podologen auch Kunststoffröhrchen an, die über die Nagelkante geschoben werden. Sie verhindern dass einwachsen des Nagels in die Falz und führen zu einer sofortigen Entlastung beim Betroffenen.

Operative Entfernung des eingewachsenen Zehnagels

Wenn der Nagel bereits sehr tief ins Fleisch gewachsen ist, ist der Leidensdruck bei den Betroffenen meist sehr hoch. Eine chirurgische Entfernung ist unumgänglich und kann ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Es kommen verschiedene Operationstechniken zum Einsatz, die Keilresektion ist eine der häufigsten. Hierbei wird ein Stück Nagel keilförmig ausgeschnitten und auch die Hornplatte aus dem Fleisch entfernt. Für den Betroffenen bringt dieses Verfahren sofort Linderung, die Schmerzen lassen nach, lediglich ein Wundschmerz ist vorhanden. Allerdings hat diese Methode einen immensen Nachteil, sie ist meist nicht nachhaltig. Wenn der Nagel nachwächst, ist das Risiko eines erneuten einwachsens hoch.

Nicht ganz so häufig, aber umso effektiver wird die Emmert-Plastik angewandt, bei der nicht nur der Nagel, sondern auch ein Stück der Nagelwurzel mitentfernt wird. Dies hat zur Folge, dass im betroffenen Areal kein Nagel mehr nachwächst und keine Gefahr mehr gegeben ist, dass der Fußnagel erneut einwächst. Auch bei Anwendung der Emmert-Methode sind die Beschwerden der Betroffenen sofort gelindert.

Eingewachsenen Zehnagel richtig behandeln
Verzichten Sie bei der Fußplege auf Nagelfeilen / Bild: Pixabay.com/de – byrev

Verhalten nach dem Eingriff

Wenn eine Operation erfolgt ist, muss der Fuß für mindestens zwei Wochen geschont werden. Eine regelmäßige Nachkontrolle durch den behandelnden Arzt ist unumgänglich. Da die betroffene Stelle in der Regel nicht vernäht wird, sollte der Arzt einen Blick auf die Wundheilung werfen. In den ersten Tagen nach der Operation ist es nicht möglich festes Schuhwerk zu tragen. Badesandalen oder entsprechend weiche Schuhe helfen dabei, die Wundfläche zu entlasten. Auch wenn noch eine Wundstelle vorhanden ist, muss der Fuß aufgrund der Bakterienbildung regelmäßig gereinigt werden. Dabei sollte aber darauf verzichtet werden, Seife oder andere parfümierte Produkte anzuwenden. Klares Wasser reicht aus, eventuell bietet sich auch ein Fußbad mit Kamillenzusatz an.

Vorbeugung gegen eingewachsene Fußnägel

Über Themen wie den eingewachsenen Zehnagel denkt man in der Regel nicht nach. Doch wenn du erstmal betroffen bist, wirst du dich nach schneller Hilfe sehnen.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, gibt es einige Möglichkeiten, dem einwachsenden Zehnagel vorzubeugen:

  • Fußnägel grundsätzlich gerade abschneiden, nicht rund feilen und auch nicht mit der Schere in die Ecken schneiden.
  • Regelmäßige Behandlung bei der Fußpflege.
  • Auf zu enges Schuhwerk verzichten und regelmäßig Barfuß laufen.
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