Leistenzerrung: Ursachen und Behandlung

Profisportler kennen das Problem, sei es beim Fußball, beim Hürdenlauf, als Skispringer oder Schwimmer. Eine falsche Seitwärtsbewegung und der Oberschenkel ist gezerrt, nun ist unter Umständen die kommende Saison gelaufen. Doch gerade im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen uns alle in die Natur treiben, sind auch wir Freizeitsportler nicht vor einer Sportverletzung gefeit. Ungeübte Muskeln, die plötzlich beim Kicken, Joggen oder Toben mit den Kids im Garten, ruckartig bewegt werden, erleiden einen regelrechten Schock. Der kalte Muskel überdehnt sich und kann sogar komplett abreißen. Eine Leistenzerrung, auch Adduktorenzerrung genannt, kann sehr schmerzhaft sein und sollte umgehend behandelt werden, damit keine Dauerschäden entstehen.

Die Ursachen für eine Leistenzerrung

Kalte Muskeln und Falsche Bewegung

Man nimmt es häufig nicht ernst. „Das bisschen Fußballspielen, da braucht man sich nicht aufwärmen, das geht auch so“. Noch während einem diese Gedanken durch den Kopf gehen, kommt der Stürmer der Gegenmannschaft angerannt, stellt einem unsanft das Bein, man macht eine ungewollte Grätsche, und schon ist es passiert. Ein stechender, brennender Schmerz durchzuckt den Oberschenkel. Eine Sehne oder ein Muskel ist angerissen, was das Weiterspielen unmöglich macht. Deshalb ist das Dehnen und Aufwärmen der Muskulatur unabdingbar und schützt definitiv vor schweren Verletzungen.

Ungeeignetes Schuhwerk

Auch beim Freizeitsport benötigt man die passende Ausrüstung. Wer viel Sport treibt, benötigt dringend das passende Schuhwerk. Gerade beim Laufen und Fußballspielen sollte man darauf achten, dass die Schuhe ein solides Profil und die richtige Höhe am Knöchel aufweisen. Somit kann man ein Ausrutschen oder Umknicken verhindern. Diese schlagartigen Bewegungen führen häufig zu Leistenzerrungen und Bänderüberdehnungen.

Alterungsprozess der Muskeln

Nicht nur unsere Haare werden grau. Der Muskelapparat wird mit zunehmendem Alter unflexibler, die Sehnen und Bänder verkürzen sich und auch der Knochenbau wird instabiler. Somit können außergewöhnliche, ungewohnte Bewegungen im Alter gefährlich werden.

Leistenzerrung beim Sport
Beim Sport kann es schnell zu einer Leistenzerrung kommen/ Bild: Pixabay.com/de – Barni1

Behandlung richtet sich nach dem Verletzungsgrad!

Zu der Adduktorengruppe im Oberschenkel gehören mehrere Muskeln, die für fast jede Bewegung benötigt werden. Die einzelnen Muskelpartien sind mit einer Vielzahl von Sehnen miteinander verbunden. Wird eine dieser Sehnen verletzt oder überdehnt, äußert sich das mit Schmerzen zwischen Oberschenkel und Lendenbereich, deshalb spricht der Fachmann von einer „Lendenzerrung„.

Die Medizin unterscheidet drei verschiedene Stufen, je nach Verletzungsgrad, wird dann die entsprechende Therapie eingeleitet:

1. Grad: Hier sind maximal 5 % der Muskeln und Sehnen betroffen. Dies äußert sich mit leichten Schmerzen, die nach 1 – 10 Tagen wieder abklingen.

2. Grad: Die Schmerzen sind schon bei kleinsten Bewegungen sehr stark. Dies bedeutet, dass die Adduktoren größere Faserrisse erlitten haben. Kleine Blutergüsse sind möglich. Die Zeit der Genesung kann hier bis zu 6 Wochen dauern.

3. Grad: Zusätzlich zu den oben genannten Faserrissen treten stechende Schmerzen auf, die größere Schwellungen und Blutergüsse mit sich bringen. Zudem fällt das Laufen oder Abknicken des Beines sehr schwer. Der Bewegungsmechanismus ist stark eingeschränkt, normales Auftreten ist zumeist nicht mehr möglich. In diesem Fall muss häufig operiert werden, zudem kann die Genesung inklusive Physiotherapie viele Monate dauern.

Was kann ich selbst tun?

Wer einen Verdacht auf Leistenzerrung hat, kann selbst einige Maßnahmen ergreifen, um Schadensbegrenzung zu betreiben.

Zuerst muss der verletzte Muskel gekühlt werden, nicht zu stark. Nur so, dass es eine angenehme abschwellende Wirkung hat. Die Kühlung verhindert die Einblutung, somit entstehen keine großen Blutergüsse. Danach muss das Bein hochgelagert werden, damit sich der Lendenbereich und alle Oberschenkelmuskeln entspannen können.

Und vor allem gilt, auch bei leichten Schmerzen – KEIN TRAINING – in den nächsten Tagen.

Das Bein muss in jedem Fall ruhiggestellt sein, um weitere Risse zu vermeiden.

Bei schweren Verletzungen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Danach sollten die Anweisungen des Physiotherapeuten befolgt werden. Man kann den Heilungsprozess beschleunigen, indem man Lymphdrainagen oder Kompressionsauflagen verwendet. Auch Wärmebehandlungen können eine Linderung bringen.

Was sich in jedem Fall empfiehlt, sind Salben, die es zumeist rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen gibt. Wer auf natürliche Stoffe besteht, sollte sich eine Arnika- oder Ringelblumensalbe besorgen. Häufig wird bei Sportverletzungen die sogenannte Pferdesalbe eingesetzt, diese wurde ursprünglich eigentlich für Sehnen- und Gelenkschmerzen bei Pferden verwendet und hat sich auch beim Menschen bewährt. Eine gute Pferdesalbe enthält: Arnika, Rosmarin, Kampfer und Menthol. Diese Wirkstoffe haben eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaft und werden sogar von Profisportlern als Präventionsmittel eingesetzt.

So kann jeder vorbeugen:
  • Vor dem Sport alle Muskelpartien aufwärmen. Dehnungsübungen machen, vor allem für die Beine und die Oberschenkel.
  • Stabile Sportschuhe, die das Bein ideal stützen und beim Laufen abfedern.
  • Regelmäßiges Training und Dehnungsübungen sind wichtig. Jedoch sollten die Muskeln sanft aufgebaut werden.
  • Eine Sportbandage und eine Salbe, an den vorbelasteten Stellen, helfen dabei weitere Verletzungen zu vermeiden.

Titelbild: Urheber: maridav / 123RF

Check Also

Bild schlafende Frau

Erschöpfungssyndrom: Was ist das Chronisches Müdigkeitssyndrom? – Was kann ich machen?

Immer schneller und effektiver kommunizieren, das Smartphone vor sich auf dem Schreibtisch ist ständig am …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.