Eiternde Wunden – was tun?

Unsere Empfehlung für eine schnelle Hilfe:

Eine Wunde kann sich jeder schnell mal zuziehen. Dabei muss diese gar nicht tief sein. Ein einfacher kleiner Kratzer oder eine Schürfwunde reichen aus, um den Körper in Alarmbereitschaft zu bringen. Denn häufig ist nicht nur die Epidermis, die uns vor der mit gefährlichen Viren und Bakterien belasteten Umwelt schützt, verletzt. Die eben genannten Bakterien gelangen durch den kleinsten Kratzer in den Körper und können zu Entzündungen und Eiterbildung führen. Doch dem nicht genug – ist das Immunsystem supprimiert, kann selbst ein harmloser Kratzer zu einer Blutvergiftung oder einer chronischen Wunde, die einfach nicht mehr heilen will, führen.

Was ist eigentlich Eiter

Eiter ist eine gelbliche bis gelbgrüne oft unangenehm riechende Flüssigkeit, die vom Körper als Immunabwehr gegen eindringende Bakterien gebildet wird. Die Leukozyten oder auch Helferzellen sollen die Bakterien fressen und so vor schlimmeren Erkrankungen bewahren. Der Eiter selbst ist also eigentlich gar nichts Schlimmes. Er ist nur ein Anzeiger eines arbeitenden Immunsystems vergleichbar mit Fieber.

Die Erstversorgung einer Wunde

Eine Wunde sollte immer gesäubert werden, damit Bakterien keine Chance haben, sich zu vermehren. Neben Jod eignet sich hochprozentiger Alkohol. Mit einem sauberen, am besten sterilen Tuch wird das Jod auf die Wunde aufgetragen. Die Bakterien geraten in einen Schock und trocknen aus. Anschließend solltest du die Wunde so verbinden, dass keine neuen Keime eindringen können.

Honig bei eiternden Wunden
Honig als Heilmittel bei eiternden Wunden / Bild: Pixabay.com/de – fancycrave1

Die Nachsorge

Um eine Eiterbildung zu verhindern, sind diverse Hausmittel, die entzündungshemmend wirken, empfehlenswert. Die Behandlung solltest du zwei- bis dreimal täglich wiederholen, bis sich ein Schorf gebildet hat und die Wunde nicht mehr schmerzt.

Die besten Hausmittel sind:

Honig
Honig ist ein uraltes antibakterielles Heilmittel.

Unerhitzt, da durch Hitze die elementare entzündungshemmende Gluconsäure zerstört wird, kann der Honig direkt auf kleinere Wunden aufgetragen werden.

Mit einem zusätzlichen Pflaster oder Verband solltest du die Wunde schützen. Die Gluconsäure erzeugt ein extrem saures Milieu, in dem sich Bakterien nicht wohl fühlen und sich schlecht reproduzieren können.

Noch bessere Erfolge werden erreicht, wenn du Honig mit frisch geriebenem Meerrettich mischt und ebenfalls aufträgst. Das ideale Mischungsverhältnis besteht aus neun Teilen Honig und einem Teil Meerrettich. Das Gewicht musst du nicht mit einer Feinwaage messen. Grobes Schätzen reicht vollkommen aus.

Propolis
Propolis oder auch Bienenharz hat wie der Honig selbst eine antibakterielle Wirkung. Die Bienen bestreichen ihren gesamten „Wohnraum“ mit der zähen Masse und verwenden sie praktisch als Fußabstreifer. In einem Stock, der mehrere 10 000 Bienen enthält, ist Sauberkeit und ein effektives Mittel gegen Bakterien unabdingbar. Propolis kannst du entweder direkt vom Imker oder in Online – Shops in verschiedenen Formen kaufen. Während der reine Propolis zäh ist und daher schlecht auf eine schmerzende Wunde aufgetragen werden kann, sind Propolistinkturen oder -cremes gut einsetzbar.

Zahnpasta bei Wunden
Zahnpasta hilft bei kleineren Wunden / Bild: Pixabay.com/de – stevepb

Zahnpasta
Kleinste Wunden, die schnell einen Schorf bilden, können auch mit Zahnpasta bedeckt werden. Diese enthält oft antibakterielle Wirkstoffe und die zähe Masse verschließt den Kratzer.

Kamillen- oder Wirsingblättertee
Zum Spülen, insbesondere von größeren Wunden, die länger brauchen, damit sich ein Schorf bildet, eignet sich ein Kamillentee. Dieser beruhigt die Haut und reinigt sie sanft. Bakterien werden einfach weggeschwemmt, wodurch die Immunabwehr entlastet wird. Die Essenz aus frischen Wirsingblättern hat den gleichen Effekt, ist jedoch stärker konzentriert und wirkt so bei höherer Infektionsgefahr.
Einfach den Wirsing mit einem Nudelholz zerquetschen bis der Saft austritt. Diesen musst du dann sanft im Wasserbad erhitzen, jedoch nicht kochen. 40 bis 50°C reichen aus, um die auf dem Wirsing sitzenden Bakterien abzutöten. Bei dieser mäßigen Hitzeeinwirkung bleiben die wertvollen, heilenden Bestandteile noch unversehrt.

Johanniskraut- oder Teebaumöl
Direkt auf die Wunde aufgetragen, haben es Viren und Bakterien schwer, sich zu vermehren.

Auch nachdem sich ein Schorf gebildet hat, kannst du diesen weiter mit den Ölen einreiben. Sie halten die Wunde weich und verhindern eine Narbenbildung.

Aloe Vera
Aloe Vera kann sowohl als nicht parfümiertes Gel erworben werden als auch als lebende Pflanze. Gel, welches frisch aus der Pflanze gewonnen wird, ist dabei besonders wirkungsvoll. Dafür wird ein Blatt der Aloe Vera abgeschnitten und das enthaltene Gel einfach auf die Wunde aufgetragen. Entfernst du nur immer wieder einmal ein Blatt, bleibt die Pflanze am Leben und du hast eine wunderschöne, anspruchslose, neue Zimmerpflanze. Im übrigen sind viele Aloe Vera essbar, sodass du die Reste des Blattes entweder direkt oder im Joghurt naschen kannst.

Vollkornbrot mit Zwiebeln
Etwas bizarr, jedoch dennoch sehr wirkungsvoll ist es, Vollkornbrot mit Zwiebelstückchen zu vermanschen. Dieses Püree auf die Wunde aufgetragen, verhindert die Eiterbildung.

Kamillentee bei eiternden Wunden
Kamillentee wirkt entzündungshemmend / Bild: Pixabay.com/de – condesign

Thymian und Kamille
Die Verbände über einer größeren Wunde sollten täglich gewechselt werden. Um etwaige Bakterien aus zu schwemmen, eignet sich ein Thymian- oder auch Kamillentee. Für den Thymiansud circa 20 g des Echten Thymians in einem Liter Wasser aufkochen.

Beachte:

Einer offenen Wunde musst du vor allem Zeit zum Heilen geben. Eigentlich ist unser Körper bestens gegen die bakteriellen Feinde gewappnet. Ständiges Zupfen an der schmerzenden Stelle ist der Wundheilung abträglich. Hat sich endlich ein Schorf gebildet, musst du diesen unbedingt in Ruhe lassen. Ja, er juckt, aber kratze ihn trotzdem nicht auf, denn sonst beginnt die Infektionsgefahr von Neuem.

Eiter hat sich gebildet – immer wieder reinigen

Hat sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch Eiter gebildet, musst du die Wunde täglich spülen. Neben den oben genannten Tees eignet sich ein 10 bis 15 minütiges Bad im warmen Kernseifenwasser. Die Kernseife erzeugt einen ph-Wert zwischen 8 bis 10, wodurch Eiter leicht weg gewaschen wird. Sollte sich die Wunde nach mehreren Tagen dennoch nicht verbessern, suche einen Arzt auf. Insbesondere wenn Fieber, Blässe und Schwindel auftreten, sind dies erste Anzeichen einer Blutvergiftung.

Chronische Wunden

Leider kommt es immer wieder vor, dass selbst mit einer ärztlichen Behandlung eine Wunde einfach nicht mehr heilen möchte. Die Gefahr an einer chronischen Wunde zu erkranken steigt mit dem Alter und bestimmten negativen Lebensumständen oder Erkrankungen. Besonders zu nennen sind Alkoholismus, Nikotinkonsum und Diabetes. Risikopatienten sollten daher auch bei kleineren Verletzungen zum Arzt gehen.

Titelbild: Urheber: maimento / 123RF

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