Fettsucht Adipositas – Ursache und Hife

Adipositas bzw. Fettsucht ist eine der sogenannten Zivilisationskrankheiten schlechthin. Umso wichtiger ist es, diese Sucht zu behandeln, zumal die Folgeerscheinungen von Adipositas sich gravierend negativ auf die Gesundheit der betroffenen Menschen auswirken.

Die Ursachen von Adipositas

Bevor überhaupt eine Behandlung erfolgen kann, ist die Ursache der Fettsucht abzuklären. Wichtig ist hierbei die Beantwortung der Frage, ob genetische Ursachen infrage kommen oder ob die Fettsucht ihre Ursachen in einer ungesunden Ernährung hat. In der Praxis spielen genetische Ursachen regelmäßig eine untergeordnete Rolle. Dennoch dürfen diese Ursachen nicht verkannt werden, wobei auch zu berücksichtigen ist, dass neben einer angeborenen Neigung zu Übergewicht mitunter auch falsche Ernährungsgewohnheiten eine große Rolle spielen.

Diese wirken sich regelmäßig schon dann fatal aus, wenn bei der betreffenden Person ansonsten keine genetischen Ursachen infrage kommen. Eine falsche Ernährung ist folglich Hauptursache Nummer eins. Falsche Ernährung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zum einen zu viel Nahrung und zum anderen zu wenig qualitätsmäßig hochwertige Lebensmittel konsumiert werden. Diese Problematik tritt regelmäßig in Kombination mit einem Mangel an Bewegung auf. Betroffen hiervon sind Jung und Alt.

Erwachsene übernehmen im Übrigen, was ungesunde Ernährungsgewohnheiten anbelangt, eine negative Vorreiterrolle. Es leiden nicht umsonst viele Kinder und Jugendliche an Fettsucht, weil deren Eltern bereits im Kleinkindalter ihre Sprösslinge mit zu viel Süßigkeiten versorgt und auch ansonsten die Ernährung ihrer Kinder in falsche Bahnen gelenkt haben.

Hier gilt der für Eltern sehr verantwortungsvolle Grundsatz:
Vorbeugen ist besser als heilen. Eine Fettsucht zu heilen, ist schwieriger als ihr vorzubeugen, aber dank guter möglicher Hilfeansätze nicht unmöglich.

Behandlungsansätze zur Bekämpfung der Adipositas

Der unter einer Fettsucht Leidende muss im Prinzip sein komplettes Leben auf eine andere und damit gesündere Basis stellen. Gelingt dies nicht alleine, und dies ist nicht selten der Fall, bedarf es in schweren Fällen der Adipositas unbedingt einer kompetenten ärztlichen Begleitung. Im Zweifelsfall sollte ohnehin ein Facharzt bzw. ein Ernährungsberater zurate gezogen werden. Zunächst einmal gibt es bei der Behandlung von Fettsucht zwei wichtige Säulen: eine ausgewogene Ernährung und (mehr) Bewegung.

Das kurz- bis mittelfristige Ziel sollte sein, ein reduziertes Gewicht zu realisieren, um ein höheres Maß an Lebensqualität zu erlangen. Zudem sollte die Zielsetzung realistisch sein. Eine Gewichtsreduktion innerhalb kürzester Zeit auf Normalgewicht ist zum einen kaum möglich und zum anderen gesundheitlich bedenklich. Es besteht die Gefahr des vorzeitigen Scheiterns, was sogar letztendlich zu einer Verschlimmerung der Adipositas führen kann. Selbst wenn es zu einer kurzfristig starken Gewichtsreduktion kommt, bedeutet dies noch lange nicht, dieses Gewicht auf Dauer stabilisieren zu können. Aber gerade darauf kommt es an! Gelingt dies jedoch nicht, kommt es häufig zu dem berühmt berüchtigten Jo-Jo-Effekt. Dieser führt wieder zu einer überproportionalen Gewichtszunahme mit der Folge, dass der Betroffene genauso schlecht oder sogar noch schlechter dasteht als am Anfang seiner Diät.

Besser ist es daher auf jeden Fall, zunächst einmal eine geringere Gewichtsreduktion zu erzielen und dieses Gewicht mittel- bis langfristig zu halten.

In Abhängigkeit von der Schwere der Adipositas ist eine jährliche Gewichtsreduktion von 5-8 kg als realistisch zu betrachten.

Wenn beispielsweise die Ernährung so umgestellt wird, dass der tägliche Bedarf an Kilokalorien rund 500-1000 kcal unter dem durchschnittlichen Tagesumsatz liegt, ist solch eine Gewichtsreduktion machbar. Um dies reduzierte Gewicht zu erreichen und dann auch zu erhalten, bedarf es folglich einer radikalen Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Neben der Quantität der zu konsumierenden Lebensmittel ist zudem ein Hauptaugenmerk auf die Qualität der Ernährung zu richten. Hier ist ein grundsätzlicher Verzicht auf Lebensmittel mit einem zu hohen Fettanteil geboten. Gesättigte Fettsäuren und kurzkettige Kohlehydrate sind folglich grundsätzlich tabu. In der Praxis kommt dies einem regelmäßigen Verzicht auf Süßigkeiten, Fast Food und u. a. Alkohol gleich. Dies ist am Anfang schwer; aber der Körper kann sich relativ schnell umstellen. Wenn diese Ernährungsumstellung kombiniert wird mit einer geeigneten ausreichenden sportlichen Betätigung von 3 – 5 Mal pro Woche von jeweils einer halben bis zu einer Stunde, kommt es grundsätzlich zu einer nachhaltigen Gewichtsreduktion. Die im Körper herrschenden Stoffwechselprozesse stellen sich auf eine positive Art und Weise um. Der Körper verbraucht mehr Energie als er zu sich nimmt. Anfängliche Hungergefühle lassen merklich nach.

Hilfe bei Adipositas
Sind Appetitzügler wirklich gesund? / Bild: Pixabay.com/de – condesign

Mit Medikamenten gegen Fettsucht

Sicherlich gibt es auch die Möglichkeit, mit der Einnahme von Medikamenten gegen die Fettsucht anzugehen. Bei diesen Medikamenten handelt sich in erster Linie um sogenannte Appetitzügler. Hier ist es der einzig zugelassene Wirkstoff Orlistat, dessen Wirkungsweise darin besteht, die Aufnahme von Fett zu stören. Ob dies gegen Fettsucht nachhaltig hilft und möglicherweise nicht die Gesundheit schädigt, bleibt stets einer Einzelfallprüfung überlassen. Hier ist es ausschließlich der kompetente medizinische Rat, auf den man sich verlassen darf. Angesichts der möglichen Nebenwirkungen sollte ohnehin solch eine Behandlung gegen Fettsucht nur unter einer fachärztlichen Aufsicht erfolgen. In der Praxis ist es so, dass die Einnahme dieses Wirkstoffes nur dann angezeigt ist, wenn die Lebensumstellung und die Diät ansonsten keine Wirkung hätten. In diesem Fall wird eine begleitende Therapie zur Bekämpfung der Fettsucht durch entsprechende Medikamente aber nur vorübergehend infrage kommen.

Adipositas
Operationen erfolgen nur in Ausnahmefällen / Bild: Pixabay.com/de – tpsdave

Chirurgische Hilfen

Es gibt natürlich auch chirurgische Eingriffe zur erfolgreichen Behandlung der Fettsucht.

So können u. a. folgende medizinische Mittel durch kleinere operative Eingriffe Hilfe versprechen:
  • Magenballon
  • Magenband
  • Magenbypass
  • Dünndarmbypass
  • Magenschrittmacher

Operative Eingriffe, auch wenn Sie lediglich minimalinvasiv sind, sollten natürlich nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen. Hier bestimmen die Mediziner, ob überhaupt und gegebenenfalls welcher Eingriff in Frage kommt. Wird ein Magenbypass oder ein Dünndarmbypass gelegt, ist dieser Eingriff nicht revisibel. Anders ist es, wenn durch die Verwendung eines Magenbandes oder eines Magenballons die Aufnahmekapazität des Magens reduziert wird. Sowohl der Magenballon als auch das Magenband können wieder entfernt werden. Die oben genannten Eingriffe sorgen auf jeden Fall für ein früheres Sättigungsgefühl bei der Nahrungsaufnahme. Durch diese Maßnahmen können im Einzelfall im Rahmen der Bekämpfung der Fettsucht sehr gute Erfolge erzielt werden. Auch die Verwendung eines Magenschrittmachers führt durch elektrische Impulse zu einem frühzeitigeren Sättigungsgefühl. Zudem werden bei der Verwendung eine Magenschrittmachers Ernährungsgewohnheiten dokumentiert.

Fazit: Es gibt sehr gute Behandlungsansätze, um eine Fettsucht zu heilen. In schweren Fällen ist eine medizinische Begleitung angezeigt. Jedenfalls kann der Fettsucht regelmäßig gut begegnet werden. Mut und weitere Hilfestellungen kann der Betroffene in Selbsthilfegruppen für unter Adipositas Leidende erfahren.

Titelbild: Pixabay.com/de – stux

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