Gebärmuttersenkung: Was ist das und was kann ich tun?

Wenn einige unangenehme Symptome im Unterleib auftreten, so kann die Ursache eine Gebärmuttersenkung sein. Je älter eine Frau wird, je mehr schwere, körperliche Arbeit ausgeführt wird und je mehr Kinder die Frau auf die Welt gebracht hat, desto mehr wird die Gebärmutter beansprucht und kann sich absenken.

Eine Gebärmuttersenkung – was ist das?

Wenn die Gebärmutter sich tiefer in das kleine Becken verlagert, als es ihre natürliche Beweglichkeit zulassen würde, liegt eine Gebärmuttersenkung vor. Die Schwerkraft zieht im aufrechten Gang an den inneren Geschlechtsorganen, welche durch eine Kombination von Bändern im Becken festgehalten werden. Durch andauernde Belastung und mit den Jahren leiern diese Bänder natürlicherweise aus. Bei fast jeder Frau ist mit den Wechseljahren der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die Gebärmutter absenkt. Frauen mit schwachem Bindegewebe und einer unzureichend trainierten Beckenbodenmuskuskulatur sind besonders gefährdet.

Eine Gebärmuttersenkung kann vorübergehend sein. Nach einer vaginalen Geburt kann sich die Gebärmutterabsenkung wieder zurückbilden. Beschwerden werden bei der Betroffenen nicht immer ausgelöst, so dass häufig nicht einmal ein Arzt konsultiert wird. In extremen Fällen rutscht die Gebärmutter teilweise bis ganz aus der Scheide heraus. Es kommt zu einem Uterusprolaps, der einen Arztbesuch zwingend notwendig macht.

Ursachen für eine Gebärmuttersenkung

Meistens sind mehrere Faktoren an der Gebärmuttersenkung beteiligt. Vorwiegend betroffen sind Frauen mit einer Bindegewebsschwäche und einem stark belasteten Beckenboden. Jede vaginale Geburt, schwere körperliche Tätigkeiten wie das Heben von schweren Lasten, Übergewicht, chronische Verstopfung und chronischer Husten können die Muskulatur des Beckenbodens überanstrengen. Meist ist auch die Bauchmuskulatur, die dabei hilft die inneren Geschlechtsorgane am Platz zu halten, nicht ausreichend ausgeprägt.

Gebärmuttersenkung nach Geburt
Häufig kommt es nach einer Geburt zu einer Gebärmuttersenkung / Bild: Pixabay.com/de – Profile

Krankheitsbild der Gebärmuttersenkung

Wenn die Gebärmutter tiefer ins kleine Becken rutscht als es einer natürlichen Bewegung entsprechen würde, so liegt eine Gebärmuttersenkung vor. Bei diesem Krankheitsbild kommt es häufig zu einer Stressinkontinenz, bei der unwillkürlich Urin beim Husten, Niesen oder bei körperlicher Anstrengung abgeht. Oft treten in der Kreuzbeingegend dumpfe Schmerzen auf. Hat eine Patientin alte Narben oder Verwachsungen, an denen die Gebärmutter zerrt, treten starke Schmerzen auf.

Je stärker die Gebärmutter abrutscht, desto schlimmer wird das Druckgefühl.

Die Gebärmutter drückt bei ausgeprägtem Krankheitsbild auf die Blase, was zu häufigem Wasserlassen führt. Da sich gelegentlich in der Blase Restharn staut, können zudem Harnwegsinfektionen ausgelöst werden. In einigen Fällen kann es im Darmbereich zu Verstopfungen kommen. In extremen Fällen kann die Gebärmutter ganz oder teilweise vor die Vulva rutschen.

Auswirkungen der Gebärmuttersenkung

Durch die Gefahr des unwillkürlichen Urinverlustes, die ständig drohen, schränkt Patientinnen häufig in ihrer Beweglichkeit ein. Körperliche Anstrengungen und bestimmte Sportarten führen fast automatisch zum Einnässen. Bei einem Totalvorfall tritt durch die Scheide der Muttermund nach außen. In der Folge wird die Scheidenflora gestört, was zu Entzündungen führen kann. Zum anderen kann es durch Reibung am empfindlichen Muttermund zu Druckgeschwüren kommen. Die Frauen leiden mitunter unter blutigem Ausfluss.

Symptome der Gebärmuttersenkung

Im Normalfall ist eine Gebärmuttersenkung nicht dramatisch. Die eher peinlichen Symptome sind allerdings ein Stressfaktor. Auf der anderen Seite gibt es auch Frauen, die keine Symptome verspüren. Durch die Veränderung der Gebärmutterposition kann diese unter Umständen auf Blase, Enddarm oder Scheide drücken. Je nach Druckverhältnis kann es zu den bereits beschriebenen Symptomen kommen. Zudem können auch andere Organe in ihrer Lage etwas verschoben werden. So wölbt sich die Scheide etwas vor und die Harnblase kann sich in Richtung Scheide schieben. Dies kann zu einem Blasenvorfall oder einer Zystozele führen.

Therapie bei einer Gebärmuttersenkung

Die Behandlung einer Gebärmuttersenkung ist grundsätzlich nur angesagt, wenn Beschwerden auftreten. Welche Therapie notwendig wird, hängt vom Grad der Gebärmuttersenkung, vom Alter der Patientin, vom eventuellen Kinderwunsch und von der Verfassung der Patientin ab. Leichten Formen der Gebärmuttersenkung kann mit einem regelmäßigen Beckenbodentraining entgegengewirkt werden. Zudem kann eine lokale Behandlung mit Östrogencremes oder -zäpfchen empfohlen sein, sofern die Patienten die Wechseljahre hinter sich hat. Bei schweren Fällen allerdings kann nur eine Operation Abhilfe schaffen.

Liegt kein Kinderwunsch mehr vor, so kann eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) erfolgen. In diesem Fall muss der Scheidenblindsack in der Beckenhöhle durch einen speziellen Gewebestreifen fixiert werden. Damit wird ein Vorfall verhindert. Ältere Patientinnen und solche denen keine Operation zugemutet werden kann, werden in der Regel mit einem Pessar behandelt. Die Einführung eines Pessars ist allerdings nur eine Notlösung. Um Entzündungen und Druckgeschwüren vorzubeugen, muss das Pessar alle 6 bis 8 Wochen gewechselt werden.

Prognose und Verlauf der Gebärmuttersenkung

Sport bei Gebärmuttersenkung
Joggen als mögliche Therapie bei einer Gebärmuttersenkung / Bild: Pixabay.com/de – skeeze

Eine Behandlung kann bei der Gebärmuttersenkung nur symptomatisch erfolgen. Zudem kann die Symptomatik immer wieder auftreten. Einzig das Risiko lässt sich verringern. Meistens wird eine operative Behandlung daher nur durchgeführt, wenn die Patienten ihre Familienplanung abgeschlossen hat.

Beckenbodentraining zur Vorbeugung

Die Stärkung des Beckenbodens erfolgt durch jede Art von Bauch-Beine-Po-Training im Fitnessstudio oder durch Joggen. Zudem gibt es spezielle Übungen, die so genannte Beckenbodengymnastik, die gezielt die Muskeln im Beckenbereich kräftigen.

Eine Gebärmutterabsenkung allerdings lässt sich durch das Training des Beckenbodens nicht rückgängig machen. Eine positive Wirkung ist aber nicht, von der Hand zu weisen. Schließlich kann eine gestärkte Muskulatur des Beckenbodens verhindern, dass die Position der Gebärmutter sich weiter verändert.

Zudem wirkt sich das Beckenbodentraining positiv auf die Inkontinenz aus, so dass weniger Urin verloren wird.

Titelbild: Pixabay.com/de – therapractice

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