Geschwollenes Knie – Gehen, laufen, hocken unmöglich!

Welche Leistungen unser Körper tagtäglich vollbringt, wird uns erst so richtig deutlich, wenn auf einmal nichts mehr funktionieren will. Gerade noch gehörte Joggen und Springen zum Alltag und im nächsten Augenblick fällt selbst Stehen und langsames Gehen schwer – von den begleitenden Schmerzen mal ganz abgesehen. Mit einem geschwollenen Knie fühlt sich jeder gleich um Jahrzehnte gealtert.

Ursachen für Schwellungen am Knie

Es ist gar nicht verwunderlich, dass gerade unser größtes Gelenk besonders stör- und verletzungsanfällig ist. Denke nur an das alltägliche Gewicht, das auf diesem hochkomplexen Drehwinkelgelenk lastet. Aufgrund des großen Bewegungsspielraums und des vielschichtigen Zusammenarbeitens von Knochen, Knorpel, Sehnen, Miniskus, Bändern, Muskelansätzen und umliegenden Weichgewebes sind viele Probleme vorprogrammiert. Da das Gelenk selbst nicht durch Muskeln fixiert, sondern von Sehnen und Bänder zusammengehalten wird, kann das Kniegelenk nur vergleichsweise geringe Lasten tragen. Es hält etwa 500 kg aus – zum Vergleich: das Hüftgelenk erträgt die doppelte Belastungsintensität.

Bei jungen Menschen bereiten vor allem Traumata Probleme. Degenerative Prozesse führen meist erst im Alter zu starken Schmerzen. Doch kann ein geschwollenes Knie nicht nur die Folge einer Verletzung oder eines altersbedingten Verschleißes sein. Viele entzündliche Erkrankungen, die zum Teil den gesamten Körper befallen, zeigen sich in geschwollenen, schmerzenden Knien. So unterschiedlich die Ursachen sind, fallen auch die Behandlungsmöglichkeiten aus.

Entzündliche Ursachen sind Viren, Bakterien und Pilze.

Darunter auch:

  • Röteln
  • Hepatitis B und C
  • HIV
  • Borreliose
  • Candida
  • Salmonellen
  • Streptokokken
  • Neisserien
  • uvm.

Traumatische Ursachen können sein:

  • Frakturen
  • Prellungen
  • Verrenkungen
  • Bänder- und Sehnenverletzungen
  • Miniskus

Degenerative und altersbedingte Ursachen sind:

  • Arthrose
  • Arthritis
  • Rheuma
  • Gicht
  • Pseudogicht
  • uvm.

Es gibt aber auch noch viele weitere Umstände und Erkrankungen:

  • Hämophilie
  • Tumore
  • Fehlbelastungen durch X- und O-Beine
  • Übergewicht
  • exzessiver Sport
  • Fibromyalgie
  • Rücken- und Muskelschmerzen
  • uvm.

Aufgrund der dargestellten Komplexität ist es ratsam, bei Beschwerden, die länger als vier Tage anhalten oder sich gar zügig verschlechtern, grundsätzlich den Hausarzt oder Orthopäden zu konsultieren. Nur so können chronische Beschwerden und weitreichende Folgeschäden ausgeschlossen werden.

Arnika
Arnika hilft bei Prellungen

Erste Maßnahmen nach einem Trauma

Schwellungen sowie Schmerzen sind Warnzeichen des Körpers, die nicht einfach ignoriert werden dürfen. Eine Entlastung und möglichst absolute Ruhe sind unbedingt zu befolgen. Am besten wird das Knie auf Höhe des Herzens gelagert. So wird die Durchblutung erhöht und eine Schwellung kann schneller abklingen. Die Gefahr, dass sich nach einer Verletzung Wasser oder Blut ansammelt, wird ebenfalls verringert.

Das geschwollene Knie zu kühlen, ist eine gute, akute Maßnahme. Dies kann mit einem Eisbeutel oder auch einem Beutel gefrorener Erbsen geschehen. Wenn die extreme Kälte bei der bestehenden Verletzung oder grundsätzlich, aus individuellen Gründen, als unangenehm empfunden wird, kann auch eine Kühlung mittels Quarkbandagen stattfinden. Auch Kohlwickel kühlen nicht nur, sondern geben ebenfalls entzündungshemmende Stoffe ab, sodass die Schwellung schneller abklingen kann und Entzündungen vermieden bzw. verringert werden.

Für einen Kohlwickel werden frische Blätter von der großen Mittelader befreit und mit einer Flasche oder dem Nudelholz platt gewalzt. Dabei treten die heilenden Säfte aus, sodass die Kohlblätter direkt auf das Knie gelegt werden können. Mit einem Verband bedeckt, können so die wertvollen Essenzen eindringen und ihre heilende Wirkung entfalten.

Durch Bandagen kann das Knie zusätzlich stabilisiert und ruhig gestellt werden. Ist die Schwellung bereits am Abklingen und eine mäßige Belastung wieder ertragbar, kann mit Kinesiologie Tapes gearbeitet werden. Diese werden auf die Haut geklebt und halten bis zu einer Woche. Selbst Duschen ist kein Problem. Die Kinesiologie Tapes wirken wie zusätzliche Bänder, die das Knie stabilisieren ohne dessen Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Als homöopathisches Mittel gegen Prellungen und Verstauchungen kann Arnika empfohlen werden. Eine Therapie mittels Traumeel senkt das Risiko einer Entzündung. Auch zur sanften Schmerztherapie ist es nebenwirkungsfrei einsetzbar. Ebenfalls als äußerst wirkungsvoll und wohltuend bei Prellungen und Verstauchungen hat sich eine Bandage mit essigsaurer Tonerde bewährt. Diese ist in der Apotheke erhältlich und wird einfach auf das Knie aufgetragen und mit einer Bandage stabilisiert. Mehrfach wiederholt sorgt es für eine schnelle Schwellungsminderung, Kühlung und Reduzierung des Schmerzes.

Nach einer Fraktur helfen calcium-, mangan- und eisenreiche Nahrungsmittel zu einer schnellen Genesung. Als besonders geeignetes Heilkraut für die Knochenregeneration ist Franzosenkraut zu nennen.

Entzündete Knie

Liegt kein Trauma vor, muss eine Entzündung in Betracht gezogen werden. Dieses lässt sich durch ein übermäßig heißes, geschwollenes und gerötetes Knie erkennen. Mit einer Entzündung ist nicht zu scherzen und ein Arzt sollte umgehend konsultiert werden. Nicht nur, dass die Entzündung schlimmstenfalls zu einer Gelenkvereiterung und damit zu einer dauerhaften Zerstörung des Knorpelgewebes führen kann, auch Begleiterkrankungen wie die unbehandelte, sogar tödliche Sepsis (Blutvergiftung) kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist von schmerzstillenden Medikamenten, die zugleich fiebersenkende Wirkungen haben, dringend abzuraten. Aspirin und Ibuprofen senken das Fieber, sodass dieses Symptom als Warnzeichen schnell übersehen wird.

Wurde ärztlich abgesichert, dass es sich nicht um solch folgenschwere Entzündungen oder gar um eine den ganzen Körper betreffende Erkrankung handelt, kann die Entzündung auch zusätzlich mit Hausmitteln behandelt werden. Entzündungshemmende Wirkungen haben Bandagen aus Kohl, Beinwell sowie Spitzwegerich. Der Verzehr von Schafgabe und Gundermann wirkt ebenfalls unterstützend.

Spargel
Bei einem Gichtanfall sollte man auf Spargel verzichten

Chronische Beschwerden

Bei chronischen und degenerativen Beschwerden solltest du vor allem die Belastung auf das Knie verringern. Neben der Reduzierung möglichen Übergewichts ist auch der Nikotinkonsum und fetthaltige Lebensmittel schädlich fürs Knie. Bestimmte Bewegungen wie das Knien und Hocken belasten die Knie besonders stark. Aber auch Sportarten, die plötzliches Abbremsen erfordern, wie beim Tennis und Squash, führen zu Verschlimmerungen. Schwimmen, Walken, Fahrradfahren sowie Yoga, Thai Chi und Gymnastik sind knieschonend. Orthopädische Schuheinlagen und der Verzicht auf High Heels verringern die Belastung auf die Kniegelenke. Für eine weitere Entlastung können regelmäßig Kinesiologie Tapes getragen werden.

Gerade bei arthritischen Beschwerden kann eine erhöhte Zufuhr von Glucosamin helfen. Dieses gilt als essentieller Bestandteil der Knorpelgewebe aller Gelenke als auch als ein Baustein der Synovialflüssigkeit, also der Gelenkschmiere. Glucosamin gibt es entweder als Nahrungsergänzungsmittel oder aber in erhöhten Mengen in Muscheln, Krebstieren und den Knorpelgeweben aller Säugetiere.

Gegen Gichtanfälle hilft eine dauerhafte Reduzierung der Harnsäure im Blut. Dafür sollte auf bestimmte Nahrungsmittel wie Spargel, Alkohol, Milch- und Fleischprodukte, Kaffee, Tee und zuckerhaltige Nahrungsmittel bestmöglich verzichtet werden.

Gegen chronisch geschwollene Knie hat sich Bienengift als wirkungsvolle, neue Behandlungsmöglichkeit herausgestellt. Dafür lässt man regelmäßig eine Biene in das betroffene Knie stechen. Das Gift wirkt zum einen entzündungshemmend, zum anderen versetzt es den gesamten Körper in Alarmbereitschaft, sodass dieser seine Aufmerksamkeit speziell auf diese Region richtet. Mit der erhöhten Aufmerksamkeit beheben die körpereigenen Abwehr- und Reparaturdienste Probleme in diesem Bereich besonders schnell. Gerade bei Rheuma wirkt sich das Gift jedoch nicht nur auf diese eine Körperregion positiv aus. Vorsicht ist jedoch bei einer nicht selten vorkommenden Allergie gegen Bienengift anzuraten. Dieses solltest du im Vorhinein durch einen ärztlich durchgeführten Allergietest ausschließen.

Bilder: Pixabay.com/de

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