Ernsthafte Gesundheitsbeschwerden: Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Krankheiten kommen immer ungelegen. Es gibt schließlich keinen richtigen Zeitpunkt, um krank zu sein. Doch was ist, wenn eine ernsthafte Krankheit außerhalb der regulären Praxiszeiten droht? Viele Menschen fragen in solchen Situationen Dr. Google. Die Antwort ist immer dieselbe: Der Weg ins nächst gelegene Krankenhaus wird angeraten. Doch die Notaufnahme ist nur dann die richtige Anlaufstelle, wenn es tatsächlich erforderlich ist, stationär aufgenommen zu werden.

Krankentransporte kosten Millionen

Schaut man sich das Gesundheitswesen einmal genauer an, fällt die Geldnot ins Auge. Angesichts dieser sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Krankenkassen eine Kampagne starten, um aufzuzeigen, wohin sich Kranke im Ernstfall wenden sollten. Doch die Zuständigkeitsbereiche werfen nach wie vor Fragen auf. Im Grunde genommen, lassen sich viele Beschwerden auch ohne einen passenden Ansprechpartner behandeln.

Zum Beispiel mit entsprechenden Hausmitteln, welche bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden können:

Eine Hausapotheke sollte jeder zu Hause haben. Diese umfasst vorzugsweise Nasentropfen, Schmerzmittel, sowie Tabletten gegen Übelkeit und Durchfall. Bestimmte Beschwerden können auch bis zum nächsten Morgen mittels Wärmflasche oder Kühlpack gelindert werden. Zahlreiche Krankenhausärzte sind immer wieder verärgert darüber, wie viele Menschen wegen Bagatellen den Weg in die Notaufnahme suchen. Diesbezüglich sollte ein Umdenken stattfinden, denn die Notaufnahme ist wie der Name bereits suggeriert, nur für echte Notfälle gedacht.

Bild Bauchschmerzen
Bei leichten Bauchschmerzen muss man nicht gleich in die Notaufnahme.

Zahlreiche Rettungseinsätze sind überflüssig

Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr erreichbar. Diese sollte aber nur bei ernsthaften Beschwerden gewählt werden. Zum Beispiel, wenn ein Patient nicht mehr ansprechbar ist, wenn sich jemand ein Bein oder einen Arm gebrochen hat oder wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt besteht. Die Explosion der Gesundheitskosten ist unter anderem auf Menschen zurückzuführen, welche leichtfertig das Blaulicht für sich beanspruchen, um dadurch schnell zu ärztlicher Hilfe zu kommen. Diese Fahrlässigkeit betrifft aber auch betrunkene Menschen, welche geistesabwesend Rettungseinsätze auslösen, obwohl diese nicht erforderlich sind. Die Zahl ist schockierend: 60 bis 80 Prozent der Rettungswageneinsätze sind überflüssig. In diesen Fällen reicht der Besuch des hausärztlichen Bereitschaftsdienstes aus.

Bereitschaftsarzt: Alternative zur Notaufnahme

Niedergelassene Ärzte in Bereitschaft gibt es rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Den Namen eines Bereitschaftsarztes erfahren Patienten aus der Zeitung. Alternativ kann man auch direkt in einer Praxis anrufen. Dort läuft in der Regel eine Bandansage, welche auf den diensthabenden Arzt hinweist. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder der Bereitschaftsarzt macht einen Hausbesuch und kommt zu dem Patienten oder der Arzt bestellt den Patienten in die Praxis. Hin und wieder kommt es vor, dass Patienten in die Notfall-Ambulanz bestellt werden. In der Regel dauert dieser Prozess weniger als eine Stunde und die Krankenkassen tragen dabei keine hohen Kosten.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst für Privatpatienten und Selbstzahler

Wer privatversichert oder Selbstzahler ist, hat die Möglichkeit einen privatärztlichen Bereitschaftsdienst zu nutzen. Der ärztlicher Notdienst Medlanes kooperiert mit entsprechenden Bereitschaftsärzten und vermittelt Hausbesuche für Selbstzahler und privatversicherte Patienten. Hier profitieren Betroffene vor allem von einer flexiblen Termingestaltung, da die Ärzte des Netzwerks von Medlanes rund um die Uhr Bereitschaft haben, sodass auch an Wochenenden und Feiertagen ein Arzt frei gewählt werden kann. In der Regel handelt es sich dabei um einen Arzt in Wohnortnähe.

Krankenhausärzte sind überfordert

Wer zum Beispiel der Meinung ist, sich mit einer Darmgrippe in die Notaufnahme zu begeben, darf sich nicht wundern, wenn er vom Arzt kurzerhand in ein Klinikbett gesteckt wird. Dabei kann es gut und gerne passieren, dass eine Magenspiegelung angeordnet wird und er Patient erst drei Tage später wieder entlassen wird. Dies ist häufig darauf zurückzuführen, dass Krankenhausärzte sehr jung und noch unerfahren sind. Aus diesem Grund scheuen diese davor, einen Patienten wieder wegzuschicken. Dies ist ihnen aber auch nicht zu verdenken. Denn auch wenn ein Krankenhausarzt noch jung und unerfahren ist, so geht er zurecht davon aus, dass er nur bei ernsthaften Beschwerden konsultiert wird. Schließlich haben Krankenhausärzte mit ihrer Arbeit auf der Station ohnehin schon allerhand zu tun. Würden die Menschen bei Lappalien abwarten, den Bereitschaftsdienst nur falls nötig konsultieren und eine Rettungswagen nur bei echten Notfällen rufen, würden sich jährlich Millionen einsparen lassen.

Arzt im Krankenhaus

Bagatellen fördern gefährliche Wartezeiten

Natürlich fangen wir an uns Sorgen zu machen, wenn wir von ernsthaften Beschwerden betroffen sind. Doch es ist nicht immer leicht, ernsthafte Beschwerden von Bagatellen zu entscheiden. Schließlich ist das auch der Grund dafür, weshalb wir ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen und müssen. Doch bevor es ins Krankenhaus geht, sollte zunächst die Nummer des Bereitschaftsdienstes gewählt werden. Diese lautet 310031 oder 116117. Das Problem mit den Rettungsstellen bezieht sich darauf, dass diese völlig überlastet sind. Jedes Mal, wenn ein Patient mit weniger ernsten Beschwerden in die Notaufnahme kommt, kann es passieren, dass Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen warten müssen. Deshalb spielt auch die Dauer der Symptome eine entscheidende Rolle. Wenn ein Patient beispielsweise starke Schmerzen in der Brust hat, wird er zunächst gefragt, wie lange die Beschwerden bereits anhalten. Lautet die Antwort dann eine Woche oder mehr, ist davon auszugehen, dass es sich nicht um eine lebensbedrohliche Einschränkung handelt.

Diese Symptome müssen sofort behandelt werden

Wer die 112 wählt und ein bestimmtes Stichwort angibt, wird umgehend mit einem Rettungswagen abgeholt

Zu diesen Stichworten gehören:
  • akute Luftnot
  • heftige Brustschmerzen
  • Bewusstlosigkeit
  • akuter Schlaganfall
  • anhaltende epileptische Anfälle
  • schwere Verletzungen nach Unfällen
Grundsätzlich gilt: Finger weg von Dr. Google

Viele Patienten befragen zunächst das Internet. Doch viele Ärzte warnen: Lieber Hände weg! Informationen aus dem Netz wecken häufig unangemessene Erwartungen, welche die Arbeit der Ärzte nur unnötig belasten. Die Recherche im Internet kann niemals die Diagnose eines Arztes ersetzen. Ganz im Gegenteil: Bei jeder vierten Internet-Diagnose handelt es sich um eine Falschaussage, welche letztendlich Ängste schürt.

Auch mal Ruhe bewahren können

Grundsätzlich muss natürlich jeder Mensch für sich entscheiden, wie schwerwiegend seine Beschwerden sind. Auch wenn die Differenzierung manchmal nicht leicht ist, so sollte sich jeder Patient vor Augen führen, dass Notaufnahmen überfüllt und Rettungseinsätze teuer sind. Wenn Beschwerden schon länger anhalten, ist das in der Regel kein Indiz für Blaulicht. Oftmals lassen sich Beschwerden schon mit der klassischen Hausapotheke lindern, bis das Wochenende vorüber ist. Der Bereitschaftsarzt ist immer eine Alternative zur Notaufnahme.

Bildernachweis:
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