Grüner Stuhlgang – Ursachen & Hilfe

Der Gang zur Toilette gehört zu den sich täglich mehrfach wiederholenden Ereignissen. Dennoch schämen sich viele, für das, was am stillen Örtchen passiert. So sind beispielsweise die Japaner derart genant, dass sie auf öffentlichen Toiletten akustische Scheinspülungen installieren, damit der Nachbar ja nicht hört, was sich dort gerade abspielt. Da erscheint es für viele unmöglich, über den Stuhl oder gar dessen Farbe zu sprechen. Doch ist die Scham vollkommen unbegründet und Veränderungen in der Stuhlfarbe können durchaus auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen, sodass die Konsultierung des Arztes manchmal ratsam ist. Doch glücklicherweise ist ein grüner Stuhlgang nur selten ein Grund zur Sorge.

Der Stuhl und seine Farben

Normalerweise ist der menschliche Stuhl braun. Doch können sich auch hier Farbunterschiede zeigen, die temporär von hellbraun bis zu einem dunklen, fast schwarzen Stuhl reichen. Grüner Stuhlgang kommt in der Regel seltener vor, kann sich aber auf ganz harmlose Ursachen gründen.

Zu diesen Ursachen gehören:
  • Färbende, grüne Lebensmittel
  • Künstliche, grüne Lebensmittelfarbstoffe
  • Der Verzehr von rohem Blut bzw. rotem, ungekochtem Fleisch
  • Temporär auftretender Durchfall
  • Verdauungsstörungen

Doch kann ein grüner Stuhlgang auch auf behandlungsbedürftige Krankheiten hinweisen:

  1. Färbende Medikamente
  2. Magen-Darmentzündungen
  3. Chronischer Durchfall
  4. Parasiten
  5. Mirizzi-Syndrom
Grüner Stuhlgang
Grüner Stuhlgang durch Kräuter / Bild: Pixabay.com/de – LubosHouska

Grüner Stuhlgang durch färbende Nahrungsmittel

Besonders Nahrungsmittel, die viel grünen Farbstoff enthalten (Chlorophyll) können den Stuhl temporär einfärben. Zu diesen überaus gesunden Lebensmitteln gehören vor allem Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch. Aber auch Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Erbsen und grüne Bohnen können für die Farbveränderung des Stuhls verantwortlich sein. Auch wenn zu viel rotes Fleisch bzw. Blut konsumiert wurde, kann sich ein grüner Stuhlgang entwickeln. Dabei schafft es der Körper nicht, das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, vollständig aufzuschließen und grüne Rückstände bleiben bestehen.

Des weiteren werden besonders künstliche Farbstoffe aus Nahrungsmitteln vom Darm schlecht aufgespalten, sodass sie quasi unverändert wieder ausgeschieden werden. Obwohl in der Nahrung praktisch überall enthalten, sei ein Wort der Warnung zu künstlichen Farbstoffen ausgesprochen. Obergrenzen werden von der Industrie in einem speziellen Nahrungsmittel natürlich eingehalten, aber der Konsum von vielen verschiedenen eingefärbten Speisen kann die gesundheitlich unbedenklichen Höchstgrenzen schnell überschreiten.
Durch den Verzicht auf künstliche Farbstoffe und das Garen der Lebensmittel kann ein grüner Stuhlgang verhindert werden.

Verdauungsstörungen und Durchfall

Verdauungsstörungen und Durchfall treten immer wieder einmal auch bei gesunden Menschen auf. Meistens gründen sich keine schweren Erkrankungen auf dem temporären Phänomen. Wenn die Verdauung gestört ist und sich beim Durchfall die Zeit der Darmpassage drastisch verringert, können die Bakterien im Darm grüne Farbstoffe aus der Nahrung nicht aufschließen und grüner Stuhlgang entsteht. Auch die grünen Verdauungssäfte der Galle werden erst im Darm absorbiert und können temporär eine Farbveränderung der Ausscheidungen bewirken. Ein harmloser, langanhaltender grüner Stuhlgang kann durch eine ungesunde, ballaststoffarme Ernährung, die die Darmpassage beschleunigt hervorgerufen werden.

Ein chronischer Durchfall kann jedoch auch auf eine gestörte Darmflora hinweisen. Gerade nach einer Behandlung mit Antibiotika sterben viele der nützlichen Mikroorganismen im Darm ab. Durch Prä- und Probiotika kann diese jeder leicht ersetzen. Dabei ist die Wirkungsweise der beiden Nahrungsergänzungsmittel zu unterscheiden:
Probiotika enthalten selbst lebende Bakterien, die wir in unserem Darm brauchen bzw. die die Vermehrung von schädlichen Darmbakterien unterbinden. Diese, meist im Joghurt enthaltenen Mikroorganismen sind Milchsäure- sowie Bifidobakterien.
Präbiotika enthalten lösliche und unlösliche Ballaststoffe, die die Darmgesundheit an sich positiv beeinflussen. Beide sind besonders nach Krankheiten hilfreich, die Darmflora wieder herzustellen.

Schwerwiegender sind Magen-Darmentzündungen oder ein Befall mit Salmonellen bzw. Darmparasiten. Hier ist die effektive Behandlung eines Arztes mit Antibiotika stets notwendig.

Grüner Stuhlgang
Medikamentöse Behandlung bei grünem Stuhlgang / Bild: Pixabay.com/de – jarmoluk

Das Mirizzi-Syndrom

Seltener wird grüner Stuhlgang durch das weitestgehend unbekannte Mirizzi-Syndrom hervorgerufen. Dabei ist das Sekretionsvolumen der Galle erhöht, wodurch mehr Gallenflüssigkeit verdaut werden muss. Dies schafft der häufig gestresste Darm nicht mehr.

Färbende Medikamente

Eine ganze Reihe unterschiedlicher Medikamente kann zu grünem Stuhlgang führen. Damit der Körper oral verabreichte Medikamente aufnehmen kann, müssen diese die Darmschleimhaut durchqueren. Ist der Prozess gestört oder haben sich Parasiten bzw. schädliche Darmbakterien eingenistet, verbleiben häufig Rückstände der Medikamente im Darm. Um Nebenwirkungen bzw. eine verringerte Wirksamkeit der Medikamente auszuschließen, ist in diesen Fällen stets der Arzt zu konsultieren.

Grüner Stuhlgang – die Diagnose

Kann der Patient die Herkunft des grünen Stuhlgangs nicht eindeutig bestimmen, wird zur Diagnose in der Regel eine Stuhlprobe im Labor untersucht. Neben Parasiten, okkultem Blut und der Beschaffenheit der Ausscheidungen werden viele verschiedene Parameter bestimmt, darunter auch der Fettgehalt. Reicht dieses Analyseverfahren nicht aus, muss der Patient häufig eine unangenehme Magen-Darmspiegelung über sich ergehen lassen.

Zusammenfassend

In der Regel ist grüner Stuhlgang ein immer wieder auftretendes Phänomen. Sofern es nur temporär, ein bis zwei Tage auftritt, muss sich niemand Sorgen machen. Abhängig von der Konsistenz des Stuhls ist die Färbung entweder ein Hinweis auf eine sehr gesunde Ernährung oder auf eine extrem ungesunde. Ein fester grüner Stuhlgang spricht oft für eine ballaststoffreiche, mit viel grünem, ungekochtem Gemüse angereicherte Ernährung. Zu weicher Stuhl, der gar manchmal wässrig ist, hingegen für eine ungesunde, ballaststoffarme Lebensführung.
Erst langanhaltende Veränderungen, die zudem noch mit Schmerzen, blutigem oder auch schleimigem Ausscheidungen einher gehen, sind besorgniserregend.

Bei Babys und Kleinkindern ist hingegen stets besondere Sorgfalt angeraten.

Titelbild: Pixabay.com/de – Alexas_Fotos

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