Bild Gürtelrose

Gürtelrose – Ursachen und Behandlung

Die Gürtelrose zeichnet sich durch einen roten Hautausschlag mit charakteristischen Bläschen aus, die sich in Form eines Gürtels um Gesicht, Hals oder Körper legen. Der Hautausschlag ist extrem schmerzhaft. Betrifft die Erkrankung das Gesicht, wird sie Kopfrose oder auch Gesichtsrose genannt. Fachsprachlich wird die Erkrankung Herpes Zoster genannt. Der Erreger der Erkrankung ist das Varicella Zoster Virus, welches bei Erstkontakt die Windpocken, meist schon im Kindesalter, auslöst. Die Gürtelrose betrifft meist ältere Patienten mit geschwächtem Immunsystem.

Der Erreger, das Varicella Zoster Virus nistet sich nach der ersten Infektion im Nervensystem, also im Gehirn und Rückenmark ein und wird aber grundsätzlich soweit vom Immunsystem in Schach gehalten, dass es zu keiner erneuten Infektion kommt. Kommt es nun aber zu einer Schwächung des Immunsystemes, beispielsweise durch eine schwere Erkrankung, so kann sich der Erreger wieder vermehren. Da er im Nervensystem sitzt, erfolgt die Ausbreitung des Erregers über die von den Nerven versorgten Areale, die Dermatome genannt werden. Die Nerven treten zu beiden Seiten der Wirbelsäule aus und versorgen so die zugehörigen Areale bis nach vorne zum Bauch. Diese Tatsache ist verantwortlich dafür, dass der Ausschlag typischerweise gürtelförmig um den Körper verläuft.

Die Diagnose der Erkrankung

Die Diagnose erfolgt in der Regel allein aufgrund des sehr typischen Ausschlages, wobei gerade in noch nicht ausgeprägtem Zustand der Gürtelrose auch fälschlich die Diagnose einer Infektion mit dem Herpes Simplex Virus gestellt werden kann. Der die Gürtelrose auslösende Varicella Zoster Virus gehört ebenfalls zur Gruppe der Herpes Viren.
In unklaren Fällen oder bei schweren Verläufen kann neben der makroskopischen Diagnostik auch eine virologische Untersuchung, bei der der Erreger selbst nachgewiesen wird, erfolgen.

Hier kann das Sekret innerhalb der Bläschen zur Untersuchung verwendet werden oder auch eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Eine reine Antikörpersuche ist nicht zielführend, da Antikörper gegen das Varicella Zoster Virus bei jedem Patienten vorhanden sind, der einmal die Windpocken durchgemacht hat. Circa 90% aller Europäer hatten die Windpocken und verfügen daher auch über die entsprechenden Antikörper. Die Untersuchung auf den Erreger selber ist recht teuer und ist in den meisten Fällen, nämlich bei Vorliegen des klassischen Ausschlages, nicht nötig, um sicher die Gürtelrose zu diagnostizieren.

Bild Varicella

Der Erreger: Das Varicella Zoster Virus

Der Erreger, das Varicella Zoster Virus, gehört zur Familie der Herpesviren und löst bei einem Erstkontakt die Windpocken aus. Die Windpocken sind hochansteckend und verbreiten sich rasend schnell im Umkreis eines Infizierten. Die Infektion mit dem Varicella Zoster Virus erfolgt über Tröpfcheninfektion ebenso wie über Schmierinfektionen. Der Varicella Zoster Virus ist dabei keinesfalls harmlos, Windpocken-Partys, wie sie eine Zeit lang in Mode waren sind aus diesem Grunde schlicht verantwortungslos.

Auch in Deutschland sterben noch heute Menschen an den Windpocken, auch nistet sich der Erreger lebenslang im Nervensystem des Menschen ein und kann im Falle einer späteren Schwächung des Immunsystemes zu der schmerzhaften und oft mit Komplikationen verbundenen Gürtelrose führen. Die Gürtelrose ist also als Reaktivierung des sich bereits im Körper befindlichen Varicella Zoster Virus zu verstehen. Dieses wird durch ein kompetentes Immunsystem daran gehindert, sich zu vermehren und verursacht keine Beschwerden.

Kommt es aber zu einer starken Schwächung des Immunsystemes, so kann dieses die Vermehrung des Virus nicht mehr verhindern und die Gürtelrose entsteht. Hierbei ist auffällig, dass sich das Virus entlang der Nervenareale, in denen es sich eingenistet hatte, ausbricht.

Bild Frau hat Fieber

Die Symptome sind anfangs unspezifisch

Vor Ausbruch des Herpes Zoster kommt es in der Regel bereits zu Schmerzen in dem Bereich der Haut, die durch den Nerven versorgt wird, an dem sich der Virus eingenistet hatte. In den nächsten Tagen kann es zusätzlich zu Müdigkeit, Fieber und allgemeinem Unwohlsein kommen. Einige Tage nach dem Auftreten der Schmerzen kommt der klassische Hautausschlag mit Bläschen auf.

Die Bläschen enthalten eine klare Flüssigkeit, die in den nächsten Tagen trübe wird und anschließend mit einer Borkenbildung abheilt. Grundsätzlich ist ein an Gürtelrose erkrankter Patient, im Gegensatz zu Patienten mit Windpocken, nicht hochansteckend, die Flüssigkeit innerhalb der Bläschen allerdings ist durchaus gefährlich und sollte mit niemandem in Kontakt gebracht werden. Der Herpes Zoster hat eine durchschnittliche Krankheitsdauer von drei bis vier Wochen, wobei Patienten mit schwachem Immunsystem längere und schwerwiegendere Krankheitsverläufe aufzuweisen haben.

Mögliche Komplikationen der Varicella Zoster Infektion

Eine leider sehr häufig vorkommende Komplikation ist die Entstehung einer über das Erkrankungsende hinausgehenden Neuralgie, die weiterhin an den ursprünglich befallenen Hautarealen und auch an den Nervenbahnen für oftmals starke Schmerzen sorgt. Es ist leider auch keine Seltenheit, dass diese Schmerzen lebenslang fortbestehen.
Es wird vermutet, dass der Varicella Zoster Virus tatsächliche Schäden an den Nerven verursacht.

Immungeschwächte Patienten haben darüber hinaus das Risiko einer Entzündung des befallenen Nervengewebes und auch Lähmungen der befallenen Nerven sind möglich, insbesondere im Falle einer Gesichtsrose. Schwangere dürfen sich in keinem Fall in die Nähe eines an Herpes Zoster leidenden Patienten begeben, da eine Ansteckung in der Schwangerschaft sogar den Tod des Ungeborenen verursachen kann. Es ist daher sehr wichtig, alle Personen im Umfeld über die Erkrankung zu informieren.

Bild Impfung beim Kind

Die Behandlung einer Infektion mit Varicella Zoster

Für die Behandlung des Herpes Zoster stehen mehrere wirkungsvolle Virostatika zur Verfügung, mit denen eine weitere Ausbreitung des Varicella Zoster Virus verhindert werden kann und Komplikationen vermeiden werden können. Handelt es sich um einen schwerwiegenden Verlauf, so ist die Gabe von Virostatika in jedem Falle notwendig, da sonst schwere Komplikationen auftreten können.

Auch Schmerzmittel können bei der mit Schmerzen einhergehenden Gürtelrose nötig werden. Gegen den Varicella Zoster Virus existieren Impfungen, die Kleinkinder erhalten sollten um eine Erkrankung von vornherein zu vermeiden. Es wird empfohlen die Impfung auch Menschen ab einem Alter von 60 Jahren erneut zu verabreichen um die Gürtelrose zu verhindern. Es kann in seltenen Fällen trotz Impfung zu einem Ausbruch der Gürtelrose kommen, wobei die Krankheitsverläufe bei geimpften Patienten deutlich harmloser ausfallen.

Fazit – keine kleine Kinderkrankheit sondern ein gefährlicher Erreger

Der Erreger der Gürtelrose, der Varicella Zoster Virus, ist alles andere als harmlos. Schon die Windpocken sind keine harmlose Erkrankung, sie sogra zum Tode führen kann. Der Varicella Zoster Virus ist äußerst tückisch, da er sich lebenslang im Nervensystem des Menschen einnistet und dort im Falle einer Schwächung des Immunsystems wieder zum Ausbruch kommen kann um dann die äußerst schmerzhafte Gürtelrose auszulösen.

Eine Gürtelrose ist immer eine Reaktivierung des bereits im Körper sitzenden Virus.
Leider kommt es vielen Fällen von Herpes Zoster zu Komplikationen und Schäden an den Nerven, was zu lebenslangen Neuralgien und auch Nervenlähmungen führen kann. Schwangere dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit dem Erreger kommen, für das ungeborene Kind kann die Infektion mit dem Varicella Zoster Virus tödlich verlaufen.

Es ist wichtig, dass über diesen eben nicht harmlosen Erreger besser informiert wird und auf die absolute Notwendigkeit einer Impfung hingewiesen wird. Es ist leider noch nicht allen Menschen bekannt, dass hinter dem Varicella Zoster Virus keine kleine Kinderkrankheit steckt, sondern ein bedrohlicher Virus, der, einmal in den Körper gelangt nicht wieder weg zu bekommen ist.

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Impfung beim Kind Urheber: naumoid / 123RF Lizenzfreie Bilder

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