Haarausfall – So wird man die Alopezie wieder los

Täglich verliert der Mensch Haare. Ein Haarausfall von 80 bis 100 Haaren pro Tag ist normal. Wenn sich allerdings kahle Stellen auf der Kopfhaut bilden, ist von einem übermäßigen Haarausfall die Rede. Der Haarausfall wird als Alopezie bezeichnet. In diesem Ratgeber wird erklärt, was es mit der Alopezie auf sich hat und was dagegen unternommen werden kann.

Der Wachstumszyklus unserer Haare

Täglich verlieren wir bis zu 100 Haare. Das liegt daran, dass unsere Haare sich permanent erneuern. Und zwar jedes Einzelne.

Der Wachstumszyklus besteht aus drei Phasen:
  1. Anaphase
  2. Katagenphase
  3. Telogenphase

Die ärztliche Definition von Haarausfall

Der Arzt spricht von Haarausfall, wenn der Verlust der Haare über das normale Maß hinausgeht und gleichzeitig keine oder nur eine geringe Neubildung erfolgt. In der Wachstums- und Ruhephase kann es passieren, dass die Haare ausfallen.

Bild Alopezie

So tritt der Haarausfall auf

Der Haausausfall kann diffus oder herdförmig auftreten. Diffus bedeutet, dass sich der Haarausfall über einen großen Bereich verteilt. Herdförmig bedeutet, dass sich der Haarausfall von einer bestimmten Stelle ausbreitet. Sind die Haare komplett ausgefallen, wird in der Medizin von Alopezie gesprochen.

Die Alopezie kann sporadisch auftreten oder auch den gesamten Kopf betreffen.
Bei der kompletten Haarlosigkeit spricht man von der Alopecia totalis, welche mit „Glatze“ übersetzt wird. Sind alle Haare am Körper vom Ausfall betroffen, spricht der Mediziner von der Alopecia universalis.

Haarausfall – Das sind die Ursachen

Heutzutage sind gleich mehrere Arten von Haarausfall bekannt. Die häufigste Form ist jedoch der erbliche Haarausfall, welcher sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann. Dieser wird auch als Alopecia androgenetica bezeichnet. Etwa 95 Prozent der Fälle bei Männern und Frauen, gehen auf die Alopecia androgenetica zurück. Diese Form des Haarverlustes beginnt meistens im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Tritt der Haarausfall bei Männern jedoch schon kurz nach der Pubertät auf, spricht der Mediziner von der Alopecia praematura. Davon sind immerhin 42 Prozent der Frauen und sogar 80 Prozent der Männer betroffen. Handelt es sich um den sogenannten kreisrunden Haarausfall, so wird dieser in der Medizin als Alopecia areata bezeichnet. Diese Form des Haarausfalls wird häufig schon im späten Kindesalter verzeichnet, kann aber auch bei jungen Erwachsenen auftreten. Männer und Frauen sind davon gleichermaßen betroffen.

Die Ursache beim Arzt abklären

Fallen täglich mehr als 100 Haare aus, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache klären und eine geeignete Therapie vorschlagen.

Für den Haarverlust gibt es viele Ursachen:
  • Medikamente
  • Infektionen
  • Stress
  • Nährstoffmangel
  • Schlafmangel

Die häufigste Ursache für Haarverlust ist jedoch die hormonelle oder genetische Veranlagung. Damit Betroffene den Grund für ihren Haarverlust herausfinden und somit eine geeignete Therapie anwenden können, bieten zahlreiche Hautarztpraxen und Kliniken Hilfe an. Zunächst wird der Patient eingehend befragt. Anschließend werden bis zu 70 Haare entnommen und unter das Mikroskop gelegt. Nun kann der Arzt das Ausmaß des Haarverlustes feststellen. Außerdem kann eine Blutanalyse dabei behilflich sein, die Ursache zu finden. Nicht ganz billig, aber effektiv ist das Tricho-Scan-Verfahren, welches am Computer durchgeführt wird. Besteht der Verdacht auf eine Krankheit, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten, welche sich je nach Umfang der Behandlung, auf 60 bis 200 EUR belaufen.

Medikamente als Ursache für den Haarausfall

Ganz gleich, ob der Patient ein Medikament gegen Akne, eine Kopfschmerztablette oder einen Blutdrucksenker einnimmt, zahlreiche Medikamente können den Haarausfall begünstigen oder sogar auslösen. Die daraus resultierende Beschädigung bleibt häufig über mehrere Monate bestehen. Das betrifft vor allem die empfindliche Wachstumsphase.

Zahlreiche medizinische Substanzen schränken das Wachstum der Haare ein.
In der Regel gelangen diese Substanzen mit der Blutversorgung in die Haarwurzel. Daraus resultiert für gewöhnlich der diffuse Haarverlust. Häufig lässt sich dadurch ein vermeintlich unerklärlicher Haarausfall, erklären. Dann haben Betroffene die Möglichkeit, mit ihrem Arzt zu sprechen, um Ersatz-Medikamente zu finden.

Bild Kokosöl

Den Haarausfall auf natürlichem Weg bekämpfen

Sofern Medikamente, Infektionen und Genetik als Ursache ausgeschlossen werden können, hat der Patient gute Chancen, seinen Haarausfall mit einer Selbstbehandlung in den Griff zu bekommen. Zunächst sollte der Patient prüfen, ob eventuell ein Mangel an Mikronährstoffen vorliegt.

Das betrifft primär folgende Nährstoffe:
  • Vitamin A
  • Vitamin H
  • Zink
  • Eisen

Die Selbstbehandlung zur Bekämpfung des Haarausfalls sollte unbedingt Bockshornklee umfassen. Diese Pflanze enthält Samen, die es in sich haben. Die im Bockshornklee enthaltenen Substanzen werden vom menschlichen Organismus für den Haaraufbau benötigt. Zusätzlich hat die Pflanze harmonisierende Eigenschaften, welche sich äußerst positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Betroffene sollten deshalb täglich eine Tasse Bockshornklee trinken. Die Blätter gibt es in der Apotheke zu kaufen.

Und auch Kokosöl sollte Bestandteil der Selbstbehandlung sein. Dazu massiert der Anwender eine Stunde vor dem Haarewaschen einen Teelöffel in die Kopfhaut ein. Diese Anwendung sollte täglich wiederholt werden. Das Öl unterstützt die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln und legt sich zudem schützend auf die Kopfhaut. Aber auch der dünn aufgetragene Saft aus roten Zwiebeln regt das Wachstum der Haare wieder an. Weitere natürliche Produkte gegen Haarausfall finden sich im Shop auf www.haarklinikken.de. In der Klinik können sich Betroffene ausgiebig beraten lassen. Es werden außerdem verschiedene Untersuchungen angeboten, um die Ursache des Haarausfalls zu finden.

Unbedingt Stress vermeiden oder abbauen

Kommt es zu einer kurzzeitigen Belastung des Körpers, wird dieser mit einer extra Portion Energie versorgt. Kommt der Betroffene jedoch über mehrere Wochen nicht zur Ruhe, werden dauerhaft übermäßig viele Stresshormone ausgeschüttet. Diese greifen laut Studien die Haarfollikel an. Natürlich lässt sich Stress im Alltag kaum vermeiden.

Oftmals ist es aber schon hilfreich, wenn der Betroffene zehn Minuten lang tief durchatmet. Dabei werden Körper und Seele wieder in Einklang gebracht. Der Patient sollte vier Sekunden lang einatmen. Wichtig ist, dass dieser bis in den Bauch einatmet, die Luft dort kurz anhält, um dann vier Sekunden lang auszuatmen. Aber auch Meditationen können langfristig dabei helfen, Stress abzubauen.

Haarausfall muss nicht sein

So viele verschiedene Ursachen der Haarausfall auch hat, inzwischen gibt es ebenso viele Therapieansätze, welche auch von der Krankenkasse bezuschusst werden. Für die Behandlung von genetisch und hormonell bedingtem Haarausfall, ist der Gang zum Arzt erforderlich. Häufig reicht es aber auch schon, bestimmte Medikamente abzusetzen oder durch andere auszutauschen. Wer es dann noch schafft, seinen Stress zu reduzieren, ist auf dem besten Weg, seine Haarpracht wiederzuerlangen.

Bildernachweis: Titelbild - Haarausfall Urheber: Kurhan / 123RF Standard-Bild
Alopezie Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
gestresster Mann Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Kokosöl Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com