Bild Haarwurzelentzündung

Haarwurzelentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Es ist lästig, juckt und sieht nie schön aus: Haarwurzelentzündung. Davon besonders häufig betroffen sind Kopf, Gesicht – vor allem beim Mann im Bartbereich, Achseln und Beine. Aber auch jeder andere Körperteil, bleibt nicht zwingend von Follikulitis verschont.

Doch was kann man dagegen tun? Kann man überhaupt etwas tun? Oder muss man die kleinen Entzündungen rund ums Haar einfach hinnehmen?

Haarwurzelentzündung: Ursachen

Ausgelöst werden die kleinen entzündeten Pusteln an der Haarwurzel durch ein Bakterium, das natürlicherweise auf der Haut vorkommt. Der Name: Staphylococcos aureus. Dieser Bakterienstamm bildet Exokrine – Zellgifte – die in die Haarfolikel eindringen und dort Entzündungen hervorrufen.
Neben diesen Bakterien stehen auch Pseudomonas, Hefepilze und der Herpes simplex Virus im Verdacht, die an sich harmlose Erkrankung hervorzurufen.
Problematisch und sicher nicht die beste Nachricht für Betroffene: Die Neigung zur Haarwurzelentzündung ist meist chronisch und tritt, wenn auch in unterschiedlich langen Ruhephasen immer wieder mit dem typischen Bild von eitrigen, kleinen Pusteln rund um den Haarschaft auf.

Statt durch Medikamente eine Heilung zu erzielen, kann das Problem sogar verschlimmert werden. Dies ist vor allem bei Cortison und Antibiotika der Fall. Diabetiker Typ 1 und 2 gehören ebenfalls zur Risikogruppe Betroffener.

Krankheitsverlauf und Behandlung

Meist treten die Entzündungsherde vereinzelt auf und verursachen, bis auf die kosmetische Problematik, keine großartigen Beschwerden. Häufen sich jedoch mehrere entzündete Stellen auf einer kleinen Hautfläche, kann schnell ein Abszess oder einem Karbunkel führen, dass Schmerzen verursacht und nur vom Arzt geöffnet werden sollte.

Das Gute: Die Erkrankung wird meist in einer einfachen Sichtung durch den Hautarzt erkannt und es gibt diverse Therapiemaßnahmen, um das Problem zumindest im Akutzustand schnell zu behandeln.
Dafür werden meist Abstriche genommen, um den Auslöser zu ermitteln. Gegen Bakterien wird dann meist eine Behandlung mit Antibiotika angesetzt, welche mittels Tinktur oder Salbe punktuell auf die betroffenen Hautstellen gegeben wird. Ebenfalls bewährt hat sich Benzoylperoxid bei Haarwurzelentzündung. Das Mittel ist bereits aus der Aknetherapie bekannt, hat aber den Nachteil einer bleichenden Wirkung und sollte besonders bei der Behandlung von Haarwurzelentzündung im Bartbereich nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Bei Pilzen wird ein entsprechendes Myotikum eingesetzt.

Leider löst dies die Problematik nicht dauerhaft, sondern sorgt nur in einem akuten Schub für Abheilung der Entzündungsherde. Darum sollte man möglichst eine neue Infektion vermeiden. Doch die tägliche Rasur, die Pfelge der weiblichen Beine und des Intimbereichs mit Rasierer und Co. gehören für die meisten Frauen und auch viele Männer zur normalen Hygiene und wollen deshalb auch weiterhin durchgeführt werden.

Bild Kamille

Helfer aus der Natur

Statt chemischen Substanzen vom Hautarzt kann man in akuter Krankheit auch zahlreiche Heilmittel aus dem Naturbereich für sich tetsten.
So wirkt eine Maske mit Heilerde, egal an welcher Körperpartie über eine gewisse Anwedungsdauer sehr gut einer erneuten Haarwurzelentzündung entgegen. Durch zahlreiche Minerale wird die Haut in ihrer natürlichen Schutzfunktion unterstützt und Poren gründlich gereinigt.
Bei akuter Follikulitis kann auch mittels Wattestäbchen Teebaumöl auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die antiseptische Wirkung führt zu einem schnellen Abklingen der Entzündung. Dabei sollte allerdings vorab eine allergische Reaktion ausgeschlossen werden.
Entzündungshemmend und beruhigend wirkt Kamille. Einfach 3 oder 4 Teebeutel für mehrere Minuten in kochendes Wasser, dann auf angenehme Temperatur abkühlen lassen und ein Sitzbad machen. Besonders für den Intimbereich eine lindernde Maßnahme.
Nach einer Rasur schafft eine Maske aus Hefe und Milch eine gute Vorbeugung gegen eine Entzündung. Einfach einen Brocken Hefe mit lauwarmer Milch zu einer streichfähigen Paste verrühren, gleichmäßig, vor allem aufs Gesicht auftragen und 15min einwirken lassen. Die Haut wird gepflegt und durch Vitamine, Minerale und Proteine unterstützt.
Wenn auch etwas geruchsintensiv schafft Knoblauch eine rasche Heilung bei akuter Entzündung. Einfach in Scheiben schneiden und auf die betroffenen Areale drücken.

Bild Haarwurzelentzündung am Bart

Tipps und Tricks zur Vorbeugung erneuter Haarwurzelentzündung

Follikulitis wird heutzutage besonders durch das routinierte Rasieren unerwünschter Körperbehaarung begünstigt. Problematisch bei der Rasur: die Haut wird irritiert, verliert einen Teil ihrer persönlichen Schutzbarriere und erleichtert somit das Eindringen von Erregern in die Haarwurzel.
Stellt man fest, dass eine Rasur oft oder immer zu Haarwurzelentzündung führt, kann man jedoch mehrere Alternativen probieren, um das Problem weitestgehend einzudämpfen.
So ist eine Trockenrasur besser bei der Neigung zu Entzündungen geeignet als Nassrasur. Durch das Trimmen der Haare auf trockener Haut entstehen weniger Reizungen und Verletzungen, was der Haut zugute kommt.

Bei Neugung zur Haarwurzelentzündung sollte auch darauf verzichtet werden, die Haare zu epilieren. Das Ausreißen der Haare an der Wurzel sorgt ebenfalls für Irritationen und kleine Verletzungen, die das Eindringen von Keinem, Bakterien und Viren begünstigt. Auch wenn die Haare so lange entfernt werden, was nützt ein wunderbar haarloses Bein, dass man aufgrund von entzündeten roten Pusteln dennoch nicht zeigen mag?

Oberstes Gebot bei einer Sensibilität die zu Haarwurzelentzündung führt, ist und bleibt Hygiene. Wenn man also eine Empfindlichkeit feststellt, sollte sofort auf möglichst hautschonende und den natürlichen Barriereschutz erhaltene Waschlotionen und Cremes umgestiegen werden. Diese säubern gründlich, ohne die Haut unnötig auszutrocknen.

Auch wenn zur Hygiene heute die Rasur, sowohl bei Mann als auch Frau, dazugehört, kann man hier einiges unternehmen, um eine erneute Haarwurzelentzündung vorzubeugen. So ist es günstig, Einwegrasierer zu benutzen, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden können. Das vermeidet bei der nächsten Rasur einen unnötigen Mehrkontakt mit angesiedelten Keimen auf den Schnittflächen.
Wenn Sie lieber weiterhin einen Apparat verwenden möchten, der die mehrmalige Nutzung zulässt, weil dieser oftmals durch eine höhere Anzahl von Klingen Hautreizungen minimiert, ist es wichtig, diese nach Nutzung gründlich zu reinigen. Der Einsatzzu von Desinfektionsmitteln lohnt sich, um einer erneuten Haarwurzelentzündung vorzubeugen.

Bei akuter Follikulitis oder der Neigung dazu ist es am besten stark reizende Mittel zu vermeiden. Aftershave nach der Rasur, porenverstopfende Pflegemittel und strake Deos im Achselbereich sollten durch spezielle Produkte für sensible Haut ausgetauscht werden. Noch besser: direkt nach der Rasur keine weiteren Pflegemittel auf die Haut geben.

Wenn auch nach der Trockenrasur die Pusteln kommen

Nutzen alle vorherigen Tricks nichts, um einer neuen Erkrankung entgegenzuwirken, kann man versuchen, den Rasierer gegen eine andere Haarentfernungsmethode auszutauschen.
Es sind bestimmte Haarentfernungspads auf dem Markt, die Mittels eines feinen Sandpapiers das Haar sanft abtragen. Die Methode ist bewöhnungsbedürftig, aber schonend. Durch kreisende Bewegungen mit sanftem Druck, um die Haut nicht unnötig zu strapazieren, wird das Haar abgeschmirgelt ohne entzündungsbegünstigende Verletzungen hervorzurufen.
Des weiteren tritt Haarwurzelentzündung auch gern auf, wenn Haare beim Nachwachsen einwachsen. Auch hier schaffen solche Pads Abhilfe und das in den meisten Fällen auf recht günstige Weise bei der Anschaffung.

Bild Sonnenbad gegen Haarwurzelentzündung

Zusätzliche Information

Egal welche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, sollte man sich bewusst sein, dass die Ernährung und die Sonne einen wichtigen Einfluss auf die Haarwurzelentzündung haben. Besonders Zucker und hoher Milchkonsum begünstigen eine erneute Infektion.
Besonders in warmen Monaten kann Sonne gegen Haarwurzelentzündung helfen. Beim Sonnenbaden werden die Eiterknötchen ausgetrocknet, was zur schnelleren Heilung führt. Dabei jedoch nicht übertreiben, um der Haut nicht mehr zu schaden als zu nutzen.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: citalliance / 123RF Lizenzfreie Bilder
Kamille – CC0 Public Domain / Pixabay.com
Haarwurzelentzündung am Bart – Urheber: robertprzybysz / 123RF Lizenzfreie Bilder
Sonnenbad gegen Haarwurzelentzündung -sasint / CC0 Public Domain / Pixabay.com

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