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Herzrasen & Herzklopfen nach dem Essen – Ursache & Behandlung

Plötzliches Herzklopfen und Herzrasen nach dem Essen kann im ersten Moment beunruhigend sein. Es ist jedoch keine Seltenheit. Trotzdem kann das ein erster Hinweis auf eine Erkrankung sein oder infolge einer medikamentösen oder operativen Behandlung auftreten.

Was in unserem Körper passiert

Wenn ihr Herz schneller klopft als üblich, dann liegt eine Tachykardie vor. Der medizinische Begriff beschreibt den Zustand des lebenswichtigen Organs, wenn es zu schnell schlägt und ungefähr 100 Schläge pro Minute erreicht. Im Normalfall liegt der durchschnittliche Wert bei 60 bis 90 Herzschlägen pro Minute, was ideal für die Blutversorgung unseren Körper ist. Sobald ein Extremfall vorliegt, können es auch schnell mal 300-400 Schläge pro Minute werden. Das Problem dabei: in diesem Zustand wird das Herz nicht genügend Blut durch den Körper pumpen, es können weitere Beschwerden auftreten.

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Symptome und Ursachen für Herzrasen nach dem Essen

Nach dem Essen zu spüren, dass das Herz plötzlich schneller schlägt, kann medizinische Ursachen haben. Häufig wird eine Tachykardie nach den Essen ausgelöst, wenn beispielsweise eine Stoffwechselerkrankung vorliegt oder der Betroffene unter einer Schilddrüsenüberfunktion leidet. Beide Erkrankungen können besonders nach einer Mahlzeit zu einem erhöhten Puls führen und lassen das Herz schneller schlagen. In diesem Moment ist der Körper in einer erhöhten Stresssituation, wenn die Verarbeitung der Nahrung mehr Energie in Anspruch nimmt als üblicherweise.

Der Stoffwechsel ist in erster Linie für die Koordination der Nährstoffe zuständig, welche der Mensch über die Nahrung zu sich nimmt. Zahlreiche Enzyme, Botenstoffe und Hormone helfen dabei, dass der Körper versorgt wird. Wenn eine Störung vorliegt, kann es dazu kommen, dass auch die Blutversorgung darunter leidet, wenn der Stoffwechsel gestört ist. Dies kann zu Herzrasen führen.

Ursachen für eine Stoffwechselerkrankung können sein:
  • Alkohol
  • Adipositas (Übergewicht)
  • Mangelernährung
  • Äußere Einflüsse in Form von Giftstoffen

Eine Schilddrüsenüberfunktion hängt mit dem Stoffwechsel zusammen, weil die Schilddrüsenhormone diesen direkt beeinflussen. Betroffene haben oft einen erhöhten Energieverbrauch, schlafen unruhig und nehmen kaum an Gewicht zu. Liegt die Störung vor, dann kann sie zu einem erhöhten Herzrasen nach dem Essen führen.Doch auch weitere Ursachen können für ein zu schnell pumpendes Herz sorgen. Wenn beispielsweise eine Operation am Verdauungstrakt stattgefunden hat, dann ist Herzrasen nach dem Essen keine Seltenheit.

Doch die Tachykardie nach dem Essen wird von Medizinern oft auch als Begleiterscheinung von Bluthochdruck, Diabetes oder Herzrhythmusstörungen diagnostiziert. In beiden Fällen ist es wichtig, dass der Arzt die Ursachen abklärt.

Weitere Symptome im Zusammenhang mit Herzrasen

Weil unser Herz maßgebend für eine ausreichende Blutversorgung unseres Körpers verantwortlich ist, kann es passieren, dass auch andere Körperfunktionen während einer Störung beeinträchtigt sind. Eine erhöhte Schweißproduktion, Schwindelgefühle und Schlappheit zählen zu den oft genannten Symptomen, die zusammen mit einem zu schnellen Herzklopfen auftreten. Wenn das lebenswichtige Organ beeinträchtigt ist, kommt es in einigen Fällen zu massiven Kreislaufproblemen.

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Wann ist Herzrasen ein Notfall?

Wenn das Herz nach einem bestimmten Ereignis schneller schlägt, zum Beispiel nach dem Sport, einer überraschenden Situation oder einem Schock, dann ist es oft die gewöhnliche Reaktion unseres Körpers. Während Stresssituationen werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, besonders Adrenalin. Das Gehirn signalisiert: Ausnahmesituation. Unter solchen Umständen beruhigt sich das Herz nach einer kurzen Phase wieder.

Anders kann es bei ernsthaften Erkrankungen sein. Herzprobleme sollten keinesfalls unterschätzt werden, denn ohne entsprechender Diagnose durch einen Arzt, kann keine passende Behandlung stattfinden. Wenn das Herz nach dem Essen rast, obwohl keine äußeren Umstände (Schock, Überraschung, körperliche Belastung) daran Schuld sind, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Ein Notfall liegt vor, wenn das Herz sich nicht mehr beruhigt, Kreislaufprobleme auftreten, sich Schmerzen im Brustbereich bemerkbar machen oder die Betroffene Person unter Atemnot leidet.

Untersuchung & Behandlung

Der behandelnde Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen und das Gespräch mit dem Patienten suchen. So soll eine mögliche Erkrankung festgestellt werden. Bei Auffälligkeiten am Herzen findet in jedem Fall ein EKG (Elektrodiagramm) statt. Bei dieser Untersuchung werden die Herzströme gemessen. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, ist das oft ein Hinweis auf eine Herzkrankheit. Ein EKG kann auch als Langzeituntersuchung stattfinden. In der Regel werden die Herzströme für 24 Stunden gemessen.

Eine Echokardiografie gibt Aufschluss über äußere Veränderungen am Herzen. Diese Untersuchung wird in Form eines Herzultraschalls durchgeführt. Der Ultraschall kann über die Speiseröhre als auch über die Haut stattfinden. So stellt der Arzt fest, ob sich beispielsweise die Herzgröße verändert hat.

Die Behandlung von zu schnellem Herzklopfen richtet sich nach der genauen Ursache und findet deshalb individuell statt.
Um den Herzschlag zu beruhigen werden in erster Linie Betablocker verwendet. Diese hemmen die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, wodurch das Herz sich schneller beruhigt. Wenn Herzrasen dazu führt, dass zusätzlich eine psychische Belastung auftritt oder der Betroffene Panik bekommt, hilft auch ein Beruhigungsmittel.
Sollte es sich um einen Notfall handelt, zum Beispiel Kammerflimmern, kommt ein Defibrillator zum Einsatz. Die elektrischen Impulse sollen die lebensbedrohliche Situation eindämmen. Die Herzrhythmusstörung kann zu einem plötzlichen Herztod führen und muss deshalb umgehend behandelt werden.

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Das kannst Du selbst gegen Herzrasen unternehmen

Um ein erstes Herzrasen selbst zu behandeln, können einige Maßnahmen ergriffen werden. Hilfreich kann es sein, wenn Atemübungen durchgeführt werden. Da der Körper sich in einer extremen Belastung befindet, kann er so möglicherweise entlastet werden.
Wichtig: ein Arztbesuch ist bei auffälligen Symptomen dennoch unabdingbar, auch wenn die Selbsthilfe stattgefunden hat.
Auch die Ernährung spielt eine maßgebliche Rolle für ein gesundes Herz. Gesunde Fette sorgen dafür, dass die Gefäße nicht belastet werden und Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen. Ausdauersport schützt das Herz zusätzlich.

Generell gilt: je ausgewogener der Lebensstil, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Herzgesundheit positiv beeinflusst wird.
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