Herzstechen: Stechen im Herz – Ursachen und Hilfe

Wenn es in der Herzgegend sticht, vermuten viele Betroffene oft schon das Schlimmste. Herzstechen wird dann meist sofort mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht. Derartige Ängste sind nicht unbegründet, vor allem, wenn sich der Betroffene in fortgeschrittenem Lebensalter befindet. Doch ist ein Herzinfarkt nicht der einzige Auslöser für ein Stechen im Herz. Vielfältige Ursachen können verantwortlich sein, die oftmals einen eher harmlosen Hintergrund haben.

Wie erfahren Betroffene das Herzstechen?

Das Stechen im Herz tritt meist unerwartet auf und legt sich nach einigen Minuten wieder. Die Intensität kann unterschiedlich stark sein. Meist werden krampfartige Schmerzen beschrieben, die sich hauptsächlich im Herz- und Brustbereich lokalisieren lassen, aber ebenfalls auf umliegende Bereiche ausstrahlen können. Betroffenen wird empfohlen, genau darauf zu achten, wie lange die Schmerzen anhalten, wie häufig sie auftreten und wie stark sie sind, damit ein Arzt schneller und genauer herausfinden kann, was die Ursachen für das Herzstechen sind.

Viele Ursachen kommen infrage

Bei Herzstechen kann es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handeln. Indizien dafür sind, wenn der Schmerz sich nicht auf den Herz- und Brustbereich beschränkt, sondern in Körperteile wie Arme, Bauch und Rücken ausstrahlt. Zusätzlich sind meist noch Symptome wie Schweißausbrüche, Atemnot und Todesangst aufgrund von Enge und Beklemmung im Brustbereich zu beobachten.

Wichtig: Treten die oben genannten Symptome gemeinsam auf, besteht sofortiger Handlungsbedarf. Es wird empfohlen, direkt die Notrufnummer 112 zu wählen, weil oft Minuten über Leben und Tod entscheiden.

Der Hausarzt ist in diesem Fall der falsche Ansprechpartner, weil dieser bei einem Herzinfarkt auch nicht viel mehr tun kann, als eine Einlieferung ins Krankenhaus in die Wege zu leiten.

Dabei wird oft viel notwendige Zeit verspielt, weshalb viele Betroffene zwar noch gerettet werden können, aber bleibende Schäden davontragen.

Treten neben dem Herzstechen noch Symptome wie Taubheitsgefühle, Kopfschmerzen, Lähmungen, Schwindel oder gar Sprach- und Sehstörungen auf, kann es sich um einen beginnenden Schlaganfall handeln. Auch in diesem Fall sollte nicht gezögert und umgehend der Notarzt informiert werden. Arterienverkalkung, Arterienerweiterung, Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche und Herzklappenfehler sind ebenfalls der Auslöser von Herzstechen. Wer an einer dieser Krankheiten leidet, klagte meist zusätzlich noch über Herzrhythmusstörungen und unkontrolliertes Herzrasen.

Ursachen für Herzstechen
Herzstechen ohne Herzprobleme kommt häufig vor / Bild: Pixabay.com/de – geralt

Herzstechen ist nicht immer lebensbedrohlich

Beruhigend ist, dass Herzstechen nur in den seltensten Fällen wirklich lebensbedrohlich ist. Nahezu jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mehrere Male von stechenden Schmerzen im Herz- und Brustbereich betroffen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass sich Nerven im Bereich der Rippen einklemmen. Dem von Herzstechen Betroffenen ist es nicht immer möglich, den Ursprung des Schmerzes exakt zu lokalisieren. Oft ist es gar nicht das Herz, das schmerzt, sondern ein anderes Organ, beispielsweise die Lunge, was häufig durch starkes Rauchen hervorgerufen wird.

Auch Muskelverspannungen im Brustbereich werden oft irrtümlich für Herzstechen gehalten. Ebenso kann das Stechen an Bewegungsstörungen der Speiseröhre liegen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Herz befindet. Selten kann eine Magenschleimhautentzündung der Auslöser für Schmerzen sein, die irrtümlich der Brustgegend zugeordnet werden. Leichter lassen sich stechende Schmerzen als harmlos einstufen, wenn der Betroffene unter dem sogenannten Tietze-Syndrom leidet. Dabei handelt es sich um Schmerzen, die durch Schwellung des Ansatzes beim Brustbein hervorgerufen werden. Wird sanfter Druck auf die Schwellung ausgeübt, werden die Schmerzen stärker. In den meisten Fällen ist die entzündete Stelle in der Rippengegend anhand einer Rötung leicht zu identifizieren.

Psychische Probleme wie Panikattacken führen bei vielen Menschen zu einer unregelmäßigen Atmung, die Herzstechen hervorrufen kann. Es gibt auch Menschen, die an einer sogenannten Herzphobie leiden und die sich derart in eine nicht vorhandene Herzkrankheit hineinsteiger, dass sie tatsächlich ein Stechen in der Herzgegend verspüren. In einem solchen Fall spricht man von einem Placeboeffekt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Einbildungskraft tatsächlichen Einfluss auf das Körperbefinden ausüben kann.

Wichtig: Niemand sollte sich selbst diagnostizieren. Ebenso müssen alle Symptome ernst genommen werden. Ein Arzt sollte immer zurate gezogen werden, wenn Herzstechen auftritt. Halten die Schmerzen über mehrere Minuten hinweg an und sind weitere Anzeichen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls zu beobachten, muss direkt ein Notarzt verständigt werden.

EKG bei Herzstechen
Ein EKG gibt Hinweise auf mögliche Herzprobleme / Bild: Pixabay.com/de – PublicDomainPictures

Die ärztliche Diagnose

Um festzustellen, ob es sich bei dem Stechen im Herzen um eine ernsthafte Erkrankung handelt, muss der Arzt eine Diagnose erstellen. Dazu wird die bisherige Krankengeschichte des Betroffenen studiert und der Brustkorb abgehört. Ebenso wird der Puls und der Blutdruck gemessen und eine Herzstrommessung durchgeführt. Zur gründlichen Untersuchung zählt auch eine Ultraschalluntersuchung und es findet eine Blutuntersuchung statt. Kommt der Arzt zu dem Ergebnis, dass eine gravierende Erkrankung des Herzens vorliegt, kann eine Operation vorgeschlagen, um die Ursachen des Herzstechens auf operativem Wege zu beseitigen. Weniger schwere Erkrankungen werden mit entsprechenden Medikamenten therapiert. Wer Medikamente verordnet bekommen, sollte diese regelmäßig und wie vom Arzt verordnet einnehmen. Denn eine falsche Dosierung kann zur Verschlimmerung der Erkrankung führen.

Wichtig ist, dass bei einer schweren Erkrankung umgehend gehandelt wird. Je schneller die Diagnose und die Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen auf eine Heilung.

Ungefährliches oder vermeintliches Herzstechen behandeln

Je nach Ursache wird vom Arzt die richtige Behandlungsmethode gewählt. Leidet der Patient beispielsweise unter Muskelverspannungen, helfen Akupunktur und Massagen. Ist nur ein Nerv eingeklemmt, kann ein Chiropraktiker weiterhelfen. Für psychische Ursachen ist ein Psychologe der richtige Ansprechpartner.

Ernährung bei Herzproblemen
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung / Bild: Pixabay.com/de – nile

Schweren Herzerkrankungen vorbeugen

Jeder kann selbst Vorbeugemaßnahmen treffen, um Herzerkrankungen und damit dem Herzstechen vorzubeugen. Besonders Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten ihre bisherige Lebensweise überdenken. Wichtig: Wer bereits an einer Herzerkrankung leidet, sollte eine Änderung der Lebensweise mit seinen Arzt besprechen. Dies gilt besonders, wenn anstrengende Sportarten ausgeübt werden sollen.

Zu den wirkungsvollsten Vorbeugemaßnahmen zählt eine Ernährungsumstellung. Empfohlen wird eine ballaststoffreiche und ausgewogene Kost. Gerade die mediterrane Küche ist zu empfehlen. Denn mediterrane Kost wie Meeresfrüchte, Fisch, gesunde Fette und viel Obst und Gemüse schützen das Herz. Erwiesenermaßen leiden Menschen, die in mediterranen Ländern wie beispielsweise Griechenland, Spanien, Italien etc. beheimatet sind weniger unter Herzkrankheiten und Herzstechen.

Schlechte Lebensgewohnheiten wie beispielsweise das Rauchen oder der Genuss von Alkohol sollten eingestellt oder zumindest stark reduziert werden. Es wird ein aktiver Lebensstil empfohlen, denn wer sich viel bewegt, leidet seltener unter Herzstechen und zahlreichen weiteren Beschwerden. Dabei muss niemand gleich zum Hochleistungssportler werden. Es reicht aus, wenn eine halbe Stunde am Tag stramm spazieren gegangen wird. Ideal sind auch Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Gehen und Joggen. Stress ist die Hauptursache für Herz- und Kreislaufbeschwerden. Durch autogenes Training, Meditation oder Yoga kann erlernt werden, wie mit Stress und Belastungen richtig umgegangen werden kann.

Tipp:
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt können dazu beitragen, dass eventuelle Herzkrankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Titelbild: Pixabay.com/de – geralt

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