Kefir und die Gesunde Wirkung

Wer kann schon etwas widerstehen, das den Spitznamen „Getränk der Hundertjährigen“ trägt? Ob du wirklich 100 Jahre alt wirst, nur weil du Kefir trinkst, lässt sich wohl bezweifeln. Eins ist klar: Das weiße Getränk hat viele gute Eigenschaften. Es schmeckt lecker und wirkt erfrischend. Doch das ist nicht alles: Kefir ist sehr gesund und wirkt positiv auf das Immunsystem, die Verdauung und die Haut. Wenn der Körper im Ungleichgewicht ist, wird das schnell unangenehm – Verdauungsstörungen, Eisenmangel oder unreine Haut können die Folge sein. Als natürliches Heilmittel wirkt Kefir dem entgegen.

Was ist Kefir?

Das dickflüssige Getränk hat seinen Ursprung in Russland und wird durch die Gärung von Milch gewonnen. Dafür ist der Kefirpilz zuständig. Es handelt sich dabei um eine lebende Mischkultur, die unter anderem Bakterien und Hefen enthält. Während der Gärung bildet sich Kohlensäure, weshalb Kefir leicht prickelt. Abhängig von der Dauer der Gärung kann auch etwas Alkohol entstehen – allerdings nicht genug, um beschwipst zu machen, wenn man das Getränk in Maßen genießt. Bei einer Gärungszeit von 24 bis 48 Stunden entsteht ein Alkoholgehalt von rund 0,02% bis 2%.

So wirkt er

Das Milchgetränk wirkt sich positiv auf die Verdauung und das Immunsystem aus, weil es probiotisch ist. Kefir enthält Milchsäurebakterien, die sich im Darm ansiedeln. Dort sollen sie die Verdauung fördern und Krankheitserreger bekämpfen. Darm und Immunsystem sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Gerät die Darmflora beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika oder durch eine dauerhaft ungesunde Ernährung aus dem Gleichgewicht, leidet nicht nur die Verdauung, sondern das ganze Immunsystem. Kefir trägt dazu bei, dass der Körper ein gesundes Gleichgewicht erreicht und dieses hält. Viele Menschen schwören auch bei Schlafproblemen und Nervosität auf das weiße Getränk, da es beruhigend wirken soll. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte das bisher noch nicht.

Kefir ist zudem eiweißreich und enthält Folsäure sowie viele Vitamine. Darüber hinaus versorgt er den Körper mit wichtigen Stoffen wie Eisen, Kalzium und Jod. Davon profitieren unter anderem die Knochen, Zähne und Muskeln. Wer weniger Kalorien und Fett konsumieren möchte, kann auf Magermilchkefir zurückgreifen. Dieser kommt bei Diäten oft zum Einsatz. Da er nicht nur gesund ist, sondern sehr sättigend wirkt, sollte Kefir generell auf keinem Diätplan fehlen. Bei zu häufigen Genuss kann die positive Wirkung jedoch ins Gegenteil umschlagen und dem Körper schaden. Daher sollte man pro Tag nicht mehr als einen Liter zu sich nehmen.

Hausgemacht: Kefir selbst herstellen

Im Bio- oder Supermarkt gibt es fertige Produkte zu kaufen. Sie stehen im Kühlregal und sind meist in Bechern erhältlich, die 500 ml fassen. Da diese industriell gefertigte Variante weniger Nährstoffe enthält, empfiehlt es sich, selbst Kefir herzustellen. Das geht zuhause mit relativ wenig Aufwand. Im Reformhaus kann man den Kefirpilz kaufen, der ein bisschen wie gekochter Reis aussieht. Der Kefirpilz ist ein Wunder der Natur: Er vermehrt sich und kann unbegrenzt oft verwendet werden. Um das gewünschte Getränk zu erhalten, muss der Kefirpilz in Milch eingelegt werden. Egal ob Kuh- oder Ziegenmilch: Jede Sorte eignet sich für die Kefirproduktion. Je höher der Fettgehalt der Milch ist, desto cremiger wird am Ende das Getränk.

Einen Tag bis zwei Tage lang muss die Milch-Mischung in einem luftdicht verschlossenen, abgedunkelten Gefäß ruhen. Wichtig ist, dass das Gefäß bei Zimmertemperatur gelagert wird. Die fertige Flüssigkeit wird durch ein Sieb gegossen, um den Kefirpilz herauszufiltern. So entsteht der am weitesten verbreitete, weiße Milchkefir. Es gibt zudem Wasserkefir, für dessen Herstellung der Pilz in zuckerhaltiges Wasser gelegt wird. Wasserkefir ist durchsichtig, etwas bitterer und bietet eine Alternative für Menschen mit Laktoseintoleranz.

Kefir-Erdbeer-Smoothie
Kefir-Erdbeer-Smoothie / Bild: Pixabay.com/de – WDnet

Gesunde Getränke auf Kefirbasis

Kefir schmeckt säuerlich und pikant. Er kann pur verzehrt werden, eignet sich aber auch zur Zubereitung vieler leckerer Getränke. Auf Grund seiner vielseitigen Wirkung ist er ein empfehlenswerter Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Er ist eine gute Basis für erfrischende Smoothies:
Gesundheitsbewusste Genießer können ihn beispielsweise mit Bananen, Weintrauben und Zitronensaft oder mit Erdbeeren und Himbeeren pürieren.

Wer es exotischer mag, gibt Kokosmilch und Ananas oder Mango und Limettensaft hinzu. Etwas herzhafter schmeckt ein Kefirdrink mit Radieschen und Kresse. Prinzipiell bietet das Milchgetränk viele Möglichkeiten zum Experimentieren, da sein Geschmack sowohl mit Beeren und Obst als auch mit vielen Gemüsesorten harmoniert.

Schmackhafte Gerichte zubereiten

Leicht und lecker: Kefir passt zu den unterschiedlichsten Gerichten. Zum Frühstück eignet er sich als Milchersatz im Müsli: Einfach über Haferflocken, Körner, Nüsse und frisches Obst drüber gießen – fertig ist das schnelle und gesunde Frühstück. Wer es süßer mag, kann noch etwas Honig untermischen. Als Basis für Dips oder Dressings peppt das säuerliche Getränk Salate auf. Dafür wird es mit etwas Essig oder Öl und vielen frischen Kräutern wie Petersilie oder Schnittlauch vermischt. Das Dressing wird anschließend mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, auch andere Gewürze wie Curry können je nach Geschmack hinzugegeben werden. Knoblauch passt ebenfalls gut dazu.

An heißen Sommertagen erfrischt eine kühlende Kefirsuppe. Dafür gibt man gekochte Kartoffeln, gebratene Zucchini, Radieschen, Gurke, drei hartgekochte Eier und Frischkäse zum Kefir dazu und schmeckt die Mischung mit Kräutern, Pfeffer und Salz ab. Nachdem die Suppe im Kühlschrank abgekühlt ist, bietet sie Erfrischung pur. Wird Kefir mit Quark oder Frischkäse sowie frischen Kräutern und kleingehacktem Gemüse gemixt, erhält man einen herzhaften Brotaufstrich.

Backen mit Kefir
Backen Sie Ihr nächstes Brot mit Kefir / Bild: Pixabay.com/de – Tarmtott

Backen mit Kefir

Leckermäuler können das Milchgetränk verwenden, um damit verschiedenste Backwaren zu verfeinern und ihnen eine frische Note zu geben. Für eine fruchtig-säuerliche Torte werden 300 ml Kefir mit 500 g Beeren deiner Wahl vermischt. 500 ml Sahne, etwas Vanillezucker und zehn Blättern Gelatine werden dazugegeben. Die cremige Masse wird anschließend auf einen Buskitteig gegossen und in den Kühlschrank gestellt, bis sie fest geworden ist. Auch einem klassischen Käsekuchen gibt Kefir eine besondere Note. Dazu werden unter die Quarkmischung einfach zusätzlich 200 ml Kefir gemischt.

Für viele vermutlich eine Überraschung:
Brot und Brötchen schmecken ebenfalls, wenn man unter die herkömmlichen Zutaten zusätzlich 250 g Kefir mischt. Der leicht säuerliche Geschmack entfaltet sich im Teig auf angenehme Weise und passt hervorragend zu einem herzhaften Belag.

Äußerliche Anwendung auf der Haut

Kefir fördert die Gesundheit nicht nur von innen, sondern auch von außen: Er erzielt positive Effekte auf der Haut. Trägt man ihn beispielsweise als Gesichtsmaske auf, bekämpft er Pickel, reinigt die Haut und spendet ihr Feuchtigkeit. Solch eine Maske lässt sich leicht selbstherstellen: 40 ml Kefir werden mit 10 ml Zitronensaft und 15 g Honig vermischt. Wer möchte, kann die Gesichtsmaske auch mit etwas Heilerde und frischer Gurke anreichern. Alternativ kann die Kefirmaske aus einem Ei, Quark und Honig hergestellt werden. Das Eiweiß wird dabei zunächst vom Eigelb getrennt und steifgeschlagen. Anschließend werden alle anderen Zutaten untergemischt. Die Maske wird auf das Gesicht aufgetragen und nach 20 min mit lauwarmem Wasser abgespült.

Titelbild: Urheber: dusanzidar / 123RF

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