Kieferentzündung – Ursachen und Hilfe

Fast jeder Zähneknirscher kennt das Problem. Man wacht auf, fühlt sich schlapp, als hätte man fast gar nicht geschlafen und die Gesichtsmuskeln schmerzen. Für Wenigknirscher ist das kein Problem, zumeist verschwinden die Muskel- und Kieferverspannungen nach ein paar Stunden von selbst wieder. Wer jedoch über Monate jede Nacht die Zähne aufeinanderpresst, kann neben Zahnschmerzen, bösartige Kieferschmerzen bekommen. Doch Kieferentzündungen können verschiedene Ursachen haben und sollten deshalb stets ernst genommen werden. Welche Ursachen das sind, wie man sich davor schützen kann und welche Mittel es dagegen gibt, erfährst du hier!

Welche Ursachen kann eine Kieferentzündung haben?

Karies ist häufig der Anfang von Entzündungen im Mundraum. Die Bakterien greifen zuerst den zarten Zahnschmelz an und wandern weiter zur Wurzel des Zahns. Somit bildet sich Eiter, der sich vom Zahnfleisch bis hin zum Kieferknochen ausdehnt. Dies kann zur Zahnlockerung und Zahnfleischschwund führen, was im Fachbereich Parodontose genannt wird.

Des Weiteren kann eine Kieferentzündung entstehen, wenn eine Verletzung des Zahnapparats vorliegt. Dies kann beispielsweise durch einen Unfall oder eine Zahnoperation sein. Beim Ziehen der Weisheitszähne ist der gesamte Mundraum inklusive Knochen betroffen. Das empfindliche Gewebe ist dann durch die Verletzung, ein perfekter Nährboden für Keime.

Eine Kieferentzündung muss jedoch nicht zwangsläufig von den Zähnen ausgehen. Es gibt bestimmte Arten von Viren, Pilzen und Streptokokken, die sich in andern Körperregionen befinden. Das kann der Magen sein, die Ohren, die Nase und die Stirnhöhlen.
Da diese genannten Stellen alle mit dem Kiefer und dem Mundraum verbunden sind, kann es zu einer Verschleppung der Bakterien kommen und somit auch zu einer Kieferentzündung führen.

Vorsicht bei Fremdstoffen! Zuviel Kaffee, Nikotin und Drogen können die Zähne schädigen. Manche Schadstoffe führen zu Durchblutungsstörungen, schwächen das Gewebe und erzeugen Entzündungsherde.

Kieferentzündung Behandlung und Ursache
Lassen Sie alles von einem Zahnarzt überprüfen / Bild: Pixabay.com/de – mlarsson62

Handeln, bevor es zu spät ist!

Eine Kieferentzündung kann für den Organismus gefährlich werden, da die verschleppten Bakterien ins Blutkreislaufsystem wandern können.

Deshalb sollte man bei folgenden Symptomen sofort handeln und einen Arzt aufsuchen:
  • Fieber und Müdigkeit
  • Andauernde Schmerzen im Gesicht
  • Eitergeschmack
  • Schwellungen im Mund und Gesicht
  • Herzbeschwerden, Kreislaufschwäche
  • Starke Zahnschmerzen, Kieferschmerzen beim Kauen
  • Lang anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen nach einer Operation
  • Überdruck in der Stirn oder im Hinterkopf bis zu den Schläfen
  • Sekundenschwindel und Benommenheitsgefühl

Hier hilft leider nur die Chemiekeule!

Es ist traurig aber wahr. Bei einer akuten Kieferentzündung, die zum Beispiel durch eine Zahnoperation oder einen Eiterherd unter der Krone bzw. im Zahninneren ausgelöst wurde, kann man auf starke Schmerzmittel und Antibiotika zumeist nicht verzichten. Die meisten Ärzte raten hier von Hausmittelchen ab, weil die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion auf den gesamten Körper zu groß ist. Außerdem sollen die Medikamente verhindern, dass die Kieferentzündung erneut entfacht.

Anders verhält sich das bei chronischen Entzündungen oder sporadisch auftretenden Schmerzen, die häufig durch Stress und Verspannung oder das allseits beliebte Zähneknirschen auftreten.

Hierfür gibt es ein paar Hausmittel, die Linderung bringen:

  • Am häufigsten werden bei Entzündungen im Zahn- und Rachenbereich entzündungshemmende Tees eingesetzt. Dies ist billig und zumeist auch wirklich lindernd. Empfohlen werden dabei folgende Sorten: Thymiankräuter, Brennnessel, Salbei, Kamille und Pfefferminz oder Ringelblume. Mit einer Mischung aus zwei bis drei Tees kann man den Mund mehrfach am Tag ausspülen. Dies kann beispielsweise auch zusätzlich zur schnelleren Wundheilung bei Zahn- oder Kieferoperationen eingesetzt werden.
  • Viele Menschen schwören auf Quarkwickel, wenn es um das Thema Entzündungen geht. Nach einem gezogenen Zahn und geschwollenen Backen kann eine Kühlung der Wangen nicht schaden. Angeblich ist die Wirkung von Quark effektiver, als ein primitiver Eisbeutel. Eine Quarkauflage ist schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.
  • Bei Schwellungen sind natürlich nur kalte Auflagen sinnvoll. Wer eine Kieferentzündung hat, die vorwiegend durch Stress und Verspannung ausgelöst werden, oder mit einer Nebenhöhlenentzündung einhergeht, der kann es auch mit Wärme versuchen. Hierzu werden Infrarotlampen verwendet. Man sollte dies allerdings erst testen und die Behandlung nur dann fortsetzen, wenn durch die Wärme eine Besserung eintritt. Sollten die Schmerzen davon schlimmer werden, ist dies nicht der richtige Therapieansatz.
  • Es gibt natürlich auch homöopathische Mittel, die man bei einer Kieferentzündung einsetzen kann. Auch wenn viele Ärzte der Naturheilkunde immer noch nichts abgewinnen können, es gibt Zahnärzte, die ihren Patienten nach einer schweren Kieferentzündung die Einnahme von Arnika in Globuliform anraten. Dies kann Schmerzen verringern und die Wundheilung beschleunigen. Auch Calendula und Belladonna werden bei Kieferentzündungen, Eiterbildung und Operationen angewandt.
    Hierbei muss man nur auf die richtige Dosierung achten, damit die Kügelchen ihre komplette Wirkung enfalten können.
Kieferentzündung durch falsche Mundhygiene
Achten Sie auf eine perfekte Mundhygiene / Bild: Pixabay.com/de – Peggy_Marci

Tipps – So wird eine Kieferentzündung verhindert:

Mundhygiene ist das A und O, um Karies und somit Entzündungen zu verhindern. Durch regelmäßiges Putzen der Zähne und das Benutzen von Zahnseide können sich die Keime nicht festsetzen. Außerdem sollte man mindestens einmal im Jahr den Zahnarzt besuchen. Eine Reinigung der Zähne ist zwar nicht ganz billig, aber gesundheitsfördernd. Um den Heilungsprozess bei einer Kieferentzündung zu beschleunigen, sollte auch auf die Nahrung geachtet werden. Nach einer Operation oder einer akuten Entzündung gilt es nur weiche Speisen zu essen, um die Kaumuskeln zu entlasten.

Bei einer chronischen Kieferentzündung können Gesichtsmassagen und Entspannungsübungen helfen. Zähneknirscher sollten sich eine Aufbissschiene beschaffen und vor dem Einschlafen entspannende Musik hören. Nach Meditationsübungen schläft es sich zumeist besser, da der gesamte Muskelapparat loslassen kann und auch das ewige Nachdenken wird reduziert, somit wird Stress abgebaut und das Knirschen lässt nach.

Titelbild: Urheber: dekanaryas / 123RF

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