Kinderimpfung – die beste Vorsorge

Obwohl in Deutschland keine allgemeine Impfpflicht besteht, vertrauen immerhin knapp 90 Prozent aller deutschen Eltern auf die Wirkung und Sicherheit der Impfstoffe und versorgen ihre Kinder mit einer Grundimmunisierung. Trotz dieser positiven Entwicklung fühlen sich immer mehr Eltern schlecht beraten, da Kinderarztpraxen oft überfüllt sind und so die Zeit für eine ausführliche Impfberatung knapp bemessen ist.

Die richtigen Anlaufstellen finden

Sicherlich ist der Gang zum Kinderarzt die beliebteste Informationsquelle zum Thema Impfungen, doch macht es durchaus Sinn, sich vorher einmal genau mit anderen wichtigen Anlaufstellen zu befassen.

Gute Informationen bieten hierbei folgende Vereine und Organisationen:
  • STIKO
  • Krankenkassen
  • beratende Institute

Die Ständige Impfkomission, kurz STIKO, gibt jedes Jahr einen aktualisierten Impfkalender für die Grundimmunisierung, neue Impfstoffe und zusätzliche Impfungen heraus. Das Robert-Koch-Institut nutzt diese Informationen dann und stellt in einem Bericht jährlich Veränderungen dar und gibt den Plan zum Download frei. Neben dem reinen Impfkalender wird die Möglichkeit geboten, mehr über die Impfstoffe, deren Anwendung und den richtigen Zeitpunkt des Einsatzes nachzulesen. Auch wenn sich dieses Dokument in erster Linie an Ärzte richtet, so bietet es einen informativen Einstieg in die Problematik der verantwortungsvollen Kinderimpfung.

Sowohl gesetzliche Krankenkassen als auch Privatversicherungen informieren stets, über Service-Hotlines und den persönlichen Kontakt mit Kundenberatern, über abgedeckte Leistungen. So können sich Eltern ein Bild über die übernommenen Impfstoffe und deren Wirkung machen, mögliche Nebenwirkungen recherchieren und den für ihr Kind am besten geeigneten Impfstoff auswählen. Auch unterstützende Informationen zur Vor- und Nachsorge von Kinderimpfungen werden von vielen Krankenkassen angeboten.

Als Beispiel für beratende Institute sind vor allem Tropeninstitute zu nennen. Diese informieren über eine möglicherweise benötigte Kinderimpfung für Auslandsreisen und sorgen für ein sicheres Gefühl beim Familienurlaub. Mit einem Kleinkind an einen sehr exotischen Ort zu reisen, sollte jedoch gut überlegt sein, damit anschließend keine langwierigen Krankheiten die Gesundheit des Kindes gefährden.

Warum sollten Kinder geimpft werden?

Viele Eltern fragen sich, ob alle Impfungen ihres Kindes überhaupt nötig sind, da einige Krankheiten in weiten Teilen der Welt als nahezu ausgerottet gelten. Gerade diese Krankheiten können dem Kind jedoch zum Verhängnis werden. Schlagzeilen machte 2015 vor allem der Fall der kleinen Aliana. Nach einer unbemerkten Masernerkrankung im Alter von 3 Monaten, entwickelte das hessische Mädchen im Alter von 3 Jahren aufgrund einer fehlenden Masern Kinderimpfung bereits die Spätfolge der Erkrankung, die immer tödlich verlaufende Gehirnentzündung SSPE. Eine einfache Mehrfachimpfung im Säuglingsalter hätte ihr Leben retten können.

Die Spätfolge SSPE ist zwar sehr selten, doch eine stete Gefahr für nicht geimpfte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Kritiker der Kinderimpfung sprechen sich aufgrund der Impfreaktion und Impfschäden, wie Fieber, allergischen Reaktionen oder der seltenen Einstellung chronischer Krankheiten einzelner Kinder gegen Impfungen aus, doch gibt es viele Möglichkeiten Kindern die Impfung zu erleichtern und Nebenwirkungen nachweislich zu senken.

Kinderimpfungen
Nur gesunde Kinder sollten geimpft werden / Bild: Pixabay.de / Greyerbaby

Wie kann die Kinderimpfung erleichtert werden?

Um für ein Kind die Impfung so entspannt und sicher wie möglich zu gestalten und Nebenwirkungen zu verringern gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Der richtige Zeitpunkt

Um zu gewährleisten, dass das Kind von Unannehmlichkeiten bei und nach der Impfung verschont bleibt, ist es wichtig vor der Impfung den Gesundheitszustand genau zu überprüfen. Sollte das Kind vor der Impfung auch nur leichte Symptome von Schnupfen, Husten oder anderen Erkrankungen haben, so ist es ratsam den Arzttermin noch einmal zu verschieben. Damit wird eine Überlastung des Immunsystems verhindert und das Risiko eines Impfschadens verringert.

Sollte das Kind Allergiker sein oder eine andere chronische Erkrankung haben. muss der Termin ebenfalls verschoben werden. Pollen-Allergiker sollten zum Beispiel nicht während einer Pollenflugphase geimpft werden, Kinder mit Neurodermitis sollten ihre Kinderimpfung nur nach genauer medikamentöser Einstellung durch den Arzt erhalten, da die Impfungen dem Kind sonst durch Reizungen unnötige Schmerzen bereiten können.

2. Schüssler Salze

Vor allem von Naturheilern wird die Stärkung des Immunsystems mit homöopathischen Schüssler Salzen empfohlen. Dabei wird dem Säugling oder Kleinkind bei einer Mahlzeit eine zerkleinerte Tablette aus Mineralien und Milchzucker in Wasser aufgelöst und gereicht oder sogar ins Essen hineingemischt. Beginn der Therapie sollte 1-2 Wochen vor der Impfung oder in der Periode zwischen mehreren Impfungen angewendet werden und erhöht so den Allgemeinzustand des Kindes und stärkt durch den ausgeglicheneren Mineralienhaushalt. Bei richtiger Anwendung kann so auch die Nachwirkung von Impfstoffen in Form von Reizungen und Schwellungen verkürzt werden.

3. Die richtige Begleitung zum Arzt

Grundsätzlich sollte einfach ein Elternteil mit zur Kinderimpfung gehen, doch sollte der Vater oder die Mutter selbst Angst vor Spritzen haben, so überträgt sich die Angst auch auf das Kind. Dieses wird unruhig und dadurch erhöht sich die Chance von Komplikationen durch Impfreaktionen und Reizungen. Bei Säuglingen kann um solche Situationen zu vermeiden nach Absprache mit dem Arzt während des Impfens gestillt werden um das Kind abzulenken und so die Symptome zu lindern. Bei Säuglingen gilt auch im Allgemeinen, je länger gestillt wird, desto stärker ist das Immunsystem gegen Impfstoffe ausgestattet.

Fieber nach Kinderimpfung
Fieber ist eine häufige Nebenwirkung von Impfungen / Bild: pixabay.de / ClkerFreeVectorImages

Welche Nebenwirkungen können frühe Kinderimpfungen verursachen?

Typische Nebenwirkungen von Impfungen im frühen Kindesalter bilden Hautreizungen an der Einstichstelle der Impfnadel, leichtes Fieber bis 38,5 Grad und eine Unruhe des Kindes, die über mehrere Tage Bestand haben kann. Bei vielen Impfstoffen kommen chemische Stoffe, wie Formaldehyd und Aluminium zum Einsatz, welche das Immunsystem belasten können.
Im Vergleich zu Spätfolgen durch Masern, Pneumokokken, Rota-Viren und andere Krankheitserreger sind diese Nebenwirkung jedoch als sehr gering zu bezeichnen.
Die Sicherheit der Impfstoffe wird jedes Jahr durch die Impfkommission geprüft und Verbesserungen werden ständig entwickelt. Mithilfe intensiver Information und Vorbereitung wird das Impfen jedes Kind langanhaltend schützen.

Titelbild: Urheber Pixabay.de / jochenpippir

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