Kohlensäure im Wasser – gesund oder ungesund?

Wer heute im Supermarkt oder im Getränkehandel vor dem Mineralwasserregal steht, hat eine riesige Auswahl. Nicht nur die Hersteller und die Zusammensetzung des Wassers unterscheiden sich, sondern auch der Wassertyp still, medium oder klassik. Du weißt nicht genau wo die Unterschiede sind und welche Vor- oder Nachteile die verschiedenen Sorten haben? Dann bist du hier genau richtig, denn der Sache mit dem „Sprudel im Sprudel“ gehen wir hier genauer auf den Grund.

Kurze Begriffserklärung

Damit sich die einzelnen Hersteller immer wieder vom Markt abheben, sind sie recht erfinderisch, was die Wasserbezeichnung angeht. So verbirgt sich hinter den Namen Still, Soft oder Sanft meistens Wasser ohne Kohlensäure. Medium, sanft prickelnd und ähnliche bezeichnen dann ein Mineralwasser, welches leicht mit Kohlensäure versetzt ist. Der Klassiker ist dann das bekannte Sprudelwasser. Hier finden sich Begriffe wie Classic, Prickelnd, Fresh und viele andere Namen. Vor wenigen Jahren sprach die Allgemeinheit einfach von Sprudel. Im Restaurant finden sich dafür heute schon auf der Getränkekarte dann im Durchschnitt vier bis fünf verschiedene Sorten Wasser – es lohnt sich also, vorbereitet zu sein.

Wasser mit Kohlensäure
Sprudelwasser dank Kohlensäure / Bild: Pixabay.com/de – Bellezza87

Was prickeld denn da im Wasserglas?

Kohlensäure im Wasser! Eine Säure? Ist die gefährlich? Nein, keinesfalls – Kohlensäure (H2CO3) ist das im Wasser gelöste Gas Kohlendioxid (CO2). Die Säure kann entstehen, wenn Kohlendioxid ins Wasser geleitet wird. Deutlich wird dies durch das bekannte sprudeln der kleinen Bläschen, die sich auch am Glasrand absetzen und sichtbar werden. Kohlensäure im Wasser ist durchaus ein ganz natürlicher Bestandteil.

Wenn du eine Mineralwasserflasche mit dem Aufdruck „mit natürlichem kohlensäurehaltigen Mineralwasser“ in den Händen hälst, handelt es sich um Wasser, was bereits aus der Quelle mit Kohlensäureverbindungen austritt. Das deutsche Mineralwasser entspringt zum großen Teil aus Vulkanregionen mit stark kohlendioxidhaltigem Gestein. Auf seinem unterirdischen Weg nimmt das Wasser dieses Gas auf und verwandelt es in Kohlensäure. Es ist also ein ganz natürlicher Vorgang. Je weniger Mineralwasserquellen mit kohlendioxidhaltigem Vulkangestein ein Land hat, desto verbreiteter ist dort stilles Wasser. Südliche Länder kennen daher fast nur stilles Wasser.

Dann gibt es noch „Natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure„. Diesem Wasser wird zwar H2CO3 zugesetzt, aber sie hat den gleichen Ursprung wie das Wasser – also auch hier ist die Kohlensäure ein ganz natürliches Produkt.

Zu guter Letzt findet sich bei den sprudelnden Wassern noch der Typ „natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt„. Diese Variante kommt am häufigsten vor. In Deutschland stehen dafür mehr als 200 amtlich anerkannte Quellen zur Verfügung. Vor dem Abfüllen wird dann die anorganische Säure zugefügt. Auch hier bleibt die Kohlensäure ein natürliches Produkt – stammt aber nicht vom gleichen Quellort ab. Nichts anders machen auch die Sprudelgeräte für Zuhause: Leitungswasser wird mit Gas versetzt und schon sprudelt es im Glas.

Übrigens gibt es auch Quell- und Tafelwasser, welches keine Herkunftsbezeichnung braucht und in den Varianten still oder sprudelnd erhältlich ist.

Kohlensäure in Wasser
Restaurants bieten zahlreiche Auswahlmöglichkeiten für Wasser an / Bild: Pixabay.com/de – stux

Was bewirkt die Kohlensäure im Wasser?

Dazu gibt es ein paar Fakten aber auch sensorische Unterschiede, die jede Person anders empfindet.

Zuerst die nachgewiesenen Fakten:
  • Sie sorgt für eine bessere Durchblutung der Mund- und Magenschleimhaut
  • Sprudelndes Wasser reinigt die Geschmackspapillen im Mund
  • Sprudelwasser wirkt leicht desinfizierend
  • Der Speichelfluss wird angeregt
  • Die Verdauung wird durch den leichten Dehnungsreiz des Gases angeregt
  • Sprudelwasser fördert die Nährstoffaufnahme
  • Die Bläschen füllen den Magen und können ein Sättigungsgefühl hervorrufen
  • In dem kohlesäurehaltigen Milieu können Bakterien getötet werden

Zu den sensorischen Empfindungen zählt dann eher der Geschmack und das Gefühl, welches die Sprudelbläschen erzeugen. Auf der einen Seite gibt es Sprudel-Befürworter aus der Gourmetszene, die der Meinung sind, dass Speisen und Weine nach dem Genuss von kohlesäurehaltigem Wasser besser und intensiver schmecken. Auf der anderen Seite gibt es die Vertreter der stillen Wasser, die das Saure und das Prickelnde als störend schmecken. In der Küche allerdings ist sprudelndes Wasser kaum weg zu denken. Gerade in Pfannkuchen- oder Kuchenteig macht die Kohlensäure im Wasser den Teig erst so richtig locker und kann sogar Backpulver ersetzen. Hausfrauen schwören darauf. Du willst es ausprobieren?

Hier ein ganz simples Rezept für Pfannkuchen ohne Backpulver für 4 Personen:

  • 4 Eier
  • 200g Mehl
  • etwas Milch
  • etwas Sprudelwasser (Klassik)

Das Mehl und die ganzen Eier in eine Schüssel geben. Dann erst etwas Milch und Wasser dazugeben und mit dem Rührgerät vorsichtig verrühren. Nach und nach ewas Mineralwasser und Milch hinzugeben, bis der Teig immer flüssiger wird. Er sollte nicht zu dick sein, sondern eher dünnflüssig. In einer Pfanne Öl oder ein anderes beliebiges Fett (keine Butter) erhitzen. Mit einer Schöpfkelle den Teig in kleinen Portionen in die Pfanne schöpfen. Den Pfannkuchen von beiden Seiten backen, bis er goldbraun ist.

Auch dickere Pfannkuchen bleiben durch die Kohlensäure im Wasser schön locker. Der neutrale Geschmack passt zu allen süßen oder würzigen Ideen.

Wasser mit Kohlensäure
Auch beim Kochen kann Sprudelwasser verwendet werden / Bild: Pixabay.com/de – Schmunzelfee

Und was spricht für stilles Wasser?

Neben den persönliches Vorlieben, gibt es auch für das stille Wasser einige Pluspunkte. Sportler, während dem Training, oder Menschen mit Sodbrennen sind mit stillem Wasser besser bedient. Kohlensäure im Wasser bläht den Bauch auf und man muss aufstoßen. Auch kleine Kinder sollten lieber stilles Wasser trinken. In großen Mengen kann kohlensäurehaltiges Wasser auch zu Völlegefühl und Blähungen führen. Hier muss jeder für sich ausprobieren, welche Mengen er am besten verträgt.

Ist die Kohlensäure im Wasser jetzt ungesund?

Nein. Wie ja bereits geschildert, hat die Kohlensäure im Wasser viele gute Eigenschaften und ist sogar ein natürlicher Bestandteil von Mineralwasser. Außerdem schmecken viele Erfrischungsgetränke am besten mit dem prickelnden Gas. Schorle ohne Sprudel ist irgendwie keine richtige Schorle. Höchstens verdünnter Saft. Aber wer großen Durst hat oder einen empfindlichen Magen, greift lieber zu der stillen Variante.

Beim Mineralwasser ist erlaubt was schmeckt – und zu der jeweiligen Situation passt.

Nach dem Joggen lieber stilles Wasser und zum Essen abends dann doch ein Glas mit Kohlensäure im Wasser.

Titelbild: Pixabay.com/de – ColiNOOB

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