Bild Kribbeln im Kopf

Kribbeln im Kopf: Ursachen und Behandlung

Es ist ein Gefühl, als würden tausend kleine Nadeln einstechen. Kribbeln im Kopf macht sich als intensive Gefühlsstörung bemerkbar. Wer es zum ersten Mal erlebt, ist zumindest beunruhigt. Ist das noch normal oder verbirgt sich etwas Ernstes dahinter? Soll man damit zum Arzt oder kann man es einfach ignorieren? Kribbeln im Kopf ist ein Symptom, dass auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen kann. Einige davon sind harmlos, andere wiederum schwerwiegend. Von einer harmlosen Muskelverspannung bis zu komplexen Gehirnerkrankungen, das Kribbelgefühl verrät immer eine Beeinträchtigung der Nerven. Worauf zu achten ist, wann man zum Arzt sollte und wie man sich am Besten verhält: ein Überblick.

Das Gefühl abgrenzen: Symptombestimmung

Kribbeln im Kopf ist eine Gefühlsstörung, die Betroffene in der Regel als ungewohnt und unangenehm empfinden. Dabei handelt es sich keineswegs um einen typischen Schmerzreiz, sondern eher um eine befremdliche Missempfindung. Das Gefühl selbst wird als Kribbeln, Prickeln, Jucken oder Kitzeln beschrieben. Für die meisten fühlt es sich an, als würden Ameisen über den Kopf laufen. Auch stellt sich bei manchen Patienten ein Gefühl von Druck im Kopf ein. Oft klagen Betroffene zusätzlich über Kopfschmerzen oder Schwindel. Gesellt sich ein Taubheitsgefühl dazu, ist sofortiges Handeln angesagt.

Bild Kopfschmerzen

Mögliche Ursachen

Das Kribbeln, auch Parästhesie genannt, entsteht in der Regel durch Nervenstörungen. Zu solchen Störungen kommt es, wenn sensorische, also Reize leitende, Nervenstränge beeinträchtigt sind. Das kann auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:

Stress, Depression, seelische und körperliche Überlastung

Zu den eher harmlosen Auslösern dieser Gefühlsstörung gehört Stress im Allgemeinen. In Folge außergewöhnlicher Stressbelastung kann es zu einer vorübergehenden Überlastung der sensorischen Nervenbahnen kommen. Hat sich der Betroffene vollständig erholt, verschwindet stressbedingtes Kribbeln im Kopf wieder. Massagen und Entspannungsübungen unterstützen den Heilungsprozess. Ist das Kopfkribbeln Begleitsymptom einer Depression, kann eine psychologische Behandlung helfen die Beschwerden zu lindern.

Verspannungen

Auch Verspannungen insbesondere im Nacken können Gefühlsstörungen am Kopf auslösen. Ist ein Muskel oder ein sensibler Nerv verspannt, kann sich die Beeinträchtigung bis oben im Kopfbereich bemerkbar machen. Auch in diesem Fall handelt es sich um eine temporäre Störung, die sobald die Verspannung gelöst ist, nachlässt. Massagen und Physiotherapie können unterstützend wirken.

Migräne

Heftige Migräneattacken können von einem unangenehmen Kribbeln in der Kopfregion begleitet werden. Typisch bei migränebedingtem Kopfkribbeln: die Gefühlsstörung tritt in der Stirnregion oder am Hinterkopf auf.

Unfälle

Stürze und Unfälle können ernste Nervenschäden am Kopf verursachen. Vor allem nach einem Stoß auf den Kopf kann das Kribbelgefühl ein ernst zunehmendes Zeichen für eine Gehirnerschütterung sein. Vorsicht ist geboten, wenn Taubheitsgefühle, Schwindel und Orientierungs- sowie Koordinationsschwierigkeiten hinzukommen. Eingeklemmte Nerven und Rückenmarksläsionen rufen ebenfalls Symptome hervor, die der beschriebenen Gefühlsstörung eines Kopfkribbelns gleichen.

Akute Entzündungen

Auch Infektionen und Entzündungen können Parästhesien am Kopf auslösen. Ein wichtiges Stichwort ist hierbei die Hirnhautentzündung. Außerdem kann die meist durch Zeckenbisse übertragene Infektion der Nervenwurzeln zu einem Kribbelgefühl und zu Taubheitsempfinden führen.

Tumore

In seltenen Fällen kann ein Tumor, der im Gehirn auf empfindliche Nervenbahnen drückt, der Auslöser einer sensorischen Gefühlsstörung sein. Oft äußert sich das als Kribbeln oder Taubheitsgefühl.

Neurologische Erkrankungen

Zu den ernsthaften neurologischen Erkrankungen, bei denen Kribbeln im Kopf zu den Begleitsymptomen zählt, gehören die Parkinsonsche Krankheit, Epilepsie, Multiple Sklerose sowie diverse chronische Nervenleiden.

Durchblutungsstörungen

Hoher oder niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen im Kopfbereich sowie starke Schwankungen des Blutdrucks können Kribbeln im Kopf begünstigen. Das Kribbeln kann dann in eine Art Pfeifen überzugehen und sollte unbedingt ernst genommen werden, um Schlimmeres wie etwa einen Infarkt, oder einen Schlaganfall zu vermeiden. In diesen Fällen gilt es den Blutkreislauf zu stabilisieren und den Blutdruck unter Kontrolle zu bringen.

Hormonelle Störungen

In seltenen Fällen hat die Parästhesie eine hormonelle Ursache. Ein Blutbild mit Hormonwertbestimmung kann über die genauen Umstände Aufschluss darüber geben.

Erkältung

Hin und wieder kommt Kopfkribbeln im Rahmen einer Erkältung vor. In diesem Zusammenhang besteht natürlich nur wenig Anlass zur Sorge, da es sich garantiert um eine vorübergehende Erscheinung handelt, es sei denn es gesellen weitere für eine Erkältung untypische Symptome hinzu.

Flüssigkeitsmangel

Auch Flüssigkeitsmangel kann zu einem Kribbelgefühl im Kopf führen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein wenig Ruhe helfen rasch.

Bild im Bett entspannen

Therapie

Über die angemessene Behandlung einer Gefühlsstörung, wie das Kribbeln im Kopf sie darstellt, entscheidet im Idealfall der Arzt. Nach einer Untersuchung und der Erstellung einer gründlichen Anamnese kann er bestimmte Ursachen ausschließen. Zunächst muss abgeklärt werden, ob es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung handelt oder Um ein möglichst um ein wiederkehrendes Problem. Um sich ein möglichst genaues Bild machen zu können, befragt der Arzt den Patienten über Dauer und Intensität der Gefühlsstörung. Eine Blutuntersuchung kann weiteren Aufschluss über die Ursachen geben. Bildgebende Untersuchungsverfahren wie eine Computertomografie helfen dabei Verletzungen der Hirnnerven, Entzündungen oder Veränderungen im Gewebe aufzuspüren. Je nach Diagnose können wahlweise eine Reihe zielgerichteter Therapieansätze verfolgt werden.

Wundbehandlung:

Liegt eine unmittelbare Verletzung des Kopfes vor, muss die Wunde möglichst schnell medizinisch versorgt werden. Blutungen oder Schwellungen sind umgehend zu behandeln, da sie bleibende Nervenschäden hinterlassen können. Bei großen Verletzungen muss eventuell operiert werden, um Blut bzw. Wundflüssigkeit abzuführen.

Erholung:

Wurde das Kribbeln durch das allgemeine Stresssymptom ausgelöst, wird zunächst Ruhe und Stressabbau verordnet. Das gilt auch für Kribbeln, das als Begleitsymptom von Migräne oder Epilepsie auftaucht. Denn Unruhe und seelische Belastung sind geradezu toxisch für unsere hochsensiblen Nervenfasern. In vielen Fällen genügt eine Phase der Erholung, in der Betroffene sich bewusst werden, dass der Stress nun vorüber ist oder ihnen abgenommen wurde.

Medikamente:

Liegt eine Entzündung dem Kribbeln im Kopf zugrunde, verschreibt der Arzt in der Regel Antibiotika. Sind Nerven verletzt, kann ein Spektrum von unterschiedlichen Medikamenten helfen, von Schmerztabletten bis zu Mitteln, die den Brechreiz unterdrücken. Ist das Kribbeln Begleitsymptom einer Epilepsie, kommen entsprechend Antiepileptika zum Einsatz. Bluthochdruckpatienten bekommen blutdrucksenkende Mittel verschrieben.

Operation:

Ein chirurgischer Eingriff ist nötig, wenn die Untersuchungen ergeben haben, dass das Kribbeln durch eine Tumorerkrankung ausgelöst wurde. Die Entfernung des beschädigten Gewebes ist dann dringend erforderlich. Bei schweren Verletzungen, Gehirnschwellungen oder heftigen Gehirnerschütterungen wird ebenfalls operiert. Seltener sind solche Eingriffe, die eine Schädelöffnung erfordern, etwa bei eingeklemmten Nerven.

Bild Schmerzen im Kopf

Leitfaden für Betroffene

Kribbeln im Kopf, das als unangenehm empfunden wird, ist beunruhigend, aber nicht unbedingt gefährlich. Manchmal hilft schon ein Glas Wasser oder etwas Ruhe. Sanfte Massagen lindern geringfügige Beschwerden. In manchen Fällen hilft auch eine Kopfschmerztablette. Bei Kopfkribbeln im Rahmen einer Erkältung kann man ebenfalls erst einmal abwarten.

Wer allerdings weder körperlichen oder seelischen Stress hat, noch eine gesicherte Migränediagnose, sollte vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Auch wer kürzlich einen Unfall hatte oder von Zecken gebissen wurde, tut gut daran sich untersuchen zu lassen. Kommen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel hinzu oder dauert der Zustand der Gefühlsstörung länger an, sollte das Kribbeln im Kopf keinesfalls ignoriert werden. Da sich hinter dem Kribbeln teilweise ernsthafte neurologische Erkrankungen, Entzündungen und Nervenschäden verbergen können, empfiehlt es sich in solchen Fällen dringend eine ärztliche Meinung einzuholen.

Generell gilt:
Falls Unsicherheit darüber herrscht, ob ein Arztbesuch notwendig ist, können folgende Fragen dem Betroffenen dabei helfen, die Lage einzuschätzen:

  1. Durchlebt der Betroffene gerade eine Stressphase?
  2. Wurde bereits eine Migränediagnose aufgestellt?
  3. Kommt das Kribbeln im Kopf immer wieder?
  4. Wird das Kribbeln von Kopfschmerzen oder Taubheitsgefühlen begleitet?
  5. Kommen Schwindel oder Übelkeit hinzu?
  6. Hält das Gefühl länger an?
  7. Hatte der Betroffene kürzlich einen Unfall?
  8. Kann ein Zeckenbiss ausgeschlossen werden?
  9. Liegt eine Erkältung vor?
  10. Bestehen Probleme in Bezug auf den Blutkreislauf, wie z.B. Bluthochdruck?

Bildernachweis:
Titelbild – Kribbeln im Kopf Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Kopfschmerzen Urheber: samotrebizan / 123RF Lizenzfreie Bilder
im Bett entspannen Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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