Künstliche Fingernägeln: Pilz und Infektionen

Künstliche Fingernägel liegen im Trend – ob natürlich gehalten oder kunstvoll dekoriert, immer mehr Frauen wollen die Verlängerungen der Nägel durch Applikationen aus Kunststoff ausprobieren. Leider lauern hinter dem Schönheitstrend künstliche Fingernägeln gefährliche und dauerhafte Risiken – Allergien oder Pilzinfektionen sind nicht selten.

Allergisch auf die Fingernägel – eine Acrylat-Allergie

Beim Befestigen von künstliche Fingernägeln kommen Dämpfe als Klebstoff und Aushärtungsmittel zum Einsatz, hauptsächlich Methacrylate und Acrylmonomere. Auf diese Stoffe reagieren viele Frauen nach dem Einatmen allergisch. Das Risiko einer solchen Allergie steigt mit der Zahl der Anwendungen. Nicht umsonst tragen Mitarbeiter in Nagelstudios einen Mundschutz! Von einer Allergie können die Anwender von lichthärtenden künstliche Fingernägeln genauso betroffen sein, wie die von Nägeln in Kombination mit Kleber und künstlichem Nagelhärter. Durch Acrylat-freie Gel-Nägel kann eine solche allergische Reaktion verhindert werden.

Eine Allergie gegen Acrylat-Dämpfe kann sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar machen:
  • Schwellung und Rötung der Nägel, begleitet von Juckreiz
  • Hautausschläge an Händen, Hals und Gesicht
  • Bläschenbildung an den Nägeln
  • selten: Kribbeln oder Taubheit in den betroffenen Körperstellen

Pilze an den Fingern

Auch bei Entfernung der künstliche Fingernägeln treten sehr häufig Probleme auf, in diesem Fall Infektionen mit Pilzen und Bakterien. Eine Gruppe Medizinzentren in Israel führte Studien an Frauen durch, deren Nägel sich nach Entfernung der künstliche Fingernägeln unschön verändert hatten. 90 Prozent von ihnen hatten Pilze an den Nägeln. Eine schauderhafte Vorstellung, doch leider Realität. Die Pilze können Hefepilze, Schimmelpilze, Fadenpilze und Bakterien sein. Das ist besonders gefährlich, da wir über unsere Hände und den vielen Kontakt mit anderen Menschen diese Pilze natürlich sehr leicht an Dritte übertragen können.

Das Problem sind die Zwischenräume zwischen natürlichem und künstlichem Nagel: hier lagern sich Bakterien und Pilze und bleiben ungestört zum Beispiel vom Händewaschen und vom Trocknen. Ein einfacher Nagellack trägt diese Risiken nicht. Außerdem schädigt der künstliche Nagel auf Dauer den natürlichen. Durch die Entlastung und den Mangel an Sauerstoff wird der Nagel zu dünn und löst sich im Extremfall ganz auf. Dadurch steigt das Risiko der Infektion weiter, da die geschwächte Hornschicht kein Hindernis für Pilzsporen darstellt, sondern im Gegenteil eine willkommene Brutstätte in einem feuchten und warmen Milieu. Anders als natürliche Fingernägel können künstliche Fingernägeln Infektionen und Pilze außerdem nicht in einem gewissen Grad selbst abwehren.

Infektionen und Pilze durch Gelnägel
Auch Tips können den Nagel schädigen / Bild: Pixabay.com /de – stux

Symptome: Was man sieht und was man übersieht

Eine Pilzinfektion zeigt sich an den folgenden Symptomen:
Eine Pilzinfektion zeigt sich an den folgenden Symptomen:

  • starke Schmerzen an und unter den Nägeln
  • Schwellung, Rötung und Juckreiz der Finger
  • die Nägel werden dick, verfärben sich gelblich und sind brüchig und spröde
  • Druckempfindlichkeit auf den Nägeln
  • eine Entwicklung der Symptome von der Nagelspitze zum Nagelbett

Das Problem von künstliche Fingernägeln ist, dass sie viele andere Symptome überdecken.

Mangelernährung und Stoffwechselkrankheiten zum Beispiel lassen sich an Verfärbungen der Fingernägel ablesen. Mit einem künstlichen Nagel werden diese verdeckt, was bei dauerhafter Anwendung eventuell zu schweren Krankheiten führen kann, die so unentdeckt bleiben.

Was hilft bei Pilzbefall?

Auf jeden Fall ist der Gang zu einem Hautarzt Pflicht, um dauerhafte Schäden und das Anstecken weiterer Personen zu verhindern. Des weiteren sollten die künstlichen Fingernägel entfernt und die Nägel wieder natürlich gepflegt werden. Zum Abtöten des Pilzes ist die äußerliche Behandlung mit einem Antipilzpuder, eine Tinktur oder einem Lack zu empfehlen. Ist der Pilz bereits in den Körper vorgedrungen, hilft eine innere Anwendung von Tabletten. Wäsche und Textilien, die mit dem Pilz in Kontakt gekommen sind, sollten bei 90 Grad gewaschen werden, denn die Pilzsporen halten Temperaturen bis 60 Grad problemlos aus.

Wie vermeidet man Pilze und Infektionen?

Die Wahl des richtigen Nagelstudios ist entscheidend. Sehr gute Hygiene und saubere Arbeitsbereiche sind Pflicht. Die Kosmetiker sollten geschult und eventuell ausgezeichnet sein, denn sie müssen sehr genau arbeiten. Es sind die Ränder der Nägel, an denen der Pilz am leichtesten entstehen kann. Ein weiteres Risiko sind Verletzungen durch das Feilen oder die Verwendung von nicht desinfizierten Arbeitsgeräten. Eine professionelle Modelage senkt das Risiko der Infektion enorm, wenn „frau“ danach auf gründliche Hygiene achtet. Außerdem sollten die natürlichen Nägel zwischen zwei Perioden mit künstliche Fingernägeln unbehandelt gelassen werden, damit sie sich entspannen und regenerieren können.

Der Warnung „unbedenklich bei sachgemäßer Anwendung“ ist unbedingt Folge zu leisten. Von der eigenen Modelage der künstliche Fingernägeln Zuhause ist abzuraten: Laien können mit billigen Sets aus der Drogerie viel falsch machen und riskieren Schäden. Aufgrund von porösen oder welligen – „unschönen“ – Nägeln in ein Nagelstudio zu gehen und künstliche Fingernägeln zu wählen, ist grundsätzlich auch ein Fehler: solche Mängel an den Nägeln gehören in die Hände eines Facharztes, nicht in die einer Kosmetikerin. Wenn eine Frau an ihren künstliche Fingernägeln eine grünliche Verfärbung feststellt, ist der Gang zum Arzt oder zur Entfernung der Nägel ratsam.

Dieser „Greenie“ ist nämlich ein erstes Anzeichen von Bakterienaktivität, die unterbunden werden sollte, bevor sich eine Infektion entwickelt.

Hat sich ein künstlicher Nagel gelöst oder ist abgesplittert, muss er unbedingt komplett entfernt, der betroffene Naturnagel gereinigt, und ein neuer künstlicher Fingernagel aufgeklebt werden. Auf keinen Fall sollten gelöste Nägel selbst mit Nagelkleber wieder angeklebt werden, denn diese Methode birgt ein hohes Risiko für Infektion mit Bakterien.

Gelnägel verursachen Infektionen
Für besondere Anlässe kann man Gelnägel einmalig verwenden / Bild: Pixabay.com/de – klimkin

Also keine künstlichen Nägel mehr?

Gegen eine einmalige Anwendung von künstliche Fingernägeln für einen besonderen Anlass spricht nichts. Voraussetzung ist eine gute Pflege der Nägel vor und nach dem Tragen. Dabei sind einfache Nägel zum Aufkleben sogar besser, da diese von Haus aus nicht lange halten und auch nicht luftdicht abschließen, wodurch das Risiko der Zersetzung des natürlichen Nagels nicht gegeben ist. Wo künstliche Fingernägeln auf jeden Fall der Kampf angesagt wird, ist die Lebensmittelbrance und die Medizin: die Kunststoffapplikationen lassen sich kaum gründlich desinfizieren.

Titelbild: Pixabay.com/de – Olichel

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