Bild Muttermal untersuchen

Muttermal aufgekratzt – folgen und nötige Behandlung

Das Muttermal oder der Leberfleck – lateinisch Naevus – ist eine in der Regel harmlose und gutartige Veränderung der Haut. Diese flachen bis knötchenartigen Veränderungen zählen zu den Harmatomen, eine angeborene oder später auftretende Fehlbildung des Gewebes. In der Dermatologie findet sich allerdings keine klare Definition der Begriffe Muttermal oder Leberfleck.

Mediziner unterscheiden deshalb gerne anhand des Entstehungszeitpunktes, ob es sich bei diesem kleinen, bräunlichen Fleck um ein Muttermal oder einen Leberfleck handelt. Sie gehen davon aus, dass ein Muttermal stets angeboren ist, während sich ein Leberfleck durch verschiedene äußerliche Einflüsse erst später nach und nach bildet.

Wie entstehen ein Leberfleck oder ein Muttermal?

Das Harmatom besteht aus einer Ansammlung von veränderten Hautzellen. Diese bilden – im Gegensatz zu unserer restlichen Haut – unkontrolliert hohe Mengen an Melanin, die Pigmente, die für die Färbung der Haare, Augen und unserer Haut zuständig ist. Warum das so ist, konnte wissenschaftlich noch nicht erklärt werden.
Insgesamt gibt es drei verschiedene Formen der Leberflecke:

Lentigo simplex

Diese Form ist der klassische, bekannte Leberfleck. Er entsteht im jungen Alter durch häufige Sonneneinstrahlung. Er ist rund bis oval geformt, nicht größer als 5 mm dunkelbraun gefärbt.

Lentigo solaris

Wie der Name schon vermuten lässt, bildet sich auch dieser Leberfleck durch starke Sonneneinstrahlung. Er kann einen Durchmesser von 5 cm erreichen. Die Form ist meist rund, kann jedoch auch gezackte Umrisse aufweisen. Der Lentigo solaris ist heller als der Lentigo simplex, sehr flach und bildet sich erst bei Erwachsenen vollständig aus.

Nävuszellnävus

Das klassische Muttermal ist klar auf der Haut definiert mit einem scharfen Rand und braun bis dunkelbraun gefärbt.

Neben der UV-Strahlung spielt die Vererbung und die Hautfarbe eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Muttermalen. Je mehr dieser braunen Flecken bei den Eltern oder Großeltern zu finden sind, um so größer die Wahrscheinlichkeit, bei sich selbst auch Muttermale zu finden.

Sehr hellhäutige Menschen haben ein höheres Risiko, ein Harmaton auszubilden als Menschen mit sehr dunkler Haut.
Auch bei Menschen, die gerne und lange Sonnenbäder nehmen oder regelmäßig ein Solarium aufsuchen, findet man verstärkt die in der Regel harmlosen braunen Punkte und Flecken.

Bild Muttermal aufgekratzt

Ein Muttermal wurde aufgekratzt, besteht erhöhte Hautkrebsgefahr?

Schon ist es passiert: beim Rasieren einmal nicht aufgepasst, mit dem Pullover hängen geblieben oder einmal zu fest über eine Hautstelle mit Muttermal gekratzt, um einen lokal auftretenden Juckreiz zu lindern.

Das Muttermal wurde dabei aufgekratzt und blutet. Was nun? Das oberste Gebot in dieser Situation: Ruhe bewahren!
Denn ein versehentlich aufgekratztes Muttermal ist erst einmal nichts Gefährliches und führt entgegen landläufiger Meinung auch nicht zu Hautkrebs!

Bei einem blutenden Muttermal – zum Beispiel, wenn das Muttermal beim Rasieren aufgeschnitten wurde – sollte man die Wunde ruhig kurz bluten lassen. Das spült eventuell eingedrungene Verschmutzungen und Keime aus der Wunde heraus. Auch wenn der Blutfluss im ersten Moment recht groß erscheint für eine verhältnismäßig kleine Wunde, keine Sorge, die Selbstheilungskräfte des Körpers und die schnell eintretende Schorfbildung stillen das Blut zuverlässig. Die Wunde sollte dann gut desinfiziert werden, am besten trägt man eine desinfizierende Salbe wie zum Beispiel Betaisadonna Wundsalbe auf, die man für solche Notfälle stets zu Hause haben sollte.

Ist Muttermal aufgekratzt, wird selbstständig wieder abheilen, genau wie andere, oberflächliche Wunden. Allerdings sollte es mit einem Pflaster oder mit der Kleidung vor der Sonne schützen.

Übermäßige UV-Bestrahlung, wie sie beim ausgiebigen Sonnenbaden oder regelmäßigen Solariumbesuchen entsteht, steht leider in Verdacht, Hautkrebs zu fördern.
Durch die Wunde kann UV-Licht leichter in das Gewebe des Muttermals eindringen und dort eventuellen Schaden anrichten. Ist das Muttermal aufgekratzt, jedoch vor UV-Strahlung geschützt, muss sich um eine Bildung von Hautkrebs in diesem Bereich keine Sorgen machen.

Die Wunde kann auch mit einem handelsüblichen Kühlpad gekühlt werden. Das Kühlen lindert eventuell auftretenden Schmerz und den entstehenden Juckreiz. Auch wird durch das Kühlen einer Schwellung des verletzten Gewebes vorgebeugt.

Bild Dermatoscope

Ich habe ein Muttermal aufgekratzt, sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wurde ein Muttermal aufgekratzt, besteht in der Regel außer den normalen Vorsichtsmaßnahmen wie desinfizieren, eventuell Wundsalbe auftragen und abdecken kein medizinischer Behandlungsbedarf.

Ein Besuch beim Arzt ist allerdings dringend erforderlich, wenn :
  • das Muttermal stark juckt
  • das Muttermal nässt
  • grundlos anfängt zu bluten
  • bei starker Schorfbildung auf einem Muttermal, die vorher nicht vorhanden war
  • wenn es auffällt, das sich ein Muttermal in Größe, Form und speziell in der Farbe ändert
  • das Muttermal wurde aufgekratzt und entzündet sich

Diese Symptome können darauf hinweisen, dass sich bösartige Gewebeveränderungen ausbilden.
Behalten Sie bitte alle Muttermale und Leberflecke auf Ihrem Körper im Auge und beobachten Sie sie genau. Sollten Sie feststellen, dass sich eines der Muttermale verändert, sei es in Größe, Form oder Farbe, oder bereitet Ihnen ein Muttermal zum Beispiel durch immer wiederkehrenden Juckreiz Probleme, suchen Sie bitte einen Dermatologen auf.

Der Dermatologe wird neben der Untersuchung des Probleme bereitenden Muttermales ein sogenanntes „Haut -screening“ durchführen, das heißt, alle Körperregionen vom Scheitel bis zur Sohle werden gründlich nach verdächtig aussehenden Hautveränderungen untersucht.

Dieses Hautscreening sollte bei Jugendlichen alle 3 und bei Erwachsenen alle 5 Jahre erfolgen, um bösartige Veränderungen der Haut frühzeitig festzustellen und behandeln zu können.
Bildernachweis: Titelbild – Muttermal untersuchen Urheber: wavebreakmediamicro / 123RF Standard-Bild
Muttermal aufgekratzt Urheber: tharakorn / 123RF Standard-Bild
Dermatoscope Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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