Nässende Wunde richtig behandeln

Unsere Empfehlung für eine schnelle Hilfe:

Nässende Wunden entstehen meist durch Abschürfungen oder kleine Schnitte, bei denen Verunreinigungen in die obere Hautschicht gelangen.
Deshalb handelt es sich in der Regel nicht um schwere Verletzungen, obwohl die Wunden oft ein starkes Brennen verursachen. Dennoch ist es ratsam, dass du diese Wunden richtig versorgst. Denn somit kannst du deinen Körper bei der Wundheilung unterstützen und verhindern, dass die Wunde immer wieder aufreißt, weil sich die klebrige Flüssigkeit mit deiner Kleidung verbindet.

Warum Wunden nässen

Wenn Wunden nässen, wird dies häufig als Anzeichen für eine mangelnde Heilung gehalten, doch das Gegenteil ist der Fall. Denn das austretende Sekret nimmt Schmutz, Fremdkörper und Bakterien mit sich. Solange die Wunde nicht vollständig verheilt ist, wird sie weiter nässen. Es kann sogar sein, dass Teile des Wundschorfs während der Heilung wieder aufbrechen und an diesen Stellen wieder Nässe austritt, was jedoch kein Anlass für Besorgnis ist. Denn der Körper versucht lediglich, die offene Stelle durch die Nässe zu schützen.

Die gute Nachricht:

Nässende Wunden heilen schneller als trockene Wunden, weil in trockenen Wunden die Beweglichkeit der Immunzellen eingeschränkt ist, was die Neubildung von Zellen erschwert. Deshalb solltest du die Flüssigkeit auch nicht permanent abtupfen, sondern von alleine aushärten lassen.

Die Vorteile einer nässenden Wundheilung:

  • Die Wunde heilt schneller ab
  • Das Infektionsrisiko ist geringer
  • Es bilden sich keine Narben

Kleinere Wunden kannst du deshalb unbesorgt unbedeckt lassen. Es empfiehlt sich jedoch, die Wunde, direkt nach ihrem Entstehen, von Schmutz und Fremdkörpern zu reinigen und sie anschließend zu desinfizieren.

Die Wunde von Schmutz und Fremdkörpern reinigen

Die Wunde sollte gründlich mit lauwarmem Leitungswasser ausgewaschen werden. Auf Reisen sollte darauf geachtet werden, dass es sich um sauberes Trinkwasser handelt. Fremdkörper, die nicht tief in der Wunde stecken, können vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Tief in der Wunde steckende Fremdkörper wie beispielsweise Glassplitter, sollten von einem Arzt entfernt werden. Zur Desinfektion kleiner nässenden Wunden ist die Jod am besten geeignet. Es können ebenfalls Naturprodukte verwendet werden, die im Absatz „Alternative Heilmethoden“ beschrieben sind.

Pflaster
Pflaster und Verbände sollten bei einer nässenden Wunde nicht genutzt werden

Stark nässende Wunden behandeln

Wenn Wunden derart stark nässen, dass das austretende Sekret sehr störend ist, beispielsweise, weil es die Kleidung verklebt, sollten sterile und feuchte Kompressen aufgelegt werden. Verbände sind nicht zu empfehlen, weil ablaufendes Sekret mit der Wunde verklebt und diese beim Abnehmen des Verbandes wieder aufreißen kann. Ebenso ungeeignet sind Pflaster, die ebenfalls mit der Wunde verkleben können.

Vor dem Auflegen der sterilen Kompressen sollte eine Wundsalbe aufgetragen werden. Jedoch nur an den Rändern der Wunde. Denn wird die Wundsalbe direkt auf die Wunde aufgetragen, verschließt diese und austretendes Sekret kann nicht mehr abfließen, wodurch sich der Wundheilungsprozess wesentlich in die Länge ziehen kann.

Weitere medizinische Wundauflagen

Mit Folienverbänden können nicht allzu stark nässende Wunden ebenfalls abgedeckt werden. Sie unterstützen ein feuchtes Klima und damit die Wundheilung. Zudem sind Folienverbände im Gegensatz zu herkömmlichen Verbänden keimdicht und schützen die Wunde vor Wassereintritt.

Von Vorteil:
Folienverbände sind durchsichtig, sodass die Wunde begutachtet werden kann, ohne dass der Verband gewechselt werden muss.

Medizinische Schaumstoffe zur Wundbehandlung sind den Folienverbänden sehr ähnlich. Sie verkleben ebenfalls nicht mit der Wunde, weil sie das ausfließende Sekret aufnehmen. Aus diesem Grund lassen sich Schaumstoff-Wundauflagen problemlos und ohne Schmerzen zu verursachen, wechseln. Angenehmer Nebeneffekt: Die Wunde wird durch medizinische Schaumstoffe etwas gepolstert.

Tee
Schwarzer Tee hilft bei nässenden Wunden

Alternative Heilmethoden, die eine Wundheilung beschleunigen können

Schwarzer Tee

beschleunigt die Wundheilung. Es wird empfohlen, eine sterile Kompresse mit dem aufgebrühten Tee zu tränken und diese auf die Wunde zu legen.

Kamillentee

ein altes Hausmittel wird ebenfalls auf eine sterile Kompresse gegeben und auf die Wunde gelegt. Sind keine sterilen Kompressen vorrätig, können die Teebeutel auch direkt auf die Wunde gelegt werden.

Teebaumöl

wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Zudem beschleunigt das australische Naturheil- und Hautpflegemittel ebenfalls die Wundheilung. Vom Öl werden einige Tropfen direkt auf die Wunde geträufelt.

Honig

hemmt Entzündungen und wirkt antibakteriell. Honig unterstützt den Körper dabei, abgestorbenes Gewebe schneller abzustoßen, wodurch die Wundheilung beschleunigt wird. Es wird jedoch empfohlen, medizinischen Honig aus der Apotheke zu verwenden, weil der medizinische Honig durch diverse Verfahren keimfrei gemacht wurde.

Blutwurz

stillt die Blutung, wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd und kann als Tee oder verdünnte Tinktur auf die Wunde gegeben werden.

Zaubernuss

ist eine schmerzlindernde Pflanze, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Sie ist unter dem lateinischen Fachbegriff „Hamamelis“ in Form von Cremes und Salben in der Apotheke erhältlich.

Sicherheitshinweis

Diverse Inhaltsstoffe in Pflanzen und Naturprodukten können Allergien hervorrufen. Dies trifft besonders für die Anwendung zur Wundheilung zu, weil die Inhaltsstoffe in direkten Kontakt mit der offenen Wunde geraten.

Arzt
Bei chronisch nässenden Wunden, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren

Wenn eine Wunde chronisch nässt

Ist der Heilungsprozess bei einer nässenden Wunde nach ca. vier Wochen immer noch nicht abgeschlossen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine chronisch nässende Wunde handelt, was du nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Denn chronisch nässenden Wunden liegt in der Regel eine ernsthafte Krankheit zugrunde.

Die Ursachen können sein:

  • Diabetes
  • Autoimmunerkrankung
  • Immunschwäche
  • Durchblutungsstörungen
  • Druckgeschwüre
  • Infektionen

Du solltest auf alle Fälle einen Arzt konsultieren, der den Ursachen auf den Grund geht. Damit das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden kann.

Wann sollten die Wunden verheilt sein?

Schwach nässende Wunden sind in der Regel schon nach wenigen Tagen verheilt. Bei stark nässenden Wunden dauert die Heilung maximal vier Wochen. Bei chronisch nässenden Wunden ist keine Angabe der Heilungszeit möglich, weil es von der Ursache abhängig ist, wann und in welchem Ausmaß eine Heilung eintritt. Da du dich bei einer chronisch nässenden Wunde sowieso an einen Arzt wenden solltest, kannst du ihn nach der voraussichtlichen Heilungsdauer fragen.

Titelbild: Urheberrecht / Fedor Kondratenko / 123rf.com

Textbilder: Pixabay.com/de

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