Nasenbluten – Ursachen und Behandlung

Sicherlich haben du und deine Familie das auch schon einmal erlebt: Wie aus dem Nichts fängt es plötzlich an, aus der Nase zu bluten. In den meisten Fällen ist das aber kein Grund zu Panik, denn in der Regel sind die Ursachen für Nasenbluten harmlos. Einige einfache Tipps helfen dabei, die unangenehme Blutung schnell zu stoppen. Tritt das Nasenbluten dagegen häufiger auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was sind die Ursachen für Nasenbluten?

Die Nasenschleimhaut ist von zahlreichen kleinen Blutgefäßen durchzogen. Werden diese verletzt, kommt es zu Nasenbluten. In den meisten Fällen enstehen die Blutungen im vorderen Teil der Nase, da hier besonders viele Blutgefäße zusammenlaufen. Diese Blutungen sind fast immer harmlos, wohingegen bei Blutungen im hinteren Teil der Nase meist von einer gefährlicheren Ursache ausgegangen werden muss.

Bestimmt kennst du das:
Einmal zu kräftig geschnäuzt und schon blutet es aus der Nase. Besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft und kalte Außentemperaturen die Nasenschleimhaut austrocknen, ist es schnell passiert. Aber auch dauerhaft laufende Klimaanlagen im Sommer oder Allergien können die Nasenschleimhaut empfindlich beeinträchtigen, so dass die zarten Blutgefäße leicht einreißen.

Wenn du kleine Kinder zuhause hast, haben diese sich sicherlich schon einmal den einen oder anderen Gegenstand in die Nase gesteckt. Auch das kann dann Nasenbluten auslösen. Schließlich kann auch ein Schlag auf die Nase oder ein Sturz Blutungen hervorrufen. Auf diese Weise hervorgerufenes Nasenbluten ist zwar unangenehm, aber nicht weiter schlimm.

Auch musst du dir meist keine Sorgen machen, wenn dein Kind ohne Fremdeinwirkung des öfteren leichtes Nasenbluten bekommt. Das ist nämlich typisch für Wachstumsphasen, von denen Kinder ja bekanntlich mehrere durchmachen. Bei diesen Wachstumsschüben sind die Blutgefäße wesentlich anfälliger.

Kritischer wird es, wenn das Nasenbluten häufig und unkontrolliert auftritt. Dann steckt oftmals eine ernstzunehmende Erkrankung dahinter, die von einem Arzt abgeklärt werden muss. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Nieren- oder Herz-Kreislauferkrankungen. Wenn du blutverdünnende Medikamente einnehmen musst, ist Nasenbluten auch keine Seltenheit, da hier die Blutungsneigung generell erhöht ist.

Nasenbluten bei Kindern
Kinder sind besonders anfällig für Nasenbluten / Bild: Gilmanshin – Pixabay.com/de

Wie lässt sich Nasenbluten stoppen?

Immer noch weit verbreitet ist die Annahme, dass bei Nasenbluten der Kopf in den Nacken gelegt werden sollte. Das ist aber falsch! Denn wird der Kopf nach hinten geneigt, besteht die Gefahr, dass das Blut in den Rachen und über die Speiseröhre auch in den Magen gelangt. Dies kann dann Übelkeit und Erbrechen auslösen, Schlimmstenfalls kann das Blut auch in die Atemwege gelangen und zu Atemnot führen.

Wichtig!!!

Der Betroffene sollte sich bei auftretendem Nasenbluten aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne neigen.

Am besten hältst du eine Schüssel darunter, damit nichts danebengeht. Hört das Bluten nach ein paar Minuten nicht auf, hilft es oft, die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger kurz zusammenzupressen. Äußerst wirksam sind auch ein kalter Waschlappen, Eiswürfel oder eine Kühlkompresse, die in den Nacken gelegt werden. Durch die Kälte können sich die Blutgefäße zusammenziehen und die Blutung hört schneller auf. Auch spezielle Sticks aus der Apotheke können helfen.

Hat dein Kind Nasenbluten, solltest du als erstes beruhigend auf ihn / sie einwirken. Denn Aufregung und Weinen lässt den Blutdruck in die Höhe steigen und dieser Umstand kann das Nasenbluten verstärken. Lässt sich durch die genannten Maßnahmen die Blutung nicht stoppen, musst du einen Arzt aufsuchen. Meistens gelingt es aber, das Nasenbluten auch ohne ärztliches Zutun zu stoppen. Danach solltest du heftiges Schnäuzen vermeiden, um die Gefäße der Nasenschleimhaut nicht gleich wieder zum Einreißen zu bringen. Außerdem ist es sinnvoll, einige Zeit auf größere körperliche Anstrengungen und heißes Duschen oder Baden zu verzichten. Durch die Wärme kommt es nämlich zu einer Gefäßerweiterung.

Welche ärztlichen Eingriffe sind möglich?

Nasenbluten durch Herz-Kreislauf-Erkrankung
Nasenbluten bedingt durch Herz-Kreislauf-Erkrankung / Bild: geralt – Pixabay.com/de

Wenn du auch nach 20 Minuten das Nasenbluten nicht stoppen konntest, müssen du oder der Betroffene sofort zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt, da sonst zu große Blutverluste drohen. Dieser wird zunächst versuchen, die Nase zu spiegeln, um die Blutungsquelle festzustellen.

Oft wird er auch noch einen Internisten hinzuziehen, der abklärt, ob bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck zugrundeliegen.

Um das Nasenbluten in den Griff zu bekommen, werden in der Regel die Blutgefäße im vorderen Bereich der Nase verödet. Der Arzt nutzt dazu meist einen speziellen Laser.

Ist die Verödung nicht von Erfolg gekrönt, werden Tamponaden in beide Nasenlöcher gelegt.

Treten immer wieder Blutungen auf, bleibt als letzter Ausweg eine Operation, bei der die betroffenen Gefäße quasi abgeclippt oder verschlossen werden.

Wie kann Nasenbluten vorgebeugt werden?

Um deine Nasengefäße zu schonen, solltest du nur vorsichtig und nicht mit zu großem Druck schnäuzen. Außerdem hilft es, die Nasenschleimhaut immer gut feucht zu halten. Dies gelingt mit speziellen Nasensalben auf der Basis von Dexpanthenol oder Hyaluronsäure. Für besonders trockene Schleimhäute sind Nasenöle empfehlenswert.

Besonders im Winter ist es wichtig, dass du auf eine ausreichende Feuchtigkeit der Wohnräume achtest. Sind die Räume zu trocken, helfen Zimmerpflanzen oder Raumbefeuchter. Eine Schale mit Wasser auf der Heizung ist beispielsweise eine gute Möglichkeit. Unerlässlich ist es natürlich, dass du genügend trinkst, damit die Nasenschleimhaut auch von innen heraus genügend Feuchtigkeit bekommt. Regelmäßiges Nasenspülen oder Inhalieren mit Kochsalzlösung ist eine Wohltat für deine Nase.

Titelbild: Urheber: chainat / 123RF

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