Schleim im Stuhlgang – Was tun?

Der Darm ist ein Organ, das gesundheitliche Probleme in der Regel durch die Konsistenz des Stuhls zeigt. Nicht grundlos sagt sogar der Volksmund, dass im Darm das Immunsystem des Körpers beheimatet ist. Fakt ist, dass der Darm schnell Erkrankungen des Körpers anzeigt.

Erkennbar ist das daran, dass besonders Kinder gemeinsam mit einer Erkältung schnell Durchfall entwickeln, mit dem dar Darm sich der im Körper befindlichen Bakterien und Viren entledigt. Auch dann, wenn versehentlich und unbemerkt verdorbenes Essen gegessen wurde, versucht der Darm sich durch stark verflüssigten Stuhlgang schnell der Schadstoffe zu entledigen. Natürlich hängt die Konsistenz auch sehr stark davon ab, was besonders am Vortag gegessen wurde und nicht immer stellt eine Veränderung des Stuhls sofort ein gesundheitliches Problem dar. Besonders dann, wenn die Veränderungen nur für eine kurze Zeit und in größeren Zeitabständen auftreten, ist in der Regel nicht mit einem gesundheitlichen Problem zu rechnen.

Schleim im Stuhlgang nie unberücksichtigt lassen!

Wenn allerdings in der Farbe und Konsistenz des Stuhls oder aber beispielsweise durch Schleim im Stuhlgang dauerhafte und anhaltende Veränderungen gegeben sind, kann ein mehr oder weniger ernstes gesundheitliches Problem der Hintergrund sein. Dauerhafter Schleim im Stuhlgang darf keinesfalls unberücksichtigt übergangen werden.

Wichtig ist:
Wenn eine dauerhafte Veränderung im Stuhlgang gegeben ist, dass man sich an einen Arzt wendet, der die Quelle der Problematik dann diagnostizieren kann.

Darmkrebs ist nur ein gesundheitlicher Hintergrund für die Veränderungen

In der Regel sind Stuhlveränderungen für die meisten Menschen aber ohnehin ein Alarmzeichen, denn mit diesen Veränderungen geht in der Regel die Angst einher, dass eine ernsthafte Erkrankung oder im schlimmsten Falle sogar Krebs der Hintergrund ist. Gemäß statistischen Daten des RKI Zentrum für Krebsregisterdaten waren im Jahr 2014 von 100.000 männlichen Bundesbürgern 56,2 an Krebs erkrankt, von 100.000 Frauen waren 34,9 von Darmkrebs betroffen.

Ein Grund mehr, den Stuhlgang regelmäßig zu kontrollieren, aber kein Grund zur sofortigen Panik bei Schleim im Stuhlgang. Zwar gehört der Darmkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen, die in Deutschland auftreten, aber das Karzinom im Dickdarm beziehungsweise Mastdarm oder After ist nicht der einzige Hintergrund, warum sich schleimige Absonderungen im Darm ergeben können.

Sowohl Entzündungen als auch Lebensmittelunverträglichkeiten oder aber sogar Erkrankungen anderer innerer Organe können sich in einem schleimig veränderten Darm äußern.

Ernährungsumstellungen

Der einfachste und unproblematischste Hintergrund, warum sich im Stuhlgang kurzfristig Schleim befinden kann, ist eine Umstellung der Ernährung. Werden viele Kohlenhydrate aufgenommen oder wird diese Aufnahme reduziert, wird viel Rohkost verzehrt oder auch ein wenig mehr Alkohol getrunken, dann spiegelt sich eine solche Veränderung oftmals sofort in einem veränderten Stuhlgang und sogar schleimigen Bestandteilen wider. Aber auch bei einer Ernährungsumstellung sollte Schleim im Stuhlgang unbedingt Beachtung finden, wenn er über einen längeren Zeitraum als nur wenige Tage besteht.

Unterschiede von Schleim im Stuhl – die meisten sind vorübergehend und harmlos

Der Schleimbefall kann sowohl in der Stärke als auch der Farbe erhebliche Unterschiede aufweisen. Einige Betroffene beobachten eine erhebliche Schleimmenge, die den Stuhlgang fast schon komplett umschließt. Bei anderen Betroffenen sind nur vereinzelte Auflagerungen festzustellen. Auch im Hinblick auf die Farbe können starke Unterschiede gegeben sein, wobei praktisch das gesamte Farbspektrum gegeben ist. Von einer weißlich-grauen Färbung über eine grünliche bis hin zu gelben Verfärbung sind alle Varianten möglich.

Auch wenn ein Laie sich nicht durch eigene Diagnosen vom notwendigen Arztbesuch abhalten lassen sollte, deuten die Färbungen auf verschiedene Hintergründe hin. Gelblicher Schleim kann auf eitrige Ausscheidungen hindeuten. Grünliche Einfärbungen des Schleims können eine bakterielle Infektion, beispielsweise Salmonellenbefall, anzeigen.

Wichtig ist,
dass man dem Arzt beim Besuch mittelt, welche Färbung der Schleim hat und die Anamnese hierdurch wesentlich unterstützt. Der Arzt kann dann manchmal schon eingrenzen, welche Diagnosemaßnahmen – vom Stuhltest bis hin zu Magen- und Darmspiegelungen – sinnvoll sind.

Wann ist ein Arztbesuch empfehlenswert?

Wichtig ist immer, Ruhe zu bewahren, denn beim Schleim im Stuhlgang kann es sich durchaus um ein völlig harmloses Phänomen handeln. Das heißt, dass der Gang zum Arzt nicht völlig besorgt überstürzt beim ersten Auftreten von schleimigen Beimengungen im Stuhlgang stattfinden muss. Hier hilft Beobachtung – auch der eigenen Essgewohnheiten – um abzuschätzen, ob der Arztbesuch erforderlich ist. Ein paar Tage sollte man beobachten, um dann eine weitere Entscheidung zu treffen.

Wenn sich nach einigen Tagen keine deutliche Verbesserung zeigt oder sich das Schleimaufkommen verstärkt, ist der Besuch beim Allgemeinmediziner oder die Überweisung zum Facharzt ratsam.

Abwarten sollte man allerdings nur dann, wenn keine weiteren Symptome wie:

  • Bauchkrämpfe
  • undefinierbare Magen- oder Darmschmerzen
  • Blutbeimengungen im Stuhlgang
  • paralleles Erbrechen

zu verzeichnen sind. Sind diese Symptome neben dem Schleim zu verzeichnen, ist ein kurzfristiger Arztbesuch dringend erforderlich.

Wichtig ist das Auffinden des Auslösers

Ist die Schleimbeimengung im Stuhlgang längerfristig gegeben, muss der Arzt den Auslöser dafür finden, denn nur durch die Behandlung der Grunderkrankung lässt sich auch die Schleimbildung wieder in den Griff bekommen. Nach der üblicherweise zunächst untersuchten Stuhlprobe kann es dann sein, dass der Arzt eine Magen- oder Darmspiegelung für erforderlich hält, um eine genauere Diagnose stellen zu können.

Auch wenn diese beiden Untersuchungen insgesamt bei den meisten Menschen sehr angsteinflößend sind, sollte man keine zu große Sorge zulassen.

Heute werden Patienten für diese Untersuchungen leicht sediert, so dass sie nicht komplett in Narkose sind, dennoch keine Schmerzen spüren und die Untersuchung auch nur noch im Hintergrund wahrnehmen. Wichtig ist die gründliche Untersuchung durch die Spiegelung aber trotzdem, denn ernstere Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn oder sogar Krebs lassen sich nur durch eine solche Untersuchung diagnostizieren. In der Regel werden in Kombination mit der Untersuchung gleichzeitig Gewebeproben entnommen, die dann zur genaueren Untersuchung in ein Labor geschickt werden.

Fieber
Sollte die normale Körpertemperatur in Fieber übergehen, sollte ein Arzt konsultiert werden

Die Therapie

Ist die Diagnose sicher gestellt, dann folgt die Therapie der Grunderkrankung. Diese muss nicht immer medikamentös sein. Manchmal reicht schon – beispielsweise bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit – eine Umstellung der Ernährung. Werden die auslösenden Nahrungsmittel gemieden, dann stellt sich schnell auch die Schleimproduktion wieder ein. Die passende Therapie bestimmt der behandelnde Arzt.

Wie soll ich mich wann bei Schleim im Stuhlgang verhalten?

  • Schleim im Stuhlgang ohne andere Symptome: Beobachtung für einige Tage, dann erst Arztbesuch
  • Schleim tritt in Verbindung mit Fieber, Blut im Stuhlgang, Schmerzen, Erbrechen auf, dann ist ein sofortiger Arztbesuch wichtig

Statt Panik lieber genau beobachten

Bedingt durch die guten Informations- und Recherchemöglichkeiten, die sich heute nicht zuletzt durch das Internet ergeben, fühlen sich inzwischen viele Menschen bei Veränderungen innerhalb der Gesundheit schneller denn je lebensbedrohlich erkrankt. Besonders solche sichtbaren Veränderungen wie der Schleim im Stuhl treiben den Betroffenen schnell zur Sorge und der Angst vor Darmkrebs.

Allerdings ist auch hier Ruhe angebracht. Das Verdauungssystem ist sehr empfindlich und kann durch viele Faktoren, nicht zuletzt auch psychische Belastungen, sehr schnell durcheinander geraten. Weil die Schleimauflagen unterschiedliche Ursachen haben können, kann es sehr sinnvoll sein, wenn das Vorkommen der Schleimauflagen sowie die Intensität notiert werden. Auch die Stuhlkonsistenz sollte in diesem Zusammenhang ebenso wie die Ernährung protokolliert werden. Entweder kann man selbst schon Schlüsse ziehen, warum die Schleimauflagen vorhanden sind oder man bietet dem behandelnden Arzt eine gute Basis für die Diagnose.

Milch
Laktoseintoleranz ist eine häufige Ursache

Die Ursachen für schleimigen Stuhlgang im Überblick

Bei Nahrungsunverträglichenkeiten können:

  • die Laktoseintoleranz
  • die Glutenunverträglichkeit

einen Grund für Schleimbildung darstellen.

Entzündliche Darmerkrankungen können als

  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Reizdarm

vertreten sein.

Infektionen können als

  • Gastroenteritis
  • Salmonellose
  • Lebensmittelvergiftung

auftreten.

Hämorrhoiden gehen möglicherweise mit

  • hellem Blut im Stuhl
  • leichtem Schmerzen innerhalb des Rektums

einher.

Darmkrebs tritt für gewöhnliche gemeinsam mit

  • okkultem Blut im Stuhl
  • Schmerzen
  • unregelmäßigem Stuhlgang
  • mehr oder weniger starken Blähungen
  • unerwünschter Gewichtsabnahme

einher.

Der Darm ist ein empfindliches Organ – wenn Schleimbildung im Stuhlgang vorhanden ist, lohnt es, erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren.

Bilder:Pixabay.com/de

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One comment

  1. Toller Beitrag! Es leiden ja sehr viele Menschen unter Darmbeschwerden. Ich habe selbst lange damit zu tun gehabt. Erst nachdem ich in mehreren Beiträgen gelesen hatte, dass man sein Geschäft in der natürlichen Hockposition ausführen sollte und ich diesen Ratschlag beherzigt habe, geht es mir deutlich besser. Ich habe dafür einen speziellen Toilettenhocker besorgt, den man einfach an die Toilette stellen kann. Ein gesunder Darm ist schon essentiell. Meine Essgewohnheiten habe ich jetzt ebenfalls umgestellt, da ich bei manchen Lebensmitteln doch empfindlich reagiere.

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