Schüttellähmung besser bekannt als Parkinson

Eine chronische Erkrankung ist für alle betroffene ein einschneidendes Erlebnis und wirkt sich je nach Krankheit und Verlauf auf das Leben aus. Parkinson wird auch als Schüttellähmung bezeichnet und betrifft alleine in Deutschland über 350.000 Menschen. Natürlich macht die Erkrankung auch vor der Prominenz kein Halt. Berühmtheiten wie der Kanadier Michael J. Fox oder unser deutscher Lieblingskommissar Ottfried Fischer leiden schon viele Jahre unter fortschreitenden Symptomen.

Schüttellähmung mit Folgen

Eine Parkinson Diagnose wird typischerweise zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erhoben. Etwa bei 10 Prozent der Kranken wird die Feststellung unter dem 40. Lebensjahr getätigt. Eine Kombination aus Symptomen weist auf die tückische Krankheit hin. Bewegungsabläufe werden stockender und können bis zur Starre ausreifen. Zittern der Gliedmaßen, auch als Tremor bekannt, machen selbst einfachste Aufgaben des Alltags schwerer umsetzbar. Muskeln werden steifer und der Speichelfluss kann kaum noch kontrolliert werden. Im Jahre 1817 beschrieb erstmals der gelernte Arzt und Apotheker James Parkinson die ihm auffallende Symptomatik einiger Patienten.

Sein umfangreiches Essay mit dem Titel “An Essay on the shaking palsy” war die Grundlage für die Erfassung der Erkrankung. Ein paar Jahrhunderte später, benannte man die Krankheit nach Mr. Parkinson. Bis heute gilt sie als nicht zu heilen, wobei einige innovative Produkte aus der Pharmazie die Symptome in den Griff bekommen können. Ursächlich für Morbus Parkinson, sind übrigens absterbende Zellen im Gehirn. Es sind nur Zellen betroffen, die den bekannten Botenstoff Dopamin produzieren. Dieser ist für wichtige Leistungen in unserem Denkapparat unverzichtbar. Dopamin ist für einen flüssigen Ablauf unserer Bewegungen zuständig, was die bekannten Defizite der Patienten hinsichtlich des Bewegungsapparats erklärt. Eine verlangsamte Bewegung wird als Bradykinese bezeichnet und die Steifheit der Muskeln als Rigor.

Parkinson und seine Ursachen

Was die Erkrankung im Ursprung auslöst, ist weiterhin ein Rätsel für Mediziner weltweit. Zwar weiß man um den Dopaminmangel durch absterbende Zellen. Warum diese allerdings zu Grunde gehen ist unbekannt. Der Mangel am Neurotransmitter Dopamin wird aufgrund bisheriger Erkenntnisse der Wissenschaft als Hauptfaktor für die vielschichtige Symptomatik angesehen. Charakteristisch sind ganz klar die Einschränkungen der physiologischen Abläufe, wobei auch weitere Probleme festgestellt werden. Depressive Auswirkungen und Gleichgewichtsstörungen könnten wegen des Ungleichgewichts der Botenstoffe im Hirn weitere Begleiterscheinungen sein. Viele fragen sich zu Recht, ob Parkinson auch vererbt werden könnte. Gerade im Hinblick auf die Kinderplanung ist das Thema für betroffene sehr wichtig. Wissenschaftler gehen bisher nicht von einer genetischen Weitergabe aus, sondern sehen das Auftreten der Schüttellähmung als zufällig an. Zwar wurde bei lediglich fünf Prozent das sogenannte familiäre Parkinson Syndrom festgestellt, aber die Zahlen sind verschwindend gering. Es gibt keine Garantie für den Zeitraum der Diagnosestellung, den Verlauf, eine mögliche Vererbung oder ähnliches. Wie bei den meisten gesundheitlichen Problemen ist der gesamte Weg individuell und kann abweichen.

Medikamente bei Parkinson
Medikamente können Abhilfe verschaffen / Bild: Pixabay.com/de – bykst

Mehr Lebensqualität durch Medikamente

Um das restliche Leben weiterhin bestreiten zu können, bieten sich spezifische Therapiewege an. Die Krankheit gilt als unheilbar, lässt sich aber zumindest behandeln. Um die Schüttellähmung zu kontrollieren, stehen verschiedene Wege offen. Anti Parkinson Medikamente helfen Symptome in den Griff zu bekommen. Die Wirkung derer kann allerdings im Verlauf der meist schlechter werdenden Krankheit verpuffen. Neurologen passen daher die Wirkstoffkombinationen und Dosierung nach Bedarf und Erfahrung an.

Als bekannte Lösung gilt Levodopa, auch als L-Dopa bezeichnet.

Der Wirkstoff ist ähnlich dem Botenstoff Dopamin aufgebaut und hilft die Neurotransmitter wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Erfahrungen damit sind überwiegend positiv, da gerade die Defizite in den Bewegungen minimiert werden. Dopaminagonisten wiederum sollten den Effekt des noch vorhandenen Botenstoff unterstreichen und aufwerten. Medikamente wie Lisurid und Ropinirol sind oft vertreten. Es gibt sie in Retard Form, was die Einnahme bequem auf eine Dosis am Tag beschränkt.

Andere Wirkstoffe müssen über den ganzen Tag verteilt aufgenommen werden, um die unerwünschten Anzeichen zu kontrollieren. Andere Arzneimittel können beispielsweise den Abfall des Dopamin bremsen. Die MAO-B-Hemmer und Co sollen dabei helfen. Um das für viele unangenehme und lästige Zittern der Hände zu verringern, kommen Anticholinergika in Frage. Die medikamentöse Einstellung der Anti Parkinson Medikamente ist für Ärzte sehr anspruchsvoll und setzt ein hohes Maß an Erfahrung voraus. Geduld gehört gerade zu Beginn der Therapie dazu, da es einige Zeit dauern kann die richtige Kombination zu finden.

Begleitende Therapieformen sind:
  • Logopädie (Sprechstörungen ausgleichen)
  • Psychotherapie (Seelengleichgewicht behalten)
  • Physiotherapie (Kontrakturenprophylaxe)
  • Ergotherapie (Sensorik trainieren)

Trotz Schüttellähmung leben

Psychotherapie bei Parkinson
Vertrauen Sie sich einem Psychologen an / Bild: Pixabay.com/de – Peggy_Marco

Um trotz der chronischen Krankheit nicht zu verzagen, können einige Hilfen in Anspruch genommen werden. Eine regelmäßige Betreuung durch Psychologen, kann zu mehr Akzeptanz bezüglich der Erkrankung verhelfen. Eine Einbindung in eine Selbsthilfegruppe hat schon einige Patienten bei der Bewältigung der Schüttellähmung unterstützt.

Der steige Austausch mit betroffenen, die unter ähnlichen oder gleichen Symptomen leiden, wird generell als positiv erlebt. Die Gruppen sind in der Regel auch mit Expertise ausgestattet. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft werden sehr genau beobachtet und oftmals gemeinsam diskutiert.

Gerade frisch betroffene profitieren von der Dynamik der Gruppe. Zwar gibt es bezüglich der Ernährung keinen bestimmten und garantierten Vorzüge, dennoch sollte eine ausgewogene Kost angestrebt werden. Je mehr der Körper im Einklang ist, desto besser für die Gesamtheit.

Die Deutsche Parkinson Gesellschaft e. V. ist für betroffene ein Zufluchtspunkt.

Sie finanziert sich durch Spenden und bietet Expertenwissen aus erster Hand. Mit rund 400 Mitgliedern, gilt sie als größter Zusammenschluss von Ärzten, Wissenschaftlern und weiteren Experten auf dem Gebiet Morbus Parkinson. Sie widmet sich der weiteren Erforschung, Therapie und verbesserten Diagnostizierung der Schüttellähmung. Eine wichtige Informationsquelle für Neurologen, aber auch Patienten.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die chronische Krankheit des Nervensystems ältere wie auch junge Menschen betreffen kann. Ziel der bisherigen Therapieformen ist die Eindämmung der Symptome, um die Eigenständigkeit der Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Familie, Beruf und gesellschaftliche Pflichten sollen weiterhin bestreitbar bleiben, um das Leben nicht zusätzlich einzuschränken.

Lebensqualität steht an erster Stelle!

Titelbild: Pixabay.com/de – geralt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.