Schweiß & schwitzen – Störungen der Schweißproduktion

Durch Schweiß kam jeder schon einmal in eine unangenehme Situation. Sei es durch gelbe Schwitzflecken im Achselbereich, nasse Schweißhände oder die bekannten Käsefüße.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum schwitzen wir Menschen?
  • Wie viel Schweiß ist normal, ab wann musst du zum Arzt?
  • Was ist Hyperhidrose?
  • Was hilft gegen Schweiß und Geruch?

Schweiß: der natürliche Temperaturregulator

Schweiß ist für den Köper überlebenswichtig und ein echter Schutzmechanismus. Sobald die Temperaturen steigen, werden die Schweißdrüsen aktiviert. Diese produzieren Schweiß, dieser wird durch die Poren auf die Haut geleitet. Die Folge ist, du fängst an zu schwitzen. Der Körper kühlt sich somit ab, um seine innere Wärme von etwa 37 Grad konstant zu halten. Könnten wir nicht über die Haut schwitzen, würden unsere Organe regelrecht verkochen.

Schweiß, ein ständiger Begleiter

Schwitzen ist gesund und ein Teil in unserem Leben. Schweiß ist dennoch für viele peinlich und widerlich. In den unterschiedlichsten Momenten schwitzt der Mensch. Nicht nur bei sportlichen Aktivitäten, auch bei Krankheit und psychischen Problemen. Natürlich auch bei steigenden Temperaturen rinnt uns der Schweiß aus allen Poren.

In folgenden Situationen ist es notwendig und natürlich zu schwitzen:
  • Wärme / Hitze
  • Sport
  • Fieber
  • „Lampenfieber“ (Nervosität)
  • Angstschweiß
  • physische oder psychische Belastung
  • Hormonschwankungen (Pubertät, Wechseljahre)

Wie viel schwitzen ist gesund?

Schwitzen
Massives Schwitzen zeigt eine Störung der Schweißdrüsen auf / Bild: Pixabay.com/de – Hans

Am Tag produzieren wir mindestens ein halber Liter Schweiß. Dieser kühlt unsere Haut und wirkt wie eine Klimaanlage.

Zu beachten ist, dass die Menge individuell von Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und körperlichen Aktivitäten abhängt. Meistens ist nicht das Schwitzen das Problem, sondern der entstandene Schweißgeruch. Generell riecht Schweiß nicht – verursacht wird der unangenehme Geruch durch die Schweiß-Abbauprodukte.

Ursache hierfür sind Bakterien, die auf der Haut existieren.

Doch ein unverhältnismäßiges massives Schwitzen kann auf eine Störung der Schweißdrüsen hinweisen. Diese Erscheinung wird in der Medizin Hyperhidrose genannt.

Die Leitragenden schwitzen unabhängig von körperlichen Anstrengungen oder Aufregung. Auch Temperaturunterschiede spielen in diesem Fall keine Rolle. Die Betroffenen sind tagsüber ohne erkennbaren Grund schweißgebadet.

Typen und Ursachen von Hyperhidrose

Es wird zwischen primärer und sekundärer Hyperhidrose unterschieden:
Die Krankheit bei der primären Hyperhidrose ist das Schwitzen selbst. Unterschiedliche Faktoren wie Umwelteinflüsse oder Persönlichkeit, sowie Stress und Nervosität können sie auslösen.
Dagegen ist das Schwitzen eine Begleit- oder Folgeerscheinung bei der sekundären Hyperhidrose. Ursache kann zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Erkrankung an Diabetes sein. Dazu kommt, dass man nicht nur am gesamten Körper, sondern auch an speziellen Köperregionen schwitzt. Die betroffenen Regionen sind Achseln, Hände oder Füße.

Enormes Schwitzen: Ab zum Arzt?

Suche ein Arzt auf wenn:

  • Trotz bekannter Hygienemaßnahmen die anhaltende ausgeprägte Schweißbildung nicht zu lindern ist und du physische Probleme im Privatleben sowie im Beruf hast.
  • Bei geringsten Stresssituationen und körperlichen Anstrengungen die Flächen von Händen und/oder Füßen nass werden, oder von Achseln und Stirn der Schweiß strömt.
  • Im Freien und Räumen keine sonderlichen heißen Temperaturen sind und du schwitzt oft am Kopf und/oder der ganze Körper ist betroffen.
  • Ein Infekt mit dem Syndrom Fieber geheilt wurde und es immer noch zu Schweißausbrüchen kommt.
  • Es zu regelrechten Schweißattacken mit Begleiterscheinungen von Herzrassen oder Schwindel kommt, in Situationen wie engen Räumen oder sehen von gewissen Tieren z.B. Spinnen.

Therapievorschläge

Durch die Funktionsstörung Hyperhidrose ist meisten auch ein unangenehmer Geruch verbunden. Der Leidensdruck bei Betroffen ist hoch, da sie sich stets unrein und ungepflegt fühlen. Einfach die Hand geben oder das Ausziehen von Schuhen wird zur Qual.

Die Therapie ist abhängig von der Schwere des Erkrankungsgrads. Bei leichten Syndromen können unter den Punkten 1 bis 4 die Hausmittel und tägliche Morgenroutinen hilfreich sein. Sollte es sich um eine stark ausgeprägte Hyperhidrose handeln, wählt der Arzt eine geeignete Therapie aus.

1. Köperpflege
Gegen Schweiß helfen eine tägliche Dusche mit Deoseife und das Entfernen der Achselhaare. Eiskaltes duschen ist tabu, der einzige Effekt ist, dass man gleich wieder mit dem Schwitzen beginnt. Auch kann der Wechsel von Heiß- und Kaltduschen helfen. Nach dem Waschen sollte ein Antitranspirant aufgetragen werden, da die Hautporen verengt werden.

Achtung! Es gibt einen Unterschied zwischen Deodorants und Antitranspirant. Sollen nur die unangenehmen Gerüche überdeckt werden, hilft ein Deodorant. Dagegen hemmt ein Antitranspirant mit Aluminiumchlorid die Schweißbildung. Sie sind als Deoroller, Gels, Cremes oder Pulver erhältlich.

Schweiß
Duschen Sie täglich / Bild: Pixabay.com/de – Olichel

2. Bekleidung
Die Textilien sollten aus luftdurchlässigen Naturfasern bestehen. Baumwolle ist weniger geeignet, da diese sich mit Schweiß vollsaugt und ihn nicht abgibt. Dafür sind Leinen oder atmungsaktive Funktionskleidung bestens geeignet. Auch sollte eng anliegende Kleidung vermieden werden. Besser sind luftige und weit geschnittene Kleidungsstücke. Besonders bei Unterwäsche und Socken ist darauf zu achten, dass die Nässe nach außen geleitet wird. Zudem sind Strümpfe und Wäsche täglich zu wechseln oder falls nötig mehrmals am Tag. Bei kurzfristigen Stressphasen können auch Hilfsmittel wie zum Beispiel Achselpads Sicherheit bieten.

3. Wohlbefinden Körper und Geist
Im Fall von Übergewicht ist eine kontrollierte Gewichtsabnahme auch ein Mittel zu Reduzierung von Schweißausbrüchen. Durch Sport wird nicht nur Stress abgebaut, er sorgt auch für Regulierung. Die Angst vor Schweiß lässt einen noch stärker schwitzen. In diesen Fall sollten eine paar Entspannungsübungen ausprobiert werden. Regelmäßige Saunabesuche stärken die Schweißdrüsen.

4. Hausmittel

  • Um Handschweiß zu minimieren, sollten die Hände 3 Mal am Tag mit Franzbranntwein abgerieben werden.
  • Regelmäßiges baden mit 1 Liter Tomatensaft im Badewasser soll die Syndrome lindern.
  • Zur Neutralisierung von Achselgeruch kann eine Scheibe Zitrone oder Limette unter die Achseln gerieben werden.
  • Gegen Fuß- und Nachtschweiß hilft getrunken Salbeitee, zwei Tassen pro Tag.

5. Iontophorese
Bei der Iontophorese Therapie werden Hände oder Füße in ein Wasserbad gehalten, in diesem fließt ein schwacher elektrischer Strom. Hier bei soll die Funktion von den Schweißdrüsen herabgesetzt werden.

6. Botox
Botulinumtoxin (Botox) ist ein Nervengift, dieses wird unter die Achseln gespritzt um die Schweißproduktion zudämmen. Eine Injektion hält für etwa sechs bis zwölf Monate, danach muss diese wieder erneuert werden.

7. Operation
Mit vielen Risiken ist eine Operation behaftet. Zudem ist diese Methode in den Fachkreisen sehr umstritten. Diese Methode ist für die hartnäckigsten Fälle geeignet.

Titelbild: Urheber: BDS / 123RF

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