Staphylokokken Infektion: Symptome, Ursachen, Behandlung

Staphylokokke ist eine Bakteriengattung. Einige Arten dieser Gattung kommen auf Schleimhäuten sowie der Haut des Menschen vor. Andere bewohnten wiederum Tiere, Gewässer, Lebensmittel oder die Luft. Die Ausscheidungen dieser Bakterien bestehen überwiegend aus Toxinen, die gefährlich für den menschlichen Körper sind und entzündliche Infektionen auslösen. Die typischen Symptome dieser Infektion sind Rötungen, eitrige Entzündungen, Fieber, Übelkeit und/oder Erbrechen.

Arten der Staphylokokken

Staphylococcus aureus

Dies ist die gefährlichste Art der Staphylokokken. Sie kann sowohl bei Menschen als auch bei Tieren infektiöse Lebensmittelvergiftungen, Muskelerkrankungen und Herz-, Brust-, Lungen- und Hautentzündungen auslösen. Das größte Problem an dieser Art ist, dass sehr viele ihrer Stämme umfangreiche Multiresistenz gegen Antibiotika entwickelt haben. Die im Krankenhaus auftretenden Bakterien dieser Art nennt man kurz MRSA. Wenn sie außerhalb vorkommen, so bezeichnet man sie kurz als cMRSA. Eine Infektion mit einem dieser beiden Stämme kann im schlimmsten Fall zu einer Zellnekrose, einem toxischen Schocksyndrom oder einer lebensgefährlichen Sepsis führen.

Staphylococcus epidermidis

Diese Unterart kann neben organischen Nährböden wie Lebensmittel, Tieren oder Menschen auch auf Kunststoffoberflächen leben. Dies wird besonders gefährlich, wenn bei einer OP unzureichend sterile Kunsstoffimplantate verwendet werden, da es dann zu einer entzündlichen Infektion kommen kann. Auch hier gibt es Stämme, die immun gegen Antibiotika sind. Diese werden kurz MRSE genannt.

Staphylococcus lugdunensis

Dieses Bakterium kommt bei manchen Menschen natürlicherweise in der Nase vor. Wenn es über offene Wunden oder wegen einer Immunschwäche in den Körper gelangt, kann es schwere Infektionen auslösen. Doch gleichzeitig produziert es ein Antibiotikum, das Lugdunin, welches wirksam gegen MRSE und MRSA ist.

Staphylococcus saprophyticus

Die Unterart Staphylococcus saprophyticus subsp. Bovis kommt häufig in der Harnröhren- und Vaginalregion von menschlichen Frauen vor. Dieses Bakterium ist der zweithäufigste Erreger von Harnwegsinfektionen. Eine Infektion damit kann auch zu Blutvergiftungen, Herzinnenhaut- und Nierenbeckenentzündungen führen.

Bild Schürfwunden

Wie es zu einer Infektion kommt

Eine Infektion tritt meist durch ein geschwächtes Immunsystem oder offene Wunden, durch welche die Bakterien in den Körper eindringen können, auf.

Krankenhaus- oder Altenheimaufenthalt:

Mit multiresistenten Staphylokokken-Stämmen steckt man sich am häufigsten in Krankenhäusern und Altenheimen an. In diesen Einrichtungen wird sehr viel mit Antibiotika gearbeitet und je häufiger MRSA und MRSE mit diesen Medikamenten in Verbindung kommen, desto höher ist das Risiko, dass die Bakterien eine Immunität dagegen entwickeln. Dadurch ist die Gefahr der Infektion sehr viel größer. Man schätzt, dass die Zahl der Staphylokokken-infektionen in Krankenhäusern und Altenheimen seit dem Jahr 2006 um etwa das dreifache gestiegen ist. Auch die Sterblichkeitsrate der Infizierten hat sich erhöht. 2005 gab es 20.000 registrierte Todesfälle aufgrund von MRSE oder MRSA. Die aktuell aufgenommene Zahl liegt bei etwa 40.000 Infektinstoten.

Immunschwächen:

Eine Infektion durch verschiedene Stämme der Staphylokokken wird durch eine bestehende Immunschwäche begünstigt. Wenn das Immunsystem durch eine Vorerkrankung, Medikamente oder eine falsche Ernährung vorgeschwächt ist, so ist auch das Infektionsrisiko sehr viel höher.

mangelnde Hygiene:

Sowohl stationäre Stämme der Staphylokokken wie MRSA oder MRSE als auch außerklinische Bakterien profitieren von mangelnder Hygiene. Oft können banale Dinge wie das Schütteln einer ungewaschenen Hand die Ursache einer Infektion sein. Auch ungewaschene Lebensmittel, verunreinigte Oberflächen oder verdorbenes Fleisch können zu einer Ansteckung mit Staphylokokken führen.

Verletzungen:

Offene Wunden sind für Bakterien aller Art ein Paradies, da sie dadurch auch in gesunde Körper eindringen können. Schlecht gereinigte Wunden oder unzureichend steriles OP-Besteck führen häufig zur Infektion mit MRSA oder anderen Sthylokokken. Auch verunreinigte Katheter, Implantate und Prothesen stellen eine hohe Infektionsgefahr dar, wenn sie in Operationswunden eingebracht werden.

kontaminierte Lebensmittel:

Die meisten Staphylokokken leben auf Lebensmitteln. Aus diesem Grund kommt es nicht selten zu einer Infektion mit vorinfezierte Nahrung. Neben dem Menschen sind zahlreiche Nutztiere Wirte für die Bakterien. Deswegen sind besonders tierische Lebensmittel durch Kontaminationen gefährdet. Auch Feldfrüchte können durch Staphylokokken verunreinigt sein. Dies passiert besonders häufig, wenn kontaminierte Gülle zur Behandlung der Früchte verwendet wird. Der Einsatz von Nutzviehantibiotika und antibiotischen Pflanzenschutzmitteln hat im Laufe der Zeit eine Vielzahl von unterschiedlichen cMRSA-Bakterienarten hervorgebracht. So sind multiresistente Staphylokokken auch in der Landwirtschaft zu einer ständigen Gefahr geworden.

Austausch von Körperflüssigkeiten:

Auch Geschlechtsverkehr und/oder Küssen können zu einer Infektion mit Staphylokokken führen. Wenn der Partner zuvor mit MRSA- oder cMRSA-Stämmen in Berührung gekommen ist, dann ist hier eine Infektion möglich. Vorrangig kann man sich jedoch mit Staphylococcus saprophyticus subsp. Bovis anstecken.

Bild Frau mit Fieber

Symptome einer Staphylokokken-Infektion

Die Symptome unterscheiden sich je nach Art der Staphylokokken. MRSA- oder cMRSA-Bakterien sorgen meist für Durchfall und Erbrechen, aber auch das toxische Schock Syndrom und Hautirritationen, Organfunktions- oder Nevernstörungen. Infektionen mit anderen Arten der Bakterien führen zu Hautrötungen, Blasenbildungen auf der Haut und Juckreiz.

Möglichen Symptome:
  • Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • Schleimhaut- und Hautentzündungen
  • Schwindel
  • Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck
  • Juckreiz, Schleimhaut- und Hautrötungen
  • verminderte Darm, Herz, Leber und Nieren
  • Muskelschmerzen und Nervenstörungen
  • Fieber oder Unterkühlung
  • Blasen-, Abszess- oder Furunkelbildung
  • Erkältungserscheinungen wie Husten und Schnupfen
  • Schmerzen beim Schlucken und Wasserlassen

Behandlung einer Staphylokokken-Infektion

Eine Staphylokokken-Infektion kann man mit häuslichen Mitteln weder diagnostizieren noch behandeln. Liegt also ein Verdacht auf eine Ansteckung mit diesen Bakterien vor, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann durch Labortests des Blutes und Urins, Schleim- und Speichelabstriche und Blickdiagnosen bei Hautveränderungen das Vorhandensein einer Infektion feststellen.

Die Behandlung von diesen Infektionen wird immer schwieriger, da sie fortschreitend eine Multiresistenz entwickeln. Aus diesem Grund müssen häufig erst mehrere Medikamente getestet werden, bevor der passende Wirkstoff gefunden wird.

Generell ist die Behandlung mit folgenden Mitteln möglich:

Penicillin:

Gewöhnliche Staphylokokken lassen sich gut mit herkömmlichen Antibiotika behandeln. Beispiele für mögliche Wirkstoffe sind hierbei Methicillin oder Oxacillin. MRSA, MRSE und cMRSA sind mittlerweile beinahe vollständig immun gegen solche Wirkstoffe.

Reserveantibiotika:

Diese Art der Antibiotika dürfen nur in wirklichen Notfällen eingesetzt werden, da sie mit sehr starken Nebenwirkungen verbunden sind. Jedoch sind dies die einzigen Wirkstoffe, gegen die MRSA, MRSE und cMRSA noch nicht immun sind. Um eine Resistenz gegen diese Antibiotika zu vermeiden, müssen sie sehr sparsam eingesetzt werden. Beispiele für diese Art der Wirkstoffe sind Linezolid, Ciprofloxacin und Vancomycin.

Alternative Antibiotika:

Neben dem bereits erwähnten Lugdunin gibt es noch das Acyldepsipeptid. Dies ist ein Stoffwechselprodukt der Bakteriengattung Streptomyces. Beide Antibiotika sind wirksam gegen MRSA- und cMRSA-Bakterien. Man hat auch festgestellt, dass die Wirkstoffe einiger Pflanzen bei der Behandlung der multiresistenten Staphylkokken nützlich sein können. Besonders die Flavonoide und Phenloe von Basilikum, Orangen, Sesam und Oregano liegen hier im Fokus der weiteren Untersuchungen.

MRSA, MRSE und cMRSA führen ohne eine schnelle und geeignete Behandlung zu Organversagen. Dies ist auch der Grund für die hohe Sterblichkeitsrate bei der Infektion mit diesen Bakterienstämmen. Die Infektion durch MRSA ist meldepflichtig.

Bild Antibiotika

Verlauf und Komplikationen der Staphylkokken-Infektion

Der Heilungsverlauf der Infektion ist unterschiedlich. Da sich herkömmliche Staphylkokken sehr gut mit herkömmlichen Antibiotika behandeln lassen, ist die Infektion für gewöhnlich innerhalb weniger Tage oder Wochen vorüber. Wenn es sich jedoch um MRSA, MRSE oder cMRSA handelt, kann es allein schon Tage oder länger dauern, um den richtigen Wirkstoff zu finden. Aus diesem Grund ist auch die Sterberate so hoch.

Zu Komplikationen kommt es besonders durch die hohe Zahl an multiresistenten Bakterienstämmen. Die Wirksamkeit der Antibiotika wird immer kleiner, während die Symptome immer intensiver und gefährlicher werden.

Fazit

Eine Staphylkokken-infektion ist sehr gefährlich und führt besonders wegen der multiresistenten und aggressiven Bakterien zu immer mehr Todesfällen. Aus diesem Grund sollte man einer Infektion durch umsichtige Hygiene vorbeugen. Bei einem Verdacht auf Ansteckung sollte man sofort einen Arzt aufsuchen und nicht warten, bis es schlimmer wird.

Bildernachweis:
Titelbild – erkältete Frau Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Schürfwunden Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Frau mit Fieber Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Antibiotika Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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