Stimmbandentzündung: Ursachen & schnelle Hilfe

Die menschliche Stimme ist ein echtes Wunderwerk. Sie macht es möglich uns auszudrücken, mit anderen zu kommunizieren, sie kann Trost spenden, Angst machen und bisweilen Gänsehaut auslösen. Wie wichtig die eigene Stimme ist, merkt man meist erst, wenn sie plötzlich fehlt. Besonders Sänger, Schauspieler, Mitarbeiter in Callcentern, Lehrer, Erzieher und andere Menschen, die ihre Stimme in besonderem Maße beanspruchen, sind häufig von Stimmbandentzündungen betroffen.

Zunächst ist es nur ein Kratzen im Hals, die Stimme klingt vielleicht etwas rau, man wird heiser und schließlich bleibt die Stimme vollends weg. Doch woher kommt die Stimmbandentzündung genau und wie verschafft man sich schnelle Hilfe?

Ohne Stimmbänder geht es nicht

Die Stimmbänder sind Teil der Stimmlippen, die im Kehlkopf sitzen. Die Stimmlippe besteht aus der Muskelschicht, dem Stimmband und der darüber befindlichen Schleimhautschicht. Beim Einatmen sind die Stimmlippen v-förmig geöffnet, sodass Luft hindurchströmen kann. Unabdingbar sind die Stimmlippen wenn es darum geht, Töne zu erzeugen.

Egal ob man singen, sprechen, summen oder schreien möchte, erst das Anspannen und Lockern der Stimmlippen verleiht uns unsere Stimme. Ein ziemlich wichtiges Organ also, das im Alltag häufig unbewusst strapaziert wird. Wer seine Stimmbänder zu sehr beansprucht, riskiert eine Entzündung.

Bild Sängerin

So entsteht eine Stimmbandentzündung

Die Stimmbänder sind beim Sprechen und Singen stetig in Bewegung. Es fällt uns gar nicht auf, aber die Stimmbänder arbeiten mitunter stundenlang auf Hochtouren. Auch Krankheitserreger gelangen beim Atmen durch das Hindurchströmen von Luft an Ort und Stelle und können sich dort Festsetzen.
Die zwei Hauptursachen für eine Stimmbandentzündung liegen damit auf der Hand:

Mechanische Reizung:

Eine Entzündung der Stimmbänder kann durch Überlastung entstehen. Besonders Berufsgruppen, die viel mit ihrer Stimme arbeiten müssen wie Sänger, Schauspieler oder Lehrer sind deshalb besonders häufig betroffen. Die ständige Forderung der Stimme kann im Laufe der Jahre dazu führen, dass die Stimmbänder chronisch überreizt sind und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden.

ACHTUNG: Wiederkehrende Stimmbandentzündungen und dauerhafte Heiserkeit können die Folge sein.

Infektionskrankheiten:

Der häufigste Grund für eine Stimmbandentzündung sind Viren. Infolge einer Infektion mit Erkältungs- oder Grippeviren, Bronchitis oder beispielsweise Keuchhusten kommt es zu Halsschmerzen und Heiserkeit, die letztlich zum Verlust der Stimme führen können.

Es gibt jedoch noch weitere Risikofaktoren, die eine Entzündung des Stimmapparates auslösen können:
  • Rauchen
  • Allergische Reaktion
  • Feinstaubbelastung

Bild Stimmbandentzündung

Das sind die Symptome

Die Symptome einer Stimmbandentzündung äußern sich meist in einem klaren Verlauf. Es beginnt mit einem leichten Kratzen im Hals, woraufhin die Stimme sich verändert. Sie kann plötzlich rauer, dünner, höher oder auch brummender klingen. Schließlich wird der Betroffene heiser und häufig ist mitten im Redefluss plötzlich die Stimme weg. Hinzu können ein verstärkter Räusperdrang und Schmerzen in der entzündeten Region kommen. Was in so einem Fall wirklich Abhilfe verschafft und welche Mittel gegen eine Stimmbandentzündung am bewährtesten sind, verraten wir dir hier.

Bloß nicht Flüstern!

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, dass man bei Heiserkeit die Stimme am besten schont, indem man nur noch flüstert. Dieser oft gut gemeinte Rat ist allerdings ein absolutes No-Go wenn es um Stimmbandentzündungen geht. Das Flüstern strengt die Stimme noch mehr an und kann die Symptome verschlimmern.

Bild Salbei

Was wirklich Abhilfe verschafft

Schonen: Die Stimme sollte bei einer Entzündung der Stimmbänder auf alle Fälle so gut wie möglich geschont werden. Richtiges Schonen bedeutet in diesem Fall absolutes Sprechverbot!

Räuspern vermeiden: Auch wenn es schwer fällt und der Drang groß ist. Zusätzlich zum Sprechverbot sollte das Räuspern gemieden werden, um die Stimmbänder nicht noch mehr zu reizen. Die Devise lautet Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Frische Luft: Besonders wichtig ist es, bei einer akuten Entzündung Reizstoffe zu meiden. Rauchen sollte tabu sein und es ist ratsam, sich so wenig schadstoffreicher Luft wie möglich auszusetzen. Stattdessen hilft Betroffenen frische Luft, um die Beschwerden einer Stimmbandentzündung zu minimieren und schnell abklingen zu lassen. Also raus in die Natur!

Inhalieren: Das Inhalieren mit einer leichten Salzlösung kann helfen, mögliche Schmerzen zu lindern und wirkt außerdem entzündungshemmend. Einfach einen Esslöffel Salz in einen Liter heißes Wasser geben und die aufsteigenden Dämpfe einatmen. Auch die Zugabe von Kamille oder Teebaumöl wirken beruhigend und lindernd auf die entzündeten Stimmbänder.

Viel Flüssigkeit: Bei einer Stimmbandentzündung, besonders wenn sie durch eine Infektion verursacht wurde, sollte man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Viel Wasser und Kräutertee helfen, die Infektion zu bekämpfen und den Hals vor Trockenheit zu schützen.

Zwiebelsaft: Ein altbewährtes Hausmittel, falls plötzlich die Stimme weg sein sollte, ist Zwiebelsaft. Hierzu werden zwei Zwiebeln in kleine Stücke geschnitten und in ein Glas gegeben. Anschließend Wasser hinzugeben, bis die Zwiebeln bedeckt sind und einen Esslöffel Honig beifügen. Das Glas abgedeckt über Nacht im Kühlschrank aufbewahren, sodass der Saft gut durchziehen kann. Täglich 2-3 Esslöffel davon einnehmen. Zugegebenermaßen ist es nicht der leckerste Saft, allerdings hilft die antiseptische Wirkung schnell eine Stimmbandentzündung zu bekämpfen.

Kartoffelwickel: Wohltuend und wirksam sind bei Entzündungen der Stimmbänder auch Kartoffelwickel. Eine gute handvoll Kartoffeln werden einfach gekocht und anschließend zerdrückt in ein Leinentuch gegeben. Auf eine angenehme Wärme abgekühlt wird das Tuch eingeschlagen und um den Hals gewickelt. Die Wärme wirkt schmerzlindernd.

Salbei: Schon zu Beginn einer Stimmbandentzündung, wenn die Betroffenen nur leicht heiser sind, können Salbeibonbons helfen, die Symptome einzudämmen. In Form von Tee wirkt Salbei entzündungshemmend und beruhigt die gereizte Stimme. Der Tee kann fertig gekauft werden oder man übergießt einen Teelöffel frischen, kleingeschnittenen Salbei mit kochendem Wasser und lässt ihn ca. 10 Minuten ziehen. In kleinen Schlucken getrunken verschafft der Tee schnelle Abhilfe.

Vorbeugen: Sprechlastige Berufsgruppen wie Lehrer oder Schauspieler erkranken besonders häufig an Entzündungen der Stimme. Das Risiko kann minimiert werden, indem man Sprechpausen einlegt, also bewusst in der Freizeit die Stimme schont und generell viel trinkt. Auch speziell auf diese Risikogruppen abgestimmte Sprechseminare sind eine Überlegung wert. Experten lehren hierbei Techniken, die beim Sprechen die Stimme schonen und wie einer Überlastung vorgebeugt werden kann, noch bevor man heiser wird oder die Stimme weg ist.

Bild Untersuchung
Bei langanhaltenden Symptomen Arzt aufsuchen

Achtung!

Es gibt viele wirksame Hausmittel, um eine Stimmbandentzündung in Eigenregie zu bekämpfen. Sollten die Symptome allerdings längere Zeit anhalten, ist die Stimme mehr als eine Woche heiser oder kommen Fieber und starke Schmerzen hinzu, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Wird eine Stimmbandentzündung nicht ausreichend behandelt, kann diese chronisch werden, in manchen Fällen kommt es zur Knötchenbildung. Um solche Komplikationen zu vermeiden, solltest du direkt handeln, dich an die beschriebenen Tipps halten und im Zweifelsfall einen Experten um Rat bitten. Gute Besserung!

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Frau mit Halsschmerzen Urheber: dorazett / 123RF Standard-Bild
Salbei Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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