Traubenkernöl – Superfood: Ein gesundes und vielfältiges Öl

Aus vielen Saaten lassen sich Öle herstellen, – doch das Traubenkernöl ist hierzulande relativ unbekannt. Eigentlich verwunderlich, so ist die gesundheitsfördernde und kosmetische Relevanz des Traubenkernöls keinesfalls eine neue Entdeckung, sondern ganz im Gegenteil: Schon im alten Ägypten und im Mittelalter verwöhnten sich die Adeligen mit diesem Öl.

Die Herstellung von Traubenkernöl

Traubenkerne sind sehr klein und so ist es nicht verblüffend, dass die Ölausbeute eher bescheiden ist. Um sich ein Bild zu machen: Aus etwa 2 000 kg Weintrauben werden 40 kg Kerne und nur 1 kg Traubenkernöl gewonnen.

Andererseits werden Trauben zur Weinherstellung nicht nur im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Winzer kultivieren ungeheure Mengen und die bitter schmeckenden Kerne sind bloßer Abfall. So ist es nur sinnig, die gereinigten Traubenkerne zur Weiterverarbeitung zu verwenden. Wie bei jedem Öl gibt es auch beim Traubenkernöl die Qualitätsunterschiede, die sich hauptsächlich aus den Attributen kalt oder warm gepresst ergeben. Dass kalt gepresstes Öl hochwertiger ist, sollte mittlerweile jedem bekannt sein, jedoch verdirbt es auch schneller. Heiß gepresste Öle werden über viele Stunden auf 160-170°C erhitzt, wodurch Bakterien absterben, – jedoch zerstört die Prozedur auch hitzeempfindliche Enzyme, Vitamine und den Geschmack.

Wie die meisten pflanzlichen Öle ist ein vor Licht geschützter Ort, an dem es weder zu warm noch zu kalt ist, die beste Lagerung. Kühlschranktemperaturen zerstören den Geschmack und Licht zersetzt die wertvollen Vitamine. Daher der Tipp: mit Alufolie umwickeln und binnen 18 Monaten verbrauchen.

Die Einsatzmöglichkeiten:
Traubenkernöl findet zum einen als gesundes Superfood und zum anderen als essentieller Bestandteil in diversen Kosmetika Verwendung. Beide Einsatzmöglichkeiten sind wie gesagt nichts Neues und so schwor selbst Hildegard von Bingen schon auf dieses Öl.
Straffe Haut durch Traubenkernöl
Straffe Haut durch Traubenkernöl / Bild: Urheber: milosb / 123RF

Als Superfood…

… kommt kalt gepresstes Traubenkernöl vor allem im rohen Zustand in Salaten, Marinaden, Müslis und sogar Desserts zum Einsatz. Der Geschmack des kalt gepressten Öles ist deutlich kräftiger und markanter als warm gepresstes. Es ist hellgrün und schmeckt fruchtig bis nussig. Die Bitterstoffe, die jeder vom Zerbeißen eines Traubenkerns kennt, sind verschwunden. Diese sind vor allem wasserlöslich und daher in einem hochwertigen Öl fast vollständig extrahiert. Jedoch ist kalt gepresstes Traubenkernöl nicht hitzestabil. Zum Braten und Kochen eignet sich heiß gepresstes Öl, welches sogar bis auf 200°C erhitzt werden kann.

Doch Traubenkernöl schmeckt nicht nur ausgezeichnet, es ist, wie es sich für ein Superfood gehört, auch extrem gesund. Diverse wissenschaftliche Studien haben sich bereits mit den Inhaltsstoffen und der Wirkung auf den Körper beschäftigt. Sie fielen alle positiv aus:
Im Traubenkernöl sind viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie die Linolsäure und Omega – 6 – Fettsäuren enthalten. Diese verbessern die Zellerneuerung – oder mit anderen Worten:

Linolsäure ist der echte Jungbrunnen einer jugendlich-straffen Haut.

Doch auch der hohe Vitamin E Gehalt ist herauszuheben. Dieser ist in der Lage, freie Radikale zu binden und stellt somit einen effektiven Schutz vor Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebs und der Hautalterung dar. Traubenkernöl stärkt das gesamte Herz – Kreislaufsystem, wirkt gegen Gelenkschmerzen, indem es die Produktion von Gelenkschmiere ankurbelt, aktiviert den Stoffwechsel und das Immunsystem. Aber auch das Gehirn und gereizte Nerven profitieren durch den hohen Gehalt an Lezithin. Des weiteren liegen Polyphenole und Vitamin A, B6 und K in hohen Mengen vor. Starke Knochen und ein gesundes Blutbild sind ebenfalls die Gewinne des Traubenkernöls.

Außergewöhnlich ist zudem die Fähigkeit der Flavonoide, den Teufelskreis des Cholesterins zu durchbrechen. Schädliches Cholesterin (LDL) wird reduziert und gutes (HDL) im Gegenzug gebildet. Wenige Nahrungsmittel wirken nachweislich so intensiv auf schädliches Cholesterin und freie Radikale.

In Zahlen heißt das: Nur 10% sind gesättigte Fettsäuren, Ölsäuren sind bis zu 15% und die wertvolle Linolsäure sogar bis zu 70% enthalten. Die genaue Zusammensetzung differiert entsprechend der Qualität und der Herstellungsart.

Traubenkernöl für Babyhaut
Auch für die Babyhaut ist Traubenkernöl sehr gut geeignet / Bild: Urheber: tan4ikk / 123RF

Äußerlich angewendet…

… findet Traubenkernöl nicht nur in der Kosmetik, sondern auch als Heilmittel seine Einsatzmöglichkeiten. Wie das „Miracle Oil“ verbessert es die Heilung kleiner Wunden und entzündeter Haut. Schuppen, Neurodermitis, wund geriebene Stellen und Ekzeme heilen ab und harte Narben werden weich, elastisch und schmerzunempfindlicher. Selbst zarte, wunde Babyhaut kann mit dem Traubenkernöl eingerieben werden. Bei dieser Sammlung wohltuender Kräfte liegt ein Einsatz in der Kosmetikindustrie nahe.

Trockene Haut, Schuppen, spröde Lippen, gesplisste, matte Haare und schlaffes Bindegewebe – anstatt Unmengen unterschiedlicher Pflegeprodukte zu verwenden, gibt es eine bessere Alternative: Einfach das Traubenkernöl leicht anwärmen und den gesamten Körper eincremen. Das Öl zieht schnell ein und hinterlässt eine weiche, nicht fettige Haut. Auch im Badewasser oder in der selbst hergestellten Gesichtsmaske aus Honig, Avocado, Traubenkernöl und vielem mehr- der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und solange das Öl nicht über 35°C erhitzt wird, kann es nur helfen. Nebenwirkungen und allergische Reaktionen sind bisher nicht bekannt – einzig die Rückstände von Pestiziden können zu Hautreizungen führen.

Fazit:
Zusammenfassend ist vom Traubenkernöl nur Positives zu berichten. Es ist haltbar, gleich mehrfach gesund, kosmetisch einsetzbar und einfach lecker. Zudem sind selbst die Kosten überschaubar, da es noch immer kaum bekannt ist und Traubenkerne vielerorts immer noch als Abfallprodukt gesehen werden.

Titelbild: Urheber: cukmen / 123RF

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