Zahnentzündung – Symptome, Ursache & Behandlung

Eine Zahnentzündung macht sich häufig genau dann bemerkbar, wenn man sie am wenigsten wünscht. Nachts, am Wochenende oder mitten im Urlaub. Dabei gibt es zahlreiche Anzeichen, bevor sich eine Zahnentzündung durch Schmerzen bemerkbar macht.

Was ist eine Entzündung?

Eine Entzündung ist ein Prozess, bei dem die weißen Blutkörperchen des Körpers und die von ihnen produzierten Substanzen uns vor einer Infektion mit fremden Organismen wie Bakterien und Viren schützen. Während bei einigen Krankheiten das körpereigene Immunsystem, eine entzündliche Antwort auslöst, ohne dass es fremde Eindringlinge gibt, ist dies bei Zahnentzündungen in der Regel nicht der Fall. Diese werden meist durch Bakterien verursacht, die mitunter schon längere Zeit im Mundraum aktiv sind.

Wie macht sich eine Zahnentzündung bemerkbar?

Eine Zahnentzündung entwickelt sich oft in Phasen. Wer mitten in der Nacht von starken Zahnschmerzen geplagt und geweckt wird, muss nicht zwangsläufig unter einer Zahnentzündung leiden. Vielmehr können in diesen Fällen auch andere Ursachen wie eine übermäßige mechanische Belastung der Zähne durch Beißen und Reiben der Zähne (Zähneknirschen) zu starken Zahnschmerzen führen.

Oft sind die ersten Symptome einer Zahnentzündung eine erhöhte Empfindlichkeit beim Verzehr von kalten und heißen Getränken. Manchmal können auch andere Umstände die Empfindlichkeit der Zähne bei einer Zahnentzündung verstärken, wie beim Verzehr süßsaurer Speisen oder sogar kalte Luft.

Um diese Zahnschmerzen behandeln zu können, ist es notwendig zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Wenn die Ursache gefunden ist, kann der Zahnarzt mit der Behandlung der Zahnschmerzen beginnen.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, müssen die Zähne richtig gepflegt und zweimal jährlich vom Zahnarzt kontrolliert werden.

Bild Naturjoghurt

Prävention der Zahnentzündung

Der Zahnschmelz ist eine harte, schützende Schicht auf den Zähnen. Ist der Zahnschmelz beschädigt, werden Nervenenden freigelegt und können Schmerzen verursachen. Wer empfindliche Zähne hat, leidet womöglich unter einer Abnutzung eines Teils des Zahnschmelzes.

Um diesen Schaden zu verhindern oder im Verlauf abzumildern ist die richtige Zahnpflege notwendig. Hierzu sollte man nicht zu stark bürsten. Das seitliche Bürsten direkt am Zahnfleischrand kann den Zahnschmelz schneller entfernen. Besser ist es, eine Bürste mit weichen Borsten zu verwenden und in einem Winkel von 45 Grad zum Zahnfleisch zu arbeiten. Dies hält den Zahnschmelz sauber und stark.

Vermeidung saurer Speisen und Getränke. Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, klebrige Süßigkeiten, Kohlenhydrate mit hohem Zuckergehalt – all diese Leckereien greifen den Zahnschmelz an.

Besser für den Zahnschmelz sind hingegen:
  • Faserreiches Obst und Gemüse
  • Käse
  • Milch
  • Naturjoghurt

Diese Lebensmittel befeuchten den Mund und helfen, Säure und Bakterien zu bekämpfen, die sich an den Zähnen zu schaffen machen können.

Hilfreich zur Vermeidung von Zahnentzündungen sind auch grüner oder schwarzer Tee sowie zuckerfreie Kaugummis. Nach dem Verzehr sollte man nicht sofort die Zähne putzen. Besser ist es, eine Stunde zu warten.

Zähneknirschen verschleißt den Zahnschmelz. Manchmal kann die Bewältigung von akutem Stress das Problem stoppen. Wenn das nicht funktioniert, kann der Zahnarzt eine Schiene oder einen Mundschutz erstellen, die so oft wie möglich, mindestens aber nachts, getragen werden. Durch diese Schiene wird die mechanische Belastung der Zähne vermieden und die Nervenenden geschützt. Bei richtiger Pflege und Ernährung baut sich der Zahnschmelz wieder auf und die Ursache für die Zahnentzündung verschwindet. Wenn das Problem allerdings schwerwiegend ist, werden möglicherweise Zahnbehandlungen erforderlich, um die Position der Zähne zu verändern. Eine weitere Therapieform gegen Zähneknirschen ist ein Muskelrelaxans.

Der Wunsch perlweißer Zähnen kann Schmerzen bereiten. Glücklicherweise ist die Empfindlichkeit der Zähne beim Bleichen in der Regel vorübergehend.

Tiefere Ursachen für eine Zahnentzündung

Manchmal kann die Empfindlichkeit der Zähne ein Zeichen für andere Probleme sein:

Zurückgehendes Zahnfleisch. Ab dem Alter von 40, kann es sein, dass das Zahnfleisch natürliche Abnutzungserscheinungen zeigt. Es entfernt sich von den Zähnen und legt die Zahnwurzeln frei. Die Zahnwurzeln haben keinen Schmelz, der sie schützt. Sie sind also viel empfindlicher als der Rest des Zahnes und ungeschützt anfällig für eine Zahnentzündung.

Zahnfleischerkrankung. Zahnbelag und Zahnsteinbildung können das Zahnfleisch zurückziehen lassen. Manchmal kann dabei eine Zahnentzündung auftreten. Bei Zahnfleischerkrankungen kann die knöcherne Stütze der Zähne zerstört werden. Rauchen kann zu Zahnfleischerkrankungen führen. Um eine Zahnfleischerkrankung als Ursache für Zahnentzündung zu behandeln, kann der Zahnarzt eine tiefe Reinigung der Zähne durchführen. Hierbei werden Zahnstein und Plaque unter dem Zahnfleischrand entfernt.

Ein gerissener Zahn oder eine Füllung. Wenn ein Zahn bricht, kann der Riss bis zur Wurzel reichen. Du wirst Schmerzen bemerken, wenn dein Zahn kalt ist. Wie der Zahnarzt den Riss repariert, hängt davon ab, wie tief er geht. Wenn es ein kleiner Riss ist, der endet, bevor das Zahnfleisch anfängt, kann Ihr Zahnarzt ihn füllen. Wenn der Riss hingegen bis unter den Zahnfleischrand reicht, muss meist der Zahn gezogen werden.

Bild Kinder putzen Zähne

Gesundes Zahnfleisch schützt vor Entzündungen der Zähne

Gesundes Zahnfleisch ist nicht nur wichtig für den Halt der Zähne. Es schützt auch vor Entzündungen. Parodontitis, auch allgemein als Zahnfleischerkrankung bezeichnet, beginnt mit der Vermehrung von Bakterien im Mund und kann – wenn nicht richtig behandelt – mit Zahnverlust durch Zerstörung des Gewebes enden. In der Regel geht eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) der Parodontitis (Zahnfleischerkrankung) voraus. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht jede Gingivitis zu einer Parodontitis führt.

Im Frühstadium der Gingivitis bilden sich Bakterien im Zahnbelag, die das Zahnfleisch entzünden und beim Zähneputzen leicht bluten lassen. Obwohl das Zahnfleisch gereizt sein kann, sind die Zähne immer noch fest in ihren Sockel eingepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt sind keine irreversiblen Knochen- oder anderen Gewebeschäden aufgetreten. Wird die Gingivitis nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie jedoch eine Parodontitis zur Folge haben und damit Auslöser für Entzündungen am Zahn werden.

Karies als Auslöser der Zahnentzündung

Karies verursacht Hohlräume als Schäden am Zahn. Karies kann sowohl den Zahnschmelz als auch die innere Schicht (Dentin) betreffen. Wenn Lebensmittel mit Kohlenhydraten wie Brot, Getreide, Milch, gesüßte Getränke, Obst, Kuchen oder Süßigkeiten auf den Zähnen bleiben, verwandeln die Bakterien im Mund diese in Säuren. Die Bakterien, Säuren, Speisereste und der Speichel bilden zusammen eine Plaque, die an den Zähnen haftet. Die Säuren im Zahnbelag lösen den Zahnschmelz auf und bilden Löcher.

Viele Leute denken, dass nur Kinder Karies bekommen, aber alterungsbedingte Veränderungen im Mund machen sie auch zu einem Erwachsenenproblem.
Wenn man älter wird, zieht sich das Zahnfleisch von den Zähnen zurück. Dadurch werden die Zahnwurzeln dem Zahnbelag ausgesetzt.

Ältere Erwachsene bekommen manchmal Zahnentzündungen an den Rändern von Füllungen. Senioren haben oft starke Zahnprobleme, weil sie als Kinder weder Fluorid noch eine gute Mundpflege bekommen haben. Im Laufe der Jahre können diese Füllungen die Zähne schwächen und brechen. Bakterien sammeln sich in den Lücken und verursachen Fäulnis.

Der Zahnarzt sucht bei der regelmäßigen zahnärztlichen Untersuchung nach Karies.

Bild Zahnärzte

Wie wird Karies als Auslöser einer Zahnentzündung behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, wie schlimm die Kavität (das Loch im Zahn) ist. Meistens entfernt der Zahnarzt den kariösen Teil des Zahnes mit einem Bohrer. Er füllt das Loch mit einer Füllung aus Silberlegierung, Gold, Porzellan oder einem Kompositmaterial. Diese Materialien sind sicher.

Wenn ein Zahn bereits so stark verrottet ist, dass nicht viel davon übrig bleibt, wird der Zahnarzt eine Krone darauf setzen.
Dabei entfernt oder repariert der Zahnarzt das beschädigte Teil. Anschließend setzt er eine Krone aus Gold, Porzellan oder mit Metall verschmolzenem Porzellan über den Rest des Zahnes.

Wenn die Wurzel oder der Zahnnerv des Zahnes tot oder verletzt ist und nicht repariert werden kann, wird möglicherweise ein Wurzelkanal benötigt. Der Zahnarzt entfernt den Nerv, die Blutgefäße und das Gewebe zusammen mit den kariösen Teilen des Zahnes. Er füllt die Wurzeln mit einem Dichtungsmaterial. Möglicherweise wird zusätzlich eine Krone über dem gefüllten Zahn benötigt.

Behandlung der Zahnentzündung

Sobald die Ursache der Zahnentzündung gefunden ist, gibt es verschiedene Behandlungen, mit denen der Zahnarzt die Schmerzen lindern kann.

  • Zahnpasta für empfindliche Zähne
  • Fluorid-Gel
  • Füllungen, die freiliegende Wurzeln bedecken
  • Kariesbehandlung
  • Desensibilisierende Pasten, die direkt auf die Zähne und das Zahnfleisch aufgetragen werden.

Es ist wichtig, nicht wegen einer Zahnentzündung vor der Zahnpflege zurückzuschrecken. Das Ignorieren der Zähne kann die Dinge noch schlimmer machen.

Bildernachweis: Titelbild - Frau isst einen Apfel Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
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