Bild Zwerchfellschmerzen

Zwerchfellentzündung – Symptome , Ursachen und Behandlung

Unser Brustkorb wird annähernd komplett von den beiden Lungenflügeln ausgefüllt. Die Spitze dieser kegelförmigen Flügel beginnt direkt unterhalb des Schlüsselbeins, die Böden der „Kegel“ liegen auf dem sogenannten Zwerchfell auf.

Das Zwerchfell kannst du dir als eine Art Platte aus Muskel- und Sehnengewebe vorstellen, welche die Brusthöhle von der Bauchhöhle separiert. Das Zwerchfell ist unser wichtigster Atemmuskel, eine Zwerchfellentzündung darf daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Beim Atemholen senkt sich das Zwerchfell in die Bauchhöhle, dadurch vergrößert sich das Lungenvolumen und Luft strömt ein. Allein im Ruhezustand beträgt der Anteil des Zwerchfells an der Atemarbeit schon 30-50 %. Bei körperlicher Belastung steigt seine Beteiligung auf bis zu 80 %.

Daran wird ersichtlich, wie wichtig eine gesunde Zwerchfellfunktion für unseren Organismus ist. Darüber hinaus übernimmt das Zwerchfell auch die Funktion der Bauchpresse, die beim Stuhlgang bzw. beim Geburtsvorgang eingesetzt wird. Der medizinische Fachbegriff der gelegentlich für Zwerchfellentzündung gebraucht wird, lautet Diaphragmatitis. Es handelt sich bei der Diaphragmatitis um eine örtliche, auf die Zwerchfellmuskulatur begrenzte Muskelentzündung.

Auf welche Symptome solltest du achten?

Meistens geht eine Zwerchfellentzündung mit einem Zwerchfellhochstand, Schmerzen und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit einher. Das Atmen ist bei einer Diaphragmatitis sehr beschwerlich. Ist die Atmung schmerzhaft und besteht ein Druck auf die unteren Rippenbogen beim Lachen, Reden oder Husten, solltest du die Möglichkeit einer Diaphragmatitis in Betracht ziehen. Das gilt besonders dann, wenn als zusätzliche Symptomatik Husten, starker Schluckauf und Fieber auftreten. Zwerchfellentzündungen treten heute eher selten bzw. meistens als Sekundär- oder Begleiterkrankung auf.

Besteht der Verdacht auf Diaphragmatitis solltest du möglichst schnell einen Facharzt für innere Medizin aufsuchen.

Zur Diagnose wird der Internist eine eingehende Befragung zu den Symptomen vornehmen. Im Anschluss daran hört der Arzt als erstes die Lunge ab und ertastet den Brustkorb gründlich. In einem zweiten Schritt folgt die Anordnung von bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel das Röntgen des Brustraums. Eine abschließende Blutuntersuchung zur Ermittlung des Gehalts an Leukozyten lässt Rückschlüsse auf das Ausmaß der Entzündung zu.

Bild Mann hat Schmerzen

Welche Ursachen bewirken eine Zwerchfellentzündung?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie es zu einer Entzündung des Zwerchfells kommen kann:

  • Eine dieser Möglichkeiten ist eine Infektion mit Trichinen. Eine Trichinellose ist eine Parasitenerkrankung. Schlachttiere, die keine reinen Pflanzenfresser sind, werden in Deutschland aufgrund gesetzlicher Bestimmungen auf Trichinen untersucht. Bei der sogenannten Trichinenschau wird dem Tier eine Muskelprobe aus dem Zwerchfell entnommen und unter dem Mikroskop begutachtet. Roh oder ungenügend gegartes Fleisch, insbesondere vom Schwein, kann beim Menschen zu einem Trichinenbefall und in Folge zu einer Schädigung des Zwerchfells führen. Aufgrund der vorgeschriebenen Trichinenschau ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland zwar relativ gering, dennoch solltest du möglichst auf den Genuss von rohem oder halb gegartem Fleisch verzichten.
  • Eine Zwerchfellentzündung kann auch psychische Ursachen haben. Stress, permanente Anspannung und Belastungen können den Zwerchfellnerv stark reizen. Meistens tritt in diesem Fall ein starker und anhaltender Schluckauf auf. Achtsamkeit, Stressbewältigung, Entspannungsübungen und gegebenenfalls Gespräche mit einem/einer Psychologen/in helfen, Folgeerkrankungen wie eine Zwerchfellentzündung zu vermeiden.
  • Organische Defizite, Unfälle und eine Bindegewebsschwäche können Gründe sein, dass sich beispielsweise der Magen verlagert. In einem solchen Fall kann Magensäure austreten und das Zwerchfell sehr stark reizen. Ein Zwerchfellhochstand kann durch Übergewicht, Tumore oder eine krankhaft vergrößerte Leber oder Milz bedingt sein. Aus einem Zwerchfellhochstand entwickelt sich nicht selten eine Diaphragmatitis. Regelmäßige Kontrollen im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchungen sind empfehlenswert.
  • Starkes Übergewicht und/oder eine dauerhaft falsche Körperhaltung erhöhen den Druck auf das Zwerchfell. Dadurch kann ein Zwerchfellbruch entstehen, der in Folge eine Reizung bzw. Entzündung hervorrufen kann.
  • In der Schwangerschaft drückt das Baby auf das Zwerchfell und verdrängt die anderen Organe. Auch diese Belastung kann zu einer Entzündung führen. Viel Liegen und Ruhe helfen, das Zwerchfell zu entlasten.
  • Chronischer Husten begünstigt die Entstehung einer Zwerchfellentzündung. Auch eine Rippenfellentzündung kann aufgrund der räumlichen Nähe auf das Zwerchfell übergreifen.

Bild Tee

Wie wird eine Zwerchfellentzündung behandelt?

Bei entzündlichen Prozessen mit Bakterienbeteiligung sind Antibiotika das effektivste Mittel der Wahl. Bei einer Unverträglichkeit oder Resistenz gegenüber manchen Antibiotika solltest du deinen Arzt darüber informieren. Eventuell kommt eine Enzymtherapie oder naturheilkundliche Verfahren in Betracht.

Da die Zwerchfellentzündung sehr häufig mit Husten einhergeht, ist es hilfreich, die Hustensymptome zu lindern. Vor der Einnahme von Hustensaft oder Hustentees bitte unbedingt mit dem Arzt sprechen. Manche Tees wirken stark auswurffördernd, andere unterdrücken den Hustenreiz. Was im speziellen Fall angebracht ist, sollte ein Mediziner festlegen.

Hier ein Rezept für eine Teemischung, die schleimlösend und reizlindernd wirkt, vor der Anwendung aber bitte das Okay vom Arzt einholen:
Zu gleichen Teilen Malve und Schlüsselblumenwurzel (Anm.: gibt es in der Apotheke) mischen lassen. 2 Teelöffel der Mischung mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Davon 2-3 mal täglich 1 Tasse (mit Honig gesüßt) trinken.

Die Malven sind eine sogenannte Schleimdroge. Schleimdrogen wirken reizlindernd und einhüllend. Schlüsselblumenwurzeln erleichtern das Abhusten zäher Sekrete und entlasten den Kreislauf durch verstärkte Wasserausscheidung. Aus Schlüsselblumenwurzel lässt sich auch ein Hustensirup herstellen: 1 gehäufter Teelöffel zerkleinerte Schlüsselblumenwurzel mit wenig Wasser etwa 5 Minuten auskochen, abseihen und mit soviel Honig vermischen, dass eine sirupartige Flüssigkeit entsteht. Dieses Hustenmittel nimmt man teelöffelweise nach Bedarf. Bitte keine Schlüsselblumen ausgraben! Die Pflanzen stehen unter Naturschutz und die Produkte aus der Apotheke haben einen standardisierten Wirkstoffgehalt, der bei Wildsammlung nicht gewährleistet ist.

Antiphlogistika lindern den Schmerz und wirken entzündungshemmend, der Arzt wird das passende Medikament verschreiben. Da es sich bei der Zwerchfellentzündung um eine ernsthafte Erkrankung handelt, gehört die Behandlung zwingend in die Hände eines Arztes. Von eigenem „Herumdoktern“ solltest du aus Sicherheitsgründen Abstand nehmen.
Bei regelmäßiger Einnahme der verordneten Arzneien und ausreichender Schonung sollte die Diaphragmatitis innerhalb 2-3 Wochen abgeklungen sein.
Zur Schonung gehört insbesondere der Verzicht auf sportliche Aktivitäten, damit das Zwerchfell nicht durch die verstärkte Atemtätigkeit belastet wird.

Was kannst du vorbeugend unternehmen?

Dauerhafte Fehlbelastungen des Zwerchfells sollten vermieden werden. Bei Übergewicht bedeutet dies, Maßnahmen zum Abnehmen zu ergreifen. Bestehen Anspannungen und Fehlhaltungen, empfiehlt es sich, diese gegebenenfalls durch physiotherapeutische Unterstützung zu korrigieren. Manche Personen empfinden das Schlafen bei hochgestelltem Kopfende entlastend. Chronischer und aggressiver Reizhusten sollte ärztlich behandelt werden. Fleisch und Fleischwaren, insbesondere vom Schwein bitte nur in gut durchgegartem Zustand verzehren.

Bildernachweis:
Titelbild – Zwerchfellschmerzen Urheber: 9nong / 123RF Lizenzfreie Bilder
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Tee Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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