Akupunktur bei Tinnitus

Der Tinnitus gehört zu den unsichtbaren Erkrankungen, die selbst mit diagnostischen Methoden oft nur schlecht nachzuweisen sind. Einzig messbares Symptom: das Hörvermögen ist häufig reduziert. Doch die Betroffenen leiden stark unter den ständigen Geräuschen, denen sie einfach nicht entfliehen können. Während bei starken Außengeräuschen ein Wohnortwechsel, Kopfhörer oder Ohrenstöpsel helfen können, ist der Patient beim Tinnitus der Lärmkulisse schutzlos ausgeliefert. 24 Stunden am Tag, ohne Wochenende oder Pause werden die Betroffenen von ihren Ohren gequält. Die Schulmedizin ist bei missglückter Erstversorgung ratlos. Ganz anders hingegen die alternative, traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit ihrer über Jahrtausenden entwickelten Akupunktur bei Tinnitus und anderen Erkrankungen.

Was ist ein Tinnitus eigentlich?

Unter Tinnitus versteht der Mediziner akute oder chronische Ohrgeräusche. Diese können sich sehr divers anhören. Das Spektrum reicht von den häufig hohen Pieptönen im Bereich von 4000 bis hin zu 6000 Hertz bis zu einem sehr tiefen Dröhnen. Trillerpfeifentöne, Sausen, Piepen, dumpfes Dröhnen oder gleich eine ganze Autoschnellstraße im Ohr, die stets befahren ist – so beschreiben die Betroffenen ihre nicht messbaren Ohrgeräusche. Dass dies quälend sein kann, ist verständlich. Bei manchen wird der Leidensdruck so hoch, dass sogar Schlafstörungen, Depressionen oder gar der Suizid als Folgeerkrankungen angegeben werden. Auch die Arbeitsunfähigkeit ist eine sehr häufige Folge, da die Geräusche der Konzentration abträglich sind.
Leider kann auch die Akupunktur bei Tinnitus nicht jedem Patienten helfen. Die Entstehung der Ohrgeräusche ist sehr variabel. Daher sollten Patienten vor Therapiebeginn in Erfahrung bringen, ob die Akupunktur bei Tinnitus in ihrem speziellen Fall hilft.

Grundsätzlich unterscheidet der HNO-Arzt zwischen körperlichen und seelischen Ursachen für einen Tinnitus. Die körperlichen Ursachen reichen von einem leicht zu behebenden Ohrenpfropf über Ohrenentzündungen, Zähneknirschen, Baro-Krankheit, Knalltrauma, Trommelfellverletzungen, Arteriosklerose, MS, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Gefäßveränderungen im Ohr und Blutarmut bis hin zu Tumoren und Akustikusneurinom und vielen mehr. Seelische Ursachen sind vor allem Stress, Schlaflosigkeit, Depressionen, Traumata und Angststörungen.

Konventionelle Behandlungen der Schulmedizin

Bei einem akuten Tinnitus sollte der Betroffene stets umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Erstversorgung besteht häufig aus Kortison und Infusionen mit Kochsalzlösungen, manchmal begleitet von durchblutungssteigernden Mitteln. Grundsätzlich gilt: Je früher der Arzt aufgesucht wird, desto besser und desto größer die Chancen, dass der Tinnitus schnell wieder verschwindet. Spätestens zwei Tage nach Beginn der Ohrgeräusche sollte der Arzt aufgesucht werden. Wird der Tinnitus erst chronisch, kann die Schulmedizin nur noch wenig tun.

Akupunktur bei Tinnitus
Energieleitbahnen im menschlichen Körper / Bild: Pixabay.com/de – acupunturebox

Wie funktioniert Akupunktur?

Die Akupunktur der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gründet sich auf der Vorstellung, dass der gesamte Körper des Menschen von Energieleitbahnen, den Meridianen, durchzogen ist. Kann das “Chi”, also die Lebensenergie nicht mehr richtig fließen, kommt es zu Blockaden und Erkrankungen an Organen oder der Psyche. Anders als in der Schulmedizin rühmt sich die Akupunktur, nicht nur die Symptome, sondern den ganzen Menschen zu behandeln.
Bei der Akupunktur werden kleine Nadeln in die oberen Hautschichten eingeführt. Das Treffen der Meridiane erfordert viel Übung, Zeit und Erfahrung. Ärzte sowie Heilpraktiker können die spezielle Zusatzqualifikation “Naturheilverfahren” erwerben, auf die Patienten bei der Auswahl des Therapeuten stets achten sollten.

Vorsicht bei der Auswahl des Therapeuten

Akupunktur bei Tinnitus
Bei der Akupunktur sollte eine ruhige Atmosphäre herrschen / Bild: Pixabay.com/de – keskieve

Auch viele Schulmediziner bieten heute die Akupunktur bei Tinnitus und anderen Erkrankungen an. Obwohl natürlich die meisten Ärzte, die die alternativen Behandlungsmethoden wie die Akupunktur anbieten, von der Wirksamkeit überzeugt und wirklich gut ausgebildet sind, gibt es immer wieder schwarze Schafe, die die Akupunktur als Scharlatanerie und schlichtweg als Geldbeschaffungsmaßnahme sehen.

Die Akupunktur beim Tinnitus muss der Patient selbst bezahlen und bei ca. 40 Euro pro 30 Minuten ist es eine lukrative Verdienstmöglichkeit. Da stürmt der Arzt ins Behandlungszimmer, jagt die fünf bis zehn Nadeln in die Haut und verschwindet keine zwei Minuten später wieder bis zur nächsten Sitzung.

Nach Ablauf der 30 Minuten erscheint dann eine Arzthelferin mit der Frage: Na, wo sind denn die Nadeln? Und wenn eine übrig bleibt kann man sie sich ja auch selber rausziehen.

Darüber hinaus ist für Akupunktur beim Tinnitus eine ruhige Umgebung wichtig. Arztpraxen, in denen der Patient hierfür praktisch im Durchgangsverkehr liegt, sollten gemieden werden.

Ein absolutes Negativbeispiel der ärztlichen Versorgung, die natürlich kein gutes Licht auf die Akupunktur wirft und in dieser Form selbstverständlich nicht wirken kann. Daher muss der Patient selbst auf die Qualifikation und Leistung des Arztes achten. Er sollte sich ein Mindestmaß an Zeit nehmen und Erklärungen leisten, was er tut.

Die Begutachtung der Zunge und des Blutdrucks sollten bei der Behandlung keinesfalls fehlen. Zum Einstechen der Nadeln wird die Haut meistens mit zwei Fingern leicht zusammen gedrückt und dann mit Gefühl in die Haut gestochen. Nicht nur der Stich, sondern auch das Verbleiben der Nadeln in der Haut kann schmerzhaft sein.

Auch ist es nicht selten, dass die Nadeln bereits vor Ablauf der 30 Minuten von selbst abfallen. Dieses ist kein Hinweis darauf, dass die Nadel falsch gesetzt wurde.
Richtig angewendet, kann die Akupunktur beim Tinnitus Linderung verschaffen und die lästigen Ohrgeräusche sogar vollständig verschwinden lassen.

Akupunktur bei Tinnitus

Für die Akupunktur bei Tinnitus sind in der Regel zehn Sitzungen zu je 30 Minuten sinnvoll. Dabei werden abhängig vom individuellen Krankheitsbild entweder nur die Hauptmeridiane oder auch die spezifischen Ohrakupunkturpunkte stimuliert. Des weiteren kann sich die Behandlungsweise während der zehn Sitzungen verändern.

Während bis vor wenigen Jahren ausschließlich wissenschaftliche Studien zu der Wirksamkeit der Akupunktur bei Tinnitus in China zu finden waren, wird der alternativen Behandlung nunmehr auch in den westlichen Ländern mehr Bedeutung beigemessen. Erst 2010 veröffentlichte die dänische Aalborg Universität eine größer angelegte Studie zur Akupunktur bei Tinnitus mit herausragenden Ergebnissen für die Betroffenen.

Titelbild: Pixabay.com/de – WaltiGoehner

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