Cholesterin natürlich senken

Die Diagnose “hohes Cholesterin” kommt in der Regel vollkommen unerwartet. Eine harmlose Blutprobe bei der jährlichen Routineuntersuchung des Hausarztes und der gerade noch vollkommen gesunde Vierzigjährige wird zu einem Patienten, der vor die Wahl gestellt wird: Folgeerkrankungen und gegebenenfalls eine reduzierte Lebenserwartung akzeptieren, den liebgewordenen Lebensstil vollkommen verändern oder aber täglich Medikamente schlucken. Dass auch diese selbstverständlich verheerende Nebenwirkungen nach sich ziehen können, ist wohl jedem bewusst.

Tja, nun steht der neue Patient vor der Qual der Wahl. Doch gibt es eventuell noch eine weitere Möglichkeit: Wie wäre es damit, das Cholesterin natürlich zu senken?

Der erhöhte Cholesterinspiegel

Der Großteil der Bevölkerung fühlt sich über die Ursachen von erhöhten Cholesterinwerten gut aufgeklärt. Der Grund ist die Lebensmittelindustrie, die die Erkrankung als verkaufsförderndes Argument für sich entdeckt hat. Daher sind heute viele Lebensmittel als cholesterinsenkend deklariert und Werbeslogans stellen dem Konsumenten die Gefahrenquellen vor. Diese sind Eier, rotes Fleisch und natürlich Butter.

Doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Denn in der Realität entstehen erhöhte Werte durch ein buntes Potpourri an Ursachen. Darunter Zigaretten- und Alkoholkonsum, Innereien, Meeresfrüchte, Salz, eine fett- oder kohlehydratreiche Ernährung, Vitamin C Mangel, genetische Veranlagung, Medikamente, Organerkrankungen und zu wenig Antioxidantien.

Aus den Ursachen lässt sich auch die beste Behandlung ableiten, denn den Cholesterin natürlich zu senken, ist weit besser als blind chemische Medikamente einzunehmen.

Cholesterin natürlich senken
Auch Meeresfrüchte führen zu einem höheren Cholesterinwert / Bild: Pixabay.com/de – Meditations

Der Feind Cholesterin – oder ist er doch ein Freund?

Für viele scheint es absurd zu klingen, dass so schädliche Cholesterin als einen Freund zu betrachten. Löst es doch schließlich schlimme Folgeerkrankungen aus. Durch einen zu hohen Cholesterinspiegel entsteht nachgewiesenermaßen die Arteriosklerose. Das überschüssige Cholesterin lagert sich an den Innenwänden der Arterien und Venen ab und verengt diese. Ähnlich wie Verkehrsinseln in der 30-Zone, die den Verkehr behindern und entschleunigen, irritieren die Engpässe in den Blutgefäßen den Blutstrom.
Wichtigster Unterschied: der Verkehr wird durch die baulichen Anlagen verlangsamt – die Arteriosklerose führt jedoch zu einer Beschleunigung des Blutstroms und somit zum Bluthochdruck. Das Blut muss durch die Engpässe mit mehr Geschwindigkeit gepresst werden, damit es nicht ins Stocken gerät. Daher muss das Herz deutlich mehr arbeiten. Aber ein hoher Cholesterinspiegel ist nicht nur ein Problem für das Herz-Kreislaufsystem.
Die Ablagerungen in den Blutgefäßen vermindern die Elastizität dieser und rufen schmerzende, schwere Beine hervor. Im schlimmsten Fall kommt es soweit, dass sich die Schaufensterkrankheit bildet. Der Patient ist nicht mehr in der Lage, schmerzfrei zu gehen und muss alle paar Schritte stehen bleiben.

Also, wer könnte nun auf die Idee kommen, Cholesterin als einen Freund zu betrachten?

Doch ist es wahr – der Körper ist auf dieses angewiesen.

Denn es ist:

  1. Bestandteil der Zellwände und wichtiges Bauelement für den Zelltransport
    Cholesterin ist, als eine fettähnliche Substanz, elementarer Bestandteil aller Zellwände im Körper. Diese müssen äußerst flexibel bleiben, damit sie bei mechanischer Belastung nicht reißen. Doch auch ihre chemischen Aufgaben sind nicht zu unterschätzen. Nährstoffe werden über die Blutbahn zu den Zellen transportiert und müssen irgendwie ins Innere gelangen. Anschließend sind die Zellen gezwungen, die toxischen Abbauprodukte aus den Verbrennungsprozessen wieder hinaus zu schleusen, um über das Blut-und Nierensystem den Körper zu verlassen. In all diesen Abläufen übernimmt das Cholesterin wichtige Aufgaben.
  2. Verdauungsfördernd, da Gallensäure bildend
    Auch die Verdauung würde ohne diesen Baustoff aus dem Gleichgewicht geraten, denn die Gallensäure wird aus dem angeblichen Feind gebildet. Diese spaltet vor allem Fette und Kohlehydrate in Fettsäuren auf. Erst diese können durch die Darmwand diffundieren und als Nährstoff dienen. Zu wenig Gallensäure lässt einen fettigen Stuhl entstehen, der oft zu weich ist und unangenehm riecht.
  3. Beteiligt an der Vitamin D Produktion
    Vitamin D ist in nur sehr wenigen Lebensmitteln enthalten. Daher produziert es der Körper selbst. Cholesterin ist unabdingbar für diesen Prozess, sodass die Abwesenheit auch zu einem Vitamin D Mangel führen kann.
  4. Elementar für den Hormonhaushalt:
    Und wer hätte es gedacht – der Baustoff wird auch für die Hormonsynthese der Geschlechtshormone wie Östrogen und Testosteron benötigt. Aber auch Cortisol gibt es nicht ohne den angeblichen Feind.

Um die Verwirrung komplett zu machen, sei an dieser Stelle noch bemerkt, dass ein zu niedriger Cholesterinspiegel offenbar für eine unzureichende Serotoninsynthese verantwortlich ist. Serotonin, gemeinhin als “Glücklichmacher” bekanntes Hormon, hebt die Stimmung und das Wohlbefinden. Ein Mangel kann zu Depressionen und schlimmstenfalls Suizid führen. Zu niedrige Cholesterinspiegel entstehen häufig, wenn ein Übermaß durch chemische Medikamente behandelt wird. Daher sind Cholesterinsenker, die Statine, mit einer engen medizinischen Überwachung unweigerlich verbunden.

So – einerseits ist unser großer Unbekannter ein Freund und andererseits ein Feind. Wie so oft kann das angebliche Paradoxon einfach durch die Konzentration aufgelöst werden. Das richtige Maß an Cholesterin ist gut – zu viel hingegen schädlich. Doch auch hier entstehen erneut Widersprüche: denn ab wann die Konzentration zu hoch ist, wird heftig gestritten. Und auch die Annahme, dass es gutes und schädliches Cholesterin gibt, steht immer wieder auf dem Prüfstand.

Cholesterin natürlich senken
Kalorienreiches Essen führt zu einem erhöhten Cholesterinwert / Bild: Pixabay.com/de – RoosRojas

HDL, LDL und VLDL – mehr medizinische Fachwörter verträgt niemand

Rund 90% des benötigten Cholesterins produziert der menschliche Körper selbst. Daher müssen nur noch 10% durch die Nahrung zugeführt werden. Das Problem ist, dass in der westlichen Welt ein Überangebot industriell verarbeiteter, kalorienreicher Nahrungsmittel besteht. Dieses hat eben nicht nur Übergewicht zur Folge, sondern auch Einflüsse auf den Cholesterinspiegel.

Grundsätzlich wird beim Cholesterin zwischen

  • dem HDL, dem Guten,
  • dem LDL, dem Bösen sowie
  • dem VLDL, dem ganz Bösen unterschieden.

Zwar hat diese Einteilung nach wie vor in der medizinischen Welt Bestand, doch zeigt sich immer häufiger, dass nicht LDL und VLDL für die fatalen Folgeerkrankungen verantwortlich sind, sondern der oxidative Stress.

Cholesterinmoleküle vermögen durch freie Radikale zu oxidieren und werden somit hoch reaktiv und vor allem gesundheitsschädlich. Erst durch freie Radikale angereichert, können sie sich aus ihrem Transportmechanismus lösen und lagern sich an Venen und Arterien ab.

Antioxidantien – freie Radikale natürlich bekämpfen

Die wichtigste Möglichkeit, Cholesterin natürlich zu senken, besteht in einer ausreichenden Aufnahme von Antioxidantien. Diese binden die freien Radikale und verhindern so, dass das Cholesterin gefährlich wird. Korrekterweise senkt es die Blutkonzentration an LDL und VLDL nicht, sorgt jedoch dafür, dass diese erhöhten Blutwerte akzeptable sind.
Antioxidantien sind Vitamine, wie sie nicht nur in Obst ferner Länder vorkommen. Auch einheimisches Obst und Gemüse ist reich an diesen Helfern. Zu ihnen gehören Vitamin C, E, Beta-Karotin und viele mehr. Wer nun glaubt, Zitronen und Orangen in Hülle und Fülle essen zu müssen, liegt falsch. Diese haben zwar einen hohen Vitamin C Gehalt, jedoch wird er von Paprika und allen Kohlsorten weit übertroffen.
Unschlagbar in ihren Antioxidantien sind alle rot-schwarzen Früchte. Darunter Brom-, schwarze Johannis- und Himbeeren aber auch Aronia- sowie Acai-Beeren. Tägliche kleine Rationen reichen aus, um die freien Radikale zu fangen.

Cholesterin natürlich senken
Eine vegane Ernährung senkt den Cholesterinwert / Bild: Pixabay.com/de – Security

Die Ernährungsumstellung – Vegetarier, Veganer oder doch Flexitarier?

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine Ernährungsumstellung Cholesterin natürlich senken kann. Durch die Abkehr von tierischen Produkten wird weniger schädliches LDL aufgenommen und der Cholesterinspiegel natürlich reguliert. Dabei ist es insbesondere erstaunlich, dass sich sogar eine bestehende Arteriosklerose zurückbilden kann.

Vor allem bei sehr hohen LDL-Werten ist eine vegane Ernährung eine schonende Art der Regulation. Doch auch schon Vegetarier und sogar Flexitarier leiden in der Regel deutlich seltener unter Cholesterinproblemen. Flexitarier verzichten nicht gänzlich auf Fleisch und tierische Produkte, versuchen ihren Konsum jedoch nachhaltig einzuschränken.

Alte Hausmittel – überliefertes Wissen vermag zu helfen

Äpfel:
Unsere einheimischen Äpfel sind wahre Wundermittel, um das Cholesterin natürlich zu senken. Die enthaltenen Pektine binden im Magen die Gallensäure, wodurch der Körper genötigt wird, mehr zu produzieren. Dabei wird VDL verbraucht und die Blutwerte sinken.
Flohsamen:
Das Psyllium im Flohsamen hat eine ähnliche Wirkung wie Pektin.
Erbsen:
Erbsen agieren gleich auf mehrfache Art gegen den Feind. Zum einen wirken die enthaltenen Saponine wie Pektin und Psyllium, sodass die Gallensäureproduktion angeregt wird. Zum anderen wird das in der Nahrung enthaltene Cholesterin direkt im Magen gebunden, sodass es die Darmwand nicht passieren kann.
Ingwer:
Schon zwei Gramm Ingwer täglich erhöhen die Gallensäureproduktion und vermögen so, das Cholesterin natürlich zu senken.
Bitterschokolade:
So, jetzt wird es endlich richtig lecker. Denn auch 45 Gramm Bitterschokolade vermögen einen positiven Einfluss auf die Blutwerte zu nehmen.
Knoblauch:
Das Allicin unterbindet die Cholesterinsynthese. Dadurch wird jedoch vor allem das HDL reduziert. Das durch die Nahrung aufgenommene besonders schädliche LDL bleibt unverändert im Körper.
Leinsamen:
Männer können ihre Blutwerte durch drei Teelöffel Leinsamen täglich harmonisieren. Die Betonung liegt dabei auf Männer, denn bei Frauen zeigt der Leinsamen aus noch unbekannter Ursache keine Wirkung.

Die Mischung macht es

Es gibt noch viele weitere weniger wirkungsvolle Hausmittel gegen einen hohen Cholesterinspiegel. Darunter auch Nüsse, grüner Tee und Artischocken. Insgesamt kann jeder durch eine gesunde Ernährung, mit ausreichender Flüssigkeits- und Antioxidantienzufuhr, wenig tierischen Produkten, mehr Sport und weniger Stress Cholesterin natürlich senken.

Titelbild: Pixabay.com/de – Meditations

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