Das vegetative Nervensystem stärken

Das vegetative Nervensystem steuert automatisch ablaufende Prozesse im Körper, die der Mensch nicht willentlich, sondern, wenn überhaupt, zum Teil nur indirekt beeinflussen kann. Die Rede ist zum Beispiel die Steuerung von Herz, Atmung, Stoffwechsel sowie dem Wasserhaushalt und dem Magen-Darm-Trakt. Solange alles reibungslos im Hintergrund funktioniert, sind wir uns des vegetativen Nervensystems nicht bewusst. Erst, wenn etwas nicht im Einklang ist, bemerken wir seine Wichtigkeit für unseren Körper. Und dann ist guter Rat teuer.

Wie funktioniert das vegetative Nervensystem?

Das vegetative Nervensystem fungiert sozusagen als Botschafter zwischen den nicht steuerbaren Funktionen des Körpers und dem Gehirn und besteht aus drei einzelnen unabhängig voneinander fungierenden Systemen:

  • dem Sympathisches Nervensystem
  • dem Parasympathisches Nervensystem
  • und dem Enterisches Nervensystem

Das Sympathische Nervensystem oder auch Sympathikus steuert dabei hauptsächlich diejenigen Körperfunktionen, die für die erhöhte Leistungsbereitschaft und den Abbau von körpereigenen Energiereserven zuständig sind, und steuert somit die Mobilität des Menschen. Dabei verhält es sich überwiegend zwangsläufig gegensätzlich zur Wirkung des Parasympathischen Nervensystems (Parasympathikus), welches diejenigen Körperfunktionen steuert, die für die Erholungsphase des Organismus und die Auffüllung der Energiereserven zuständig ist. Somit hat es Einfluss auf das innere Gleichgewicht in unserem Körper. Das Enterische Nervensystem hingegen ist ein kompliziertes und vielschichtiges Nervengeflecht im Magen-Darm-Trakt. Es ist unterteilt in die Ring- und Längsmuskelschichten und dem Plexus submucosus und ist fast ausschließlich für die Verdauung von Nahrung zuständig. Außerdem ist es an der Regelung immunologischer Vorgänge beteiligt. Da auch die inneren Organe vom vegetativen Nervensystem abhängig sind, ist mit diesem Wissen auch verständlich, dass durch Stress zum Beispiel auf den Magen oder die Verdauung schlagen und den Menschen krankmachen kann. Daher ist es unabdingbar, das vegetative Nervensystem zu stärken.

Das vegetative Nervensystem als Teil des Ganzen

Das Sprichwort: “Mens sana in corpore sano” stammt von dem römischen Dichter Juvena. Es ist fast 2000 Jahre alt und heißt frei übersetzt: “Nur ein gesunder Geist kann in einem gesunden Körper leben.” Schon zu der damaligen Zeit wusste man also um das Zusammenspiel von Körper und Geist, wenn auch nicht in den gleichen Dimensionen wie heute. Die Psyche kann unser Wohlbefinden beeinflussen. Um eine Erkrankung des vegetativen Nervensystems zu verhindern und es zu stärken, ist es also wichtig, alles in Balance zu halten. Auf die Aktivitäten des Sympathisches Nervensystems mit Stressfaktoren wie erhöhtem Blutdruck, Anstieg des Adrenalins und schneller Atmung sollte immer eine ausreichende Erholungsphase durch das Parasympathische Nervensystem folgen. Durch dauerhafter Stress oder große anhaltende Trauer wird dieses Gleichgewicht dauerhaft gestört. Dadurch kann es zu folgenschweren Reaktionen im Organismus kommen. Und dabei ist es egal, um welche Art von Stress es sich handelt.

Was viele nicht wissen: Auch das Rauchen ist permanenter Stress für den Körper, da dieser sich fortwährend mit kleinen Dosen Gift auseinandersetzen muss.

Für Raucher und Personen, die viel unter Stress stehen, ist es daher besonders wichtig, das vegetative Nervensystem nachhaltig zu stärken, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.

mit Essen das vegetative Nervensystem stärken
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung / Bild: Pixabay.com/de – geralt

Wie kann man das vegetative Nervensystem stärken?

Wer sich oft unausgeglichen, erschöpft oder unwohl in seinem Körper fühlt, sollte darüber nachdenken, sein vegetatives Nervensystem zu stärken, um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Aber auch, wenn man sich eigentlich ganz fit fühlt, kann es nichts schaden, prophylaktisch dafür zu sorgen, dass es seinem vegetativen Nervensystems und somit sich selbst weiterhin gut geht. Der beste Weg dahin ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Auch wenn viele Menschen es nicht mehr hören können, wenn ihnen mit erhobenem Zeigefinger von allen Seiten immer wieder gepredigt wird, sich gesund zu ernähren, so ist dies doch der einfachste Weg zu innerer Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit im oftmals stressigen Alltag. Mit einer ausgewogenen Ernährung können das vegetative Nervensystem und das Gehirn richtig arbeiten und so die lebensnotwendige Harmonie zwischen Sympathikus und Parasympathikus wieder herstellen, bzw. erhalten.

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören zum Beispiel:
  • alle Produkte aus Vollkorn
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse
  • helles Fleisch
  • frischer Fisch

Fett ist zwar lebensnotwendig für den menschlichen Organismus, sollte aber nur in Maßen und größtenteils aus Nüssen oder Fisch gewonnen werden. Tierisches Fett zum Beispiel aus Milchprodukten sollte, auch wenn sie lecker sind, nur hin und wieder genossen werden. Zusätzlich zu einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung kann man auch durch bestimmte Heilpflanzen das vegetative Nervensystem stärken.

Besonders geeignet zur Beruhigung oder als natürliches Schlafmittel ohne Nebenwirkungen sind die folgenden Kräuter:
  • Melisse oder Baldrian zur Beruhigung nach einem stressigen Tag
  • Hopfen als Tee oder Pulverextrakt beinhaltet die Bitterstoffe Humulon und Lupulon, die Schlaf fördernd wirken sollen
  • Lavendel mit seinem Inhaltsstoff Rosmarinsäure, besonders wirksam mit Johanniskraut
  • die Passionsblume ist vielseitig einsetzbar, wirkt auch gut bei Schlafstörungen, am besten in Kombination mit Baldrian.
  • Johanniskraut bei schlechter Laune oder Verstimmungen. Da es bei der Einnahme von Johanniskraut in einzelnen Fällen zu einer Lichtempfindlichkeit von Haut und Augen kommen kann, sollte im Vorfeld ein Arzt konsultiert werden.

Entspannende Bäder mit speziellen Zusätzen aus der Drogerie oder Apotheke sind eine weitere Möglichkeit, das vegetative Nervensystem zu stärken und ausgeglichener im Alltag zu werden. Ein Mangel an Vitamin B1 kann zu Konzentrationsschwächen führen. Kartoffeln, Vollkornprodukte und entsprechende Nahrungsergänzungsmittel können diesen Mangel beheben. Und letztendlich sind Kalzium und Magnesium enorm wichtig für das Nervensystem und den Transport der Impulse in ihm. Durch den Verzehr von Sonnenblumenkernen, Blattspinat und Milchprodukten (in Maßen) kann man diesem Mangel vorbeugen.

das vegetative Nervensystem stärken
Bleiben Sie in Bewegung! / Bild: Pixabay.com/de – skeeze

Fazit

Wie man sieht, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine Grundvoraussetzung für ein starkes vegetatives Nervensystem. Eine ungesunde Lebensweise, zu wenige Ruhephasen oder dauerhaft unregelmäßige Schlafrhythmen und zu viel Fast Food verhindern den Einklang von Körper und Geist und können auf Dauer ernsthaft krankmachen. Eine ausreichende und tägliche Bewegung ist ebenfalls wichtig für die Durchblutung des gesamten Organismus und sorgt für einen ausreichenden Sauerstoffgehalt der Nervenzellen. Nahrungsergänzungsmittel können, wie schon der Name sagt, die Nahrung mit wertvollen Vitaminen und Spurenelementen anreichern, sollten aber nicht als Alibi für eine ansonsten ungesunde Ernährungsweise hinhalten.

Das gesunde vegetative Nervensystem ist im Grunde genommen sehr leistungsstark und kann kurzzeitige Überforderungen locker wegstecken. Wenn es jedoch durch eine falsche Lebensweise geschwächt ist, kann seine Regeneration einige Zeit dauern. Daher ist es sinnvoll, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und sein vegetatives Nervensystem durch eine gesunde Lebensweise zu unterstützen.

Titelbild: Pixabay.com/de – condesign

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