Bild Gallenschmerzen

Gallenschmerzen – Ursache, Symptome, Behandlung und Hausmittel

Krämpfe und heftige Schmerzen im oberen rechten Bauch unterhalb der Rippen, die dazu noch begleitet sind von Schweißausbrüchen, Übelkeit und nicht selten sogar Fieber, sind ein eindeutiges Zeichen für Gallenprobleme. Sie äußern sich durch leichte bis heftige Druckschmerzen im Bereich des oberen Bauches. Ein weiteres Indiz dafür, dass es sich bei der Schmerzursache um die Galle handelt ist, wenn zu dem Druckschmerz auch Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit oder Durchfall kommen.

Auch im Volksmund hat die Galle keinen guten Ruf, da sie so leicht reizbar ist. Sprüche wie “mir ist die Galle hochgekommen” oder “ich habe Gift und Galle gespuckt” sind den meisten sehr geläufig. Treten die Gallenschmerzen zudem bevorzugt nach einem schnellen, schlecht gekauten Imbiss sowie extrem fettiger oder süßer Speisen auf, ist die Diagnose praktisch schon gestellt und ein unmissverständliches Zeichen, etwas in den Essgewohnheiten zu verändern. Denn sonst drohen nicht nur regelmäßige, zu Beginn schmerzhafte jedoch auszuhaltende Beschwerden.

Die Krämpfe, ausgelöst durch entstehende Gallensteine, einer chronisch gereizten Galle oder sogar Gallenkoliken, können Schmerzmittel und schlussendlich sogar eine Operation nötig machen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, helfen diverse Hausmittel, die Symptome zu mildern und sogar die Galle wieder zu harmonisieren – denn Gallenschmerzen müssen nicht ein Leben lang andauern.

Im folgenden Ratgeber wird die Galle näher beleuchtet, Ursachen für Gallenschmerzen erläutert und praktische Tipps gegeben um diesen Beschwerden entgegenzuwirken.

Abbildung der Galle und weitere Organe des MenschenWas ist die Galle und welche Aufgaben hat sie?

Die Galle ist eine in der Leber produzierte Flüssigkeit, die bei der Verdauung von Nahrungsfetten hilft. Die gelblich bis giftig grüne Gallenflüssigkeit, welche einen extrem bitteren Geschmack hat, wird permanent in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert.  Die kleinen Kanäle in der Galle sammeln den sogenannten Gallensaft und leiten ihn in den Darm. Diese Flüssigkeit macht die Aufnahme von Fetten leichter. Die Gallensäuren funktionieren wie ein Spülmittel, das die Fette im Nahrungsbrei auflöst.  Sobald Nahrung in den Magen gelangt, wird die Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm abgegeben, um die enthaltenen Fette zu verdauen. Sie spaltet die Lipide auf und macht sie so für körpereigene Enzyme zugänglich.

Ferner neutralisiert die basische Galle den säurehaltigen Magenbrei. Wenn keine Nahrung aufgenommen wird, dickt der Gallensaft in der Gallenblase ein und wird dort zwischengespeichert. Von diesem gehen täglich nur ca. 5% verloren, wobei der Rest des Gallensafts zwischen Leber, Darm und Gallenblase kreist. In ihm sind Mineralstoffe, Fettreste, Wasser, Cholesterin und Giftstoffe der Leber enthalten, die vom Körper über die Galle ausgeschieden werden. Ein zusätzlicher Bestandteil der Galle ist übrigens Bilirubin. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt von roten Blutkörperchen, welches für die typische Gelbfärbung der Gallenflüssigkeit zuständig ist. Erst während der Verdauung wird dieser Stoff von Bakterien abgebaut und verfärbt sich schließlich braun.

Die krankhafte Galle

Ein Mangel an Gallenflüssigkeit kann zu Übelkeit und Durchfall, Darmkrämpfen sowie dem sogenannten Fettstuhl führen. Doch noch häufiger sind direkte Gallenschmerzen im oberen Bauch. Durch ein Ungleichgewicht an Salzen entstehen Gallensteine, die die Abgabe von Gallenflüssigkeit behindern. Ferner tritt häufig eine gereizte Galle auf, ausgelöst durch eine Überproduktion an Sekret aufgrund zu vieler fetthaltiger Speisen.

Wärme hilft als Hausmittel bei Gallenschmerzen
Eine Wärmflasche hilft! / Bild: Pixabay.com/de – condesign

Gallenschmerzen durch Gallensteine

Nicht selten können Gallenschmerzen auch mit Gallensteinen in Verbindung gebracht werden. Ca. 20-30% der Deutschen sind davon betroffen und wissen es nicht einmal. Das liegt daran, dass Gallensteine erst ab einer bestimmten Größe zu den typischen Schmerzen führen. Doch wie entsehen Gallensteine überhaupt? Wenn die Zusammensetzung des Gallensaftes aus dem Gleichgewicht gerät, z.B. bei der Eindickung der Flüssigkeit in der Gallenblase, können kleine Kristalle von Gallensteinen entstehen. In vielen Fällen machen sie keine Probleme. Wenn sie allerdings die Gallengänge verstopfen, können sie schwere Koliken auslösen. Der Flüssigkeitsstau kann zudem zu einer Gallenblasenentzündung führen. Ein weiteres Zeichen für Gallensteine sind Schmerzen die bis in die Schulter und in den rechten Bereich des Rückens ausstrahlen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind bei Gallensteinen eine häufige Nebenwirkung.

Diagnose von Gallenschmerzen

Um die Ursache der Gallenschmerzen festzustellen, empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt. Folgende Fragestellungen helfen bei der richtigen Diagnose:
  • Treten die Gallenschmerzen nach dem Essen auf?
  • In welcher Körperregion verspürt der Patient den Schmerz?
  • Wie und wie stark äußern sich die Schmerzen?
  • Welche Essgewohnheiten hat der Patient?
  • Wie ist der Stuhlgang des Patienten?
  • Hatte der Patient zuvor schon einmal Probleme mit der Galle?

Nach der Befragung wird der Arzt den Bauch des Patienten abtasten und mithilfe eines Ultraschallgeräts die Galle absuchen. Wenn es hierdurch keine konkreten Hinweise gibt, besteht die Möglichkeit der Untersuchung mit einem Endoskop. Hier werden die Gallengänge sichtbar und eine präzisere Diagnose kann getroffen werden. Auch die Blutabnahme kann hier hilfreich sein, da die Blutwerte z.B. einen erhöhten Bilirubinwert sichtbar machen können, welcher wiederum ein Anzeichen für Gallensteine ist. Ebenso ist sie bei einer Gallenentzündung hilfreich und hilft dem Arzt das Problem der Gallenschmerzen genau zu erkennen.

Medikamente bei GallenproblemenBehandlung von Gallenschmerzen

Welche Therapie nun infrage kommt, hängt natürlich von der Schmerzursache ab. Bei Koliken kann der Arzt ein krampflösendes Mittel verschreiben. Bei einer Entzündung der Gallengänge oder der Gallenblase, wird in den meisten Fällen Antibiotika verschrieben. Wenn allerdings Gallensteine die Ursache für Gallenschmerzen sind, ist häufig eine Operation notwendig, vor allem wenn es sich hierbei um große Steine handelt, welche die Gallengänge verstopfen. Bei kleineren Gallensteinen kann ein Mittel verschrieben werden, welches diese auflöst. Des weiteren besteht die Möglichkeit sie durch Schallwellen zu zerstören.

Erste Hilfe bei Gallenschmerzen

Bestehen nun akut Schmerzen, die noch nicht vom Arzt behandelt werden müssen, gibt es einige Hausmittel, die rasche Linderung versprechen.

Hierzu gehören:
  • Zunächst einmal ist Wärme, ob nun durch ein Körnerkissen oder die klassische Wärmeflasche, krampflindernd. Während vom Essen jetzt abgesehen werden sollte, beruhigt ein schöner Pfefferminztee die Galle.
  • Gegen die entstehende Übelkeit ist ferner Akupressur eine gute Hilfe. Zwei Finger hinter der Handbeuge, zwischen den zu ertastenden Sehnen, liegt der helfende Akupressurpunkt. Leicht drücken und die Übelkeit verringert sich schnell.
  • Ein krampflindernder Saft aus einer Teemischung von je 40 g Efeu und Schließgras, je 20 g Bärlapp und Bibernelle, 10 g Löwenzahn und 5g Wermut ist ebenfalls wirkungsvoll. Es werden drei Teelöffel auf einem Liter Wasser für fünf Minuten gekocht und dem dunklen Sud anschließend weitere zehn Minuten Zeit zum Ziehen gegeben. Über bis zu neun Stunden kann jetzt stündlich ein Esslöffel eingenommen werden, um die akuten Beschwerden zu lindern.

Oberstes Gebot – Ernährung ändern

Um das unterschätzte Organ Galle wieder dauerhaft zu beruhigen, ist es unbedingt nötig, temporär auf fette und süße Speisen zu verzichten. Langes Kauen, kleine Mahlzeiten und verringerter Stress lindern ebenfalls die unerwünschten Gallenschmerzen.

Schwer verdauliche Nahrungsmittel wie Eier, Kohl, Hülsenfrüchte, aber auch Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol sind absolut tabu.

Auch der von “Oma” hochgepriesene Magenbitter verschlechtert das Wohlbefinden.

Verschwinden die Beschwerden nicht, ist unbedingt der Hausarzt aufzusuchen, – der mittels schmerzfreiem Ultraschall ergründen kann, ob es sich um eine Reizung, operationsfähige Gallensteine oder eine durch Antibiotika zu behandelnde bakterielle Entzündung handelt.

Löwenzahn - Hausmittel bei Gallenschmerzen
Löwenzahn hilft bei Gallenschmerzen / Bild: Pixabay.com/de – little-wolf

Unterstützende Hausmittel

Neben einer Ernährungsumstellung können verschiedene Hausmittel das richtige Maß an Gallensekret einstellen und so langfristig Gallenschmerzen vorbeugen.

Die Akupressur
… kennt auf der Fußoberseite, direkt am Schnittpunkt von großem und zweitem Zeh einen helfenden Punkt: dreimal täglich für drei bis sechs Minuten massieren und die Galle findet Ruhe. Zusätzlich kann auf eine Reihe Heilkräuter zurückgegriffen werden.

Heilpflanzen…
… die gegen Gallenschmerzen wirken, kennen kundige Kräuterfrauen viele, z.B. Artischocken, Schöllkraut, Löwenzahn, Bockshornklee, Bitterholzäste, Gelbwurz, Kümmel, Bärlapp, Bibernelle, Tausendgüldenkraut, Wermut, Bitterklee, Alantwurzel, Brunnenkresse, Leberblümchen, Wegwarte, Steinbrechsamen, Meerrettich, Schafgabe, Zwiebel und Pfefferminze. Auffällig ist, dass viele dieser Heilpflanzen extrem hohe Konzentrationen an Bitterstoffen enthalten. Genau diese harmonisieren die Galle, bzw. regen die Leber zur Produktion von mehr Gallensekret an. Doch Vorsicht, auch wenn es unangenehm schmeckt, – die Heilkräuter sollten keinesfalls mit Zucker gesüßt werden, denn dieser wird in Fett umgewandelt und reizt dann ebenfalls die Galle.

Tees und Säfte…
… werden aus den verschiedenen Kräutern hergestellt und dann über einen langen Zeitraum mehrmals täglich getrunken. Eine Behandlung der Gallenschmerzen ist nicht in fünf Minuten erledigt. Die durch falsche Ernährung über lange Zeit entstandene Fehlbelastung muss über mehrere Wochen langsam wieder ins Lot gebracht werden. Welche Tees oder Säfte am Besten helfen, ist auch individuell verschieden – hier heißt es ausprobieren.

Die wirkungsvollsten Rezepte sind jedoch:
  • Je 30 g Gelbwurz, Pfefferminze und Kümmel sowie 5g Schöllkraut mischen. Vier Teelöffel pro Liter etwa zehn Minuten ziehen lassen und dann über den Tag verteilt trinken. Aber Achtung: Keinesfalls zu viel Schöllkraut verwenden, da dieses sonst die Leber schädigt.
  • Zwei Teelöffel Bitterholzäste oder Alantwurzel mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. Je zwei Tassen pro Tag trinken
  • Wegwarte gegen schmerzende Gallensteine: acht Teelöffel pro Liter siedendem Wasser zehn Minuten ziehen lassen und etwa 250 ml pro Tag trinken.
  • Rohe Artischocken: Einfach die getrockneten Blätter vor der Mahlzeit essen. Dann sind fettige Speisen leichter verdaulich und die Gallenschmerzen verschwinden.
Artischocken - lindern Gallenschmerzen
Artischocken lindern den Schmerz / Bild: Pixabay.com/de – jackmac34

Warum helfen die Heilkräuter?

Eine Steigerung der Gallenflüssigkeit lindert die Schmerzen, da mit dem Sekret Krankheitserreger ausgespült und sogar Gallensteine abgebaut werden können.
Verschlimmern sich die Symptome jedoch durch die eingesetzten Heilkräuter, spricht dies für eine durch Überproduktion gereizte Galle. Besonders Steinbrechsamen, Meerrettich und Zwiebeln sollten dann gemieden werden. Bei einer chronischen Überproduktion an Gallensekret ist der Verzicht auf Fett die beste Hilfe.

Vorbeugung von Gallenschmerzen

Vor allem eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft dabei Gallenschmerzen vorzubeugen und Gallensteine zu vermeiden. Diese sollte vor allem fettarm und ballaststoffreich sein. Viel Obst und Gemüse liefern dem Körper nicht nur Vitamine, sondern tun auch der Gallenblase gut. Auch empfiehlt es sich nicht zu üppige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Besser sind kleinere Portionen über den Tag verteilt, welche die Verdauung erleichtern.

Bei der Verwendung von Fett, etwas beim kochen, sollte darauf geachtet werden, dass es sich um gesundes Fett, wie zB. Rapsöl oder natives Olivenöl handelt. Jedoch sollte auch dies nur in Maßen verwendet werden. Ballaststoffreiche Vollkornprodukte helfen der Regulierung des Magen-Darm Trakts. Zu vermeiden sind hingegen Brot und Brötchen, unreifes oder getrocknetes Obst, Pflaumen und Nüsse, sowie fettige Produkte wie etwa Schlagsahne, Kondensmilch oder Camembert. Auch Süßes wie Schokolade, Nougat oder Eis sollten bei Patienten mit Gallenschmerzen nicht auf dem Speiseplan stehen. Wer dennoch süß essen möchte, sollte lieber zu Honig oder Marmelade greifen, also natürlichem Zucker oder weniger süßen Lebensmitteln.

Mango-Bananen Smoothie - Rezept bei GallenschmerzenRezepte bei Gallenschmerzen

Bananen-Mango-Drink

Zutaten: fünf Orangen, eine reife Mango, eine reife Banane und 150 g Joghurt.

Zubereitung: Orangen halbieren und auspressen. Das Fruchtfleisch der Mango entfernen und in kleine Stücke schneiden. Banane schälen und in Scheiben schneiden. Nun den Orangensaft, die Mangostücke, die Bananenscheiben und den Joghurt in einen Mixbecher geben und pürieren. Fertig ist der Bananen-Mango-Drink.

Forellenfilets mit Polenta-Panade

Zutaten: zwei Forellen (à 350 g), 75 ml Buttermilch, 1 EL Senf , Tabasco, eine kleine Salatgurke, ein Apfel, eine rote Zwiebel, eine halbe Zitrone, drei EL Magerquark, 150 g Joghurt, vier Stiele Zitronenmelisse, Salz und Pfeffer, eine Prise Rohrzucker, fünf Salatblätter, 50 g Maisgrieß und zwei EL Rapsöl.

Zubereitung: Forellenfilets abspülen und trocken tupfen. Die Buttermilch mit Tabasco und Senf mischen. Den Fisch darin mindestens 30 Minuten marinieren. Nun die Gurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel entfernen. Danach wird die Gurke in feine Scheiben geschnitten. Den Apfel ebenfalls schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Nun die Zitrone auspressen und davon 1-2 Esslöffel mit Quark und Joghurt verrühren. Ein paar Blätter der Zitronenmelisse abzupfen und ebenfalls dazu geben. Hinzu kommen die Gurken-, Apfel- und Zwiebelstücke. Das ganze wird nun mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt. Die Salatblätter klein schneiden und ebenfalls hinzufügen. Nun wird das Fischfilet aus der Marinade genommen und in der Polenta gewendet. Öl in der Pfanne erhitzen und den Fisch darin von jeder Seite 2 Minuten goldbraun braten. Anschließend auf einem Küchenpapier abtupfen und mit dem Salat servieren.

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