Kind mit geöffnetem Mund. Ein geschwollener Gaumen und geschwollenes Gaumenzäpfchen ist sichtbar.

Geschwollener Gaumen – Ursachen und Behandlung

Der Bereich des Gaumens spielt eine besondere Rolle, wenn es um die Sprach- und Essfunktion des Menschen geht. Zum einen ist er neben der Zunge aktiv an der Geschmacksverarbeitung sowie -erkennung beteiligt. Zum anderen wird er auch für die Lautbildung benötigt. Daher sind Schwellungen und Entzündungen im Gaumenbereich sehr problematisch und bedeuten zugleich ein Defizit beim Sprechen und schmecken. Darüber hinaus treten solche Schwellungen häufig zusammen mit anderen Erscheinungen auf, die überaus unangenehm sein können. Was zu einem geschwollenen Gaumen führt und wie man ihn am besten behandelt, wird nachfolgend erklärt.

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Die Ursachen für einen geschwollenen Gaumen im Überblick

Zunächst einmal sollte man wissen, dass der Gaumen aus zwei verschiedenen Elementen besteht. Im vorderen Teil der Mundhöhle liegt der harte Gaumen. Dies ist eine von einer venenhaltigen Schleimhaut ummantelten Knochenplatte, welche zum Oberkiefer gehört. Wenn ein geschwollener Gaumen hinter den Schneidezähnen auftritt, liegt sie also in diesem Bereich. Im hinteren Teil, also im Bereich des Rachens, liegt der weiche Gaumen. Dort geht der Knochen in zwei sogenannte Gaumensegel über, erkennbar an dem mittigen Gaumenzäpfchen. Es kann also auch ein geschwollenes Gaumenzäpfchen auftreten. Reizungen und Schwellungen können dementsprechend in beiden Bereichen auftreten.

Es gibt mehrere Ursachen, die eine solche Schwellung hervorrufen können. So können zum Beispiel eine Pilzinfektion, Verletzungen, medikamentöse Begleiterscheinungen und auch ätzende Säuren ursächlich für eine Reizung des Gaumenbereichs sein.

Weitere Ursachen:
Verbrennungen durch zu heiße Speisen oder Getränke:

Zu heiße Speisen oder Getränke verbrennen manchmal nicht nur die Zunge. Der Gaumen wird nicht selten durch zu hohe Temperaturen in Mitleidenschaft gezogen. Das liegt daran, dass die Schleimhäute des Gaumenbereichs überaus sensibel sind. Daher sind Schwellungen und Rötungen im vorderen Bereich des Gaumens nichts ungewöhnliches. Allerdings können sie sehr schmerzhaft sein.

Allergische Reaktionen:

Obwohl allergische Reaktionen des Körpers sich häufig in erster Linie über die Haut zeigen, kann vor allem eine Allergie gegen Pollen oder Lebensmittel (beispielsweise gegen Nüsse oder Fruchtsäuren) eine allergische Reaktion des Gaumens hervorrufen. Die empfindlichen Schleimhäute reagieren mit Vorliebe auf Pollen oder Lebensmittel, die nicht vertragen werden. Hier können beide Bereiche des Gaumens, der harte und der weiche, einheitlich betroffen sein. Die Schwellungen sind nicht selten mit einem schmerzhaften Juckreiz verbunden, der sogar bis in den Gehörgang reichen kann.

Virale und bakterielle Infektionen:

Entzündungen können ebenfalls ursächlich für einen geschwollenen Gaumen, auch hinter den Schneidezähnen, sein. Sie müssen dabei nicht zwingend direkt im Mund liegen, sondern können nicht selten auch tief im Rachen oder dem Hals selbst lokalisiert werden. Ein optimales Beispiel ist eine Entzündung der Mandeln. Da diese unmittelbar hinter den Gaumensegeln liegen, werden Infektionen sowie deren Symptome schnell an den Gaumen weiter gegeben. Selbiges gilt auch für Infektion des Rachens und den Nasennebenhöhlen. Solche Infektionen werden oft durch Bakterien (beispielsweise Streptokokken) und gripale Infekte ausgelöst. Dies führt dazu, dass eine Gaumenschwellung mit weiteren Symptomen wie Schluckbeschwerden, Fieber und anderen Syptomen einer Grippe einhergeht.

Was man gegen die Schwellung des Gaumens tun kann

So unterschiedlich die jeweiligen Ursachen einer Gaumenschwellung sind, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Daher sollte man die Behandlung stets der Ursache anpassen. Zum einen gewährleistet dies eine bestmögliche Heilung und verhindert zudem, dass der Gaumen nicht noch mehr gereizt wird.

Tasse in der Tee aus einer Kanne eingegossen wird. Tees mit frischen Kräutern helfen bei Schwellungen im Gaumenbereich.
Tees aus frischen Kräutern lindern die Symptome

Antiseptische Kräuter bei Infektionen

Wird die Gaumenschwellung bzw. eine kleine Beule am Gaumen durch eine Infektion hervorgerufen, können antiseptische Kräuter zur Linderung der unangenehmen Symptome beitragen. Zu diesen Kräutern gehören Kamille, Johanniskraut, Nelken und Lindenblüten. Bereitet man aus ihnen einen Tee, oder Sud zu, kann man dieses Heilmittel ganz einfach oral anwenden. Ein Trinken des Tees wirkt direkt an den entzündeten Stellen des Gaumens. Vorsicht ist bei scharfen Kräutern geboten! Salbei zum Beispiel sollte unbedingt sehr sparsam dosiert werden, da ansonsten Schmerzen des bereits gereizten Gaumens die Folge sein können.

Eiswürfel bei Verbrennungen des Gaumens

Ist die Schwellung des Gaumens die Folge durch eine Verbrennung, heilt sie in der Regel von alleine wieder aus. Allerdings kann sie sehr unangenehm bis sogar schmerzhaft sein, was Betroffene häufig verzweifeln lässt. Ein Eiswürfel kann die Beschwerden lindern. Ein gelegentliches Lutschen des Eiswürfels, oder alternativ der Genuss eines kühlen Getränks (vorzugweise Wasser, oder zumindest etwas, was wenig bis keine künstlichen Zusatzstoffe enthält), wirkt abschwellend und beruhigend. Dadurch werden Schmerzen gelindert und der Heilungsprozess erträglicher.

Cranberry Saft im Glas. Wirkt entzündungshemmend und hilft so bei einem geschwollenen Gaumen hinter den Schneidezähnen und bei geschwollenen Gaumenzäpfchen.
Cranberry Saft wirkt entzündungshemmend

Cranberrysaft bei Entzündungen

Zugegeben, es klingt etwas schmerzhaft, einen Fruchtsaft bei einer Entzündung im Gaumenbereich und bei einer Gaumenzäpfchen-Schwellungzu trinken. Cranberrysaft hat im Gegensatz zu anderen Fruchtsäften einen eher geringen Anteil an Fruchtsäure und wirkt darüber hinaus entzündungshemmend. Daher eignet er sich gut zur Behandlung eines entzündeten Gaumens.

Auf stark gewürzte, säurehaltige und krümelige Speisen sollte verzichtet werden!

Leidet man an einem geschwollenen Gaumen, sollte man alles meiden, was stark gewürzt, säurehaltig und krümelig ist. Dies verhindert, dass die bereits geschwollenen Stellen im Gaumenbereich noch zusätzlich gereizt werden. Stattdessen sollte man auf pürierte Speisen und Suppen zurückgreifen. Wichtig ist, milde Zutaten bei der Zubereitung zu verwenden.

Bei allergischen Reaktionen

Ist eine allergische Reaktion die Ursache eines geschwollenen Gaumens, hilft einzig den Auslöser der Allergie zu meiden. Wenn man unsicher im Bezug auf eventuelle Allergien sein sollte, ist es ratsam einen Arzt, bzw. Allergologen aufzusuchen. Dieser kann problemlos einen Test auf mögliche Allergien durchführen. Damit lässt sich sicherstellen, wogegen man allergisch ist und was einen geschwollenen Gaumen hervorruft.

Ein geschwollener Gaumen lässt sich mit einfachen Mitteln effektiv behandeln

Ein geschwollener Gaumen entsteht durch diverse Ursachen. Nicht selten ist er unangenehm bis sogar sehr schmerzhaft, je nach Ursache. Er lässt sich allerdings durch ganz einfache Mittel sehr effektiv behandeln. Mit den vorangegangenen Tipps kann man Symptome und Beschwerden lindern. Nicht nur der Gaumen, sondern auch die Zunge wird dadurch entlastet. Sollte ein geschwollener Gaumen jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten und sich trotz Behandlung keine Besserung oder Linderung der Beschwerden bemerkbar sein, sollte ein Arzt konsultiert werden.

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